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23.04.2008, 16:47
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#1 (permalink)
| | Administrator Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 254
| Diskussion zur Ausgabe 5/08: Verhältnis von Mussolini und Hitler In der Mai-Ausgabe von G-Geschichte geht es unter anderem um das Verhältnis von Mussolini und Hitler. Was meinen Sie: Wäre Hitlers Aufstieg ohne das historische Vorbild des italienischen Faschismus überhaupt möglich gewesen? Genauso fragt man sich, wie Mussolinis Werdegang weiterverlaufen wäre, wenn er sich nicht mit Hitler verbündet hätte. Diskutieren Sie hier mit anderen LeserInnen (und Nicht-LeserInnen)
Geändert von G-Redaktion (27.05.2008 um 11:39 Uhr).
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23.04.2008, 18:54
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#2 (permalink)
| | | Gute Idee, das jeweils aktuelle Heft hier zu diskutieren! Bin schon auf übermorgen gespannt; da gibt es bei uns das neue Heft! | |
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29.04.2008, 03:18
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008 Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.121
| Viva il Duce! Der Faschismus in Italien
war bereits schon einmal Thema eines Hefts vom November 1983...
daraus:
Hitler war bereits in jungen Jahren glühender Anhänger des Duce und verlangte ein Autogramm, Mussolini lehnte die Bitte verächtlich ab!
Später beim ersten Staatsbesuch des Führer in Venedig im Juni 1934, lästerte der Duce hinter vorgehaltener Hand über das "plappernde Äffchen"......das würde er bald so nicht mehr ausdrücken wollen.
PS: wann erhalte ich die aktuelle Ausgabe im Rahmen meines Abo? |
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04.05.2008, 04:14
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008 Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.121
| ganz schön knifflige Fragen Zitat:
Zitat von G-Redaktion Wäre Hitlers Aufstieg ohne das historische Vorbild des italienischen Faschismus überhaupt möglich gewesen? | Quelle: Fest aus seinem Band "Hitler" der Aufstieg aus dem Ullstein Verlag
Einige Anmerkungen zu den Meinungen der Personen:
S.144: Was Hitler mit den führenden faschistischen Akteuren anderer Länder verband, war die Entschlossenheit, sich dem Prozess der Überfremdung des Volksgutes durch die westlichen Demokratien, wie der bolschewistischen Revolution entgegen zustemmen. Doch nur er empfand seine Angst ausschließlich im "Weltjudentum" welches angeblich sein Gift versprüht begründet.
S. 150 Mussolini dagegen verachtete den Liberalismus und bezweifelte seine Funktionsfähigkeit im Parlamentarismus.
In Übergangszeiten der Krise ist eine nötige Führung in der Demokratie nicht möglich.
Betrachtung der Situation in Europa:
mit Ausnahme der Tschechoslowakei sind in der Zwischenkriegszeit in allen Staaten Ost- und Mitteleuropa und im Süden die einst hoffnungsvollen demokratischen Systeme in den neuen Staaten wieder untergegangen:
Litauen, Lettland, Estland, Polen, Ungarn, Rumänien, Österreich, Italien, Griechenland, Türkei, Spanien, Portugal und schließlich in Deutschland.
Wieso?
Nicht die Aggressivität eines einzelnen Staates, das den Welt Umsturz versuchte, sondern eine breite Stimmung des Überdrusses, der Verachtung und Resignation trugen zum Abschied der Liberalität bei. Dieser Zeitgeist mündete in reaktionäre und ehrgeizige Zeichen. Bereits ab 1921 fehlte es im Reichstag an der wirklichen Überzeugung in das parlamentarischen System. Es gab keine Anwälte der Demokratie aber viele Gegner, ein Anstoß genügte um den Stein ins Rollen zu bringen...einen Führer, und der war in Deutschland A.H., in Italien Mussolini und in den anderen instabilen Ländern entsprechende Politiker.
Fortsetzung folgt
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
Geändert von lorginn (04.05.2008 um 20:09 Uhr).
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04.05.2008, 06:32
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Zürich
Beiträge: 233
| Hitler auch ohne Mussolini Natürlich wäre Hitler auch ohne Mussolini zu dem geworden was er dann letzendlich war.
Dass er ihn bewunderte und in München im braunen Haus sogar eine Bronze-Büste des Duce stand hat m.E. nichts mit nazionalsozialistischer Politik zu tun.
Natürlich war aufgrund der Wesensmerkmale beider Männer eine gewisse Sympathie vorhanden. ich würde hier aber nicht von Freundschaft sprechen.
General Franco, ein anderer Fascist, hat sich Hitler ja immer wieder erfolgreich verweigert und wollte auch von einem Kriegseintritt Spaniens nie etwas wissen.
Der italienische Fascismus darf ohnehin nicht mit Nazionalsozialismus verwechselt werden. Es sind dies zwar ähnliche, aber in vielen Punkten auch verschiedene Weltanschauungen.
Hier passt gut ein Satz von Martin Bormann. Auf die Frage seines jungen Sohnes was denn Nazionalsozialismus eigentlich sei, antwortete er:" Nazionalsozialismus ist der Wille des Führers - Punkt!"
Vom Fascismus würde ich das nicht so sagen.
MfG
Savonarola
__________________ In hoc signo vinces
Geändert von Savonarola (04.05.2008 um 06:43 Uhr).
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04.05.2008, 20:37
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008 Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.121
| Zustimmung Zitat:
Zitat von Savonarola Natürlich wäre Hitler auch ohne Mussolini zu dem geworden was er dann letzt endlich war.
Dass er ihn bewunderte und in München im braunen Haus sogar eine Bronze-Büste des Duce stand hat m.E. nichts mit nazionalsozialistischer Politik zu tun. | Hallo Schweizer Mönch mit italienischem Vorbild,
bin bei Dir mit Deiner Aussage, das A.H. auch ohne Mussolini an die Regierung gekommen wäre. Übrigens das mit der Büste stimmt. Neben einem Bild von Friedrich dem Großen, stand seine. Ansonsten war in seinem Büro im "Braunen Haus" in der Briennerstraße/München noch ein Bild des Ansturm des Regiment List in Flandern aus dem WW I an der Wand über seinen Schreibtisch zu finden.
Hast Du auch das aktuelle Magazin gelesen?
Ist sehr interessant, großes Lob an die Redaktion
Gewisse Vorbildfunktion hatte die erfolgreiche Machtübernahme allerdings schon für den Braunauer.
Vor allem in Krisensituationen berief sich A.H. gerne auf den Duce um seine Kumpanen bei Laune zu halten.
In der Anfangszeit hat der Marsch der Schwarzhemden dem Selbstbewusstsein Adolf Hitlers sehr geholfen. Ebenso auch die Machtübernahme von Mustafa Kemal Pascha in der Türkei. Habe außerdem in Erinnerung, das der Todesmarsch der Armenier unter den Osmanen A.H. sehr interessierte.
Der nachgespielte Marsch des Journalisten aus Predappio diente bestimmt als Vorlage des Putsch Versuchs vom 9. November 23. Doch so einfach wie in Italien lief es nicht.
Wahrscheinlich zum Pech Deutschlands. Wie wäre es gewesen wenn er geglückt hätte, der Putsch? Noch war A.H. ungehobelt und unbeholfen, noch nicht der erdrückende Demagoge. Vielleicht hätte ein Bürgerkrieg ihm das schnelle Ende gebracht und vieles wäre unseren Großeltern erspart geblieben, auch der Welt natürlich.
Quelle: Fest "der Aufstieg" und das aktuelle Magazin
Fortsetzung folgt
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
Geändert von lorginn (04.05.2008 um 20:40 Uhr).
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05.05.2008, 16:36
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.292
| Allein aufgrund der sechs Millionen Arbeitslosen in Deutschland und dass der Friede von Verseilles als ungerecht empfunden wurde, weil er Deutschland die alleinige Schuld am WKI gab, hätten dazu geführt, dass Hitler in Deutschland an die Regierung gekommen wäre. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.
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10.05.2008, 06:48
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 22.04.2008 Ort: Mainhattan Westend & Cali - Colombia
Beiträge: 255
| Ich denke auch, dass Hitler, aus der Situation - politisch wie sozial - der damaligen Verhältnisse in Deutschland, zu dem geworden wäre was er wurde, unabhänging vom Einfluss des Duce oder anderer.
Was die beiden Diktatoren wesentlich unterschied: Der grenzenlose Antisemitismus Hitlers! Damit wusste Mussolini, als ehemaliger Sozialist, so gar nix anzufangen...
Saludos!
__________________ ° "Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer nur das, was er schon ist" [Brigitte Daniel, 7. Dan Jiu-Jitsu (Großmeisterin)] |
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12.05.2008, 02:10
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008 Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.121
| Krieg als Ziel nicht als Mittel der Politik; A.H. Zitat:
Zitat von G-Redaktion Genauso fragt man sich, wie Mussolinis Werdegang weiter verlaufen wäre, wenn er sich nicht mit Hitler verbündet hätte. | A.H.:
Krieg zur Sicherung des Lebens Raum des eigenen Volkes...
Krieg als bewaffnete Fortsetzung der Politik...
Krieg ist Leben...
Krieg solange es Menschen gibt...
Krieg ist Urzustand und Gesetz keine Freundschaft, Ideologie oder Bündnisse können das Ringen der Völker um Raum aufhalten,
und wenn der Mussolini mit dem Aufforstungs Programm von Italien fertig ist, wird vielleicht auch Krieg gegen Italien notwendig werden. (dies erklärte er gelegentlich seinen Tischrunden)
Frieden ist Faulheit und Untergang einer Nation...
Immer wird es einen Waffengang geben, an welcher Grenze wir auch stehen mögen und wenn es zur Abhärtung der Rasse dient, nie hört der Weltkrieg auf!
das war sein "Credo"
Quelle: Fest "Der Führer" S. 832
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
Geändert von lorginn (12.05.2008 um 02:13 Uhr).
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13.05.2008, 02:27
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008 Ort: Frankfurt am Main
Beiträge: 5.121
| "Männerfreundschaft" Zitat:
Zitat von G-Redaktion | Nach dem Studium der Zitate aus den 2 Bänden der Hitler Forschung von J.Fest, zeigt sich eine "Männerfreundschaft" zwischen dem Führer und dem Duce.
Mit allen Höhen und Tiefen. Beide sind sie aus einfachen Verhältnissen gleichzeitig emporgestiegen und wurden vom Zeitgeist getragen, dann gemeinsam in den Untergang marschiert.
Mussolini war eher an der Macht als Hitler und dadurch eine gewisse Zeit Vorbild und Lehrmeister. Der Marsch auf Rom gab Hitler Auftrieb, Sehnsucht und Entschlossenheit zum Umsturz der Verhältnisse. Öffentlich verglich sich Hitler gern mit Mussolini und Gambetta. Später beschwerte sich der Parteiführer der NSDAP gerne bei der deutschen Industrie: " Mussolini hatte es viel einfacher, wegen der Unterstützung der italienischen Unternehmer".
Doch die Konsequenz des deutschen Faschismus unter Hitler war wesentlich schärfer als das Streben zur Wiederherstellung des alten Glanzes von Italien unter dem Duce. A.H. wollte nicht nur Versailles und die Ohnmacht Deutschlands beseitigen, nein sondern eine Revision der Völkerwanderung war in seinem Sinn.
Sobald das Ermächtigungsgesetz und die Machtergreifung von Hitler durch waren, sollte sich ebenfalls herausstellen, dass die sieben Jahre die Mussolini zur vergleichbaren Position von A.H. benötigte, in sieben Monate erreicht war.
Der Duce belächelte aus der Entfernung gerne die nördlichen Barbaren und seinen Anführer. Doch sobald Hitler persönlich auftrat und seine Demagogie versprühte, verwandelten sich alle in Hasen vor der Schlange, auch der Italiener. Bewunderung und Blindheit führten in ein brutales Verständnis der Freundschaft. Hitler war revolutionärer als Mussolini und dominierte ihn zunehmend.
Gewalt als Programm hat der Führer der Deutschen besser umgesetzt. Noch einmal versuchte der Duce das Reich im Norden in die Schranken zu verweisen, doch die Wiedereinführung der Wehrpflicht der Wehrmacht 1935 kam leicht durch. England und Frankreich protestierten ein wenig, Italien war blamiert. Hitler wurde von Erfolg zu Erfolg selbstsicherer. Seit dem Treffen in Venedig spürte Mussolini die Stärke des Nachbarn, in Disziplin, Dynamik und Vitalität ein leuchtendes Beispiel. Zwar waren sie Brüder im Geiste, doch eine Unruhe erfasste den Duce, die er mehr und mehr mit Grimassen, Stolz und imperiale Aktionen zu beruhigen versuchte. Aber gerade dieses Gebaren verstrickte ihn immer tiefer mit A.H. und in seine Unterlegenheit. In seinen Reden berief er sich auf: "dreitausend Jahre Geschichte erlauben es den Italiener mit Gleichgültigkeit auf gewisse Doktrinen jenseits der Alpen zu schauen, dieses Volk das in den Tagen von Cäsar noch aus Horden von Analphabeten bestand". Bei dem Mord an Dollfuß hatte der Duce einige Divisionen an die Grenze beordert und der österreichischen Regierung jegliche Unterstützung zugesagt.
Während des Abessinienkonflikt zerstritten sich aber Italien, GB und Frankreich derart, das sich der Duce dem Führer zu wand. Hitler dagegen schaute skeptisch in den Süden und bangte um seine zukünftigen Verbündeten Italien und England, die kurz vor kriegerischen Auseinandersetzungen standen. Die Freunde in spe sollten sich auf dem Boden Spaniens bald als Waffenbrüder kennenlernen. Am 1. November 1936 kam es zum Ausruf der Achse Rom-Berlin. Zwar hatte Italien schon lange keinen guten Ruf, bereits der alte Kanzler Bismarck bezweifelt Italiens Treue als Freund und Feind. Der erste Weltkrieg war eine Bestätigung der Meinung über Italien als Hure der Demokratie. Doch es entwickelte sich eine Sympathie der beiden Faschisten Führer zu einander. Trotz der Gegensätze des verkrampften Hitlers und des extrovertierten Duce. Glaube gegen Nüchternheit. Der Machtwille, der Größenwahn, die Reizbarkeit, der Zynismus und die Theatralik schweißte beide zusammen. Mussolini ließ sich immer mehr von der Gewalt des Herrn Hitler anstecken, die Politik trat in den Hintergrund. Auch er fing an vom Krieg zu träumen.
Fortsetzung folgt
(weiter ab S. 686)
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... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
Geändert von lorginn (20.05.2008 um 00:26 Uhr).
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