| Landwehren im Mittelalter Im Spätmittelalter ging mit der Territorialbildung oft die Anlage von Landwehren einher, die eben diese geschlossenen Rechtsbereiche schützten.
Die Landwehren waren aufgrund ihrer Bauart (Wälle und Gräben) und dem Bewuchs mit Dornenhecken für Ritter auf Fehde und auch Räuberbanden außerhalb der mit Schlagbäumen gesicherten Durchgänge so gut wie undurchdringlich und boten auch im ländlichen Raum Schutz wie die Städte ihn mit ihren Mauern gewährleisteten. Aber auch Städte (Warendorf, Dortmund) besaßen im Vorfeld Stadthagen, die das Stadtgebiet in einem weiteren Radius als die Mauer umschlossen.
Spätestens mit dem ewigen Landfrieden wurden diese Erdwerke nicht mehr gepflegt und verfielen, teilweise wurden die Fluren noch an umliegende Bauern verpachtet oder die Trassen als Wege genutzt.
Toponyme wie Landwehr, Schlagbaum, Lant(f)er, Dorn, Knick, Grengel und viele weitere lassen noch heute auf die alten Flurstücke im Verlauf schließen, man wird schnell auf aktuellen Karten fündig.
Ich interessiere mich seit einiger Zeit für diese alten Erdwerke, besonders im westfälischen und rheinländischen Bereich und insbesondere für die des Herzogtums Berg und der umgebenden Territorien. Noch heute findet man vielerorts in den Wäldern Reste davon, die teilweise seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erforscht und dokumentiert sind. Teilweise erreichen einzelne Linie Längen von 100 Kilometer und mehr.
Bei meinen Literaturstudien gelange ich verstärkt zu dem Eindruck, dass die Landwehren omnipräsent waren. Das Bild, dass man im Mittelalter theoretisch frei durch die Landschaft streifen konnte, ist bei mir nun grundlegend verschwunden.
Meine Frage lautet nun: War das ein regionales Phänomen im Bereich Westfalen / Rheinland oder fand man solche Anlagen überall im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ? Wo gab es Schwerpunkte ? |