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Tags: gedichte, hymnen, lieder

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Alt 14.06.2008, 18:34   #1 (permalink)
Benutzer
Rang: Kellermeister
 
Benutzerbild von Anonemuss
 
Registriert seit: 07.06.2008
Ort: Europa, Schweiz
Beiträge: 44
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Gedichte und Lieder

Ich hab mir gedacht man könnte doch mal einen Thread eröffnen in dem Mann verschiedene Gedichte hineinschreiben kann die einem begegnen, wenn man historisches liest.
Denn viel Wahrheit steckt in den Liedern und vieles wurde so weitergegeben, weil viele nicht schreiben konnten.

Ich hab hier ein Ragnarök Gedicht, in diesem Fall die Übersetzung.

1.)
Dereinst beginnt vom Schicksal gezeichnet
das Los der Rater sich zu wenden.
Wenn Baldur segelt im Feuer zur Hel
unselige Zeiten zum Siege sich wähnen.

2.)
Auf Midgard, der Menschen Stätte,
sich Söhne gegen die Väter stellen.
Der Ahnen Seelen wird Verehrung verwehrt.
So, wisst ihr zu deuten?

3.)
Unholde Disen, bislang von Baldur bedrängt,
durchziehen die Gauen des Menschenheims.
Wissen Streit und Krieg und steten Zwietracht
unter den Kindern Heimdalls zu stiften.

4.)
Beilalter herrscht, es hauen die Äxte
die Häupter der besten Krieger entzwei.
Rot färbt sich Jörd vom Blute der Recken.
So, wisst ihr zu deuten?

5.)
Schwertalter herrscht, es kreuzen sich Klingen,
tiefe Wunden in Körpern klaffen.
Rot färbt sich Jörd vom Blute der Recken.
So, wisst ihr zu deuten?

6.)
Windzeit herrscht, er verstreuen die Völker
auf weiten Wegen ihre Samen.
Entweiht wird das Odal durch fremden Besitz.
So, wisst ihr zu deuten?

7.)
Wolfszeit herrscht, es regieren die Wölfe,
Geschlechter der Menschen mit falscher Gesinnung.
Schwarz ist die Nacht, noch dunkler die Seele.
So, wisst ihr zu deuten?

8.)
Von Richtern gebrochen wird heiliges Recht,
das heilige Thing von ihnen entweiht.
Neid bringt Tod und dunkle Nacht,
in heitere Herzen tiefe Finsternis

9.)
Es tönt das Horn – Heimdall bläst.
Zum Thing treffen sich hochheilige Götter.
Mimirs Haupt zieht Odin zu Rate,
wissend zu nützen den Runenzauber.

10.)
Surt zieht mit seinen Söhnen
heran von Süden auf Naglfar.
Es steuert das Schiff der Schlange Vater
um Verderben und Vernichtung zu sähen.

11.)
Es bricht die Fessel Fenrirs -
los reißt sich der Wolf.
Odin entgegen stürmt Hels Bruder,
reißt auf den Rachen – Odin stirbt.

12.)
Doch Widar reißt wutentbrannt
dem Wolfe heftig das Maul entzwei,
zu rächen Allvaters Tod
durch des Untiers scharfen Biss.

13.)
Mit großem Getöse steigt die Schlange -
Jörmungand – aus den salzigen Fluten.
Sie speit ihr Gift dem Sohn der Erde,
dem Segner Midgards – Thor – entgegen.

14.)
Aber Mjöllnirs Macht zermalmt ihr Haupt,
ausgehaucht hat sie nun ihr Leben.
Doch Thor muss fallen vom Hauch der Schlange
vergiftet noch neun Schritt zurück.

15.)
Frey misst seine Stärke mit Surt,
vermisst jedoch sein treffliches Schwert.
Dennoch, fallen müssen beide Kämpfer,
durch des andren Hände Kraft.

16.)
Mit Hass und Verachtung ziehen zwei Wölfe
Sonne und Mond hastig hinterher.
In deren gierigen Rachen nun verschwinden
verschlungen die beiden Geschwister.

17.)
Es bebt der Stamm des Weltenbaumes,
die Feuer brennen in allen Welten.
Erschlagen wird Alles – oder verbrannt.
Nichts bleibt wie es einstmals war.

18.)
Viele der Götter werden fallen -
großmächtige Rater – durch der Riesen Hand.
Der Bruder im Blute trägt Schuld daran.
So, wisst ihr zu deuten?

19.)
Vorbei ist der Brand der die Welten verschlang,
besiegt haben die Götter den mächtigen Feind.
Neu entstehen die Gestirne und Welten,
durch der jungen Götter Macht und Stärke.

20.)
In Weltenbaums Gipfel finden sich zwei Menschen,
unbeschadet haben sie überlebt.
Neue Geschlechter werden sie begründen,
mit dem Segen der Götter in eine neue Zeit.
__________________
Krieg ist eine schwierige Angelegenheit, er verlangt Geschick und Präzision.
Anonemuss ist offline  
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Alt 06.01.2010, 01:09   #2 (permalink)
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Rang: Majestät
 
Benutzerbild von Scifi
 
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
Scifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nettScifi ist einfach richtig nett
Das ist ein neuheidnisches Gedicht, nichts Historisches.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Scifi ist offline  
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Alt 02.06.2011, 07:51   #3 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Kanzler
 
Benutzerbild von Hornblower
 
Registriert seit: 01.08.2010
Beiträge: 598
Hornblower wird schon bald berühmt werden
Kriegsruf von Kallinos
Bis wann zaudert ihr noch? Wann fasst ihr entschlossen ein Herz euch,
Jünglinge? Schämt ihr euch nicht vor den Bewohnern des Gaus,
Daß ihr, die Hände im Schoß, als säßet ihr mitten im Frieden,
Träg hindämmert, und rings wütet im Lande der Krieg?
Auf, in den Kampf und werft euch vor die Brust die gebuckelte Tartsche!
Noch mit stebenderHand schleudert das letzte Geschoß!
Denn das ehr und verherrlicht den Mann, für en Boden der Heimat
Fechtend, für Weib und Kind mutig den Feind zu bestehn.
Einmal kommt der Tod für jeglichen, wann es
Das Schicksal immer verhängt. Gradaus stürme dann jeder voran,
Hoch den geschwungenen Speer ud das tapfere Herz an den Schildrand,
Drängend, sobald im Gewühl Mann ich begegnet mit Mann!
Denn dem Todesgeschick zu entgehn ward keinem beschieden,
Wär er dem Stamme sogar ewiger Götter entsproßt.
Mancher freilich entflieht der Gefahr und dem Sausen der Lanzen,
Und am eignen Herd rafft ihn die Moira dahin;
Aber um ihn nicht trauert die Stadt, noch wünsht sie zurück ihn,
Dch den Erschlagenen beklagt jeglicher, hoch und gering!
Denn es ergreift sie zusamt nach dem tapferen Helden die Sehnsucht,
Fiel er, und halbgottgleich wird er im Leben gehrt.
Wie ein gewaltiger Turm vorschwebt er den Augen des Volkes,
Denn für viele zu stehen war er, der eine, genug.
__________________
Nicht die Bösartigkeit richtet das meiste Unheil an,
sondern die Dummheit.
Alexandre Dumas


Hornblower ist offline  
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