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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Seereisen vor 130000 Jahren?

    Servus!

    Kuckt mal (auf englisch):
    http://www.huffingtonpost.com/2011/0..._n_803626.html

    Abgesehen davon, dass es vor 130000 Jahren in Europa weder Heidelberger Menschen noch Homo erectus gegeben haben dürfte, ein hochinteressanter Artikel.
    In Kreta wurden 130000 Jahre alte Faustkeile gefunden. Das besondere: Bislang war von Steinzeitkulturen auf Kreta keine Spur gewesen. Wie kamen die Faustkeile dorthin?
    Die Ausgräber nehmen an, dass die damaligen Menschen die mindestens 40km über das offene Mittelmeer auf irgendwelchen Wasserfahrzeugen zurückgelegt haben müssten. Somit wären die Faustkeile der bislang älteste Nachweis für Seefahrer, viel älter als die 60000 Jahre, die bis jetzt nachgewiesen werden konnten (m.W. betraf das die Distanz zwischen Java und Australien; zugeschrieben dem Homo sapiens. Der Österreicher Robert Bednarik, eigentlich ein Fachmann für Petroglyphen, hat mit den damaligen technischen Möglichkeiten ein Floß gebaut und nachgewiesen, dass die Überfahrt möglich war. Er schloss nicht aus, dass auch der Homo erectus, vor 60.000 Jahren noch in Java nachweisbar, diese Leistung vollbracht haben könnte, eventuell sogar noch viel früher).

    Die Ausgräber von Kreta schließen nicht aus, dass die Überfahrt auch von Afrika her geglückt sein könnte.

    Was haltet ihr davon?

    VG
    Christian

  2. #2
    Benutzer Rang: Majordomus
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    Es wurde also Steinwerkzeug gefunden ohne fossile Funde von Homo sapiens/erectus aus der Zeit? Optionen wären:

    - durchs Meer angespült worden ( wobei die Masse der Tools das fast ausschließt)

    - Komplett wahnsinnige Homo sapiens haben versucht das Meer zu überqueren, was ich aber persönlich auch durch den Survival Instinct ausschließen würde.

    - Durch einen kulturellen Akt eines Stammes gab es die Strafe aufs Meer verbannt zu werden mit Floß und die die auf Kreta ankamen hatten Glück.

    - Ein amerikanischer Wissenschaftler wollte berühmt werden und hat die Tools gefaked.

    - Der Minotaurus war schon lange da!

    Homo erectus würd ich nebenbei ausschließen, da dieser normalerweise nur bis vor 250.000 vorhanden war - es sei denn die Tools sind tatsächlich älter.

    lg

    ScarReno

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Oder:
    Durch irgendeine, in Vergessenheit geratene Aktion des modernen Menschen liegen sie jetzt zufällig dort!
    Frage mich manchmal wie man ausschließen will, dass z.B. eine Mittelalterfund aus dem nahen Osten weit nach Europa getragen wurde, da aber irgendwie wieder verloren und vergessen wurde und jetzt wieder ausgegraben wird .

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Hochseefahrt-Shuttleverkehr

    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Servus!


    Die Ausgräber von Kreta schließen nicht aus, dass die Überfahrt auch von Afrika her geglückt sein könnte.

    Was haltet ihr davon?

    VG
    Christian

    Servus Christian .

    Die Würmeiszeit begann vor ca. , sehr vage , 115 000 Jahren .
    Der Wasserspiegel des Mittelmeers war meistens bis 130 m tiefer als Heute .
    Viele griechische Inseln waren mit Anatolien verbunden . Allgemein waren dadurch die Küstenlinien viel weiter draußen . Die Meeresoberfläche viel kleiner .
    Die Seewege nicht soweit . Vielleicht war die Insel Kreta dadurch in Sichtweise.
    Homo Sapiens sah Treibholz im Wasser schwimmen , band mittels Bastschnüren einige Holzstämme zusammen . Und von Neugierde und Abenteuerlust getrieben paddelte er mal kurz rüber .
    Er fand unberührtes Land , keine lästigen Nachbarn und so übersiedelte er mit Sack und Pack und Familie .
    Von seinen Nackommen stammen die Steinwerkzeuge . Ganz sicher .

    Luki.

  5. #5
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    Flores Homo Erectus

    Teil I.


    Servus .

    In der Ausgabe 6.2011. im Bild der Wissenschaft stehen einige Artikel die sich mit den ersten Seefahrern befassen .

    Die Rätsel der drei Inseln .

    Da sie zu Christians Frage passen möchte ich darüber berichten .

    Auf der Insel Flores ( Indonesien ) wurden Steinartefakte gefunden .
    Die Fundorte waren Tangi Talo und Mata Menge .
    Da sie etwas unmethodisch geborgen wurden zweifelte
    die Fachwelt an dem eingeortneten Alter
    von ca. 900 000. Jahren .

    2010
    wurde zwischen den beiden Fundorten ein neuer entdeckt, Wolo Sege .


    Diese Funde wurden „ in Situ „ geborgen und praktischerweise lagen sie unterhalb einer Vulkanaschenschicht .
    Aufgrund des Verhältnis der darin enthaltenen Edelgasisotopen Argon 40 zu Argon 39 konnte eine genaue Altersbestimmung vorgenommen werden und die ist hieb - und stichfest .

    Die Ascheschicht ist 1 020 000. Jahre alt .
    Das bedeutet daß die Funde mindestens so alt sind .
    Damals lebte der Homo Erectus !!!!!!




    Zwischen den beiden Inseln Flores und Sumbawa liegen noch einige kleinere Inseln .
    Aber auch bei einem tieferliegenden Meeresspiegel blieben von der Insel Sumbawa bis zur Insel Komodo ( Warane ) noch die Entfernung von 19 Km. offener See zu überwinden .

    Ich kann mir nicht vorstellen daß sie diese Strecke mit Steinen in den Lendenschurzfalten geschwommen sind .

    Vermutlich sind sie mittels Flößen übergesetzt .


    Luki

  6. #6
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    Ohne dazugehörige Knochenfunde ist die Auffindung dieser Faustkeile sehr mysteriös. Diese können auch durch eine Naturkatastrophe angeschwemmt wurden sein. Vieleicht lagen sie auf einen Baumstamm oder ähnliches und wurden angetrieben.Platz für Spekulationen gäbe es genug.

  7. #7
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    Sokotra

    II.


    Sokotra .

    Seit 1983 forschen russische Archäologen auf Sokotra nach Relikten der vorislamischen Besiedelung .
    Sie fanden an mehreren Stellen archaische Steinwerkzeuge , direkt an der Oberfläche .
    Wie so oft spielte der Zufall eine große Rolle . Erstmals war 2008 ein Altsteinzeitspezialist dabei .
    Valery Zhukov hatte als der Spezialist keine besondere Aufgabe , denn die bisher gültige Annahme ging von einer Besiedelung der Insel erst ab 11 000. Jahre vor Heute aus .
    Er erkannte diese Funde sofort .
    Sie ähneln Funden der Oldowan Kultur 2,6 – 1,5 Millionen Jahre vor Heute ( Erstfunde in Olduvai – Tansania ). Wiederum eine Homo Erectus Kultur .
    In Moskau begutachtete der Spezialist Hizri Amirkhanov die zahlreichen Funde von 2008. bis 2010.

    Sie glichen Jenen die er selbst 1986. auf dem Festland fand . Und zwar in der Al-Guza Höhle im jemenitischen Hadramaut . Oldowan – Werkzeuge , Alter ca. 1,4. Mio. Jahre alt .

    Sokotra ist eine Insel die zu Jemen gehört .
    Bis zum Horn von Afrika ( Somalien ) sind es 250 Km. Und zur arabischen Küste 380 Km.



    Gemeinfrei , Autor Sardon .


    Zu den Funden drängen sich Fragen auf .

    Gab es Landbrücken ??
    Die See um Sokotra hat eine Wassertiefe von 190 Metern .
    Die Meereshöhe sank bei maximaler Vergletscherung
    ( Eiszeitmaximum ) um 120 Meter . Es blieben also noch
    ca 70 Meter übrig
    und wenn man die bestehenden und eventuell trockengefallene Inseln einrechnet , verbleibt als kürzeste Verbindung vom Horn ( Afrika ) nach Sokotra noch eine Strecke von 80 Km.
    Bei einer Wassertiefe von 900 Metern .

    Zum Schwimmen zu weit .

    Zweitens .
    Oberflächenfund sind zeitlich schwer genau Einzuordnen .
    Daher hoffen die Russen heuer Grabungen in Höhlen und Überhängen durchführen zu können .

    Luki.

  8. #8
    Neuer Benutzer Rang: Knappe
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    Seereisen zu dieser Zeit, da bin ich etwas skeptisch.
    Möglich das es Menschen gab die ein "Floß" bauen konnten aber sagen wir mal ein Boot das mehrere Mensch befördern konnte halte ich für dieses Zeitalter für unwarscheinlich.

  9. #9
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    Servus .


    Tashunka

    Ohne dazugehörige Knochenfunde ist die Auffindung dieser Faustkeile sehr mysteriös. Diese können auch durch eine Naturkatastrophe angeschwemmt wurden sein. Vieleicht lagen sie auf einen Baumstamm oder ähnliches und wurden angetrieben.Platz für Spekulationen gäbe es genug.


    Sie waren abgelagert unter Vulkanasche an einem Vulkanfuß .

    Im Binnenland weit weg vom Meer .
    Von Vulkanablagerungen ist die Datierung sicherer als von Fossilien .
    Es ist doch gesichert daß Homo Erectus bis Südostasien kam . Auch die Küsten entlang . Warum traut ihr ihnen nicht zu so etwas wie ein Floß zu basteln . Sein Hirn war fast so Groß wie unseres und er konnte Sprechen .


    -Nero-


    Seereisen zu dieser Zeit, da bin ich etwas skeptisch.
    Möglich das es Menschen gab die ein "Floß" bauen konnten aber sagen wir mal ein Boot das mehrere Mensch befördern konnte halte ich für dieses Zeitalter für unwarscheinlich.



    Da es auf Flores und Kreta Funde aus Schichtfolgen gab ist es mir schleierhaft wie es einzelnen Abenteurern gelungen war sich erfolgreich Fortzupflanzen ?

    Luki.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Kreta

    III.

    Servus.

    Die dritte Insel ist jene die Christian erwähnte ,
    Kreta.


    2008
    suchten deutsche , griechische und Forscher aus den USA an der Südküste , nahe dem Städtchen Plakias ,nach Artefakten .

    Sie wollten den Nachweis erbringen daß Kreta nicht erst vor 9000. sondern schon vor 11000. Jahren besiedelt war .
    Was auch gelang . Sie fanden 1600 mesolithische Pfeilspitzen , Schaber und Stichel aus Stein .

    Und wiederum brachte der Kollege Zufall die Sensation .

    Der amerikanische Experte für Steinwerkzeuge ,
    Curtis Runnels , fand einen hübschen weißen Quarzstein und nahm ihn mit als Briefbeschwerer .
    Er säuberte ihn und als die tieferstehende Sonne die Kante des Steines beleuchtete , erkannte er darauf gezielte Abschlagspuren .
    Der Briefbeschwerer war ein Schaber aus der Altsteinzeit , wie aus der Acheulen-Kultur ,
    Altpaläolithikum ca. 1 500 000. bis 150 000. Jahre vor Heute .



    Foto Thomas Strasser

    Laut offizieller Lehrmeinung dürfte es solche Funde gar nicht geben , denn Kreta war in diesen Zeiten immer eine Insel und daher unbewohnt .

    Bei tiefstem Wasserstand wäre die Entfernung nach Afrika noch ca. 350 Km.
    Und von Kleinasien mittels Inselhüpfens , betrugen die Teilstrecken zwischen 20 und 40 Km.

    Da die Gruppe nun gezielt nach weiteren Funden suchte , fanden sie ca. 200 Artefakte .
    Darunter 26 Faustkeile aus jener Epoche in der zuerst der Homo Erectus und anschließend der Homo Heidelbergensis sowie wiederum anschließend der Neandertaler lebten .

    anklicken.

    Aus Wikipedia .Autor : w:nl:hanhil.


    Das Problem war auch hier die genaue Datierung .
    Aber an fünf Fundorten steckten die Artefakte einige Zentimeter in blutroter Erde
    ( dem Paläosol ) .

    Diese terassenförmigen Abhänge , zum Meer , taxierte der Geologe Karl Wegmann
    ( State University ) auf ein Alter von mindestens 130 000. Jahren bis 700 000.Jahren .


    Ihre Vermutung ist , daß diese Neusiedler mittels Einbäumen die Insel anfuhren . Die Faustkeile hatten sie ja zur Herstellung selbiger .
    Wie in Feldversuchen nachgewiesen wurde war es möglich Bäume mit den Faustkeilen auszuhöhlen und Einbäume herzustellen .

    Da heuer weitergeforscht wird gibt es vielleicht bald genauere Erkenntnisse .

    Die Beiträge in Bild der Wissenschaft 6.2011., mit Abbildungen , sind sehr lesenswert .

    Luki.

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