| 2009 - Außer einem Haydn- auch ein Händel-Jahr Am 14. April jährt sich zum 250. Mal der Todestag des großen deutschen Komponisten Georg Friedrich Händel. Für die an Musik Interessierten stelle ich hier mal seinen Lebenslauf ein: Händel, Georg Friedrich; deutsch-englischer Komponist und Organist (*Halle 24.2.1685 †London 14.4.1759). Der Sohn eines fürstlich-sächsischen Leibchirurgen und zu den größten Komponisten des Spätbarock gezählte Händel, der zu seinen Lebzeiten als der international berühmteste Musiker galt und einer Familie ohne jeden musikalischen Ehrgeiz entstammte, sollte nicht Musiker, sondern Jurist werden. Auf Fürsprache des Fürsten wurde er aber Schüler des hallensischen Organisten Zachow und erhielt nach seiner Ausbildung im Jahre 1702 seine erste Organistenstelle an der reformierten Kirche, dem Dom, in Halle. Von 1703 bis 1706 war er in Hamborg als Geiger und Chembalist an der Oper Reinhard Keisers am Gänsemarkt tätig; in dieser Zeit schrieb er seine erste deutsche Oper „Almira“. Bis 1706 folgten drei weitere Opern, deren Partituren heute jedoch verschollen sind.
Bei seinen anschließenden Italienreisen von 1706 bis 1710 mit Aufenthalten im Herbst 1706 in Florenz und im Sommer 1707 und 1708 in Rom, wo er Arcangelo Corelli kennenlernte, und im Spätsommer 1707 in Neapel, alles unter der Schirmherrschaft des Adels und des Klerus, lernte er weitere der berühmtesten italienischen Komponisten seiner Zeit kennen und schrieb Serenaden, ein italienisches Oratorium, Opern und über hundert kleinere weltliche Kantaten; gefördert wurde Händel in dieser Zeit von dem einflußreichen Komponisten Agostino Steffani. Seinen spektakulärsten Erfolg in Italien hatte er mit der Aufführung seiner fünften Oper, „Agrippina“ im Jahre 1709 in Venedig.
Lebens- und Kunsterfahrungen ließen Händel, den hübschen „blonden Sachsen“ von herkulischer Statur, rasch zum vielbegehrten Musiker reifen. Als ab 1710 kurfürstlich-hannoveranischer Kapellmeister für nur kurze Zeit ging Händel im Jahr darauf nach London und führte dort noch im selben Jahr mit großem Erfolg seine Oper „Rinaldo“ auf. Er kehrte kaum noch auf den Kontinent zurück und arbeitete als Hofkomponist und für die Oper. Als sein Hannoveraner Arbeitgeber im Jahre 1714 als Georg I. König von England wurde, mußte sich Händel wegen seines Fernbleibens von Hannover rechtfertigen. Während der Aufführung der „Wassermusik“ auf der Themse im Jahre 1715 versöhnten sich die beiden Männer. Unter der Patronage des Herzogs von Chandos komponierte er von 1717 bis 1720 das Oratorium „Esther“ und die elf Chandos-Hymnen für Chor und Streichorchester.
Für das in königlichem Auftrag gegründete Opernhaus schrieb Händel ab 1720 vierzehn spätbarocke italienische Opern, darunter im Jahre 1724 „Julius Cäsar“ und „Tamerlano“. Nachdem Händel im Jahre 1727 britischer Bürger geworden war, brach trotz seines international zunehmenden Rufs und des Siegeszugs seiner Opern das königliche Opernhaus finanziell zusammen und auch seine weiteren Versuche, Musikinstitute als ständige Einrichtungen zu schaffen, scheiterten. Außerdem benutzte der englische Hochadel die Gelegenheit, den Neapolitaner Nicolà Porpora und dessen italienischen Künstler gegen Händel auszuspielen.
In der Folge rief Händel mit der Oper „Arianna“ eine dritte Musikakademie im Covent-Garden-Theater ins Leben, aber auch dieses Unternehmen brach im Jahre 1737 zusammen. Es zeigte sich nunmehr, daß der völlig vermögenslos gewordene Händel klug gehandelt hatte, indem er schon seit 1733 in jährlicher Folge jene großen Chorwerke veröffentlichte, die sich auf eine sehr alte italienische Tradition und auf die großzügige Pflege geistlicher und weltlicher Vokalmusik in England gründeten: das „Oratorio“ Händels trat in seine bedeutendste kunstgeschichtliche Phase ein – es war, geschichtlich und künstlerisch gesehen, die radikalste Reform der Händelschen Oper.
Als Händel im Jahre 1733 mit „Deborah“ und „Athalia“ konsequent das Ziel einer neuen konzertmäßigen Oratorienkunst ins Auge faßte, bedeutete das jedenfalls nicht, daß er seinem Publikum die geistige Überlegenheit der neuen Kunstform über das mit hunderterlei Kompromissen überlagerte Theater der Sängereitelkeit und des leeren Sinnengenusses demonstrieren wollte. So war sein Triumph als Oratorienmeister ein geistiger Sieg, und als solcher wurde er auch von den Besten seiner Zeitgenossen verstanden.
Nach schwerer Krankheit wandte sich Händel ganz der Komposition von Oratorien zu. „Saul, „Israel in Ägypten“ und der in Dublin uraufgeführte „Messias“ von 1742, dessen „Halleluja“ zu den meistgesungenen Werken der Musikliteratur gehört, stammen aus dieser Zeit. Neben wieder verstärkter Organistentätigkeit schrieb Händel im Jahre 1743 anläßlich des englischen Sieges über die Franzosen im Zuge des Österreichischen Erbfolgekrieges das „Dettinger Te Deum“ und zum Aachener Frieden von 1749 die „Feuerwerksmusik“. Mit dem „Triumph von Zeit und Wahrheit“ komponierte er, seit 1751 am schwarzen Star erkrankt, im Jahre 1757 sein letztes Werk. Die rasch fortschreitende Erblindung hinderte Händel nicht an der Ausübung seiner künstlerischen Pflichten. Erst nach einem Schlaganfall zog er sich zur Genesung nach Aachen zurück. - Der gefeierte Komponist wurde in der „Poets Corner“ in Westminster Abbey beigesetzt. Im Gegensatz zu seinem Altersgenossen Johann Sebastian Bach gehörte Händel in seinem ganzen Wesen dem äußeren, ja dem politischen Leben seiner Zeit.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen!
Geändert von PèreJoseph (10.04.2009 um 13:49 Uhr).
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