| Das in den Wintermonaten nur sehr selten gekämpft worden war, sollte jetzt klar sein. Es gab Regionen und Orte in Deutschland, die haben in den 30 Jahren nicht einen Landsknecht/Söldner gesehen.
Das Heutige Schleswig und Holstein hatten nur das kurze Intermezzo mit Christian IV. von Dänemark, davor und danach hatten sie Ruhe.
Wirtschaftshistorisch betrachtet sieht die ganze Sache natürlich anders aus:
Wichtige Handelsrouten konnten nicht mehr genutzt werden. Entweder waren die Handelszentren zerstört, geplündert, gehörten dem Feind oder auf den (durchaus gut ausgebauten) Haupthandelswegen wurden die Truppen bewegt, denen man lieber nicht begegnen wollte. Der Überregionale Handel war also in einigen Regionen zunächst nur eingeschränkt und kam später dann völlig zum erliegen.
Wenn man die Plünderungen der Landsknechthaufen mit einbezieht, dann könnte man den Krieg auch noch zehn jahre weiter ziehen. Schliesslich sind die Söldner nicht einfach weitergezogen. Sie waren im Land als der Krieg plötzlich aufhörte. Die wenigsten hatten ein Handwerk erlernt oder waren schon sehr lange "raus". Die Möglichkeiten zu Überleben waren: Betteln, Plündern und Raubüberfälle.
(Baumann, Reinhard, Landsknechte. Ihre Geschichte und Kultur vom späten Mittelalter bis zum dreißigjährigen Krieg, München 1994.) |