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08.11.2008, 18:40
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#1 (permalink)
| | Benutzer Rang: Majordomus
Registriert seit: 08.11.2008 Ort: Breitscheid
Beiträge: 97
| Jüdische Religion Es würde mich sehr interessieren, ob unter den Forumteilnehmern ein ernst zu nehmender Kabbalist zu finden ist und ob er willens wäre sich zu diesem Thema zu äußern.
Von einem wahren Adepten wird erwartet, daß er in allen wissenschaftlichen Disziplinen zu Hause und bewandert ist.
Ein solcher Mensch ist alles andere als ein halbgebildeter Mystiker, oder ein Verfechter des New Age.
Natürlich erwarte ich nicht, daß wir so mir nichts, dir nichts in die Mysterien eingeweiht werden können, aus vielerlei Gründen nicht, aber vielleicht könnte der Eine oder Andere einen nützlichen Hinweis erhalten, vorausgesetzt das Verständnis des oder der Betreffenden ist ausreichend.
Es nützt nichts zu empfangen, wenn kein Gefäß vorhanden ist.
Es ist, wie mit dem Gleichnis vom Sämann.
Viele Körner fallen auf unfruchtbaren Boden und verdorren. Einige erhalten nicht genug Pflege und einige wenige fallen auf fruchtbaren Boden und tragen reichlich Früchte.
Viele Geheimnisse sind nicht geheim im Sinne von versteckt. Sie sind verborgen insofern, daß sie einfach nicht verstanden werden. Man könnte sie ruhig öffentlich bekannt geben.
Wer Ohren h a t der höre! |
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08.11.2008, 18:50
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#2 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Majestät
Registriert seit: 19.02.2008 Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 5.151
| Jüdische Religion Mir hat man einmal den Unterschied zwischen Christentum und Judentum so zu erklären versucht: der größte Unterschied liegt wohl in der Wertung des Jesus in seiner Messiasfunktion. Während er für Christen der Messias ist, ist er für die Juden eher eine unbedeutende Randfigur, denn nach deren Verständnis wird der Messias erst noch kommen. Aber natürlich verstehe ich davon nichts.
Geändert von tiger456 (15.03.2010 um 20:12 Uhr).
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08.11.2008, 18:54
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#3 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Majestät
Registriert seit: 19.02.2008 Ort: Baden-Württemberg
Beiträge: 5.151
| Nochmal Jesus Es ist die Frage, ob er gewaltfrei war, wie er in der Bibel immer beschrieben wird. Nimmt man die Geschichte, wo Jesus die Händler aus dem Tempel jagt, wörtlich, dann scheint er es wohl nicht gewesen zu sein. Der Tempel war eine riesige Anlage, die obendrein von den Römern militärisch geschützt wurde. Wenn es wirklich so war, spricht das eher dafür, dass er eine Art Revolutionär gegen die Vorherrschaft der jüdischen Oberschicht und damit indirekt auch der Römer war, denn die arbeiteten doch eng mit Teilen der jüdischen Oberwchicht zusammen. |
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08.11.2008, 20:06
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#4 (permalink)
| | Benutzer Rang: Majordomus
Registriert seit: 08.11.2008 Ort: Breitscheid
Beiträge: 97
| Zitat:
Zitat von Joachim Clar Da ich eine schlichte Natur bin, hat mir mal ein evangelischer Theologe auf plakative Art den Unterschied zwischen Christentum und Judentum so zu erklären versucht: der größte Unterschied liegt wohl in der Wertung des Jesus in seiner Messiasfunktion. Während er für Christen der Messias ist, ist er für die Juden eher eine unbedeutende Randfigur, denn nach deren Verständnis wird der Messias erst noch kommen. | Na so unbedeutend denn nun auch wieder nicht, denn bis heute gehört es zur jüdischen Tradition, am Schabat die Tür für den Messias offen zu lassen und ein Gedeck aufzulegen.
Der Messias - Gesalbte - galt den Juden als ein von Gott eingesetzter König, der Israel wieder vereinigt, daher sollte er auch aus dem Geschlecht Davids stammen, da dieser nach jüdischem Glauben von Gott selbst introhnisiert wurde. Diese Vorstellung ist ein wichtiger Bestandteil des alten Testaments und keineswegs nur eine unbedeutende Randerscheinung. Dieser Theologe sollte sich sein Studiengeld zurückgeben lassen.
Die Christen - nach Paulus - halten den Messias für den Erlöser der Welt, welcher erst von seinem eigenen Vater hingeschlachtet werden mußte, bevor er diese Funktion ausüben konnte.
Ein Rückfall in tiefsten Animalismus, denn nur wer sein Blut trinkt! und sein Fleisch ißt ( Abendmahl ) erlangt Erlösung.
Demzufolge kann ein Christ niemals Vegetarier sein!
Das Christentum steht und fällt mit dem Dogma der Auferstehung.
Ohne Auferstehung kein Christentum!
Wer Ohren hat, der höre!
Viele Grüße
H.D. |
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08.11.2008, 20:55
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#5 (permalink)
| | Benutzer Rang: Majordomus
Registriert seit: 08.11.2008 Ort: Breitscheid
Beiträge: 97
| Zitat:
Zitat von Joachim Clar Es ist die Frage, ob er gewaltfrei war, wie er in der Bibel immer beschrieben wird. Nimmt man die Geschichte, wo Jesus die Händler aus dem Tempel jagt, wörtlich, dann scheint er es wohl nicht gewesen zu sein. Der Tempel war eine riesige Anlage, die obendrein von den Römern militärisch geschützt wurde. Wenn es wirklich so war, spricht das eher dafür, dass er eine Art Revolutionär gegen die Vorherrschaft der jüdischen Oberschicht und damit indirekt auch der Römer war, denn die arbeiteten doch eng mit Teilen der jüdischen Oberwchicht zusammen. | Zunächst ist kaum ein Zitat aus den Evangelien Jesus zuzuschreiben, sondern diese wurden ihm später von den Redakteuren in den Mund gelegt.
Die Zeiten damals waren alles andere als gewaltfrei, nur unterschied man zwischen gerechter und ungerechter Gewalt.Gerecht war, wie das meistens so ist, was der eigenen Sache diente und ungerecht, was der Kontrahent tat.
In dieser Hinsicht hat sich nicht viel geändert.
In dieser Hinsicht war Jesus, wie ihn uns die Evangelien übermitteln, ambivalent, denn einerseits bringt er nicht Frieden sondern das Schwert und rät seinen Jüngern, überflüssige Kleidung zu ver und dafür ein Schwert zu kaufen.
Andereseits sagt er in der Bergpredigt:,...denn selig sind die Sanftmütigen, denn ihrer ist das Himmelreich.
Wie immer, ist er auch hier nicht zu fassen.
Die Tempelzsene ist mit Sicherheit Legende, denn sie beruft sich auf ein Zitat aus dem alten Testament,...Dein Haus soll ein Bethaus sein!"
Nein, Jesus war sicher kein Revolutionär im heutigen Sinne. Es ging ihm, wenn man die Evangelien wörtlich nimmt, um die Erneurung des Glaubens und zwar zurück zum mosaischen Gesetz"...ich bin nicht gekommen um das Gesetz aufzulösen,sondern um es zu erfüllen..."
...Denn eher werden Himmel und Erde vergehen, bevor auch nur ein Buchstabe - des Gesetzes- aufgehoben wird..."
Er wetterte gegen die Schriftgelehrten, welche das Gesetz, seiner Meinung nach, falsch auslegten und so die Menschen des Heils beraubten.
Die Schriftgelehrten waren die damalige geistige Elite und bildeten somit die Oberschicht. Zweifellos waren einige von ihnen korrupt und arbeiteten aus privaten Interessen mit Rom zusammen, aber der Hauptgrund für dieser Allianz war pragmatischer.
Rom hatte mit Herodes einen Marionettenkönig eingesetzt und den Juden damit eine Scheinautonomie gewährt. Sie hatten einen Gerichtshof, der über interne Angelegenheiten der Juden entscheiden durfte, alles was Rom nicht betraf.
Todesurteile konnte er nicht verhängen!!!
Die Römer waren nicht daran interessiert die Juden aufzuwiegeln, sie wollten sie ruhig haben.Daher die zugestandene Scheinautonomie.
Daher die Allianz mit den Schriftgelehrten.
Viele Grüße
H.D. |
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08.11.2008, 22:44
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Servus! Zitat:
Zitat von ninkidow In dieser Hinsicht war Jesus, wie ihn uns die Evangelien übermitteln, ambivalent, denn einerseits bringt er nicht Frieden sondern das Schwert und rät seinen Jüngern, überflüssige Kleidung zu ver und dafür ein Schwert zu kaufen.
Andereseits sagt er in der Bergpredigt:,...denn selig sind die Sanftmütigen, denn ihrer ist das Himmelreich.
Wie immer, ist er auch hier nicht zu fassen.
Die Tempelzsene ist mit Sicherheit Legende, denn sie beruft sich auf ein Zitat aus dem alten Testament,...Dein Haus soll ein Bethaus sein!" | Deinem Posting kann ich wenig hinzufügen.
Nur für oben zitierte Stelle - die mit dem Schwert kaufen - hätte ich gern das Zitat. Ich glaube zu wissen, welche Stelle du meinst (ohne sie jetzt parat zu haben), und ich glaube auch zu wissen, dass diese Stelle nie und nimmer wörtlich zu nehmen ist...
Die Bergpredigt ist übrigens eines der wenigen wirklich wörtlichen Zitate von Jesus: sie war der Kern seiner Lehre und wird deshalb von den Evangelisten Lukas und Matthäus ziemlich übereinstimmend zitiert.
Ich würde daher Jesus eher im Licht der Bergpredigt sehen als im icht eines vom Evangelisten konstruierten Gleichnisses...
VG
Christian |
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08.11.2008, 23:36
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#7 (permalink)
| | Benutzer Rang: Majordomus
Registriert seit: 08.11.2008 Ort: Breitscheid
Beiträge: 97
| Zitat:
Zitat von 913Chris Servus!
Deinem Posting kann ich wenig hinzufügen. Zitat: |
Nur für oben zitierte Stelle - die mit dem Schwert kaufen - hätte ich gern das Zitat. Ich glaube zu wissen, welche Stelle du meinst (ohne sie jetzt parat zu haben), und ich glaube auch zu wissen, dass diese Stelle nie und nimmer wörtlich zu nehmen ist...
| Die Bergpredigt ist übrigens eines der wenigen wirklich wörtlichen Zitate von Jesus: sie war der Kern seiner Lehre und wird deshalb von den Evangelisten Lukas und Matthäus ziemlich übereinstimmend zitiert.
Ich würde daher Jesus eher im Licht der Bergpredigt sehen als im icht eines vom Evangelisten konstruierten Gleichnisses...
VG
Christian | Lukas 22 Vers36.
Warum ist das nicht wörtlich zu verstehen?
Soviel ich weiß,hat die seriöse unabhängige Forschung keinerlei unanfechtbare Beweise für die Urheberschaft eines der Zitate von Jesus.
Warum soll ausgerechnet ein Zitat autentisch sein, wenn es alle anderen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht sind?
Subjektive Überzeugungen sollten bei der Wahrheitssuche nicht von Belang sein. Da ist ein, wir wissen es nicht, ehrlicher.
Viele Grüße
H.D. |
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09.11.2008, 01:31
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| Verweis auf ein Thread Zitat:
Zitat von ninkidow Ein Rückfall in tiefsten Animalismus, denn nur wer sein Blut trinkt! und sein Fleisch ißt ( Abendmahl ) erlangt Erlösung.
Demzufolge kann ein Christ niemals Vegetarier sein! | Na und ich dachte mir wäre das als erster aufgefallen... http://www.g-geschichte.de/forum/alt...html#post14264 (Waren die Helvetier Kannibalen?)
lG
__________________
... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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09.11.2008, 10:32
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Servus! Zitat:
Zitat von ninkidow Lukas 22 Vers36.
Warum ist das nicht wörtlich zu verstehen? | Weil das Zitat noch weiter geht: Mit einem Hinweis auf Jesaja (53,12: Er wird zu den Verbrechern gerechnet werden) und - als die Jünger übereifrig sagen, sie hätten ja schon zwei Schwerter dabei, mit einer Antwort Jesu: "Genug davon!"
Das zeigt mir, dass das mit dem Schwert kaufen NICHT wörtlich gemeint ist. Als kurz darauf einer der Diener des Hohenpriesters durch einen Schwerthieb eines Jüngers verletzt wird, greift Jesus auch sofort ein...
Nicht Jesus sollen sie verteidigen oder sich selbst, sondern den Glauben, und zwar nicht mit realen Schwertern, sondern mit Schwertern, die überzeugen, nicht verletzen. (meine Laien-Exegese).
Dazu passt auch, dass kurz vorher unter den Jüngern ein Streit ausbricht, wer von ihnen der Größte ist, und wer den/die anderen bedienen müsste. Jesus stoppt diese Diskussion, indem er ihnen klarmacht, er, der Rabbi, ist derjenige, der alle anderen bedient. Die klassische Jesus-Aussage also, dass für seine Jünger die bisher anerkannten Rangfolgen nicht mehr gelten. Zitat:
Zitat von ninkidow Soviel ich weiß,hat die seriöse unabhängige Forschung keinerlei unanfechtbare Beweise für die Urheberschaft eines der Zitate von Jesus.
Warum soll ausgerechnet ein Zitat autentisch sein, wenn es alle anderen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht sind? | Es gibt im ganzen NT nur einige wenige wirklich anerkannt authentische Zitate Jesu: Die Berg- bzw. Feldpredigt, das Vater unser und einige andere.
Alles andere, was Jesus im NT sagt, ist ihm von den Evangelisten in den Mund gelegt und gibt zwar Inhalte der Glaubensbotschaft Jesu wieder, wurde aber von Jesus nicht wörtlich so gesagt.
Eine bis zwei Generationen nach Jesu Tod dürfte es auch schwierig gewesen sein, ales, was Jesus so jeden Tag von sich gegeben hat, noch wörtlich zu zitieren...
VG
Christian |
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18.11.2008, 11:37
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von ninkidow Die Christen - nach Paulus - halten den Messias für den Erlöser der Welt, welcher erst von seinem eigenen Vater hingeschlachtet werden mußte, bevor er diese Funktion ausüben konnte.
Ein Rückfall in tiefsten Animalismus, denn nur wer sein Blut trinkt! und sein Fleisch ißt ( Abendmahl ) erlangt Erlösung.
Demzufolge kann ein Christ niemals Vegetarier sein!
Das Christentum steht und fällt mit dem Dogma der Auferstehung.
Ohne Auferstehung kein Christentum!
Wer Ohren hat, der höre! | Diese Polemik ist ja nun wirklich unterstes Niveau!
Da Du sonst sehr gebildet und trotz Deines Atheismus sehr verständig wirkst, nehme ich einmal an, dass Du den Erlösungsgedanken absichtlich missverstehst.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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