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02.02.2008, 14:08
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
| Was wäre wenn... Als Einstieg in das neue Forum von G/Geschichte gleich etwas, wo man mal seine Gedanken schweifen lassen kann.
Was wäre passiert, wenn dieses oder jenes historisches Ereignis des Christentums nur etwas anders stattgefunden hätte.
Hätte zum Beispiel Konstantin 312 an der Milvischen Brücke die Schlacht verloren, hätte dann das Christentum nicht seinen Siegeszug im Römischen Reich antreten können oder war das eine unaufhaltsame Entwicklung?
Also, sinniert nicht für euch selbst, sondern lasst uns alle an euren Gedankenspielen teilhaben.
In jedem Unterpunkt lädt solch ein Thema übrigens zum mitmachen ein! |
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05.02.2008, 21:33
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Irgendein Kaiser hätte sichwohl noch gefunden, das Christentum zu fördern. Konstantin sprang ja letzten Endes nur auf einen fahrenden Zug auf...
VG
Christian |
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11.02.2008, 18:28
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 04.02.2008
Beiträge: 13
| Das glaube ich auch, denn es ist kaum vorstellbar, dass das Christentum nur auf Grund des Sieges von Konstantin so einen Einfluss gewinnen konnte. Die Frage ist nur, wann es zum großen Einfluss gekommen wäre, hätte Konstantin verloren. |
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15.02.2008, 18:28
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#4 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 15.02.2008 Ort: Tübingen
Beiträge: 2
| Ihr geht ja davon aus, dass der Siegeszug des Christentums unaufhaltbar war, und Konstantin als Person demnach gar net so wichtig. Wäre es er nicht gewesen, dann halt ein anderer.
Diese Meinung kann ich leider nicht teilen.
Denn vielleicht wäre ohne die Förderung Konstantins dann Christentum als solches auch irgendwann wieder "verschwunden" und als Sekte untergegangen.
Bin da sicher nicht 100% informiert, aber war diese Entwicklung des Christentums hin zur dominierenden Religion wirklich so unaufhaltsam?
Mache dazu gleich mal ein neues Thema auf. |
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21.07.2008, 14:00
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 16.07.2008 Ort: Schönwald
Beiträge: 203
| Belegt? Ist es denn wirklich 100%-ig belegt, dass das mit der Milvischen Brücke überhaupt stimmt? Meines Wissens ist das eine Legende, bzw. eine nicht so ganz wahre Geschichte. |
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21.07.2008, 15:39
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.341
| Servus!
Stimmt. Die Kreuzerscheinung an der Milvischen Brücke ist nicht beweisbar und wahrscheinlich späterer Legendenbildung zuzuschreiben (vgl. die Auffindung des "wahren Kreuzes" durch Konstantins Mutter Helena).
Konstantin nutzte das Christentum als reichseinheitliche Institution, die sich in die kaiserlichen Herrschaftsstrukturen einbinden ließ.
Wäre das Christentum damals nicht schon auf dem Siegeszug gewesen, hätte Konstantin es auch nicht genutzt.
VG
Christian |
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22.07.2008, 04:28
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Zürich
Beiträge: 233
| Buchtipp Zu diesem Thread ein Buchtipp meiner Wenigkeit:
Paul Veyne - Als unsere Welt christlich wurde. Aufstieg einer Sekte zur Weltmacht
C. H. Beck 2008, ISBN 978-3-406-57064-3
Klappentext:
Wie und warum wurde aus dem heidnischen römischen Reich ein christliches?
Wie war es möglich, dass die Christen, eben noch blutig verfolgt und als Staatsfeinde gebrandmarkt, plötzlich, am 28. Oktober 312, den römischen Kaiser selbst in ihren Reihen begrüssen durften und danach innerhalb weniger Generationen das Christentum Staatsreligion wurde?
Ein kluger und unterhaltsamer Essay.
MfG Savonarola
__________________ In hoc signo vinces
Geändert von Savonarola (22.07.2008 um 07:10 Uhr).
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22.07.2008, 19:26
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ich denke, das Christentum war damals einfach die einzige zukunftsträchtige Religion. An die alten polytheistischen Götter mit ihren zahllosen Sexgeschichtchen glaubte ohnehin niemand mehr wirklich. Der Mithras-Kult beschränkte sich weitgehend auf das Militär. Die meisten sonstigen orientalischen Kulte waren zu unsittlich. Philosophische Strömungen mit religiösem Charakter wie der Neuplatonismus waren dem einfachen Volk zu abgehoben. Der Sol invictus-Kult war auch nur ein Relikt des alten Polytheismus.
Das Christentum war die einzige Religion, deren Botschaft jeder verstehen konnte, und die sich in Sachen Moral positiv abhob. |
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24.07.2008, 11:32
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 16.07.2008 Ort: Schönwald
Beiträge: 203
| Zitat:
Zitat von 913Chris Servus!
Stimmt. Die Kreuzerscheinung an der Milvischen Brücke ist nicht beweisbar und wahrscheinlich späterer Legendenbildung zuzuschreiben (vgl. die Auffindung des "wahren Kreuzes" durch Konstantins Mutter Helena) | Also das heißt, wir können gar nicht richtig über die Ausgangsfrage diskutieren, da es auch keine Kreuzerscheinung an der Milvischen Brücke gegeben haben könnte. |
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24.07.2008, 11:52
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von 913Chris Stimmt. Die Kreuzerscheinung an der Milvischen Brücke ist nicht beweisbar und wahrscheinlich späterer Legendenbildung zuzuschreiben (vgl. die Auffindung des "wahren Kreuzes" durch Konstantins Mutter Helena). | So viel später kann die Legende auch nicht entstanden sein. Eusebius von Caesarea erwähnt sie bereits im 28. Kapitel des 1. Buches seiner Konstantin-Biographie, die er kurz nach dem Tod des Kaisers verfasste. Darin beteuert er auch, Konstantin selbst habe ihm davon erzählt. Sollte die Kreuzerscheinung also nicht stattgefunden haben, könnte sie keine spätere Legende sein, sondern es müsste sich um eine von Konstantin oder seinen Beratern selbst in die Welt gesetzte Propaganda handeln.
Das 28. Kapitel lautet: Zitat: |
Er rief also in seinen Gebeten diesen Gott an und flehte inständig zu ihm, er möge ihm offenbaren, wer er sei, und ihm zu dem bevorstehenden Unternehmen hilfreich seine Rechte reichen. Während der Kaiser aber so betete und eifrig darum flehte, erschien ihm ein ganz unglaubliches Gotteszeichen, das man wohl nicht leicht gläubig hinnehmen würde, wenn ein anderer davon berichtete; da es aber der siegreiche Kaiser selber uns, die wir diese Darstellung schreiben, lange Zeit hernach, als wir seiner Freundschaft und des Verkehres mit ihm gewürdigt worden waren, erzählt und sein Wort mit Eidschwüren bekräftigt hat, wer sollte da noch Bedenken tragen, der Erzählung Glauben zu schenken, zumal auch die Folgezeit der Wahrheit seines Wortes Zeugnis gab? Um die Stunde der Mittagzeit, da sich der Tag schon neigte, habe er, so sagte der Kaiser, mit eigenen Augen oben am Himmel über der Sonne das Siegeszeichen des Kreuzes, aus Licht gebildet, und dabei die Worte gesehen: „Durch dieses siege!“ Staunen aber habe bei diesem Gesichte ihn und das ganze Heer ergriffen, das ihm eben auf seinem Marsche, ich weiß nicht wohin, folgte und dieses Wunder schaute.
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