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28.07.2009, 17:17
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 28.06.2009 Ort: Leipzig
Beiträge: 26
| Grund für den Hass gegen das Judentum Wir hatten letztens die Diskussion warum das Judentum fast schon immer unterdrückt und verfolgt wurde. Gibt es wirkliche Gründe dafür, außer purer Schuldzuweisung um einen Sündenbock ausfindig zu machen für die Verfolgung und Unterdrückung? |
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28.07.2009, 17:42
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ihr strenger Monotheismus und ihre teilweise ziemlich militante Ablehnung ausländischer Kulte dürften in der Antike der Hauptgrund gewesen sein. Sie waren damals schlicht und einfach totale Außenseiter und stießen als solche auf Ablehnung.
Im Mittelalter bildete dann der Antijudaismus die Grundlage des Judenhasses: Den Juden wurde die Kollektivschuld für den Tod Jesu gegeben. Außerdem waren sie natürlich wiederum in einer christlich geprägten Welt Außenseiter. Außenseiter sind von Haus aus schon einmal verdächtig.
Im 19. Jhdt. entwickelte sich dann der rassisch motivierte Antisemitismus: Die Juden als Fremdkörper im Mehrheitsvolk. Dass sie viele Geschäftsleute stellten, schürte obendrein Neid.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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31.07.2009, 23:46
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 28.06.2009 Ort: Leipzig
Beiträge: 26
| also hat die eigenen militante ansicht dazu geführt das juden so verfolgt wurden? es gab/gibt doch bestimmt genügend andere religionen die ähnlich verfahren, deswegen kann ich mir gerade schlecht vorstellen das daher der judenhass rührt. es ist mir auch schon bekannt das sie im 19.jhdt wegen ihrer handelsberufe beneidet wurden etc und das sie vorher die urheber der pest sein sollten aber mir stellt sich ja eben die frage warum? dieser haß kommt ja nicht von heute auf morgen. er muss ja einen bestimmt auslöser haben. |
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31.07.2009, 23:52
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| In der Antike gab es die verschiedensten Religionen und Kulte, aber die waren fast alle anderen gegenüber in der Weise tolerant, dass sie die Götter der anderen auch anerkannten oder mit eigenen gleichsetzten. Die Juden hingegen erklärten offen: Unser Gott ist der einzige, Eure Götter existieren nicht. Das kam bei den Verehrern der anderen Götter nicht so gut an.
Was das Mittelalter betrifft: Wie schon erwähnt, machte man das die Juden kollektiv für den Tod Jesu verantwortlich. Wer den Sohn Gottes umbringt, dem traut man alles andere auch zu. Außerdem hatte man eben keine echte wissenschaftliche Erklärung für die Pest etc. Da der Mensch aber immer für alles nach einer Erklärung sucht, vermutete er eben finstere Machenschaften. Und da waren die Juden als Außenseiter der Gesellschaft natürlich die idealen Verdächtigen.
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01.08.2009, 14:35
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Das ist ein sehr schwieriges Thema und man muß aufpassen, dass man in kein Fettnäppchen tritt.
Der jüdische Glaube war die erste monotheistische Religion auf der Welt, die auch gelebt wurde.
Durch die Krreuzigung von Jesus, der auf Veranlassung der Pharisäer(lt.Bibel) durch die Römer gekreuzigt wurde, entstand die erste Abneigung gegen das Judentum. Wobei man vergessen hat, dass Jesus, Maria, Joseph und Paulus ja auch Juden waren. Und mit dem Tod von Jesus ja nur die Aufgabe, die Sünden der Welt auf sich zu nehmen, erfüllt wurde  .
Die Juden machten dann politisch den Fehler in einem offenen Krieg sich gegen die Herrschaft Roms aufzulehnen. Was mit einem Partisanenkrieg nach Art des Arminius eher gelungen wäre. Sie verloren natürlich gegn die römische Militärmaschine und wurden aus dem Land in alle Teile der abendländischen Welt vertrieben.
Sie kamen damit nicht nur nach Rom sondern auch in alle Teile Europas. In Deutschland durften sie kein Handwerk ergreifen, wodurch sie sich auf den Handel und die Geldgeschäfte spezialisierten. In weiterer Folge wurden sie als die Mörder von Jesus für jedes Unglück verantwortlich gemacht und lebten in Europa in gesonderten Viertel. Im Mittelalter gab es Progrome gegen die Juden, die teilweise nach Osteuropa auswichen.
Aufgrund der Franz. Revolution bekamen die Juden auch in Deutschland das Bürgerrecht und haben im WKI tapfer für Deutschland gekämpft.
Aufgrund der Niederlage von Versilles braucht die deutsche Öffentlichkeit wieder einmal Sündenböcke. Hitler mit seiner Nazipartei hielt die Juden für alles Unglück auf der Welt schuldig.
Leider stieg diese Partei bei den Reichstagswahlen von 1932/33 zur stärksten politischen Kraft in Deutschland auf und Hitler wurde von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.
Nach der Machtergreifung wurde sein Programm gegen die Juden konsequent durchgeführt. Das Ergebnis war ein WK II abermillionen Toter in allen Ländern, darunter sechs Millionen Juden, die auch in Konzentrationslagern vergast wurden.
Was ist nun die Erkenntnis aus diesen Gegbenheiten: Bewerte niemals einen Menschen aufgrund seiner Religion, Rasse oder seines Herkommens, sondern danach was er tatsächlich tut oder unterläßt.
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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01.08.2009, 16:26
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von dieter Durch die Krreuzigung von Jesus, der auf Veranlassung der Pharisäer(lt.Bibel) durch die Römer gekreuzigt wurde, entstand die erste Abneigung gegen das Judentum. | Der Sanhedrin setzte sich hauptsächlich aus Sadduzäern zusammen. Zitat:
Zitat von dieter Wobei man vergessen hat, dass Jesus, Maria, Joseph und Paulus ja auch Juden waren. | Abgesehen davon, dass Jesus zwar Jude war, aber vom Christentum nicht explizit als solcher wahrgenommen wird: Was spielt das für eine Rolle? Der Sanhedrin als jüdische Repräsentanz ließ ihn hinrichten, weil er in Jesus einen Störenfried und eine Gefahr für die überkommene jüdische Ordnung sah und ihm Gotteslästerung vorwarf. Wer aber Gott lästert, der schließt sich aus einer Glaubensgemeinschaft irgendwie eh selbst aus. Zitat:
Zitat von dieter Und mit dem Tod von Jesus ja nur die Aufgabe, die Sünden der Welt auf sich zu nehmen, erfüllt wurde  . | Mit dem Kreuzestod und der Erlösung hast Du recht. Du übersiehst da aber eine Kleinigkeit: Der Sanhedrin ließ Jesus nicht hinrichten, um die Welt zu erlösen, sondern um ihn loszuwerden. Dass dieser Tod die Welt erlösen würde, das wusste er ja gar nicht und hätte es ohnehin nicht geglaubt. Seine Motive für Jesu Hinrichtung waren rein verwerflich, somit ist "Dankbarkeit" dafür unangebracht. Dankbar kann man nur jemandem sein, der in guter Absicht gehandelt hat.
Deine Argumentation ist wie die von jenen, die sagen, Judas Iskariot sei eigentlich ein Heiliger gewesen, weil ohne seinen Verrat Jesu Erlösungswerk nicht möglich gewesen wäre. Letzteres stimmt schon, aber das ändert nichts daran, dass Judas aus Enttäuschung darüber, dass Jesus keine Revolution anzettelte, und aus Geldgier handelte. Dass er keine edlen Motive hatte, zeigt ja auch der Umstand, dass er aus Gewissensbissen Selbstmord beging. Zitat:
Zitat von dieter Die Juden machten dann politisch den Fehler in einem offenen Krieg sich gegen die Herrschaft Roms aufzulehnen. Was mit einem Partisanenkrieg nach Art des Arminius eher gelungen wäre. | Das kann man nicht vergleichen. Arminius führte keinen echten Partisanenkrieg, er nutzte in der Varusschlacht bloß das Gelände optimal aus. Später ließ er sich laut der (allerdings zweifelhaften) Darstellung bei Tacitus auch auf offene Schlachten ein.
Da kämpften die Juden eigentlich partisanenmäßiger. Aber sie hatten das Problem, dass sie einerseits kaum Rückzugsgebiete hatten, andererseits aber hatten sie Städte, die von den Römern angegriffen werden konnten; die Germanen hatten so etwas nicht, die konnten sich in die Wälder zurückziehen. Und nicht zuletzt wollten sie um jeden Preis Jerusalem halten, während Arminius nichts derartiges zu schützen hatte.
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02.08.2009, 10:13
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Servus! Zitat:
Zitat von Scifi Abgesehen davon, dass Jesus zwar Jude war, aber vom Christentum nicht explizit als solcher wahrgenommen wird: Was spielt das für eine Rolle? | Eine große!
Ob das Christentum (zumindest bis in die neueste Zeit) Jesus nun als Jude wahrgenommen hat oder nicht, er WAR Jude und hat sich selbst auch ohne Ausnahme als solcher wahrgenommen.
Der vorwurf an die Juden lautete ja, sie hätten Christus umgebracht. In Wahrheit - alle theologischen Weisheiten mal beiseite gelassen - haben Juden einen Juden umgebracht. Aus diesem Grund hat es aber nie Progrome gegeben, obwohl das auch später passiert sein dürfte (dass Juden Juden umbringen). Also hätte auch der Vorwurf, dass die Juden den Juden Jesus umbrachten, kein Grund für ein Progrom sein dürfen.
In der Theorie. In der Praxis sah das natürlich anders aus. Da las man die Bibel so, wie man sie lesen wollte...
VG
Christian |
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02.08.2009, 12:37
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Es geht den Antijudaisten darum, dass "die Juden" Jesus umgebracht haben - ob er nun Jude oder Christ war, ist für die belanglos. Jesus umgebracht zu haben, war es, was man ihnen vorwarf, nicht einen Christen (oder einen Juden) umgebracht zu haben.
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02.08.2009, 12:56
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| Warum ist denn eigentlich Niemand sauer auf die Römer?
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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02.08.2009, 12:58
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Die tolerierten Jesu Hinrichtung ja nur bzw. stimmten ihr zu, aber grundsätzlich war er ihnen egal, sonst hätten sie ihn schon viel früher aus dem Verkehr gezogen.
Aber Pontius Pilatus war trotzdem ein Hassobjekt.
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