| Es ist richtig, dass Polen nicht direkt am Dreißigjährigen Krieg teilnahm. Trotzdem sollte man beachten:
1. Der polnische König Sigismund III. Vasa war ein Verbündeter der Habsburger. Er war zweimal verheiratet, jeweils mit einer Schwester Ferdinands II. Das Bündnis der Habsburger mit Polen war einerseits gegen die Protestanten, andererseits gegen das Osmanische Reich gerichtet. Es hatte de facto Bestand bis 1763.
2. Sigismund III. war auch von 1592 bis 1599 König von Schweden. Er wurde von seinem Onkel Karl IX. gestürzt. Es bestand deshalb ein unversöhnlicher Gegensatz zwischen den protestantisch-schwedischen Vasa und den katholisch-polnischen Vasa.
3. Zwischen 1600 und 1629 fand der Schwedisch-Polnische Krieg statt. In Polen spricht man von den Kriegen, die zwischen 1600 und 1660 geführt worden von der "schwedischen Sintflut". Ca. 4 Mio. Polen (das waren ca. 50 % der Bevölkerung) fielen diesen Kriegen zum Opfer.
4. Die Kriege wurden vorallem um die Vorherrschaft im Ostseeraum geführt.
In Schweden ging es zusätzlich um die Anerkennung der Legitimität der Könige Karl IX. und Gustav II. Adolf. Königtum und protestantische Geistlichkeit waren auf Gedeih und Verderben auf einander angewiesen. In Polen konnte die katholische Kirche ihre bis heute gesellschaftliche, dominierende Rolle erlangen. Im 16. Jh. wurden in Polen Protestanten toleriert, 1596 konnte sich sogar die unierte Kirche bilden.
5. Am 27. Juni 1629 besiegten polnische Truppen mit Hilfe von 12.000 Söldnern aus Wallensteins Heer die Schweden unter Gustav II. Adolf. Daraufhin erfolgte am 5. Oktober 1629 auf Veranlassung Frankreich der Abschluss eines sechsjährigen Waffenstiilstandes (Vertrag von Altmark).
Der Waffenstillstand und französische Gelder ermöglichten 1630 Gustav Adolf das Eingreifen auf dem deutschen Kriegsschauplatz. 1635 wurde der Vertrag von Altmark durch den Vertrag von Stuhmsdorf abgelöst. |