Ich hab mal eine Verständnis-Frage: Sind die Gnostiker der Nag-Hammadi-Schriften eigentlich als Christen zu bezeichnen? Für mich hören sich die Ideen vor allem nach Neuplatonismus an.
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Ich hab mal eine Verständnis-Frage: Sind die Gnostiker der Nag-Hammadi-Schriften eigentlich als Christen zu bezeichnen? Für mich hören sich die Ideen vor allem nach Neuplatonismus an.
Das hängt davon ab, wie man "Christen" eigentlich definiert. Bekanntlich gab und gibt es die unterschiedlichsten Konfessionen, die theologisch und im Ritus durchaus erheblich voneinander abweichen.
Das ist ja gerade die Frage, die mich beschäftigt. Ich habe da leider keine Ahnung, ab wann man jemanden als Christen bezeichnet. Für die mittelalterlichen Ketzer, wie etwa Wiedertäufer oder Katharer, ist die Bezeichnung "Christen" ja gebräuchlich.
Servus!
Ich würde sagen: Man kann eine Religion oder Sekte als "christlich" bezeichnen, sobald sie sich in erster Linie auf das NT nud auf Christus beruft.
"In erster Linie" deshalb, weil ja (wie im Fall der Katharer) ausserchristliche Einflüsse nicht ausgeschlossen sind. Aber m.E. ist der religiöse "Mainstream" einer Sekte ausschlaggebend. Wenn´s letzten Endes auf Christurs hinausläuft, ist die betreffende Sekte oder Gruppe als "christlich" einzustufen.
VG
Christian
Gut, wenn man Christians simple, aber bestechende Definition zugrundelegt, dann waren die Verfasser der Nag-Hammadi-Schriften Christen.
Christen waren sie sicher, aber eben keine Kirchen-Christen, könen wir uns auf Ur-Christen einigen ?! Nach dem Konzil von Nicäa 353, auf dem alle Inhalte der ab dann existierenden Bibel festgelegt wurden, muß man alle Christus-Gläubigen zur "Kirche" rechnen. Durch Festlegung, was Menschen glauben dürfen, wurde dann MACHT.
Eben läuft eine Interessante Sendung in Phönix.
Da wird behauptet, das die Gnostiker sich an der ägyptischen Religion orientierten. Motto: Ein Finden der göttlichen Weisheit in sich selbst. Angeblich zogen sich die Ägypter anerkennend vor der Christenheit zurück und überließen Ihnen das Feld.
Zuerst war der Vatikan tolerant gegenüber den Gnostiker.
Doch bald kam die Ausschließlichkeit und es fanden Verbrennungen von Ketzern statt. Die Überlebenden fanden Zuflucht bei der Freimaurerei und gaben ägyptische Symbolik und Verständnis weiter.
Schalt den Fernseher ab!
Die Gnosis war eine antike Erscheinung. Damals hatte der Vatikan noch keine Macht und verbrannt wurde von ihm auch noch niemand. Abgelehnt wurde sie von der Kirche aber immer schon. Die Freimaurerei ist ohnehin erst viel später entstanden.
Einen gewissen ägyptischen Einfluss mag es gegeben haben, aber nicht in dem Ausmaß.
Gnosis scheint mir zu einem Gummibandbegriff zu verkommenFakt ist, daß es "Ketzer" erst ab der Mitte des 4. Jhd gab, als festgelegt wurde, daß Jesus mit Gott "wesensgleich" -also ebenfalls göttlich- sei. Alle die, die vorher und nachher weiterhin glaubten, daß Jesus Natur "wesensähnlich" mit Gott sei, wurden Arianer genannt, und später als Ketzer gebrandmarkt.
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