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  1. #1
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Wann wurde das Sprechen "erfunden"?

    Hallo!

    Ich würde heute gerne einmal die Frage nach dem "wann" der Verständigung durch Sprache stellen.
    Also genauer gefragt: Ab wann hat der Mensch eigentlich angefangen sich durch Sprache zu verständigen?
    Und: Ist Sprache/Sprechen eigentlich ein Monopol des Homo Sapiens? Oder wäre es vielleicht auch denkbar, dass sich schon der Neandertaler oder andere Vorformen des heutigen Menschen mit mehr als nur Grunzlauten verständigen konnten?
    Bis gespannt auf eure Meinungen!

  2. #2
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Boah, keine Ahnung, wann man die Erfindung der Sprache ansetzen soll
    Ich tippe mal, dass es eventuell eng mit den Jägern und Sammlern zusammenhängen könnte, um eventuell sich bei der Jagd genauer zu koordinieren usw. Von daher könnte ma ja auch davon ausgehen, dass die Neandertaler sprechen konnten.
    Viel krasser finde ich allerdings, dass von heute etwa 6500 gesprochenen Sprachen auf der Welt etwa die Hälfte vom aussterben bedroht ist. Wir haben schließlich auch schon mit Dalmatisch eine der 11 romanischen Sprachen verloren und das ist noch gar nicht so lange her

  3. #3
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    Gefundene Zungenbeine von Neandertalern haben gezeigt, dass deren Sprechapparat nicht genügend ausgebildet war, um damit differenzierte Töne herauszubringen. Bei H.erectus dürfte es ähnlich gewesen sein. Die werden sich aufgrund ihrer doch schon vorhandenen sozialen Gesellschaftsstruktur irgendwie verständigt haben, aber Sprache war das noch nicht. Das ist definitiv eine Errungenschaft des H.sapiens.

    VG
    Christian

  4. #4
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    Der Neandertaler hatte den gleichen kurzen Rachenraum wie die Menschenaffen und konnte deshalb nur ein paar Laute hervorbringen. Erst der verlängerte Rachenraum des modernen Menschen ermöglicht die zum Sprechen erforderliche Bandbreite von Lauten. Bei allen anderen Säugetieren und sogar noch bei Menschenbabys liegt der Kehlkopf höher im Hals, was den Rachenraum verkürzt. Mit diesem kurzen Rachenraum kann man zwar nicht sprechen, aber man kann damit auch nicht gleichzeitig atmen und schlucken und sich damit ver-schlucken und damit im Extremfall beim Essen ersticken.
    Es gibt Verhaltens-Beobachtungen an Makaken-Affen in Japan, bei denen neue Verhaltensweisen durch jugendliche Affen eingeführt und von den Weibchen übernommen wurden, von den alten Affenmännchen aber abgelehnt wurde. Möglicherweise könnte also auch die Nutzung des Sprechapparats durch die Jugendlichen eingeführt worden sein.

  5. #5
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Hm,
    alles sehr interessant soweit...
    Dann danke ich euch schon mal für eure Ausführungen!

    Viele Grüße
    P.

  6. #6
    Cornix arvum
    Gast
    Wenn man sieht, wie ähnlich die Sprachen teilweise sind, kann man davon ausgehen, daß die Sprache im Laufe der Jahrtausende durch "Wanderungen" verändert wurde.
    Ich kann mir vorstellen, daß sich die Menschen schon sehr früh darauf "geeinigt" haben, bestimmte Dinge gleich zu benennen. Um miteinander "handeln" zu können, war das überlebensnotwendig.
    Was mich immer wieder erstaunt, ist die Tatsache, daß die Sprache so vielfältig ist; man merkt das an den sogenannten "Freudschen" Versprechern, die ja oft die "wahre" Meinung des Sprechenden ausdrücken.
    Interessant ist es, daß in der Bibel von einer "Verwirrung der Sprachen" gesprochen wird; vielleicht gab es ja wirklich einmal eine sogenannte "Ur-Sprache".
    Wenn man sich mal Dokumente aus dem Mittelalter ansieht, dann sieht man auch, daß sich die Sprache gewaltig verändert hat. Manches würde man gar nicht mehr verstehen.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Servus!
    Zitat Zitat von Cornix arvum Beitrag anzeigen
    Interessant ist es, daß in der Bibel von einer "Verwirrung der Sprachen" gesprochen wird; vielleicht gab es ja wirklich einmal eine sogenannte "Ur-Sprache".
    Du meinst Gen 11, 1-9: Da heisst es u.a. "Der Herr verwirrte ihre Sprache, so dass keiner mehr die Sprache der anderen verstand".

    Das ist aber mehr ein Mythos, der den Namen "Babel" (im Hebräischen "Verwirrung", im babylonischen heisst es "Tor Gottes") erklären soll. Der biblische Autor der Geschichte hat dann einen tieferen Sinn in die Geschichte hinein gelegt: Wenn der Mensch nur auf Erfolg und Ansehen aus ist, ist es mit dem Zusammenhalt in der Gesellschaft schnell vorbei.

    Aus dieser Geschichte auf die Existenz einer "Ur-Sprache" zu schliessen, halte ich für zu weit gegriffen.

    VG
    Christian

  8. #8
    Cornix arvum
    Gast
    Ob das in der Bibel symbolisch gemeint war, oder nicht, sei dahingestellt. Ich schließe auch nicht auf die Existenz einer Ursprache, sondern versuche nur, den "sprachlichen Spuren" nachzugehen. Geschichtlich bin ich absoluter Laie;deshalb werde ich hier auch nicht etwas behaupten, was ich nicht beweisen kann. Ich lese G/Geschichte sehr interessiert; hab aber ansonsten keinerlei größeres Hintergrundwissen.

  9. #9
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    Weiß jetzt nicht genau ob das in diesen Thread gehört aber wo wir gerade bei der Erfindung der Sprache sind:

    Wann wurde eigentlich bei uns im deutschen Raum die Sprache Deutsch das erste mal erwähnt bzw. gesprochen? Zur Zeit Karls des Großen schon? Oder sogar noch eher?

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Servus!
    Zur Zeit Karls des Großen gab´s schon Althochdeutsch. Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche mussten schon 842 die Strassburger Eide zweisprachig - Althochdeutsch und Altfranzösisch - abfassen, damit die beiden Heere die Eide auch verstanden.
    Also waren die beiden Sprachen auch schon 40 Jahre vorher so weit auseinanderentwickelt, dass man sie unterscheiden konnte.

    VG
    Christian

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