| TagCloud | | |  | |
01.04.2008, 10:42
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 29.02.2008 Ort: Rottenburg am Neckar
Beiträge: 147
| Reformen Preußens Hi Leute,
ich würde gerne von euch wissen, was ihr so über den Rheinbund und die Reformen in Preußen im 19. Jahrhundert wisst. |
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12.05.2008, 14:51
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 342
| Puuh!  Auf jeden Fall ist ja bekannt, dass die Preußen sich bei den Rheinländern keiner sehr großen Beliebtheit erfreuten. Das erklärt auch, warum der "Code Napoleon" von vielen Rheinländer Liberalen mit Jubel aufgenommen wurde. |
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12.05.2008, 15:25
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Der Rheinbund war ein von Napoleon ins Leben gerufenes Bündnis von Fürsten, mit dem er die Auflösung des HRR erzwang und gleichzeitig seinen Einfluss ausdehnte.
Die Reformen in den Rheinbundstaaten entsprangen zum Teil dem Wunsch Napoleons, zum Teil kamen ihm die Fürsten einfach mit ihren schon in der Schublade liegenden Plänen zuvor, so dass sie die Reformen durchführen konnten, die SIE wollten, und nciht die, die Napoleon sich vorstellte. (siehe Bayern und König Max/Minister Montgelas).
Wobei natürlich auch die eigenständigen Pläne der Rheinbundfürsten irgendwo mit der Frz.Rev. zusammenhingen...
VG
Christian |
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12.05.2008, 15:27
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Sorra, Preussen hab ich vergessen.
Die hatten 1806 eine so deftige Niederlage einstecken müssen, dass es auch dem Dümmsten klar wurde, dass das System Preussen reformiert werden musste. Diese Aufgabe überliess der König klugerweise Spezialisten, die dann auch so tatkräftig vorgingen, dass Preussen 1815 wieder zu den anerkannten Grossmächten Europas gehörte und diesen Status dann bis 1914 erhalten konnte.
VG
Christian |
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04.09.2008, 19:17
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#5 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 02.09.2008
Beiträge: 3
| Hallo!
Einige Anmerkungen noch zu den Reformen, die in Preußen unter Friedrich Wilhelm III. eingeführt wurden:
Verantwortlich für die Reformen waren wie schon angesprochen Spezialisten ihres Faches, ein kluger Schachzug des Königs. Die bekanntesten unter ihnen sind Karl August Freiherr von Hardenburg, der 1810 das Amt des Staatskanzlers übernahm, und Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, der 1807 zum leitenden Minister ernannt wurde und damit die preußische Reformzeit eröffnet.
Sein "Oktoberedikt" kündigte die Befreiung der Bauern aus der Erbuntertänigkeit und den ungehinderten Handel mit Land an. Damit erst ging für Millionen von Menschen in Preußen das Mittelalter wirklich zu Ende. Preußen vollzog damals laut dem Historiker Thomas Nipperdey den "Übergang zur modernen Marktgesellschaft", da auch die Gewerbefreiheit festgeschrieben wurde. Auch die Bildung wurde reformiert, erinnert sei hier nur an Wilhelm von Humboldt und seine Gründung der Berliner Universität 1810. Ein weiteres Highlight der Reformer bildete dann das Emanzipationsedikt aus dem Jahr 1812. Endlich wurden jüdische Deutsche ihren christlichen Landsleuten weitgehend gleichgestellt und durften die preußische Staatsbürgerschaft annehmen. Allerdings mit kleinen Einschränkungen, Beamter oder Offizier durften die Juden nur nach dem Übertritt zu einer christlichen Kirche werden.
Zu nennen wären dann noch meiner Meinung nach die Gründung des Deutschen Zollvereins mit dem Wegfall der Zölle innerhalb seines Gebietes 1834 und der Beginn der industriellen Revolution ab den 1830er Jahren (1838 erste Eisenbahnlinie in Preußen).
Damit konnte Preußen zur dominierenden Macht in Deutschland aufsteigen (1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs) und sich immerhin bis zum Ersten Weltkrieg als solche behaupten |
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12.12.2008, 18:58
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 10.12.2008 Ort: Unterfranken
Beiträge: 210
| Zitat:
Zitat von pompeius83 Hallo!
1.
Die bekanntesten unter ihnen sind Karl August Freiherr von Hardenburg, der 1810 das Amt des Staatskanzlers übernahm, und Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, der 1807 zum leitenden Minister ernannt wurde und damit die preußische Reformzeit eröffnet.
2.
Zu nennen wären dann noch meiner Meinung nach die Gründung des Deutschen Zollvereins mit dem Wegfall der Zölle innerhalb seines Gebietes 1834 und der Beginn der industriellen Revolution ab den 1830er Jahren (1838 erste Eisenbahnlinie in Preußen).
Damit konnte Preußen zur dominierenden Macht in Deutschland aufsteigen (1871 Gründung des Deutschen Kaiserreichs) und sich immerhin bis zum Ersten Weltkrieg als solche behaupten | Zu 1. Kann sein dass es ein Tippfehler war. Der Reformer hieß Hardenberg.
Zu 2. Wann wurde der Zollverein gegründet und welche Länder umfasste er.  |
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12.12.2008, 20:02
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von Fradiabolo Zu 2. Wann wurde der Zollverein gegründet und welche Länder umfasste er.  | Steht doch eh dort: 1834. Genaugenommen trat er da mit Jahresbeginn in Kraft, beschlossen wurde er 1833.
Zunächst umfasste er neben Preußen die beiden Hessen, Bayern, Württemberg, Sachsen und die diversen Kleinfürstentümer in Thüringen. Später traten dann nach und nach alle anderen Mitglieder des Deutschen Bundes außer Österreich bei. Somit war er ein wichtiges Hegemonieinstrument Preußens, obwohl er nicht verhinderte, dass sich 1866 zahlreiche Staaten mit Österreich gegen Preußen wandten.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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30.04.2009, 00:06
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Neben der Aufhebung der Leibeigenschaft, waren natürlich die allgemeine Schulpflicht u. die allgemeine Wehrpflicht wichtige Modernisierungen.
Sie wurden begleitet von Religionsfreiheit, Förderung der Bauern u. der Gewerbefreiheit.
So wurde Preußen ein relativ moderner Staat. Er verbesserte hier auch Grundlagen des Ordensstaates.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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30.04.2009, 00:37
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von Paul Er verbesserte hier auch Grundlagen des Ordensstaates. | Was genau meinst Du damit? Der Ordensstaat war doch schon längst Geschichte.
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30.04.2009, 01:05
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Preußen basierte Staatlich und auch in vielfachen Traditionen aus dem säkularisierten Rest des Ordensstaates in Ostpreußen. Das gesamte Gebiet des Ordensstaates war ja dann ein wesentlicher territorialer Teil Preußens.
Der organisierte landwirtschaftliche Landesausbau war eine alte Tradition des Ordensstaates. Militärische Traditionen, relativ breite Volksbildung, Integration der Bevölkerung(einheimische Pruzzen, Kaschuben u. Einwanderer) gehörten zu den Traditionen des Ordensstaates.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
Geändert von Paul (30.04.2009 um 01:10 Uhr).
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