So, nun lasse ich es also doch nicht. Natürlich ist mir klar, daß eine zeitschrift nicht wirklich die Ganze Geschichte Schottlands beschreiben kann, aber enttäuscht bin ich schon.
Die Geschichte Schottlands wird weitestgehend am Königstum hochgezogen- in einer abfolge schottischer Könige von Kennth MacAlpine bis Anna Stewart, ganz so als sei das feudalistisch organisierte Schottland das einzige Schottland gewesen, auf das es ankam.
Für die europäischen Geschichtsschreiber mag das auch durchaus so gewesen sein- der Süden Schottlands war durch die Feudalstruktur dem restlichen Europa ähnlich, was man von den Highlands nicht behaupten kann.
Auch wird die schottische Geschichte vor allem im Bezug auf England gesehen. Es gibt allerdings ebenso viele Berührungspunkte mit Norwegen, die allerdings weitestgehend unter den Tisch fielen. Der nordwestliche Teil Schottlands heißt z.B. "Sutherland." Es kommt von "Southern Land"- von Norwegen ausgesehen.
Die andere schottische Geschichte mag in der Mittelalterlichen Welt keine große rolle gespielt haben- aber sie ist der Schlüssel zum verständnis des heutigen Schottlands (und der bestrebungen zur Unabhängigkeit)- und auch der Schlüssel zum Verständnis für Culloden.
So wirklich gelingt es dem aktuellen Heft nicht, zu erklären, warum die Highländer für Charles Edward Stewart zu den Waffen griffen, ebenso wenig, wie es dem fähigsten der Stuart- Könige gelang, den Einfluß der Herren der Insel endlich zu brechen. (Was für die Schotten viel bedeutsamer ist als Die Stuart- Dynastie auf dem englischen Thron). Ebensowenig ist anzunehmen, daß das Clanwesen über jahrhunderte unverändert blieb, da es imemr wieder Einflüssen von Außen unterworfen war. So sind z.B. die "herren der Inseln", die MacDonalds, halb norwegisch, halb irisch und haben mit dem normannischen nicht viel zu tun.
Natürlich gibt es noch nicht zu all diesen Fragen schlüssige Antworten, und über vieles wird auch gestritten, aber irgendwie erwarte ich dann schon, daß zumindest die Fragen gestellt werden...
Schlichtweg falsch ist die behauptung, das Gälische sei nahezu ausgestorben. Auch dies gilt wieder vor allem für den Süden Schottlands. Ausgehend von der Insel Skye erlebt das Gälische eine Art renaissance- wenn man sich auch fragen muß, ob die von der schottischen Regierung ausgelobten Prämien für das Erlernern der gälischen Sprache das richtige Mittel sind, um eine Sprache am leben zu halten.



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War das nur für die Touristen gedacht?




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