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  1. #131
    Benutzer Rang: Kellermeister
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    OK,Du willst also allen Ernstes behaupten,bei den Clovis handelte es sich nicht um Wildbeuter im klassischen Sinne sondern um reine Großwildjäger ?
    Das ist,mit Verlaub gesagt, nicht sehr realistisch.
    Jägerkulturen sind nie auf nur eine Wildart oder eine Größenklasse spezialisiert sondern sind immer ,schon jahreszeitlich bedingt Wildbeuter im klassischen Sinne.-Mir ist zumindest keine Kultur bekannt ,die ausschließlich Großwildjagd betreibt

    Was Zahl und Ausbreitungsgeschwindigkeit der Clovis und Fishtail betrifft, so kann man natürlich von der Art und Anzahl der Fundstellen auf die Stärke der Population schließen-und danach geht man davon aus ,daß die Gesamtzahl der damals gleichzeitig in Gesamtamerika lebenden Menschen zwischen 25 und maximal 500.000 lag-das wären also bestenfalls 84 km² pro Person. Da nicht alle Jäger waren sondern bestenfalls 1/4 hätte das Revier eines einzelnen Jägers minimal 336 km² betragen .Wie du da nur mit einem speer bewaffnet nicht nur eine sondern gleich mehrere Arten ausrotten willst,das musst du mir mal vormachen.

    Deine Behauptung ,in Afrika habe es keine indigene Großwildjäger gegeben ,geht ebenfalls an der Realität vorbei .Zum einen sei hier auf die Felsbilder in der südlichen Sahelzone und die Darstellungen europäischer Forscher verwiesen,die eindeutig Großwildjagden belegen und zum anderen genügt bereits ein Blick bei Tante Wiki:
    Zu den Tieren, die die Ogiek traditionell jagten, gehörten Buschböcke,, Büffel, Elefanten,Ducker,Schliefer,Antilopen und Riesenwaldschweine Gejagt wurde mit Hunden, Pfeil und Bogen, Speeren und Keulen und auch mithilfe von Fallen. Im Gegensatz zu anderen Jäger-Sammler-Gruppen sammeln die Ogiek kaum Wildpflanzen, auch weil es in der Region wenig Pflanzen mit größeren essbaren Bestandteilen (Knollen, Nüsse, Früchte) gibt.
    Es gab und es gibt nach wie vor also Jägerkulturen in Afrika und die habe es nicht geschafft,die Megafauna auszurotten..

    Aber zurück zum Mammut und weil ich die Klimahypothese bzw. die Multikausalitätshypothese immer noch für die plausibelste halte.:
    ein Mammut braucht pro Tag 150-300 kg Pflanzennahrung und ca. 70-90 Liter Wasser. und beim Rest der Megaherbivoren verhält es sich ähnlich.
    Solche Tiere waren also Klimaschwankungen und insbesondere Dürreperioden wesentlich stärker ausgesetzt als kleinere Tiere. Eine Abfolge von Dürreperioden kann daher eine Population mit längeren Reproduktionszyklen soweit schwächen,daß sie ausstirbt, während kleinere Tiere mit kürzerer und höherer Reproduktionsrate mit den vorhandenen Ressourcen problemlos überleben können.

  2. #132
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    Zitat Zitat von zaphodB. Beitrag anzeigen
    Was Zahl und Ausbreitungsgeschwindigkeit der Clovis und Fishtail betrifft, so kann man natürlich von der Art und Anzahl der Fundstellen auf die Stärke der Population schließen-und danach geht man davon aus ,daß die Gesamtzahl der damals gleichzeitig in Gesamtamerika lebenden Menschen zwischen 25 und maximal 500.000 lag...
    Wer ist "man"? Eine Quelle wäre nett, mir isr es ein Rätsel wie so ein Rückschluß anhand der wenigen Fundstellen möglich sein soll.

    Zitat Zitat von zaphodB. Beitrag anzeigen
    Deine Behauptung ,in Afrika habe es keine indigene Großwildjäger gegeben ,geht ebenfalls an der Realität vorbei .Zum einen sei hier auf die Felsbilder in der südlichen Sahelzone und die Darstellungen europäischer Forscher verwiesen,die eindeutig Großwildjagden belegen und zum anderen genügt bereits ein Blick bei Tante Wiki:
    Dass man generell kein Großwild erlegte habe ich nicht behauptet. Nur nicht vordergründig und auch die von dir genannten Beispiele deuten eher auf Allrounder, die auch was tun müssen für ihre Kalorien. Clovis hatte hochspezialisierte Werkzeuge zum Killen von (tertiärzeitlichen) Großtieren, die da in der Steppe standen und die neuen Zweibeiner nur blöd anglotzten. Warum sollten sie da nach Kleintieren und Wurzeln buddeln.



    Zitat Zitat von zaphodB. Beitrag anzeigen
    Aber zurück zum Mammut und weil ich die Klimahypothese bzw. die Multikausalitätshypothese immer noch für die plausibelste halte.:
    ein Mammut braucht pro Tag 150-300 kg Pflanzennahrung und ca. 70-90 Liter Wasser. und beim Rest der Megaherbivoren verhält es sich ähnlich.
    Solche Tiere waren also Klimaschwankungen und insbesondere Dürreperioden wesentlich stärker ausgesetzt als kleinere Tiere. Eine Abfolge von Dürreperioden kann daher eine Population mit längeren Reproduktionszyklen soweit schwächen,daß sie ausstirbt, während kleinere Tiere mit kürzerer und höherer Reproduktionsrate mit den vorhandenen Ressourcen problemlos überleben können.
    Beantwortet alles nicht den Aspekt, warum das kontinentweit, ja fast weltweit durch alle Klimazonen und nach sovielen überstandenen, z.T. heftigeren Klimaschwankungen ausgerechnet mit dem Eintreffen des Sapiens passierte. Nicht überall gleichzeitig, aber immer genau dann.

  3. #133
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    Quellenübersicht

    Für den interessierten Mitleser zunächst mal hier zur Übersicht:
    Quartäre Aussterbewelle ? Wikipedia

    Es gibt kaum deutschsprachige Literatur, am ehesten hier:
    Ausgerottet oder ausgestorben? Warum die Mammuts die Eiszeit nicht überleben konnten: Peter D. Ward: 9783764359157: Bücher
    Bemerkenswert, dass der Verlag das Vorwort von einem wissenschaftlichen Gegner schreiben ließ.


    Wer richtig zulangen will, braucht eine Unibibliothek oder viel Geld.

    Der Klassiker ! Eine Vielzahl von gesammelten Aufsätzen von Vertretern beider Richtungen (Mensch vs. Klima)
    Quaternary Extinctions: A Prehistoric Revolution: Paul S. Martin, Richard G. Klein: 9780816511006: Englische Bücher
    Einer der Autoren (Martin) hat kürzlich allen Ernstes vorgeschlagen, afrikanische Großtiere in geeigneten Gebieten Nordamerikas einzuführen, um die alten ökologischen Verhältnisse wiederherzustellen und gleichzeitig globalen Artenschutz zu betreiben. Naja, er war (gest. 2010) halt nicht mehr der Jüngste.

    Ähnlich, aber mehr auf die Nacheiszeit konzentriert. Ich wusste vorher nicht, dass Wildbeuter ganze Muschelarten (Süßwasser) in Nordamerika förmlich aufgegessen haben.
    Holocene Extinctions: Samuel T. Turvey: 9780199535095: Englische Bücher
    Ziemlich neu. Der Autor ist z.Z. gefrustet, weil er vergeblich nach überlebenden Chin. Flussdelphinen im Yangtse gesucht hat.

    Zu den Inseln, hier Neuseeland.
    The Lost World of the Moa: Prehistoric Life of New Zealand (Life of the Past): T. H. Worthy, Richard N. Holdaway: 9780253340344: Englische Bücher
    Fast 2000 Öcken!!! Das nenne ich mal eine Kapitalanlage, ich hab es 2003 für etwa 70 Euro gekauft.

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