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20.08.2009, 16:07
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.264
| Schottlands halbe Geschichte So, nun lasse ich es also doch nicht. Natürlich ist mir klar, daß eine zeitschrift nicht wirklich die Ganze Geschichte Schottlands beschreiben kann, aber enttäuscht bin ich schon.
Die Geschichte Schottlands wird weitestgehend am Königstum hochgezogen- in einer abfolge schottischer Könige von Kennth MacAlpine bis Anna Stewart, ganz so als sei das feudalistisch organisierte Schottland das einzige Schottland gewesen, auf das es ankam.
Für die europäischen Geschichtsschreiber mag das auch durchaus so gewesen sein- der Süden Schottlands war durch die Feudalstruktur dem restlichen Europa ähnlich, was man von den Highlands nicht behaupten kann.
Auch wird die schottische Geschichte vor allem im Bezug auf England gesehen. Es gibt allerdings ebenso viele Berührungspunkte mit Norwegen, die allerdings weitestgehend unter den Tisch fielen. Der nordwestliche Teil Schottlands heißt z.B. "Sutherland." Es kommt von "Southern Land"- von Norwegen ausgesehen.
Die andere schottische Geschichte mag in der Mittelalterlichen Welt keine große rolle gespielt haben- aber sie ist der Schlüssel zum verständnis des heutigen Schottlands (und der bestrebungen zur Unabhängigkeit)- und auch der Schlüssel zum Verständnis für Culloden.
So wirklich gelingt es dem aktuellen Heft nicht, zu erklären, warum die Highländer für Charles Edward Stewart zu den Waffen griffen, ebenso wenig, wie es dem fähigsten der Stuart- Könige gelang, den Einfluß der Herren der Insel endlich zu brechen. (Was für die Schotten viel bedeutsamer ist als Die Stuart- Dynastie auf dem englischen Thron). Ebensowenig ist anzunehmen, daß das Clanwesen über jahrhunderte unverändert blieb, da es imemr wieder Einflüssen von Außen unterworfen war. So sind z.B. die "herren der Inseln", die MacDonalds, halb norwegisch, halb irisch und haben mit dem normannischen nicht viel zu tun.
Natürlich gibt es noch nicht zu all diesen Fragen schlüssige Antworten, und über vieles wird auch gestritten, aber irgendwie erwarte ich dann schon, daß zumindest die Fragen gestellt werden...
Schlichtweg falsch ist die behauptung, das Gälische sei nahezu ausgestorben. Auch dies gilt wieder vor allem für den Süden Schottlands. Ausgehend von der Insel Skye erlebt das Gälische eine Art renaissance- wenn man sich auch fragen muß, ob die von der schottischen Regierung ausgelobten Prämien für das Erlernern der gälischen Sprache das richtige Mittel sind, um eine Sprache am leben zu halten. |
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20.08.2009, 16:32
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Irgendeinen Anreiz braucht es doch, um eine doch ziemlich fremde und somit wahrscheinlich schwierige Sprache zu erlernen.
Ansonsten: Danke für Deine Richtigstellungen! 
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20.08.2009, 21:23
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.264
| Gerne geschehen.
Ich bin von den Prämien nicht wirklich überzeugt. Um das Jahr 1995/1996 herum - wann genau es angefangen hat, kann ich nicht sagen- ging von Skye eine Art "Regälisierung" aus, die damals ziemlich viel mitgerissen hat. Allerdings ist auf den hebriden das gälische Erbe ohnehin immer sehr viel stärker vertreten gewesen, woran auch die Clearances nicht viel ändern konnten. Es war eine Art Wiederbelebung, ein Aufflackern, das damals ziemlich viele in ihren Bann gezogen hat. Wir waren dieses Jahr mal wieder auf Skye- und dort sind viele Texte auf Englisch und Gälisch geschrieben, manche sogar nur noch auf Gälisch.
Auf Skye wirkt es allerdings ziemlich natürlich. An der Ostküste Schottlands hingegen wirken die neuen Straßenschilder, die zunächst den gälischen, dann den englischen Namen tragen, etwas gezwungen. Das ist die letzten fünf Jahre passiert und wirkt wie von oben verordnet. Kaum jemand spricht dort gälisch- und selbst die, die es befürworten, haben eigentlich wenig Lust, die doch sehr komplizierte Sprache zu lernen.
Mir kommt das so vor, als würde man versuchen, Leute dafür zu bezahlen, damit man etwas in bewegung bekommt, was eigentlich so keiner will... zumindest nicht in diesem Teil des landes. Zumindest ist das mein Eindruck.
Das leistet einem falschen Nationalismus Vorschub, der Schottland nichts bringen wird, weil er zu Unabhängigkeitsforderungen führen könnte, die sich Schottland eigentlich nicht leisten kann. (Auch wenn viele Schotten, die gar nicht in Schottland leben wie Sean Connery das fordern.)
Aber schon sind wir aus der geschichte in die Politik gerutscht...bei dem Thema "Gälisch" aber fast zwangsläufig... |
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20.08.2009, 22:07
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Wieso sollte Schottland allein nicht überlebensfähig sein? Ich habe da schon andere Ansichten gehört ...
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20.08.2009, 22:25
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.264
| Die Verzahnungen mit England sind einfach zu stark. Wenn man versucht, das auseinanderzureißen, ist der Schaden warhscheinlich für beide Länder viel zu groß. Egal, ob es um Kapital oder Industrie geht. Eine fein säuberliche Trennung "das ist schottisch, das ist englisch" kann es da nicht geben.
Was denjenigen, die die schottische Unabhängikeit vorantreiben, so vorschwebt, ist, daß englisches kapital und englische Industrie als schottisches Eigentum in Schottland verbleibt. Ich kann mit nur irgendwie überhaupt nicht vorstellen, daß die Eigentümer das akzeptieren würden.
Ich kann einen gewissen Zorn in Schottland auf England durchaus verstehen, aber ich halte es da eher mit den besonneneren Schotten, die vor allem verlangen, daß England und Schottland gleichberechtigt sein sollen, was auch längst überfällig ist.
Schottland ist ein Rohstoffarmes Land, die Ölfelder sind weitestgehend erschöpft, nennenswerte Industrien gibt es kaum, die schottischen Destillerien sind inzwischen zum großen Teil nicht mehr in schottischer hand.
Ein Land, das die Unabhängigkeit anstrebt, sollte etwas in der Hand haben. Und das, was Schottland in der hand hat, ist zu wenig. |
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20.08.2009, 22:29
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Die Trennung von Tschechien und der Slowakei hat auch funktioniert.
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21.08.2009, 15:41
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Liebe(r) Rohana,
ich war einmal im Urlaub mit meiner Familie bei Oban an der Westküste. Wir haben dort auch den britischen Rundfunksender gehört. Einmal am Tag hatte die für eine Stunde gälisch im Programm. Schon eine eigentümliche Sprache mit viel "ch" in der Aussprache.
Wir haben tatsächlich bei einer Busfahrt die Herzogin von Argyl, soll Sitz der Campells sein, mit ihren Töchtern im Garten arbeiten gesehen.  War das nur für die Touristen gedacht? 
Der Whiskey war gut. Ich habe am Sonntag-Nachmittag noch nie soviele betrukene Schotten gesehen, wie dort. 
Eine reizvolle Landschaft, wo die Menschen doch sehr arm zu sein scheinen. Abends im Lokal wurde Dart gespielt. Viele reizende rothaarige Damen waren zu sehen.
Wir sind mit einem schwarzen Londoner Taxi vom Flughafen in Glasgow nach Oban an die Küste gefahren und zurück. Der Hintern hat im Londoner Taxi schon sehr weh getan. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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21.08.2009, 16:55
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus! Zitat:
Zitat von dieter Viele reizende rothaarige Damen waren zu sehen. | *grns* Hat dich deine Frau drauf aufmerksam gemacht? Zitat:
Zitat von dieter Wir sind mit einem schwarzen Londoner Taxi vom Flughafen in Glasgow nach Oban an die Küste gefahren und zurück. Der Hintern hat im Londoner Taxi schon sehr weh getan. | Was für ein Stilbruch!!!! Die Strafe erscheint mir gerecht... 
VG
Christian |
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21.08.2009, 16:58
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus! Zitat:
Zitat von Rohana Natürlich gibt es noch nicht zu all diesen Fragen schlüssige Antworten, und über vieles wird auch gestritten, aber irgendwie erwarte ich dann schon, daß zumindest die Fragen gestellt werden... | Fragen gibt´s viele, aber um all die stellbaren Fragen neben der Darstellung der wichtigsten (!) Fakten auch noch erörtern zu können, hätte das Heft wahrscheinlich den doppelten Umfang haben müssen...
VG
Christian |
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22.08.2009, 09:41
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von 913Chris Servus!
*grns* Hat dich deine Frau drauf aufmerksam gemacht? 
Was für ein Stilbruch!!!! Die Strafe erscheint mir gerecht...
VG
Christian | Lieber Christian,
das mit den rothaarigen Damen habe ich schon selbst wahrgenommen. 
Wieso Strafe,  das Taxi war im Preis für Flug, Taxifahrt und Hotelauffenthalt inbegriffen. Wir konnten uns das Taxi nicht aussuchen, sondern es stand so mit dem Fahrer bereit. 
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