Zitat:
Zitat von Scifi Im 17. Jhdt. wäre kein deutscher Fürst mehr in der Lage gewesen, die Reichsstände niederzuhalten, nicht einmal mit nackter Gewalt. Auch für eine religiöse Einigung war es viel zu spät.
Die Befähigung eines Herrschers kann man daher nur danach beurteilen, wie gut er seine eigenen Territorien regiert hat.
Für die Protestanten wäre Wallenstein wohl kaum annehmbar gewesen, da er sich in Mecklenburg eine eigene Hausmacht aufzubauen versuchte - inakzeptabel für die norddeutschen Reichsstände und Schweden. |
Welcher geistig gesunde Fürst wollte denn versuchen die Reichsstände niederzuhalten?
Und was hat die Hausmacht in Mecklenburg mit dem Protestantismus zu tun? Die Gründe, weshalb die Reichsstände und die Schweden gegen diese Mecklenburgische Hausmacht waren, sind ganz weltlicher Natur.
Mit der Religion hatte das eher weniger zu tun. Die Schweden hätten einen zu der Zeit noch politisch und militärisch starken Nachbarn gehabt. Die Einflussnahme auf Mecklenburg wäre damit weggefallen, zumindest aber schwieriger geworden.
Zudem hatte man Angst, Deutschland könne zu einer Seemacht aufsteigen. Immerhin beinhaltete Wallensteins Titel für Mecklenburg den Zusatz "Kaiserlicher Admiral der Nord und Ostsee". Damit sind ganz klare Zeichen und Ziele gesetzt worden.
Die "Bekehrungsversuche" standen nicht wirklich an wichtiger Stelle, wie man aus den Briefwechseln Wallensteins entnehmen kann.
(Lisch, Georg: Wallensteins Kirchen- und Schul-Regierung in Mecklenburg, Mecklenburgische Jahrbücher 37, 1872 )