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08.09.2011, 22:46
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 28.10.2008 Ort: Alfeld/NDS
Beiträge: 2.895
| Wirtschaftssysteme Da das Thema mal wieder aufkam, hier der passende Thread zum Thema:
Wie steht ihr zur reinen Markt- bzw. Planwirtschaft und gibt es gangbare Wege dazwischen?
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Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
-im Kommunismus ist es genau umgekehrt!
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08.09.2011, 23:00
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Es gab noch nie reine Markt- oder Planwirtschaften, würde ich behaupten. So gesehen, kennen wir nur Wege dazwischen.
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09.09.2011, 09:41
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Ich würde auch sagen, daß sowohl die reine Markt- als auch die reine Planwirtschaft Modelle der Wirtschaftsheorie sind, die nur unter völlig unrealistischen Bedingungen eintreffen könnten.
Sie dienen als Grundlage zur Planung von Wirtschaftsprozessen, die aber von zu vielen Faktoren abhängig sind, die nicht planbar sind. Das gilt nebenbei auch für die reine Marktwirtschaft- es gibt ja auch hier immer wieder "irrationales" Käuferverhalten, das die reine Marktwirtschaft stört...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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09.09.2011, 10:26
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 29.09.2010
Beiträge: 134
| Ich bin gar nicht mal unbedingt der Meinung,dass man am System der Marktwirtschaft überhaupt etwas grundlegendes ändern kann auf lange Sicht.Das Vermehren von Eigentum und das sich Messen mit anderen steckt dem Menschen in den Genen.
Was aber wünschenswert wäre,das wäre ein völlig anderer Unternehmertypus.
Nämlich brauchen wir Unternehmer mit grossem sozialen Gewissen. Krupp und auch in gewisser Weise sogar Fugger haben das vorgemacht. Es geht auch anders,es geht auch MIT Gewinn und MIT den Menschen.
Vorstellbar wäre auch,dass grosse Unternehmen die Pflicht haben müssten,einmal im Jahr ein grösseres soziales Projekt in Deutschland zu finanzieren und das auch öffentlich - von mir aus sogar mit Werbeeffekt- publik machen.
Es geht darum,dahin zu kommen,dass es chic ist und auch lohnenswert mit Werbeeffekt, sich sozialen Projekten wirtschaftlich zu nähern.
Ich denke da vor allem an Kinder aus ärmeren Schichten und auch an sonstige vom Schicksal benachteiligte.
Ich hätte kein Problem damit, meine Kinder auf eine Schule zu schicken, wo am Eingangstor "gesponsert by VW " steht. Das nur mal als Beispiel.
Es geht letztlich nur darum,die Marktwirtschaft DIREKT mit sozialen Belangen zu verknüpfen und auch den Prozess des Gewinnstrebens damit zu verknüpfen.
Ein kleiner Paradigmenwechsel ist dafür aber zunächst notwendig.Wird auch kommen,wenn die Verhältnisse immer unwägbarer werden. |
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09.09.2011, 10:39
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Zitat:
Zitat von Linus Was aber wünschenswert wäre,das wäre ein völlig anderer Unternehmertypus.
Nämlich brauchen wir Unternehmer mit grossem sozialen Gewissen. Krupp und auch in gewisser Weise sogar Fugger haben das vorgemacht. Es geht auch anders,es geht auch MIT Gewinn und MIT den Menschen. | Krupp war doch ein Patriarch, der zu seinen Arbeitern eine Einstellung ähnlich der zu Haustieren hatte. Eine Kuh muss man auch gut behandeln, damit sie viel Milch und gutes Fleisch gibt...
Die Trennung Arbeitnehmer/-geber könnte man dadurch auflockern, in dem ein Teil des Lohnes als Unternehmensbeteiligung/Gewinnbeteiligung ausbezahlt werden muss.
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09.09.2011, 11:21
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| ...und Fugger hat die Fuggerei errichtet, um sich a) ein besseres Gewissen zu verschaffen und so etwas für sein Seelenheil zu tun (alle Bewohner der Fuggerei waren/sind (!!) verpflichtet, für den alten Jakob zu beten...) und um b) so seinen Ruf aufzupolieren - "fuggern" war zu Zeit Jakobs d.Ä. zum Synonym geworden für Handeln, Schachern und "Geld machen".
Die Fugger hatten Albrecht von Brandenburg, der mit seinem Ablaßhandel Martin Luther zu seinem berühmten Thesenanschlag in Wittenberg provozierte, seine bislang unerhörte Anhäufung von Bistümern und Erzbistümern ermöglicht und finanziert.
Seine Schulden bei den Fuggern zahlte Albrecht mit Einnahmen aus dem Ablaßhandel. Als das bekannt wurde, waren die Fugger bei der Bevölkerung endgültig „unten durch“. Was ohnehin jeder von ihnen glaubte, wurde damit bestätigt: Für Geld taten die Fugger alles.
Kein Wunder, daß Jakob Fugger sich bemühte, seinen Ruf auf zu polieren. Sein Poliermittel war genial: Anstatt wie seine Kollegen in Augsburg, Florenz und Rom Künstler zu finanzieren, kümmerte er sich um die Armen.
Das wirkt (offensichtlich) bis heute...
Nebenbei sorgte Fugger übrigens durch die Fuggerei - in die nur Katholiken einziehen durften - dafür, dass in der zwischen Protestanten und Katholiken gespaltenen Stadt Augsburg das katholische Element gestärkt wurde...
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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09.09.2011, 12:25
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 02.10.2008
Beiträge: 6.625
| Zitat:
Zitat von 913Chris ...und Fugger hat die Fuggerei errichtet, um sich a) ein besseres Gewissen zu verschaffen und so etwas für sein Seelenheil zu tun (alle Bewohner der Fuggerei waren/sind (!!) verpflichtet, für den alten Jakob zu beten...) und um b) so seinen Ruf aufzupolieren - "fuggern" war zu Zeit Jakobs d.Ä. zum Synonym geworden für Handeln, Schachern und "Geld machen".
Die Fugger hatten Albrecht von Brandenburg, der mit seinem Ablaßhandel Martin Luther zu seinem berühmten Thesenanschlag in Wittenberg provozierte, seine bislang unerhörte Anhäufung von Bistümern und Erzbistümern ermöglicht und finanziert.
Seine Schulden bei den Fuggern zahlte Albrecht mit Einnahmen aus dem Ablaßhandel. Als das bekannt wurde, waren die Fugger bei der Bevölkerung endgültig „unten durch“. Was ohnehin jeder von ihnen glaubte, wurde damit bestätigt: Für Geld taten die Fugger alles.
Kein Wunder, daß Jakob Fugger sich bemühte, seinen Ruf auf zu polieren. Sein Poliermittel war genial: Anstatt wie seine Kollegen in Augsburg, Florenz und Rom Künstler zu finanzieren, kümmerte er sich um die Armen.
... | Nun war das allerdings auch nötig, da Süddeutschland damals das Armenhaus Europas war.
M.E. werden die Fugger und überhaupt die süddeutschen Gebiete damals gewaltig überschätzt,
die kulturelle und wirtschaftliche Geige wurde anderswo gespielt.
LG |
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09.09.2011, 12:51
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 28.10.2008 Ort: Alfeld/NDS
Beiträge: 2.895
| Zitat:
Zitat von Linus Ich bin gar nicht mal unbedingt der Meinung,dass man am System der Marktwirtschaft überhaupt etwas grundlegendes ändern kann auf lange Sicht.Das Vermehren von Eigentum und das sich Messen mit anderen steckt dem Menschen in den Genen.
Was aber wünschenswert wäre,das wäre ein völlig anderer Unternehmertypus.
Nämlich brauchen wir Unternehmer mit grossem sozialen Gewissen. Krupp und auch in gewisser Weise sogar Fugger haben das vorgemacht. Es geht auch anders,es geht auch MIT Gewinn und MIT den Menschen.
Vorstellbar wäre auch,dass grosse Unternehmen die Pflicht haben müssten,einmal im Jahr ein grösseres soziales Projekt in Deutschland zu finanzieren und das auch öffentlich - von mir aus sogar mit Werbeeffekt- publik machen.
Es geht darum,dahin zu kommen,dass es chic ist und auch lohnenswert mit Werbeeffekt, sich sozialen Projekten wirtschaftlich zu nähern.
Ich denke da vor allem an Kinder aus ärmeren Schichten und auch an sonstige vom Schicksal benachteiligte.
Ich hätte kein Problem damit, meine Kinder auf eine Schule zu schicken, wo am Eingangstor "gesponsert by VW " steht. Das nur mal als Beispiel.
Es geht letztlich nur darum,die Marktwirtschaft DIREKT mit sozialen Belangen zu verknüpfen und auch den Prozess des Gewinnstrebens damit zu verknüpfen.
Ein kleiner Paradigmenwechsel ist dafür aber zunächst notwendig.Wird auch kommen,wenn die Verhältnisse immer unwägbarer werden. | So wäre aber sämtliche soziale Sicherheit in unserem Land in Privatbesitz! Mit dem Unternehmertypus gebe ich dir recht, aber über die Gelder muss der Staat verfügen können und in der Lage sein, das Geld da einzusetzen, wo es wirklich gebraucht wird. Sonst kan es nämlich passieren, dass alle Unternehmer in Kindergärten investieren und die Arbeitslosen gleichzeitig auf der Straße verhungern, weil keiner mehr die Tafeln bezahlt.
Das Sozialwesen ist eine der fundamentalen Kernaufgaben zumindest unseres Staates, daran darf sich meiner Meinung nach nichs ändern!
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Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
-im Kommunismus ist es genau umgekehrt!
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09.09.2011, 13:08
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Zitat:
Zitat von Linus Ich bin gar nicht mal unbedingt der Meinung,dass man am System der Marktwirtschaft überhaupt etwas grundlegendes ändern kann auf lange Sicht.Das Vermehren von Eigentum und das sich Messen mit anderen steckt dem Menschen in den Genen.
Was aber wünschenswert wäre,das wäre ein völlig anderer Unternehmertypus.
Nämlich brauchen wir Unternehmer mit grossem sozialen Gewissen. Krupp und auch in gewisser Weise sogar Fugger haben das vorgemacht. Es geht auch anders,es geht auch MIT Gewinn und MIT den Menschen. . | Dann mußt du aber konsequenterweise die Zerschlagung globaler Konzerne fordern. (Eine Forderung, über die es sich - zumindest theoretisch mal nachzudenken lohnte.)
Ich denke nämlich, daß sich sehr viele mittelständische Unternehmer gar nicht so großartig ändern müßten, um deine Forderung zu erfüllen. In der Regel sind sie sozial verantwortungsbewußt und tun viel für die Gemeinden, in denen ihre Unternehmen ansässig sind. Die mittelständischen Unternehmer wissen nämlich, daß sie die Leidtragenden sind, wenn es zu Randalen kommt. Zumindest die Mehrheit.
Anders dagegen die global operierenden Konzernen. Denen ist der soziale Frieden und dergleichen total schnuppe. Verschlechtern sich die Bedingungen, dann geht man eben da hin, wo es besser ist. Basta. Diese Konzerne sind nichts anderem mehr verpflichtet als dem Gewinnstreben ihrer Anteilseigner. Und vor allem hier bleibt soziales Gewissen auf der Strecke. Zitat:
Zitat von Linus Ich hätte kein Problem damit, meine Kinder auf eine Schule zu schicken, wo am Eingangstor "gesponsert by VW " steht. Das nur mal als Beispiel. | Ich schon. Ich würde mich dann nämlich fragen, welche Gegenlesitung die Schule daür bringen muss. Vielleicht bekommen dann die Kinder ja beigebracht, daß es besser ist, die spritschluckenden VW-. Fahrzeuge zu kaufen (für den sozialen Frieden und dergleichen) als ein umweltfreundlicheres Modell aus z.B. Frankreich...
Nein, der VW Konzern soll mal hübsch nur anstädnig seine Steuern zahlen und sich nicht die gewünschten Autobahnen als zulieferstrecken nicht vom Steuerzahler bezahlen lassen, dann bliebe schon ordentlich was übrig für die Schulen...
Den Rest kommentiere ich jetzt erst mal nicht... 
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Wilhelm Busch |
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09.09.2011, 13:11
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Zitat:
Zitat von Rohana Dann mußt du aber konsequenterweise die Zerschlagung globaler Konzerne fordern. (Eine Forderung, über die es sich - zumindest theoretisch mal nachzudenken lohnte.) | Dann lass uns das mal tun 
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