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19.01.2012, 23:51
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 17.07.2009 Ort: nordrhein-westfalen
Beiträge: 213
| Kolonialgräuel und deren Aufarbeitung Kolonialgräuel und deren Aufarbeitung
So, ich hab´mir gedacht, dass es aus aktuellem Anlaß nicht uninteressant sein kann, darüber zu diskutieren, inwieweit die Kolonialmächte ( Also alle Staaten mit überseeischem Besitz um 1900 herum) ihre Kolonialgeschichte heute bewerten bzw wie sie mit ihr umgehen- wobei dabei sicherlich auch die Erinnerung der Nachfahren der Kolonisierten zur Sprache kommen sollte.
Ich fange mal mit Belgien an: Soweit ich weiß, stehen Leopolds Brüsseler Prachtbauten ( Leopolds Gewinnspanne im Kongogeschäft war enorm und da konnte er sich solchen Luxus durchaus leisten) und das große Denkmal weiterhin ohne einen Hinweis auf die sprichwörtlich rücksichtsloseste Ausbeutung der heutigen DR Kongo- dies ist nur das optisch sichtbarste Zeichen der Ignoranz.
Das Auslöschen von mindestens zehn Millionen Menschen und das Verkrüppeln von Hunderttausenden wird totgeschwiegen oder es heißt sinngemäß: "Verantwortlich bzw schuldig waren Leopold und eine Handvoll skrupelloser Handelsagenten".
Die Wahrscheinlichkeit, dass Belgien (das nach der Übernahme ab 1908 weiterhin große Umsiedlungsaktionen im Kongo durchführte, da einige Gegenden regelrecht entvölkert worden waren und damit weitere,für den Kongo noch heute katastrophale Folgen auslöste) in den nächsten Jahren etwas ändert, halte ich leider für sehr gering. Da gibt es aktuell das weiter schwelende Problem über die Zukunft des kleinen Staates, also wird man sich dort nicht mit dem "Aufwärmen oller Kamellen" noch zusätzlich belasten.
gruß Ned |
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23.01.2012, 17:56
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| Vorweg, schade, dass die Themen die in kein Unterforum gepostet werden, noch immer nicht von dem Button "Neue Beiträge" erkannt werden. So werden viele dieses Thema wohl übersehen (Hallo Redaktion, bitte mal tätig werden, dürfte nicht so arg aufwendig sein). Zitat:
Zitat von ned rise Kolonialgräuel und deren Aufarbeitung
[...] | Das letzte Land was seine Kolonien in Afrika räumte war Portugal. Portugal führte einen grausamen Krieg in Afrika. Hier kam der Verlust von überregionaler Bedeutung zu einer depressiven Grundstimmung im Heimatland, sodass der Kolonialkrieg mit übertriebener Härte geführt wurde zu dem Zweck sich doch noch etwas überregionale Präsenz zu erhalten.
Wie es um die Aufarbeitung in der jungen Demokratie steht/stand weiß ich gar nicht (mehr).
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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23.01.2012, 18:03
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#3 (permalink)
| | Administrator Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 360
| So in etwa? |
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23.01.2012, 19:38
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 07.02.2010 Ort: Frankfurt a.M.
Beiträge: 1.074
| Niederlande Die Niederlande machten Indonesien zur Kolonie um dieses reiche Land auszubeuten, also ein ganz normales kolonialistisches Verhalten. Den Reichtum, den sie aus diesem Land zogen, sieht man an den Häusern in Holland (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam). Als die Japaner im WK II das Land besetzten, wurden sie von vielen Indonesiern als Befreier Begrüßt, bis sie merkten, dass sie nur einen neuen, asiatischen, Kolonialherrn, hatten. Als die Holländer wiederkamen hatten sie nichts dazugelernt. Gegen die indon. Freiheitsbewegung mobilisierten sie holländische freiwillige Mörderbanden, die ganze Dörfer ausrotteten. Erst die massive diplomatische Intervention der ach so boesen USA fuehrte zur indonesischen Unabhängigkeit. Die Hollaender bestanden darauf, dass West-Neu-Guinea Kolonie bleib. Den Grund dafür werde ich nie begreifen. Die Holländer taten n i c h t s um das Land zu entwickeln und müssten es dann an die indonesische Fremdherrschaft ausliefern, wo es nun unter Befreiungskriegen leidet. West-Irian, wie es heute heißt, ist interessant für die korrupte indon. Herrschaft wegen der großen von Amerikanern betriebenen Gold- und Kupferminen.
Geändert von Harald (23.01.2012 um 19:52 Uhr).
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23.01.2012, 19:49
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von ned rise Kolonialgräuel und deren Aufarbeitung
So, ich hab´mir gedacht, dass es aus aktuellem Anlaß nicht uninteressant sein kann, darüber zu diskutieren, inwieweit die Kolonialmächte ( Also alle Staaten mit überseeischem Besitz um 1900 herum) ihre Kolonialgeschichte heute bewerten bzw wie sie mit ihr umgehen- wobei dabei sicherlich auch die Erinnerung der Nachfahren der Kolonisierten zur Sprache kommen sollte. | Ich vermute den meisten Menschen, die in den ehmaligen Kolonialmächten leben interessieren die Kolonialgräuel nicht wikrlich. Wobei ich Deutschland als ausnahme sehe. In der Schule wird der Auftsand der Herero und Nama ausführlich besprochen. Ob das in den anderen ehmaligen Kolonialmächten passiert weiß ich nicht und ich bezweifel es auch.
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
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24.01.2012, 17:18
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| Zitat:
Zitat von Harald Die Niederlande machten Indonesien zur Kolonie um dieses reiche Land auszubeuten, also ein ganz normales kolonialistisches Verhalten. Den Reichtum, den sie aus diesem Land zogen, sieht man an den Häusern in Holland (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam). Als die Japaner im WK II das Land besetzten, wurden sie von vielen Indonesiern als Befreier Begrüßt, bis sie merkten, dass sie nur einen neuen, asiatischen, Kolonialherrn, hatten. Als die Holländer wiederkamen hatten sie nichts dazugelernt. Gegen die indon. Freiheitsbewegung mobilisierten sie holländische freiwillige Mörderbanden, die ganze Dörfer ausrotteten. Erst die massive diplomatische Intervention der ach so boesen USA fuehrte zur indonesischen Unabhängigkeit. Die Hollaender bestanden darauf, dass West-Neu-Guinea Kolonie bleib. Den Grund dafür werde ich nie begreifen. Die Holländer taten n i c h t s um das Land zu entwickeln und müssten es dann an die indonesische Fremdherrschaft ausliefern, wo es nun unter Befreiungskriegen leidet. West-Irian, wie es heute heißt, ist interessant für die korrupte indon. Herrschaft wegen der großen von Amerikanern betriebenen Gold- und Kupferminen. | Ich habe einmal gehört, dass auch die geschlagenen Japaner die Indonesier massiv mit Waffen versorgten, weißt Du da Näheres?
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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