Zitat:
Zitat von 913Chris Das führt mich zu einer weiteren Frage:
Etwa eine Million Jahre lang nach dem Aussterben der Insel-Oropithecus auf Korsika/Sardinien konnte sich ein weiterer Menschenaffe auf dem späteren Balkan den veränderten Umweltbedingungen anpassen (wie sah eigentlich die Umwelt auf dem Balkan zu dieser Zeit aus?)
Eine Million Jahre - das ist eine lange Zeit.
Aber offenbar nicht immer. Auch unter den afrikanischen Hominiden gibt es so einige, die sich mehr als eine Million Jahre fast unverändert halten konnten. Der H.s. dagegen (wie auch der Neandertaler) haben sich in erheblich kürzeren Zeitintervallen erheblich mehr verändert. Ist das der Einfluss der Eiszeit, oder warum veränderten sich die Hominiden in der letzten Million Jahre erheblich schneller als in den vorangegangenen Million Jahren?!?
Oder war das der Einfluss der Kultur, die die Hominiden vor etwa einer Million Jahre immer stärker entwickelten? Schon H.erectus soll ja das Feuer zumindest genutzt haben, wenn er es vielleicht auch noch nicht selber entfachen konnte...
VG
Christian |
Die Auswanderung des Homo Erectus in eine viel kältere Umwelt, mit einer veränderten Tier- und Pflanzenwelt und die dort stärkeren Klimaschwankungen hat natürlich starke Anpassungen erfordert.
Vor 350000 Jahren war das Klima in Bilzingsleben relativ gemäßigt. Die späteren Eiszeiten erforderten aber eine starke biologische und kulturelle Anpassung.
Du hast recht, der kulturelle Fortschritt hat dann die eigne Umwelt stark verändert, so das sich auch die Selektionsbedingungen angepasst haben.
Sehr gravierend waren sicherlich die Entwicklung guter Zelte und Kleidung, sowie von Fernwaffen wie z.B. Wurfspeere.
Dadurch das der Mensch dann ein viel größeres Gebiet, mit unterschiedlicheren Bedingungen bewohnte, seine Bevölkerungszahl stieg und er wahrscheinlich auch mobiler wurde, konnte sich seine Anpassungsgeschwindigkeit erhöhen.
In einer größeren Bevölkerung treten mehr Mutationen auf, durch die Wanderungen können die unterschiedlichen Gene besser neu kombiniert werden.
Die biologische Anpassungsfähigkeit wurde dann auch noch durch die kulturelle Anpassungsfähigkeit ergänzt.