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Thema: Hallo

  1. #11
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Genau das war auch das Problem dieser Boudicca- Reihe. Ich habe nicht prinzipiell etwas gegen Fantasy- Elemente auch in historischen Büchern (ich mag z.B: die Bücher von Juliet Marrillier, bei denen man nie weiß, ob man nach ihnen bei Fantasy oder Historischen Romanen suchen muß, weil sie einfach beides sind) aber wie bei allem kommt es hier auch auf die richtige Dosierung an. Wenn praktisch jede Handlung einer Person mit Esoterik erklärt wird, weil der Autor nicht im Stande ist, einen glaubwürdigen Charakter zu schaffen, finde ich es ausgesprochen ermüdend.

    Gibt es hier eigentlich einen Thread, in dem historische Romane behandelt werden?

  2. #12
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Nein, aber Du kannst gerne einen erstellen.

    Ich mag überhaupt keine Fantasy in Historienromanen. Historienroman ist Historienroman, Fantasyroman ist Fantasyroman. Beides passt nicht zusammen, da sich ein Historienroman um historischen Realismus bemühen sollte.

  3. #13
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    Tja, da ist dann halt immer die Frage, wieviele Fakten zur Verfügung stehen.
    Ich mag die Romane von Juliet marillier sehr gerne, aber sie beschreibt Themen, über die wenig gesicherte Fakten vorliegen. "Die Priesterin der Insel" beschreibt z.B. die Besiedlung der Orkney Inseln durch die Norweger. Man weiß heute, daß religiöse Vorstellungen dabei durchaus eine Rolle gespielt haben, kann sie aber nicht vollständig nachvollziehen. Also erfindet die Autorin eine Religion, die sich aber eng an das hält, was man gesichert weiß und versucht, die jeweiligen örtlichen legennden irgendwie einzubeziehen. Und da sie aus Sicht eines Steinzeitmenschen schreibt, ist es logisch, daß fantastische Elemente Eingang in die Geschichte finden. In solchen Romanen finde ich das durchaus in Ordnung.
    Oder auch, wenn es die Biografie eines (zumindest periodenweise) Geistesgestörten ist, ist ein gewisses Maß an Fantasy nötig, ansonsten wird das Buch uninteressant.

    Je mehr Fakten aber gesichert sind, umso schwieriger finde ich das mit dem fantastischen Element. Ein Roman über Caesar, in dem dieser von Mars Anwesiungen erhält, käme auch mir ziemlich fragwürdig vor...

  4. #14
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    Zitat Zitat von Rohana Beitrag anzeigen
    "Die Priesterin der Insel" beschreibt z.B. die Besiedlung der Orkney Inseln durch die Norweger. Man weiß heute, daß religiöse Vorstellungen dabei durchaus eine Rolle gespielt haben, kann sie aber nicht vollständig nachvollziehen.
    Welche? Die Inseln waren doch von christlichen Pikten bewohnt?

  5. #15
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    Könnte aber auch genauso gut sein, dass hier auch oder nur heidnische Traditionen überlebt haben. Gab ja nur wenige christliche Missionare, die sich hier raus getraut haben, mit ungewissem Erfolg, noch dazu...

    VG
    Christian

  6. #16
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    Zunächst einmal muß ich insofern zurückrudern, daß ich hier zwei Bücher durcheinander geworfen habe. (Das kommt davon, wenn man Bücher erwähnt, die man ein paar Jahre nicht mehr gelesen hat.) Das eine spielt in der Steinzeit in der Siedlung Skara Brae, das von Juliet Marillier zur zeit der Wikinger Besiedlung. Im ersteren ist es nur eine Theorie, daß Orkney auch vom Osten her (also Norwegen) besiedelt sein könnte, die bislang sehr umstritten ist. Die meisten gehen davon aus, daß Orkney von Westen, also von irland aus besiedelt wurde.

    Was die christlichen Pikten angeht, bereitet mir der Begriff Bauchschmerzen. Es heißt heute zwar allgemein, daß die Vereinigung der Pikten und Skoten zum Niedergang der piktischen Kultur geführt haben; es gibt jedoch auch Kritiker, die meinen, daß es die christliche Kultur war, die den Niedergang der Pikten beschleunigt habe. Aber hier steht die Forschung erst am Anfang. Erschwerend kommt hinzu, daß "Pikten" nicht eindeutig zu bestimmen ist, die Leute von Orkneys also vielleicht gar keine "Pikten" waren, sondern nur dazu gezählt werden, weil man nicht weiß, was sie sonst waren.

    Tatsache ist, daß keiner genau weiß, wann der christliche Glaube die Orkneys erreicht hat und wie stark er sich dort durchgesetzt hat. Die jahreszahl 400, die das aktuelle Heft angibt, ist jedoch mit Sicherheit mindestens zweihundert Jahre zu früh. Um 400 wurden nur die Süd-Pikten der Grampians christianisiert, die Nordpikten in Inverness erst um 580. Da die Christianisierung von Westen aus erfolgte (Irland) geht man heute davon aus, daß die Orkneys gewissermaßen als letzte christianisiert wurden. Ebenso geht man davon aus, daß vereinzelte Nordländergruppen schon vor der "offiziellen" Besiedlung der Orkneys durch die Wikinger von Norwegen aus besiedelt wurden.
    Von daher entspricht das Szenario, daß es auf den Orkney- Inseln unterschiedliche Kulturen nebeneinander(wahrscheinlich auf unterschiedlichen Inseln) gegeben hat, durch aus dem, was Untersuchungen bisher zu Tage gefördert hat. Es gibt anhaltspunkte dafür, daß der christliche Glaube auf den Orkneyinseln, nicht so stabil war wie in anderen Teilen Schottlands, wo sich das Christentum auch gegen die Wikinger behauptet hat.

    Aber das ist jetzt doch wieder ein ganz andere Geschichte. Die Forschung steht hier noch am Anfang- bekannt ist Orkney ja vor allem für seine Steinzeit-Bauten.

    Dennoch- Entschuldigung für die Verwirrung.(Und das Buch von Juliet Marillier gefällt mir dennoch. Aber ich gebe es zu- nur noch der Rahmen ist historisch. Der Rest ist Fantasy.)

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