| König VON Bayern, Herzog IN Schwaben Im aktuellen Heft steht die Titulatur des bayerischen Königs: „von Gottes Gnaden König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein, Herzog von Bayern, Franken und in Schwaben“.
Warum eigentlich „von Bayern“ und „von Franken“ aber „in Schwaben“?
"In" bei Adelsprädikaten wird verwendet, wenn ein Herrschaftstitel zwar verwendet wird, aber die Herrschaft nicht oder zumindest nicht im ganzen Land ausgeübt wird. Der bayerische König herrschte zwar über ein Stückchen Schwaben, Bayerisch-Schwaben um Augsburg, der Großteil des Herzogtums, quasi das Kernstück, unterstand jedoch dem König von Württemberg. Der bayerische König war also nicht der Herzog von Schwaben, sondern nur ein Herzog in Schwaben.
Eine andere Wittelsbacher Linie, die von Pfalz-Zweibrücken nannte sich übrigens „Herzog in Bayern“. Zu sagen hatte diese in Bayern nirgendswo. Aber als jüngere Linie wollte sie den Fuß in der Tür behalten, falls bei der älteren mal die Nachkommen fehlen sollten. Und das klappte ja auch. Maximilian Joseph von Pfalz-Zweibrücken wurde 1799 problemlos Nachfolger Karls II. als Kurfürst von Bayern und später sogar König.
Das einschränkende „in“ gab es auch in Königreichen. So beschränkte sich Friedrich I. darauf, „König in Preußen“ zu sein, aus Rücksicht auf das Königreich Polen, zu welchem die Landesteile Westpreußen und das Ermland gehörten. Polen war damals noch ein machtvoller Nachbar, da empfahl es sich auf die diplomatischen Empfindlichkeiten zu hören. Erst später bürgerte sich das „König von Preußen“ ein und Friedrich II. annektierte dann ja auch die fraglichen Territorien.
Geändert von Talley (25.03.2011 um 09:58 Uhr).
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