Das aktuelle Heft (am Kiosk)


Mehr G-Geschichte.de
Aktuelle Ausstellungen Austellungen im internet
Hier gelangen Sie in die Shop-Übersicht


Abonnement | Studentenabo
Einzelhefte | Sonderhefte | G/Wissen


Warenkorb anzeigen
Archiv-Tipp
Untitled Der Flug des Adlers - Napoleons Aufstieg von Korporal zum Konsul
Der Flug des Adlers - Napoleons Aufstieg von Korporal zum Konsul

[Mehr Infos zu dieser Ausgabe]

Sie haben ein Problem entdeckt oder Fragen? Hier klicken...
Newsletter abonnieren
Umfrage
TagCloud
Herzlich willkommen im Historiker-Forum von www.g-geschichte.de
Noch nicht registriert? Jetzt anmelden...

Zurück   G/Geschichte Online Community > Forum > Neuzeit/Zeitgeschichte > Französische Revolution & Napoleon

Tags: andreas hofer, bayern, freiheit, napoleon, tirol

Antwort
Alt 12.04.2009, 20:39   #1 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
200. Jahrestag: Andreas Hofer und der Kampf um Tirol

Andreas Hofer wurde am 22.11.1767 in St. Leonhard im heutigen Südtirol geboren. In jungen Jahren lernte er als Wein- und Pferdehändler ganz Tirol kennen und war Wirt im Gasthaus "Am Sand". Er war tief religiös und kaisertreu. Mit 23 Jahren wurde er als Vertreter des heimatlichen Passeiertales zum Landtag nach Innsbruck entsandt. Wenig später gab es die ersten französischen Einfälle in Tirol.
Nach der Niederlage Österreichs im 3. Koalitionskrieg musste es Tirol im Frieden von Preßburg 1805 an Bayern abtreten. Bayern machte sich jedoch bald durch eine Reihe von Reformen unbeliebt, weil es das als "hinterwäldlerisch" geltende Tirol modernisieren wollte. Da waren z. B. die vielen Eingriffe im kirchlichen Bereich, u. a. das Verbot der Christmette, die Abschaffung diverser Prozessionen und Wallfahrten und die Aufhebung etlicher religiöser Feiertage, von denen Hofer das Herz-Jesu-Fest besonders am Herzen lag, das mit Gottesdiensten und Bergfeuern begangen wurde. Als die Bayern die verpflichtende Pockenimpfung einführen wollten, ging das Gerücht um, damit werde der Protestantismus eingeimpft. Die mit Bayern verbündeten Franzosen unter Napoleon waren den Tirolern wegen ihrer Gefangennahme des Papstes 1798 sowieso suspekt.
Es kam aber noch schlimmer: Die Bayern nahmen keinerlei Rücksicht auf die Tiroler Privilegien. 1511 hatte Kaiser Maximilian ein Landlibell erlassen, das festlegte, dass Tiroler nur zur Verteidigung ihrer Heimat eingezogen werden und somit nicht für Kriege außerhalb Tirols verwendet werden durften. Durch dieses Landlibell hatten sich ein ausgesprochenes Tiroler Selbstbewusstsein und ein Identitätsgefühl entwickelt. Dazu trug auch das Recht auf freien Waffenbesitz bei, das dafür sorgte, dass jeder Bauer eine Waffe bei sich zuhause hatte. Die Bayern aber nahmen darauf überhaupt keine Rücksicht, sondern zwangsrekrutierten Tiroler für die bayrische Armee. Die Landesverfassung mit ihrem Landtag wurde abgeschafft, das Land in den Inn-, den Eisack- und den Etschkreis geteilt und sogar die Verwendung der Bezeichnung "Tirol" verboten.
Dazu kamen auch noch wirtschaftliche Probleme: Bayern führte eine Kopfsteuer ein, durch die die Kosten der bayrischen Besatzungstruppen gedeckt werden sollten.
Schließlich reichte es den Tirolern. Andreas Hofer reiste im Jänner 1809 nach Wien zu Erzherzog Johann, um ihn für einen neuen Krieg zu gewinnen. Obwohl man am Hof und beim Militär einem Volksaufstand misstrauisch gegenüberstand, führte eine Zwangsrekrutierung am 9.4.1809 zum Aufstand. Hofer gab die Losung "Auf, Tyroler, auf! - Sie ist da, die Stunde eurer Erlösung!" aus. Mit seinen schlecht ausgerüsteten Tiroler Schützen konnte Hofer am 11.4. die Bayern bei Sterzing schlagen. Am 12.4. kam es zur ersten Bergiselschlacht, in der Innsbruck befreit werden konnte. Die Bayern und Franzosen eroberten die Stadt aber zurück und besiegten die Tiroler am 13.5. in der Schlacht bei Wörgl. Aber in der zweiten (25.5.: Innsbruck wurde wieder befreit) und dritten (29.5.) Bergiselschlacht waren die Tiroler wieder siegreich. Hofer regierte im befreiten Innsbruck als Oberkommandant, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und einer Flasche Rotwein in der Hand. Bei den Bürgern der Landeshauptstadt machte sich Hofer allerdings nicht so beliebt - er erließ strengere Bekleidungsvorschriften für Frauen. Andererseits ging er aber auch gegen Plünderungen und judenfeindliche Ausschreitungen vor.
Kaiser Franz I. sicherte den Aufständischen zwar seine Unterstützung zu, doch es blieb im Wesentlichen bei Lippenbekenntnissen. Nach dem Znaimer Waffenstillstand vom Juli musste Österreich alle Truppen aus Tirol abziehen. Der Aufstand ging trotzdem weiter. Immer wieder gelang es die Feinde in unzugänglichen Schluchten einzukesseln und ihnen schwere Verluste zuzufügen. Schließlich schickte Napoleon 56.000 Mann nach Tirol. Hofer musste Innsbruck verlassen. Am 1.11.1809 stürmten die Bayern in der vierten Bergiselschlacht die Tiroler Verschanzungen und siegten. Es gab zwar noch einige erfolgreiche Gefechte, aber letztlich brach der Aufstand zusammen. Hofer versteckte sich, wurde aber verraten und in Mantua vor ein Kriegsgericht gestellt, das ihn auf Anweisung Napoleons im Februar 1810 zum Tode verurteilte. Am 20.2.1810 wurde er in Mantua erschossen: Durch die ersten beiden Salven wurde er nur verwundet, worauf man ihm den Gnadenschuss gab.
Was seine letzten Worte waren, ist umstritten. Laut einer Version soll er nach der ersten Salve gesagt haben: "Ach, was schießt ihr schlecht!" Die andere Version besagt, er habe Kaiser Franz des Verrats an der Tiroler Sache geziehen: „Franzl, Franzl, das verdank ich dir!“

Die Tiroler Landeshymne handelt noch heute von Andreas Hofer:

Zu Mantua in Banden
Der treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz.
Mit ihm das Land Tirol,
Mit ihm das Land Tirol.

Die Hände auf dem Rücken
Der Sandwirt Hofer ging,
Mit ruhig festen Schritten,
Ihm schien der Tod gering.
Den Tod, den er so manchesmal,
Vom Iselberg geschickt ins Tal,
Im heil'gen Land Tirol,
Im heil'gen Land Tirol.

Doch als aus Kerkergittern
Im Festen Mantua
Die treuen Waffenbrüder
Die Händ' er strecken sah,
Da rief er laut: "Gott sei mit euch,
Mit dem verrat'nen deutschen Reich,
Und mit dem Land Tirol,
Und mit dem Land Tirol."

Dem Tambour will der Wirbel
Nicht unterm Schlegel vor,
Als nun der Sandwirt Hofer
Schritt durch das finst're Tor,
Der Sandwirt, noch in Banden frei,
Dort stand er fest auf der Bastei.
Der Mann vom Land Tirol,
Der Mann vom Land Tirol.

Dort soll er niederknie'n,
Er sprach: "Das tu ich nit!
Will sterben, wie ich stehe,
Will sterben, wie ich stritt!
So wie ich steh' auf dieser Schanz',
Es leb' mein guter Kaiser Franz,
Mit ihm sein Land Tirol!
Mit ihm sein Land Tirol!"

Und von der Hand die Binde
Nimmt ihm der Korporal;
Und Sandwirt Hofer betet
Allhier zum letzten Mal;
Dann ruft er: "Nun, so trefft mich recht!
Gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!
Adé, mein Land Tirol!
Adé, mein Land Tirol!"
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2009, 12:02   #2 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von olivier
 
Registriert seit: 14.01.2009
Ort: Gimont (Frankreich)
Beiträge: 209
olivier wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Andreas Hofer wurde am 22.11.1767 in St. Leonhard im heutigen Südtirol geboren. In jungen Jahren lernte er als Wein- und Pferdehändler ganz Tirol kennen und war Wirt im Gasthaus "Am Sand". Er war tief religiös und kaisertreu. Mit 23 Jahren wurde er als Vertreter des heimatlichen Passeiertales zum Landtag nach Innsbruck entsandt. Wenig später gab es die ersten französischen Einfälle in Tirol.
Nach der Niederlage Österreichs im 3. Koalitionskrieg musste es Tirol im Frieden von Preßburg 1805 an Bayern abtreten. Bayern machte sich jedoch bald durch eine Reihe von Reformen unbeliebt, weil es das als "hinterwäldlerisch" geltende Tirol modernisieren wollte. Da waren z. B. die vielen Eingriffe im kirchlichen Bereich, u. a. das Verbot der Christmette, die Abschaffung diverser Prozessionen und Wallfahrten und die Aufhebung etlicher religiöser Feiertage, von denen Hofer das Herz-Jesu-Fest besonders am Herzen lag, das mit Gottesdiensten und Bergfeuern begangen wurde. Als die Bayern die verpflichtende Pockenimpfung einführen wollten, ging das Gerücht um, damit werde der Protestantismus eingeimpft. Die mit Bayern verbündeten Franzosen unter Napoleon waren den Tirolern wegen ihrer Gefangennahme des Papstes 1798 sowieso suspekt.
Es kam aber noch schlimmer: Die Bayern nahmen keinerlei Rücksicht auf die Tiroler Privilegien. 1511 hatte Kaiser Maximilian ein Landlibell erlassen, das festlegte, dass Tiroler nur zur Verteidigung ihrer Heimat eingezogen werden und somit nicht für Kriege außerhalb Tirols verwendet werden durften. Durch dieses Landlibell hatten sich ein ausgesprochenes Tiroler Selbstbewusstsein und ein Identitätsgefühl entwickelt. Dazu trug auch das Recht auf freien Waffenbesitz bei, das dafür sorgte, dass jeder Bauer eine Waffe bei sich zuhause hatte. Die Bayern aber nahmen darauf überhaupt keine Rücksicht, sondern zwangsrekrutierten Tiroler für die bayrische Armee. Die Landesverfassung mit ihrem Landtag wurde abgeschafft, das Land in den Inn-, den Eisack- und den Etschkreis geteilt und sogar die Verwendung der Bezeichnung "Tirol" verboten.
Dazu kamen auch noch wirtschaftliche Probleme: Bayern führte eine Kopfsteuer ein, durch die die Kosten der bayrischen Besatzungstruppen gedeckt werden sollten.
Schließlich reichte es den Tirolern. Andreas Hofer reiste im Jänner 1809 nach Wien zu Erzherzog Johann, um ihn für einen neuen Krieg zu gewinnen. Obwohl man am Hof und beim Militär einem Volksaufstand misstrauisch gegenüberstand, führte eine Zwangsrekrutierung am 9.4.1809 zum Aufstand. Hofer gab die Losung "Auf, Tyroler, auf! - Sie ist da, die Stunde eurer Erlösung!" aus. Mit seinen schlecht ausgerüsteten Tiroler Schützen konnte Hofer am 11.4. die Bayern bei Sterzing schlagen. Am 12.4. kam es zur ersten Bergiselschlacht, in der Innsbruck befreit werden konnte. Die Bayern und Franzosen eroberten die Stadt aber zurück und besiegten die Tiroler am 13.5. in der Schlacht bei Wörgl. Aber in der zweiten (25.5.: Innsbruck wurde wieder befreit) und dritten (29.5.) Bergiselschlacht waren die Tiroler wieder siegreich. Hofer regierte im befreiten Innsbruck als Oberkommandant, mit aufgekrempelten Hemdsärmeln und einer Flasche Rotwein in der Hand. Bei den Bürgern der Landeshauptstadt machte sich Hofer allerdings nicht so beliebt - er erließ strengere Bekleidungsvorschriften für Frauen. Andererseits ging er aber auch gegen Plünderungen und judenfeindliche Ausschreitungen vor.
Kaiser Franz I. sicherte den Aufständischen zwar seine Unterstützung zu, doch es blieb im Wesentlichen bei Lippenbekenntnissen. Nach dem Znaimer Waffenstillstand vom Juli musste Österreich alle Truppen aus Tirol abziehen. Der Aufstand ging trotzdem weiter. Immer wieder gelang es die Feinde in unzugänglichen Schluchten einzukesseln und ihnen schwere Verluste zuzufügen. Schließlich schickte Napoleon 56.000 Mann nach Tirol. Hofer musste Innsbruck verlassen. Am 1.11.1809 stürmten die Bayern in der vierten Bergiselschlacht die Tiroler Verschanzungen und siegten. Es gab zwar noch einige erfolgreiche Gefechte, aber letztlich brach der Aufstand zusammen. Hofer versteckte sich, wurde aber verraten und in Mantua vor ein Kriegsgericht gestellt, das ihn auf Anweisung Napoleons im Februar 1810 zum Tode verurteilte. Am 20.2.1810 wurde er in Mantua erschossen: Durch die ersten beiden Salven wurde er nur verwundet, worauf man ihm den Gnadenschuss gab.
Was seine letzten Worte waren, ist umstritten. Laut einer Version soll er nach der ersten Salve gesagt haben: "Ach, was schießt ihr schlecht!" Die andere Version besagt, er habe Kaiser Franz des Verrats an der Tiroler Sache geziehen: „Franzl, Franzl, das verdank ich dir!“

Die Tiroler Landeshymne handelt noch heute von Andreas Hofer:

Zu Mantua in Banden
Der treue Hofer war,
In Mantua zum Tode
Führt ihn der Feinde Schar.
Es blutete der Brüder Herz,
Ganz Deutschland, ach, in Schmach und Schmerz.
Mit ihm das Land Tirol,
Mit ihm das Land Tirol.

Die Hände auf dem Rücken
Der Sandwirt Hofer ging,
Mit ruhig festen Schritten,
Ihm schien der Tod gering.
Den Tod, den er so manchesmal,
Vom Iselberg geschickt ins Tal,
Im heil'gen Land Tirol,
Im heil'gen Land Tirol.

Doch als aus Kerkergittern
Im Festen Mantua
Die treuen Waffenbrüder
Die Händ' er strecken sah,
Da rief er laut: "Gott sei mit euch,
Mit dem verrat'nen deutschen Reich,
Und mit dem Land Tirol,
Und mit dem Land Tirol."

Dem Tambour will der Wirbel
Nicht unterm Schlegel vor,
Als nun der Sandwirt Hofer
Schritt durch das finst're Tor,
Der Sandwirt, noch in Banden frei,
Dort stand er fest auf der Bastei.
Der Mann vom Land Tirol,
Der Mann vom Land Tirol.

Dort soll er niederknie'n,
Er sprach: "Das tu ich nit!
Will sterben, wie ich stehe,
Will sterben, wie ich stritt!
So wie ich steh' auf dieser Schanz',
Es leb' mein guter Kaiser Franz,
Mit ihm sein Land Tirol!
Mit ihm sein Land Tirol!"

Und von der Hand die Binde
Nimmt ihm der Korporal;
Und Sandwirt Hofer betet
Allhier zum letzten Mal;
Dann ruft er: "Nun, so trefft mich recht!
Gebt Feuer! Ach, wie schießt ihr schlecht!
Adé, mein Land Tirol!
Adé, mein Land Tirol!"
Ich wollte dir eine Frage stellen, die in Zusammenhang mit dem Thema nicht wirklich ist. Wie war die Situation der Tirolischen protestantischer Religion vor der Französischen Revolution und dem Gegenstück dann nach der Annexion von Tirol von den geheirateten Bayern von Napoleon 1.?
olivier ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2009, 12:53   #3 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
Zu den Tiroler Protestanten siehe hier: http://www.tirol.gv.at/fileadmin/www...estantenAB.PDF
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 13.04.2009, 13:43   #4 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von olivier
 
Registriert seit: 14.01.2009
Ort: Gimont (Frankreich)
Beiträge: 209
olivier wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Zu den Tiroler Protestanten siehe hier: http://www.tirol.gv.at/fileadmin/www...estantenAB.PDF
Vielen Dank.
olivier ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 14:24   #5 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
Grundsätzlich war Hofer aber absolut kaisertreu, falls er das wirklich gesagt hat, sprach da die menschliche Enttäuschung über Franz I. konkret.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 15:43   #6 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von olivier
 
Registriert seit: 14.01.2009
Ort: Gimont (Frankreich)
Beiträge: 209
olivier wird schon bald berühmt werden
Er wäre interessant, eine Parallele zwischen Andreas Hofer und Jeanne d'Arc zu ziehen, beide geschichtlichen Personen und Mythen.
olivier ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 15:56   #7 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
Also die Parallelen, die mir einfallen, sind, dass beide strenggläubig waren, dass beide für die Befreiung ihres Volkes von der Fremdherrschaft kämpften, dass beide verraten wurden und dass beide hingerichtet wurden. Außerdem stammten beide aus dem einfachen Volk und wurden in einer Zeit berühmte Anführer, als das eigentlich nur Adligen möglich war. Beide wurden von ihren Souveränen im Stich gelassen: Jeanne von Karl VII., Hofer von Franz I.
Der wesentliche Unterschied ist, dass Andreas Hofer aus eigenem Antrieb handelte, Jeanne hingegen auf Befehl Gottes (oder was sie dafür hielt). Rehabilitiert und heiliggesprochen wurde auch nur Letztere. Auch wenn in Tirol Hofer oft angerufen wird ("Hofa, schau owa!"), so wird er doch nicht als religiöse Gestalt verehrt. Ein weiterer Unterschied ist, dass Hofer mit seinen Schützen auskommen musste, während Jeanne das Kommando über reguläre Truppen erhielt.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 19:32   #8 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von olivier
 
Registriert seit: 14.01.2009
Ort: Gimont (Frankreich)
Beiträge: 209
olivier wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Also die Parallelen, die mir einfallen, sind, dass beide strenggläubig waren, dass beide für die Befreiung ihres Volkes von der Fremdherrschaft kämpften, dass beide verraten wurden und dass beide hingerichtet wurden. Außerdem stammten beide aus dem einfachen Volk und wurden in einer Zeit berühmte Anführer, als das eigentlich nur Adligen möglich war. Beide wurden von ihren Souveränen im Stich gelassen: Jeanne von Karl VII., Hofer von Franz I.
Der wesentliche Unterschied ist, dass Andreas Hofer aus eigenem Antrieb handelte, Jeanne hingegen auf Befehl Gottes (oder was sie dafür hielt). Rehabilitiert und heiliggesprochen wurde auch nur Letztere. Auch wenn in Tirol Hofer oft angerufen wird ("Hofa, schau owa!"), so wird er doch nicht als religiöse Gestalt verehrt. Ein weiterer Unterschied ist, dass Hofer mit seinen Schützen auskommen musste, während Jeanne das Kommando über reguläre Truppen erhielt.
Alles ist das genau. Jeanne ist in der Folge eine Ikone der französischen Vaterlandsliebe geworden. Ist Hofer auf dieselbe Weise benutzt gewesen?
olivier ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 19:59   #9 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
Anfangs nicht. Erst mit dem Erstarken des Nationalismus wurde er populär, allerdings wurde er von den Deutschnationalen zum deutschen Kämpfer gegen die Franzosen stilisiert, und das, obwohl er eigentlich in erster Linie gegen Bayern kämpfte. Auch die Nazis haben ihn als deutschen Helden vereinnahmt. (Der Gauleiter Tirols hieß übrigens Franz Hofer, war mit Andreas meines Wissens aber nicht verwandt.)
Daneben wird er aber nach wie vor von den Tirolern als Tiroler Patriot verehrt. Auch die Landeshymne handelt von ihm. Insbesondere die Schützenvereine halten sein Andenken hoch, sowohl in Nord- als auch in Südtirol (schließlich liegt seine Heimat heute in Südtirol).
In den letzten Jahrzehnten wird er aber von linken Kreisen angefeindet, die ihn wegen seines Katholizismus und Konservativismus ablehnen und überhaupt meinen, ein "Befreiungskampf" bzw. das Gedenken daran sei im vereinten Europa nicht mehr zeitgemäß. Ein Grüner verglich Hofer gar mit den Taliban!
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Alt 17.04.2009, 20:21   #10 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Secretarius
 
Benutzerbild von olivier
 
Registriert seit: 14.01.2009
Ort: Gimont (Frankreich)
Beiträge: 209
olivier wird schon bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Anfangs nicht. Erst mit dem Erstarken des Nationalismus wurde er populär, allerdings wurde er von den Deutschnationalen zum deutschen Kämpfer gegen die Franzosen stilisiert, und das, obwohl er eigentlich in erster Linie gegen Bayern kämpfte. Auch die Nazis haben ihn als deutschen Helden vereinnahmt. (Der Gauleiter Tirols hieß übrigens Franz Hofer, war mit Andreas meines Wissens aber nicht verwandt.)
Daneben wird er aber nach wie vor von den Tirolern als Tiroler Patriot verehrt. Auch die Landeshymne handelt von ihm. Insbesondere die Schützenvereine halten sein Andenken hoch, sowohl in Nord- als auch in Südtirol (schließlich liegt seine Heimat heute in Südtirol).
In den letzten Jahrzehnten wird er aber von linken Kreisen angefeindet, die ihn wegen seines Katholizismus und Konservativismus ablehnen und überhaupt meinen, ein "Befreiungskampf" bzw. das Gedenken daran sei im vereinten Europa nicht mehr zeitgemäß. Ein Grüner verglich Hofer gar mit den Taliban!
Hofer den Talibanen zu vergleichen, ist anachronistisch und äußerst schockierend. Das war natürlich ein seinem Kaiser treuer Mann.
Ich wollte dir auch eine andere Frage stellen. Ab welcher Epoche eine spezifisch österreichische Vaterlandsliebe (also unterschiedlich der deutschen Vaterlandsliebe) erschienen?
olivier ist offline  
Digg this Post!Add Post to del.icio.usBookmark Post in TechnoratiHinzufügen zu: Mr. WongHinzufügen zu: StumbleUponHinzufügen zu: GoogleHinzufügen zu: YahooHinzufügen zu: AskJeeves!Hinzufügen zu: Yigg
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen



Ähnliche Themen

Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Kampf um Germanien dieter Das Römische Reich 23 01.02.2012 01:55
Warum wird Hitlers "Mein Kampf" in Deutschland nicht, in anderen Ländern publiziert? Gaggerspatz Das 3. Reich und 2. Weltkrieg 155 10.10.2010 11:14
Afghanistan - Kampf der Kulturen? dieter Aktuelles aus Politik und Wirtschaft 224 28.01.2010 09:24
Kampf um die Weltmacht dieter Neuzeit/Zeitgeschichte Allgemein 8 17.04.2009 17:05





Geschichte-Forum | Kontakt | Impressum | Stellenangebote | Links | Feedback | Medienlisten | Mediadaten | Geschenkidee