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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Kannibalen in Herxheim

    Servus .

    Gerade habe ich auf Arte die Dokumentation

    Kannibalen – im Herzen Europas „ gesehen .


    Sie behandelte den Fundort Herxheim , Pfalz , der Linienbandkeramiker .
    Ich dachte schon , nichts Spektakuläres , da die Funde ja schon 2005. gemacht wurden .

    Aber neueste Grabungen und die Auswertung der Funde ergaben rätselhafte und erschreckende Ergebnisse .

    Bis jetzt galt die Erkenntniss , daß die Linienbandkeramiker ein friedliches , ackerbauendes , steinzeitliches Volk waren .
    Vor Herxheim waren nur zwei Fundstellen bekannt , wo mehrere , durch Kampf getötete , Skelette gefunden wurden .
    Thalheim ( Landkreis Heilbronn ) und
    Asparn a. d. Zaya
    ( Österreich ) .

    Diese interpretierte man bisher mit Überfällen von einsickernden Indogermanen .

    In Hexheim wurden mehrere Massengräber gefunden .
    Alle Getöteten und Verscharrten , starben ( lt. C14 ) in einem Zeitraum von 2. bis 10. Jahren .
    Bis zum 14. Lebensjahr lagert der Organismus Strontium im Zahnschmelz ein .
    Dieses nimmt man mit der Nahrung und dem Wasser zu sich .
    Daher kann man mittels Strontium – Test´s den Herkunftsort der Getöteten feststellen .
    Der Radius betrug bis zum Entferntesten 450. Km. Die Mehrzahl wohnten in einer Entfernung von 250. bis 350. Km.
    Einige kamen vom Gebirge , obwohl bis Heute keine Linienbandkeramischen Siedlung in den Bergen bekannt waren .
    Die Vermutung der Forscher :
    Ein Großteil der Getöteten gehörten zur alteuropäischen Bevölkerung .

    Aufgrund der Untersuchungen an den Knochen stellte man fest , daß sie spezielle Schnittspuren aufwiesen .
    Kollagentests ergaben , daß sie gekocht und gegrillt wurden .

    Die Knochen wurde lieblos , auch in verschiedene , Gruben versenkt .
    Ebenso Kostbarkeiten , Geschirr aus fernen Orten sowie Bodenständiges . Vorher wurde es aber zerbrochen und unbrauchbar gemacht und genau so planlos in die Gruben geschmissen .

    Es gab bis jetzt keine Fundstätte die solch ein Massaker aufwies .

    Um die Zeit etwas zu präzisieren .

    Um 5100. v.Chr. gab es eine längere Trockenperiode in Mitteleuropa .
    Um 4950. v.Chr. verschwand die Linienbandkeramiker-Kultur ganz plötzlich .
    Die Funde in Hexheim werden kurz vor dem Ende der L.B.K. eingeordnet .

    Was war der Grund warum die Menschen einer bis Dato friedlichen Kultur zu Menschenjägern wurden .
    Waren sie so verzweifelt , daß sie aus religiösen Gründen zu Kannibalen wurden ?
    Waren die Menschenopfer , wie bei den Azteken , das Wertvollste daß sie den Göttern opfern konnten .

    Wenn die Zeiten so schlecht waren , warum litten die Opfer nicht unter Mangelerkrankungen .

    Wieso nur in Herxheim ?

    Was war der Grund , daß sie anschließend , europaweit spurlos verschwanden .

    Wenn der Grund die einsickernden Indoeuropäer waren , wie war es den L.B.K. dann noch möglich , ungestört Raubzüge bis zu 450. Km. zu unternehmen und das im Zeitraum von 2. bis 10. Jahren .

    Rätsel über Rätsel .

    Nur eines ist Fix .
    Einige unserer Vorfahren waren Kannibalen ,

    Mahlzeit .

    Luki.

  2. #2
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    Eigentlich gibt es zu diesen Massengräbern eine Reihe von Artikeln, die darin religiös begründete Wiederbestattungen von Toten sehen, die aus weiten Entfernungen zusammengetragen wurden.
    Hunderte Skelette: Mysteriöses Massengrab aus der Steinzeit entdeckt | RP ONLINE
    Es gibt aber immer wieder widersprüchliche Aussagen.
    5000 vor Chr. begann die Bandkeramische Besiedlung in Mitteleuropa. So wurde auch im Stadtteil Dahlheim in Wetzlar eine große bandkeramische Siedlung gegründet. Manchmal wird geschrieben, das wäre die Zeit des Endes dieser Kultur.
    Tatsächlich hörten diese massenhaften Wiederbestattungen bald auf. Ich würde die Begründung darin sehen, das bei der Ausbreitung dieser Kulturelemente und ihrer Träger immer wieder neue kulturelle Synthesen stattfanden. Die neuen Misch-Bevölkerungen entwickelten sich unter Einfluß der älteren Kulturellen Elemente nicht einheitlich , so wie die Vorbevölkerungen ja auch nicht einheitlich war.
    Letztlich wissen wir nicht, ob die Bandkeramiker z.B. in bestimmten Regionen schon auf Indogermanen stießen o. ob diese erst später einwanderten o. wiedereinwanderten.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Eigentlich gibt es zu diesen Massengräbern eine Reihe von Artikeln, die darin religiös begründete Wiederbestattungen von Toten sehen, die aus weiten Entfernungen zusammengetragen wurden.
    Hunderte Skelette: Mysteriöses Massengrab aus der Steinzeit entdeckt | RP ONLINE
    Es gibt aber immer wieder widersprüchliche Aussagen.
    5000 vor Chr. begann die Bandkeramische Besiedlung in Mitteleuropa. So wurde auch im Stadtteil Dahlheim in Wetzlar eine große bandkeramische Siedlung gegründet. Manchmal wird geschrieben, das wäre die Zeit des Endes dieser Kultur.
    Tatsächlich hörten diese massenhaften Wiederbestattungen bald auf. Ich würde die Begründung darin sehen, das bei der Ausbreitung dieser Kulturelemente und ihrer Träger immer wieder neue kulturelle Synthesen stattfanden. Die neuen Misch-Bevölkerungen entwickelten sich unter Einfluß der älteren Kulturellen Elemente nicht einheitlich , so wie die Vorbevölkerungen ja auch nicht einheitlich war.
    Letztlich wissen wir nicht, ob die Bandkeramiker z.B. in bestimmten Regionen schon auf Indogermanen stießen o. ob diese erst später einwanderten o. wiedereinwanderten.

    Servus Paul.

    Eigentlich war ich auch der Überzeugung .
    Aber jetzt wurden die Funde interdisziplinär ausgewertet .

    Es waren Forscher und Labors von und in England , Frankreich und Deutschland , beteiligt .

    In der Kürze hatte ich über die Fundstelle im Netz gesucht .
    Aber Alles war von 2005. bezw.von 2006.
    Damals waren noch nicht so viele Funde gefunden und ausgewertet .
    Sie wurde auch mit dem damaligen Wissensstand erklärt und bewertet .

    Ich habe absichtlich keine Links beigefügt.

    Denn , wie auch in Deinem , wird Irrwitzig vermutet ,daß die Toten ausgegraben wurden und von halb Europa , als verwesende Leichen zu einem Massenbegräbnis nach Herxheim angeschleppt wurden

    Die Dokumentation war sehr objektiv .
    Sie vermittelte das Hintasten , über einen längeren Zeitraum , sowie auch Gegenmeinungen .

    Es gibt eine Wiederholung . Ob sie in der Videothek gezeigt wird , ich weiß es nicht .

    G.v.Luki.


  4. #4
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    Zitat Zitat von Luki Beitrag anzeigen
    Es gibt eine Wiederholung . Ob sie in der Videothek gezeigt wird , ich weiß es nicht .
    Als damals die Ausgrabung veröffentlicht wurde, hat auch Welt der Wunder einen Beitrag darüber gesendet (27.11.2005). Der müsste über die Homepage der Sendung noch abrufbar sein. (ich hab ihn aber nicht gefunden...is wohl doch gelöscht).

    VG
    Christian

  5. #5
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    Arte

    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Als damals die Ausgrabung veröffentlicht wurde, hat auch Welt der Wunder einen Beitrag darüber gesendet (27.11.2005). Der müsste über die Homepage der Sendung noch abrufbar sein. (ich hab ihn aber nicht gefunden...is wohl doch gelöscht).

    VG
    Christian

    Servus Christian .

    Die Sendung wird auf
    ARTE wiederholt am :

    Mittwoch den 27.7.2011. um 10´55 h.
    Sonntag den 31.7.2011. um 15´40 h.

    G.v. Luki.

  6. #6
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    Nachfolgekultur

    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    ......
    Es gibt aber immer wieder widersprüchliche Aussagen.
    5000 vor Chr. begann die Bandkeramische Besiedlung in Mitteleuropa. So wurde auch im Stadtteil Dahlheim in Wetzlar eine große bandkeramische Siedlung gegründet. Manchmal wird geschrieben, das wäre die Zeit des Endes dieser Kultur.
    ....
    Servus Paul .

    Entschuldige , aber ich habe erst jetzt begriffen , was Du mit diesem Absatz vermutlich ausdrücken wolltest .

    Konsens besteht daß die Linienbandkeramikkultur ca. 5000. v.Chr. in ihrem Verbreitungsgebiet endete .

    Im östlichen Teil ging sie fließend in die Lengyel Kultur über .
    Östlich der Elbe -Saale Linie , sowie in Polen und Böhmen folgte die Stichbandkeramikkultur .
    In Bayern das Südostbaierische Mittelneolithikum .
    In Mitteldeutschland und im Südwesten folgten Hinkelstein / Großgartach / Rössen .
    Großgartach ( Jungrössen ) soll mit der Stichbandkeramik eng verwandt sein und würde für die Gegend von Herxheim zutreffen .

    Aber welche Einflüsse könnten den Umbruch , in einem so großen Siedlungsraum , verursacht haben ?
    Die Indoeuropäer kamen ja erst viel später .

    Grüße vom Luki.


  7. #7
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Plus Artikel

    Servus .

    Es gibt über Herxheim nachfolgenden Pulsartikel mit Links .

    http://www.g-geschichte.de/pdf/plus/..._der_pfalz.pdf

    Herxheim - DFG-Projekt Bandkeramische Grubenanlage

    Luki.

  8. #8
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    Man hatte die Mitochondrien der Toten untersucht und dabei auch festgestellt, das es sich bei den Toten auch um Bandkeramiker handelte. Begleitende Funde unterstrichen dies auch. Die Opfer einer kriegerischen Auseinandersetzung mit den früheren Bewohnern der Region z.B. in Rückzugsgebieten schied damit aus. Solche Auseinandersetzungen hätten zu diesem Zeitpunkt dann auch viel weiter nördlich stattfinden müssen z.B. in Mittelhessen. Natürlich kann es schon konkurrierende politische Einheiten unter den Bandkeramikern gegeben haben, welche untereinander Krieg führten. Das Gebiet war schon sehr groß, so das ein solches Riesenreich unwahrscheinlich war.

  9. #9
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    Servus Paul.

    Die Getöteten wuchsen in Höhenlagen in einer Entfernung von 250. bis 450. Km auf .
    Wie kamen sie nach Herxheim ??
    Wurden sie überfallen und verschleppt ?

    Waren das rituelle Massentötungen , um die Götter zu besänftigen ?

    Kriegszüge um Land kann ich mir nicht vorstellen .

    G. v. Luki.

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