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05.09.2011, 14:10
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| 70 Jahre und kein bißchen leise Ihr Lieben,
zuerst bedanke ich mich für die Glückwünsche aus Anlaß meines 70. Geburtstags.
Ich wurde vor 70 Jahren in Kassel geboren. Kam mit neuneinhalb Pfund auf die Welt. Die Kriegszeit und 1945 lasse ich weg, weil ich die schon in meinem Lebenslauf geschildert habe,
Im Herbst 1947 kam ich in die Bürgerschule 25 in Kassel-Bettenhausen, sie meinten eine höhere Schule wär für andere Gesellschaftschichten da und nicht für den Sohn einer Kriegerwitwe.
Da meine Mutter sich inzwischen In Frankfurt/M. wieder verheiratet hatte, machte ich in Frankfurt/M. eine Nachprüfung zur Falk-Mittelschule, die ich bestand.
Wir waren in der Mittelschule am Anfang 54 kindern in einer Klasse. Davon mußten nach dem ersten Jahr 10 zurück in die Volksschule. Wir haben bei einem Klasentreffen einmal ausgerechnet, dass von den 54 Kinder bis zur Mittleren Reife es 14 schafften, der Rest um auf 32 Schüler zu kommen wurde mit abgebreochenen Gymnasiaten aufgefüllt.
Ich hatte in meiner Schulzeit den einzigen Juden der Schule als Banknachbar. Fragte meinen Klassenlehrer einem Dr., warum gerade ich dazu ausgewählt worden war. Die Lehrerkonferenz hatte beschlossen, dass ich der Vernünftigste in der Klasse sei. anscheinend hatten sie Angst, dass etwas passieren könnte. Chaim, so hieß der Junge, war sieben Wochen an unserer Schule und ging dann, weil er Samstags nie zur Schule kam und die Schulleitung das anscheinend nicht akzeptieren wollte.
Machte die Mittlere Reife mit 2,5 und fing dann bei der LVA Hessen in Kassel als Lehrling an, wohnte bei meiner Oma, die ein Häuschen in Kassel hatte. Bestand die Lehrabschlußprüfung mit zwei und die A-Prüfung (Sekretär) mit drei. Da man mich nicht zur Inspetorenprüfung in Kassel zulassen wollte, weil man angeblich keine Inspektoren sondern Sekrtäre brauchte, ging ich nach Frankfurt/M. zu meiner Mutter zurück. Nach drei Jahren schaffte ich die Inspektorenprüfung mit drei und fing dann bei der Dienststelle Darmstadt als Inspektor an.
Nach 10 Jahren Lernen, meinten mein Freund und ich es wäre Zeit sich um eine Frau zum Heiraten zu kümmern. Wir gaben eine Anzeige in der Bild am Sonntag auf, ich blieb am Ball und lernte so meine liebe Frau kennen.
Ich bekam dann nach einiger Zeit die Ostrentenbearbeitung und später noch die Auslandsrentenbearbeitung als mein Aufgabengebiet. Ich ermöglichte es zahlreichen Juden, die vor den Nazis bis nach Neu Seeland und Argentinien geflohen waren, dass sie ihre Rente (auch zwei Ghetto Lodz-Fälle) bekamen. Außerdem bekamen viele Rußlanddeutsche, die Stalin nach Sibirien und Kasachstan verschleppt hatte, ihre
Rente. Ab 1990 hatte ich die DDR-Renten dabei und es wurden auch Renten an politisch Verfolgte, die in Bautzen gesessen haben, gezahlt.
2001 hörte ich auf, da ich inzwischen neun Harnröhren- und Prostata-OPs hinter mir hatte.
Dass nicht als Gold ist, was glänzt, kann man auch in diesem Forum sehen, wo die Redaktion arrogant eine Begründung für die Sperrung von Joachim (Tiger) verweigert und zwei User hier die Leute beleidigen, wobei einer sogar vor der Familie des Users nicht zurückschreckt. Eine Moderatorin die Mutti spielt und zwei "böse Buben", die immer dieselben Worte benutzten, mit sieben Ausrufezeichen und Großschreibung zur Ordnung rufen will. Sie sollte sich lieber um die vielen Beleidigungen kümmern.
Gesundheitlich geht es mir ganz ok, weil ich immer gegen den Zerfall ankämpfe. Nach dem Selbstmord meiner Schwiegermutter bekam ich Zucker, Dank meiner Diät sind meine Zuckerwerte immer in Ornung. Nach der neunten Prostata-Op, ist auch das wieder gut geworden. 2001 bekam ich Tinnitus, den ich aber durch die Tinnitus-Retraining-Therapie enorm mildern konnte, so dass er mich jetzt fast nicht mehr stört.
Mein Knie, meine Hüften und Rücken werden durch Gelenk-Gel und Pferdebalsam behandelt.
Fazit: Das Leben ist ein Kampf. Wer nicht kämpft, hat schon verloren
Habe von meiner lieben Frau ein Buch von Helmut Schmidt bekommen. Unser Sohn will uns eine Reise mit den ICE nach meiner Geburtsstadt Kassel mit dreitägigen Hotelaufenthalt spendieren. Werde sicherlich vom 23.9-25.9.deshalb nicht zum Schreiben kommen.
Die ev. Kirchengemeinde in Ffm.-Rödelheim hat mir mit Pfarrerin und Pfarrer gratuliert.
Wir werden am Samstag den 10.9 um 18:00 Uhr im Goldenen Löwen feiern. Mein schönstes Gschenk wird das Wiedersehen mit unsern goldigen Enkelkindern sein.
__________________
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum
Geändert von dieter (06.09.2011 um 09:53 Uhr).
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05.09.2011, 16:16
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 24.10.2009 Ort: Traun,Oberösterreich
Beiträge: 3.470
| Alles Gute Servus Dieter .
Alles Gute zu Deinem 70.er , feiere ihn schön und lasst es Euch gutgehen .
Luki.
__________________
Und übrigens, Morgen ist auch noch ein Tag.
Geändert von Luki (05.09.2011 um 17:23 Uhr).
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05.09.2011, 16:17
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Nochmal herzlichen Glückwunsch und feier schön. 
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
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05.09.2011, 16:33
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Auch von mir alles gute zum Geburtstag.
...
Siebenundfünfzig Jahre Altersunterschied, meine Güte, das ist kein Pappenstiel...
Na ja, feiere auf jeden Fall recht schön!
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
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05.09.2011, 17:42
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von dieter 70 Jahre und kein bisschen leise.
Ihr Lieben,
zuerst bedanke ich mich für die Glückwünsche aus Anlaß meines 70. Geburtstags. | Denen ich mich anschließe. Bleib so laut!
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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05.09.2011, 19:51
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 19.11.2010 Ort: Leipzig
Beiträge: 1.032
| Hallo Dieter,
ich wünsch Dir auch alles Gute zum Geburtstag. Bleib so, wie Du bist. VG Sansavoir |
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05.09.2011, 23:01
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Acuh wenn es fast fünfzig vor zwölf ist- auch Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag von mir. Feier schön- und genieße die Reise nach Kassel 
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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06.09.2011, 09:46
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Ihr Lieben,
nochmals vielen Dank für Eure guten Wünsche. 
__________________
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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06.09.2011, 10:12
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Lass es Dir schmecken 
__________________
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Geändert von Triton (06.09.2011 um 10:16 Uhr).
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06.09.2011, 12:30
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 21.12.2010
Beiträge: 456
| Zitat:
Zitat von dieter Ihr Lieben,
zuerst bedanke ich mich für die Glückwünsche aus Anlaß meines 70. Geburtstags.
Ich wurde vor 70 Jahren in Kassel geboren. Kam mit neuneinhalb Pfund auf die Welt. Die Kriegszeit und 1945 lasse ich weg, weil ich die schon in meinem Lebenslauf geschildert habe,
Im Herbst 1947 kam ich in die Bürgerschule 25 in Kassel-Bettenhausen, sie meinten eine höhere Schule wär für andere Gesellschaftschichten da und nicht für den Sohn einer Kriegerwitwe.
Da meine Mutter sich inzwischen In Frankfurt/M. wieder verheiratet hatte, machte ich in Frankfurt/M. eine Nachprüfung zur Falk-Mittelschule, die ich bestand.
Wir waren in der Mittelschule am Anfang 54 kindern in einer Klasse. Davon mußten nach dem ersten Jahr 10 zurück in die Volksschule. Wir haben bei einem Klasentreffen einmal ausgerechnet, dass von den 54 Kinder bis zur Mittleren Reife es 14 schafften, der Rest um auf 32 Schüler zu kommen wurde mit abgebreochenen Gymnasiaten aufgefüllt.
Ich hatte in meiner Schulzeit den einzigen Juden der Schule als Banknachbar. Fragte meinen Klassenlehrer einem Dr., warum gerade ich dazu ausgewählt worden war. Die Lehrerkonferenz hatte beschlossen, dass ich der Vernünftigste in der Klasse sei. anscheinend hatten sie Angst, dass etwas passieren könnte. Chaim, so hieß der Junge, war sieben Wochen an unserer Schule und ging dann, weil er Samstags nie zur Schule kam und die Schulleitung das anscheinend nicht akzeptieren wollte.
Machte die Mittlere Reife mit 2,5 und fing dann bei der LVA Hessen in Kassel als Lehrling an, wohnte bei meiner Oma, die ein Häuschen in Kassel hatte. Bestand die Lehrabschlußprüfung mit zwei und die A-Prüfung (Sekretär) mit drei. Da man mich nicht zur Inspetorenprüfung in Kassel zulassen wollte, weil man angeblich keine Inspektoren sondern Sekrtäre brauchte, ging ich nach Frankfurt/M. zu meiner Mutter zurück. Nach drei Jahren schaffte ich die Inspektorenprüfung mit drei und fing dann bei der Dienststelle Darmstadt als Inspektor an.
Nach 10 Jahren Lernen, meinten mein Freund und ich es wäre Zeit sich um eine Frau zum Heiraten zu kümmern. Wir gaben eine Anzeige in der Bild am Sonntag auf, ich blieb am Ball und lernte so meine liebe Frau kennen.
Ich bekam dann nach einiger Zeit die Ostrentenbearbeitung und später noch die Auslandsrentenbearbeitung als mein Aufgabengebiet. Ich ermöglichte es zahlreichen Juden, die vor den Nazis bis nach Neu Seeland und Argentinien geflohen waren, dass sie ihre Rente (auch zwei Ghetto Lodz-Fälle) bekamen. Außerdem bekamen viele Rußlanddeutsche, die Stalin nach Sibirien und Kasachstan verschleppt hatte, ihre
Rente. Ab 1990 hatte ich die DDR-Renten dabei und es wurden auch Renten an politisch Verfolgte, die in Bautzen gesessen haben, gezahlt.
2001 hörte ich auf, da ich inzwischen neun Harnröhren- und Prostata-OPs hinter mir hatte.
Dass nicht als Gold ist, was glänzt, kann man auch in diesem Forum sehen, wo die Redaktion arrogant eine Begründung für die Sperrung von Joachim (Tiger) verweigert und zwei User hier die Leute beleidigen, wobei einer sogar vor der Familie des Users nicht zurückschreckt. Eine Moderatorin die Mutti spielt und zwei "böse Buben", die immer dieselben Worte benutzten, mit sieben Ausrufezeichen und Großschreibung zur Ordnung rufen will. Sie sollte sich lieber um die vielen Beleidigungen kümmern.
Gesundheitlich geht es mir ganz ok, weil ich immer gegen den Zerfall ankämpfe. Nach dem Selbstmord meiner Schwiegermutter bekam ich Zucker, Dank meiner Diät sind meine Zuckerwerte immer in Ornung. Nach der neunten Prostata-Op, ist auch das wieder gut geworden. 2001 bekam ich Tinnitus, den ich aber durch die Tinnitus-Retraining-Therapie enorm mildern konnte, so dass er mich jetzt fast nicht mehr stört.
Mein Knie, meine Hüften und Rücken werden durch Gelenk-Gel und Pferdebalsam behandelt.
Fazit: Das Leben ist ein Kampf. Wer nicht kämpft, hat schon verloren
Habe von meiner lieben Frau ein Buch von Helmut Schmidt bekommen. Unser Sohn will uns eine Reise mit den ICE nach meiner Geburtsstadt Kassel mit dreitägigen Hotelaufenthalt spendieren. Werde sicherlich vom 23.9-25.9.deshalb nicht zum Schreiben kommen.
Die ev. Kirchengemeinde in Ffm.-Rödelheim hat mir mit Pfarrerin und Pfarrer gratuliert.
Wir werden am Samstag den 10.9 um 18:00 Uhr im Goldenen Löwen feiern. Mein schönstes Gschenk wird das Wiedersehen mit unsern goldigen Enkelkindern sein. | Lieber Dieter,
nachträglich noch mal alles Gute zum Geburtstag und Gottes Segen! Beeindruckende Lebensgeschichte kann ich da nur sagen und verzeihe wenn ich das jetzt auch groß schreibe: RESPEKT vor deiner Lebensleistung, die hoffentlich noch lange Zeit fortgesetzt wird!
Interessant finde ich auch, dass man früher über die Bild am Sonntag eine Partnerin finden konnte? Noch erstaunlicher, dass diese Ehe dann auch noch über so lange Zeit hält, was ja heute auch nicht mehr selbstverständlich ist.
In dem Sinne noch eine gute Zeit und hoffentlich viele spannende Diskussionen. Übrigens, deine Zeilen über das Forum kann ich nur unterstützen. |
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