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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Wilhelm II - Die Hunnenrede

    Hallo!

    "Große überseeische Aufgaben sind es, die dem neu entstandenen Deutschen Reiche zugefallen sind, Aufgaben weit größer, als viele Meiner Landsleute es erwartet haben. Das Deutsche Reich hat seinem Charakter nach die Verpflichtung, seinen Bürgern, sofern diese im Ausland bedrängt werden, beizustehen. Die Aufgaben, welche das alte Römische Reich deutscher Nation nicht hat lösen können, ist das neue Deutsche Reich in der Lage zu lösen. Das Mittel, das ihm dies ermöglicht, ist unser Heer.
    In dreißigjähriger treuer Friedensarbeit ist es herangebildet worden nach den Grundsätzen Meines verewigten Großvaters. Auch ihr habt eure Ausbildung nach diesen Grundsätzen erhalten und sollt nun vor dem Feinde die Probe ablegen, ob sie sich bei euch bewährt haben. Eure Kameraden von der Marine haben diese Probe bereits bestanden, sie haben euch gezeigt, daß die Grundsätze unserer Ausbildung gute sind, und Ich bin stolz auf das Lob auch aus dem Munde auswärtiger Führer, das eure Kameraden draußen sich erworben haben. An euch ist es, es ihnen gleich zu tun.
    Eine große Aufgabe harrt eurer: ihr sollt das schwere Unrecht, das geschehen ist, sühnen. Die Chinesen haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit des Gesandten, den Pflichten des Gastrechts Hohn gesprochen. Es ist das um so empörender, als dies Verbrechen begangen worden ist von einer Nation, die auf ihre uralte Kultur stolz ist. Bewährt die alte preußische Tüchtigkeit, zeigt euch als Christen im freudigen Ertragen von Leiden, möge Ehre und Ruhm euren Fahnen und Waffen folgen, gebt an Manneszucht und Disziplin aller Welt ein Beispiel.
    Ihr wißt es wohl, ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wißt: Pardon wird (euch) nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen. Wahrt Manneszucht.
    Der Segen Gottes sei mit euch, die Gebete eines ganzen Volkes, Meine Wünsche begleiten euch, jeden einzelnen. Öffnet der Kultur den Weg ein für allemal!
    Nun könnt ihr reisen! Adieu Kameraden!"

    Das ist die Hunnenrede, die Kaiser Wilhelm in Bremerhaven bei der Verabschiedung der Soldaten zur Niederschlagung des Boxeraufstands hielt.
    Hat jemand mehr Informationen zu ihr? Was haltet ihr von ihr? Hat sie eine historische Bedeutung?

    Gruß
    Der Maxdorfer

  2. #2
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    Besonders gut find ich:
    Zitat Zitat von Maxdorfer Beitrag anzeigen
    Nun könnt ihr reisen! Adieu Kameraden!"
    Bevor sie nicht die Rede gehört hatten, waren die Soldaten offenbar (nach Meinung Willis) nicht bereit, zu reisen??!?

    Klingt zwar so ähnlich wie "Nu siegt mal schön", aber leider mit völlig anderen Hintergedanken gesagt...

    VG
    Christian

  3. #3
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    Zitat Zitat von Maxdorfer Beitrag anzeigen
    Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen. Wahrt Manneszucht.
    Da mischt sich Europa mal wieder in chinesische Angelegenheiten ein, aber das war damals ja so üblich.

  4. #4
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    Die Geschichte des Boxer Aufstandes ist in China präsent

    Zitat Zitat von Maxdorfer Beitrag anzeigen
    Da mischt sich Europa mal wieder in chinesische Angelegenheiten ein, aber das war damals ja so üblich.
    Der Opium Krieg und der Boxeraufstand ist in der Geschichte Chinas immer noch präsent, für die Chinesen der Beweis aus dem Westen kommt nicht viel gutes..deshalb haben wir "Langnasen" keinen guten Ruf in China..

    LG
    Obelix

  5. #5
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    Zitat Zitat von Maxdorfer Beitrag anzeigen
    Da mischt sich Europa mal wieder in chinesische Angelegenheiten ein, aber das war damals ja so üblich.
    Die Boxer haben sich hauptsächlich gegen die europäiischen, aber auch gegen die Japanischen Imperatoren gewand, sie haben durch ihren brutalen Aufstand mehrere europäische Gesandsleute ermordet; ihr Hass war gegen alles westliche gerichtet. Europa hat dies als Kriegserklärung gewertet. Und die Großmächte waren sich dann seltsam einig in Anbetracht ihrer Zeit: Zusammen ging es nach China und an den "Boxern" (welches Wort übrigends auf einen Übersetzungsfehler eines englischen Korrespondenten beruht) wurde erbittert Rache genommen.

  6. #6
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    Interessante Infos, danke.

  7. #7
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    Zitat Zitat von Maxdorfer Beitrag anzeigen
    Ihr wißt es wohl, ihr sollt fechten gegen einen verschlagenen, tapferen, gut bewaffneten, grausamen Feind. Kommt ihr an ihn, so wißt: Pardon wird (euch) nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen.
    Die sog. Hunnenrede wurde gern von den Franzosen und Engländern etwas verfälscht dargestellt und zu Propagandazwecken gegen das DR verwendet.

    Vielleicht lag es auch daran, dass sich Wilhelm zu protzig aufgeführt hatte und seine Wortwahl zu Fehlinterpretationen Anlass gab, vor allem für diejenigen, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren.


    Verschiedene englische und französische Tageszeitungen machten aus dem obigen Satz Folgendes:

    Pardon wird nicht gegeben, Gefangene werden nicht gemacht. Führt eure Waffen so, daß auf tausend Jahre hinaus kein Chinese mehr es wagt, einen Deutschen scheel anzusehen.

    Klingt dann so, als ob Wilhelm forderte, keine Gefangene zu machen - was er nicht tat!

  8. #8
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    Wo ist jetzt der Unterschied?

  9. #9
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    Zitat Zitat von Diviciacus Beitrag anzeigen
    Wo ist jetzt der Unterschied?

    In seiner Rede meinte er, dass der Feind kein Pardon gibt und keine Gefangenen macht ('...wenn ihr an ihn kommt...').

    In der entstellten Version klingt es so, als ob Wilhelm seine Soldaten dazu auffordert, kein Pardon zu geben und keine Gefangenen zu machen!

  10. #10
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    Wie niedlich;

    W II meinte wohl, er dachte wohl, er wollte damit sagen ...


    Adwi will uns wohl verscheissern, wie immer.




    LG

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