Ich extrahiere mal die Fragen über meine Person aus den historischen Themen und beantworte sie besserpassend hier:
Zitat:
Zitat von lorginn ... Gegenfrage: Wieso interessierst Du Dich so für die jüdische Geschichte? |
Das kommt aus 2 Richtungen: Zum einen bin ich schon lange an der Entwicklung des Nahostkonflikts interessiert - schließlich ist das eines der Schlüsselprobleme unserer heutigen Zeit und eine unerschöpfliche Quelle an zarten Hoffnungen, bitteren Enttäuschungen und - nichtsdestotrotz - spannenden Entwicklungen. Aber dann kann es nicht ausbleiben, wenn man sich mit dem israelischen Gründungsmythos, dem Zionismus beschäftigt. Und dann ist man schnell beim Judentum, den Reformjuden, den Orthodoxen, usw.
Und dann hatte ich eine Zeitlang einen guten jüdischen Bekannten, der mir in vielen Dingen bezüglich Judentum die Augen öffnete. Und du weißt ja wie es dann geht: Eine Erkenntnis öffnet 10 neue Fragen. Plötzlich lernt man über Klezmermusik, recherchiert über das Laubhüttenfest, sucht einen Bäcker, der Schabbesgebäck führt. Eines kommt zum anderen.
Zitat:
OK will mehr über Dich wissen: bist Du männlich, gehe davon aus...oder doch irgendwie feminin?... |
Männlich, verheiratet, 3 Kinder. Für besondere feminine Züge an mir müsste ich eingehend grübeln.
Zitat:
| Wieso Talley als Username und wieso das passende Avatar? |
Talleyrand ist eine der von mir am meisten bewunderte historische Persönlichkeit. Auch wenn sein Nachruf bis heute, vorsichtig ausgedrückt, gespalten ist. Sein Abfall von Napoleon wird ihm bis heute übel genommen, auch wenn es genau betrachtet ein Festhalten an den eigenen Überzeugungen war und Napoleon davon immer weiter abwich.
Wer außer Talleyrand hat es vollbracht, nach einem Eroberungsfeldzug und einer vernichtenden Niederlage sich auf die Seite der Siegermächte zu platzieren und, wenn auch geringe, territoriale Zugewinne zu erzielen. Talleyrand hatte seine Vorstellungen von einem bürgerlichen Frankreich und der gutnachbarschaftlichen Beziehungen zu seinen Nachbarn und diese versuchte er unter republikanischer, direktorialer, konsularischer, kaiserlicher und königlicher Herrschaft zu verwirklichen.
Nicht zuletzt sind von so viele bemerkenswerte Bonmots überliefert. Ist nicht sein Satz:
"Ich stelle fest, dass das System, das die Freiheit mit offener Gewalt zu den benachbarten Nationen bringen will, am meisten geeignet ist, die Freiheit hassenswert zu machen und ihren Triumph zu verhindern."
von erstaunlicher Aktualität?
Auch hat er bei der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1793 maßgeblich mitgearbeitet. Artikel 4 und 5 sollen von ihm sein. Und könnte man es besser formulieren?
Artikel 4.
Das Gesetz ist der freie und feierliche Ausdruck des allgemeinen Willens; es ist für alle das gleiche, sei es, daß es schützt, sei es, daß es bestraft; es kann nur das befehlen, was gerecht und der Gesellschaft nützlich ist; es kann nur das verbieten, was ihr schädlich ist.
Artikel 5.
Alle Bürger sind zu den öffentlichen Ämtern in gleicher Weise zugelassen. Freie Völker kennen bei ihren Wahlen keine anderen Gründe der Bevorrechtung als Tugend und Talent.
Zitat:
| Ist die napoleonische Epoche Dein Spezialgebiet bzw. Lieblingsgebiet? |
Nein, ein Spezialgebiet habe ich eigentlich nicht. Ich bleibe breit und darum ein wenig oberflächlich von Karl dem Großen bis heute. Obwohl, in Heraldik weiß ich ganz gut Bescheid.