Nun, Karl Mays Werk fiel in das zeitalter, das den "edlen Wilden" idealsierte, nicht nur in Deutschland, sondern auch z.B. in England. Es entstanden viele Romane, in denen sich das Bild des Wilden, der zuvor immer als barbarisch und böse, primitiv im Geist dargestellt wurde, wandelte. Der neue, der "edle Wilde" besaß trotz seiner rückständigen Umgebung hohe moralische Werte und ein angeborenes Anstandsgefühl, das ihm zuvor immer abgesprochen worden war. Und die Idee des edlen Wilden (Noble Savage), der im Einklang mit der Natur lebt und dennoch hohe moralische Werte besitzt, ist seither nie so ganz aus der Mode gekommen...
Im Prinzip ist ja auch "Avatar" nichts anderes als "Winnetou"... Nur daß hier die Frau des Stammes nicht mehr sterben muss, um das moralische Dilemma zu lösen, in dem der Held steckt, wenn er sich in die edle Wilde verliebt hat... (oh, wei, jetzt kriege ich sicher wieder Haue

)