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Tags: deutsche kaiser, heiliges roemisches reich

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Alt 26.05.2011, 14:27   #21 (permalink)
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Ich bin stark dafür, es bei den Trägern des Kaisertitels zu belassen. Denn das Kaisertum verschwand über ein Jahrhundert lang in der Versenkung in Italien und diese chaotische Zeit ist bisher kaum aufgearbeitet worden. Ich würd mich freuen, wenn du den Schleier mal lichten würdest
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Kapitalismus ist die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.
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Alt 26.05.2011, 14:31   #22 (permalink)
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Noch ein Punkt zum Kaisertum: Es gab niemals einen weströmischen und einen oströmischen Kaisertitel. Es waren zwei Herrscher, die denselben Titel führten und sich die Herrschaft, nicht aber das Reich teilten!

Mit der Absetzung des Romulus war der Kaiser in Konstantinopel nominell wieder Alleinherrscher des gesamten Reiches. An diesem Anspruch hat Byzanz immer festgehalten, zumal Byzanz Karl zwar schließlich den Titel eines Kaisers zugestand, aber nicht den eines Kaisers der Römer, das war ein kleiner aber feiner Unterschied, an dem sich die Juristen in Byzanz aufhängen konnten, den im Frankenreich aber niemand so recht wahrnahm.
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Alt 26.05.2011, 15:51   #23 (permalink)
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Verständlich. Als ich an der Serie zum Sterben der Römische Kaiser gesessen bin, habe ich auch oft sehr lange für Recherche gebraucht,
Das beruhigt mich...
Zitat:
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immer wieder auch nachrecherchiert ob das was in meinen Bücher steht, auch wo im Internet zu finden ist (bei manchen auch ob ich überhaupt was finde) und ob ich noch irgendwo Infos habe usw.
Das ist eine schwierige Sache. Die Quellen zu Ludwig den Frommen hatten alle einen anderen Schwerpunkt, und deswegen sah es so aus, als würden alle etwas anderes sagen...
Zitat:
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Solche Serien zu schreiben ist eine zeitaufwändige Sache, da man ja in der Regel was anderes auch noch zu tun hat, als sich mit Geschichte zu beschäfigten, kann man nicht ständig einen Beitrag nach dem anderen bringen.
Ja, ich bin schulmaßig momentan sehr eingespannt.
Zitat:
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Finde es übrigens extrem gut das du dich der Serie angenommen hast.
Ich auch.
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Geändert von Maxdorfer (26.05.2011 um 15:56 Uhr).
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Alt 26.05.2011, 15:58   #24 (permalink)
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Ich bin stark dafür, es bei den Trägern des Kaisertitels zu belassen. Denn das Kaisertum verschwand über ein Jahrhundert lang in der Versenkung in Italien und diese chaotische Zeit ist bisher kaum aufgearbeitet worden. Ich würd mich freuen, wenn du den Schleier mal lichten würdest
Ich versuche es, so gut es geht, weiß aber wie gesagt nicht, wann ich dazu komme.
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Alt 26.05.2011, 18:52   #25 (permalink)
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Ich bin stark dafür, es bei den Trägern des Kaisertitels zu belassen.....
Stimmt, mittlerweile bin ich auch dieser Meinung.
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Alt 27.05.2011, 15:19   #26 (permalink)
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Reichsteilung von Verun

Im Vertrag von Verdun wurde am 10. August 843 das Frankenreich zwischen den drei noch lebenden Söhnen Ludwigs des Frommen (Lothar I, Ludwig den Deutschen und Karl den Kahlen) geteilt. Die Verhandlungen wurden vom 19. bis zum 24. Oktober 842 in Koblenz von 110 Gesandten der streitenden Brüder geführt. Das Ergebnis war die Teilung des Reiches:
a) Das Westfrankenreich bekam Karl der Kahle – aus dem W. entstand später Frankreich.
b) Das Ostfrankenreich bekam Ludwig der Deutsche – aus dem O. entstand später Deutschland.
c) Das Mittelreich (und die Kaiserkrone) bekam Lothar I. – es wurde bis 1945 ein ständiger Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich.
Seitdem war das Frankenreich für immer zwei- bis dreigeteilt. Nur kurz war Karl III. sowohl Westfranken-, Ostfrankenkönig und Herrscher vom Mittelreich (und damit Kaiser).
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Alt 27.05.2011, 15:57   #27 (permalink)
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Übersicht über die Kaiser und die Ostfrankenkönige

Hier ist eine Tabelle über die Kaiser und Ostfrankenkönige. Leider konnte ich die Tabelle nicht als Post online stellen.
Ich habe sie als pdf - Datei bei den Anhängen.
Angehängte Grafiken
Dateityp: pdf Kaiser HRR.pdf (17,0 KB, 14x aufgerufen)
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Alt 27.05.2011, 16:07   #28 (permalink)
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Lothar I.

Lebte von 795 bis zum 29. 11.855 814-817 Herzog von Bayern
817-840 Mitkaiser
840-855 Kaiser
822-855 König von Italien/König der Langobarden (ab 823 vom Papst gekrönt)
843-855 König des fränkischen Mittelreiches

Leben: Lothar I. wurde 795 als ältester Sohn Ludwigs des Frommen (siehe Artikel zu ihm) geboren, und da dieser da noch aquitanischer König war, wuchs Lothar in Aquitanien auf. 814, als sein Vater Kaiser wurde, wurde er Herzog von Bayern. Bei der Nachfolgeregelung seines Vaters 817 wurde Lothar für wichtige Aufgaben vorgesehen: Nach dem Tod Ludwigs sollte Lothar als Kaiser über seine Brüder für die Teilreiche vorgesehen waren, herrschen. Ab 822 herrschte er in Italien als Mitkaiser, seit Ostern 823 vom Papst geweiht. Als Karl der Kahle in die Nachfolgeordnung einbezogen werden sollte (siehe Artikel Ludwig der Fromme), musste Lothar die größten Einbußen machen. Bei den Aufständen ab 830 gegen den Kaiser Ludwig spielte Lothar immer eine wichtige Rolle. Obwohl sich Vater und Sohn 839 wieder versöhnt hatten, beanspruchte Lothar 840, nach dem Tod des Kaisers die vollen Kaiserrechte. Dies wollten wiederum seine Brüder Ludwig der Deutsche und Karl der Kahle nicht akzeptieren und sie besiegten ihn am 15.6.841 in der Schlacht bei Fontenoy. Trotz seiner Niederlage konnte Lothar im Vertrag von Verdun (August 843) die friedliche Teilung des Reiches bewirken, ihm fiel das mittlere Reich von der Nordsee bis Italien zu (Lotharingen, heute Lothringen) – und auch die Kaiserkrone! Während seiner Herrschaft verschanzte sich Lothar größtenteils in Aachen.

Ableben: Am 19. September 855 teilte Lothar – inzwischen erkrankt - das Reich in der Teilung von Prüm unter seinen Söhnen auf. Ludwig II. sollte die Kaiserkrone und Italien bekommen, Lothar II. sollte über den Norden herrschen und Karl war für die Provence vorgesehen. Am 23. November 855 dankte er, der sein Ende nahen sah, ab und trat in die Benediktinerabtei Prüm ein. Er starb dort am 29. November. Zum Zeitpunkt seines Todes war er immerhin 60 Jahre alt, deshalb vermute ich, dass er aufgrund einer harmlosen Krankheit starb – zumal nirgendwo etwas Gegenteiliges berichtet wird. Er wurde in der Abteikirche Prüm bestattet. 1860 wurden seine Gebeine wieder gefunden und in einem prächtigen Grabmal beigesetzt.

Bedeutung: Lothar der Erste wird meist als „schlechter“ Mensch dargestellt, mehr mit Ehrgeiz als mit Vernünftigkeit regierend. Jedoch stammen alle alten Quellen aus dem Umfeld seiner Feinde – seiner Brüder, weshalb dieses Bild eines unsympathischen Herrschers nicht als gesichert gelten kann. Das Reich schwächte er (allerdings nicht als Alleinschuldiger) durch die ständigen Bruderkämpfe; und weil er zur Machtsicherung die meiste Zeit in Aachen blieb, konnten die Araber 848 Italien und die Normannen die Nordseeküste verwüsten. Der Klerus konnte sich eine höhere Stellung verschaffen und die großen Vasallen herrschten, ohne kontrolliert zu werden, wie sie wollten.
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Geändert von Maxdorfer (14.12.2011 um 18:49 Uhr).
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Alt 27.05.2011, 17:12   #29 (permalink)
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Ludwig II. von Italien

840 – 875 König von Italien. 855 – 875 Römisch-Deutscher Kaiser

Leben: Ludwig II. wurde irgendwann zwischen 822 und 825 als ältester Sohn Lothars I. geboren. Er ging 829 mit seinem Vater nach Italien. Ab 840 wurde er zum fränkischen Unterkönig erzogen. 844 wurde er nach einem Konflikt mit dem Papst Langobardenkönig, 848 zog er mit einem Heer nach Süditalien, da die Sarrazenen zwei Jahre zuvor dort weite Landstriche verwüstet hatten, musste sich aber ohne Erfolg zurückziehen. 850 wurde er Mitkaiser, weshalb er den Streit mit dem Papst beendete. Ab da regierte Ludwig in Italien fast ohne ein Eingreifen des Kaisers, und das sehr erfolgreich. (Er eroberte große Gebiete in Süditalien). Da er sich weitestgehend auf Italien konzentrierte, beruhigte sich der Streit um die Nachfolge Lothars I. etwas. 855 wurde Ludwig von Italien deutscher Kaiser, ab 872 vom Papst gekrönt. In seiner Herrschaft war er so selbstbewusst wie kaum ein anderer deutscher Herrscher. Doch 871 wurde er von Adelchis von Benevent fünf Wochen lang gefangengenommen und musste einen Eid schwören, nie mehr nach Benevent zurückzukehren.

Ableben: In seinen letzten Regierungsjahren machte sich Ludwig an die Nachfolgeregelung, jedoch hatte er keine männlichen Nachfolger. Deshalb machten sich seine Brüder (und Herrscher der anderen Teilreiche des Frankenreiches) Hoffnungen auf die Nachfolge. Am 12. August 875 starb Ludwig II. von Italien in der Nähe von Brescia. Sein Todesort ist nicht überliefert, auch der Todesgrund ist unbekannt. Sieben Tage darauf wurde sein Leichnam nach Mailand – in die Kirche St. Ambrogio – überbracht. Vor seinem Tod sollte er den Wunsch ausgesprochen haben, dass sein Cousin – Sohn Ludwigs des Deutschen – ihm nachfolgen sollte.

Bedeutung: Mit der Unterstützung oberitalienischer Bischöfe konnte Ludwig die innere Lage Italiens stabilisieren. Gescheitert jedoch ist Ludwig die Unterwerfung ganz Italiens und die Nachfolgeregelung. Deshalb folgten Ludwig rasch wechselnde, instabile Regierungen.
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Geändert von Maxdorfer (28.08.2011 um 15:38 Uhr).
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Alt 27.05.2011, 20:41   #30 (permalink)
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c) Das Mittelreich (und die Kaiserkrone) bekam Lothar I. – es wurde bis 1945 ein ständiger Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich.
Seitdem war das Frankenreich für immer zwei- bis dreigeteilt. Nur kurz war Karl III. sowohl Westfranken-, Ostfrankenkönig und Herrscher vom Mittelreich (und damit Kaiser).
Du meinst sicher Lothringen als ständigen Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich (bzw. dem West- und Ostfrankenreich). Nach dem Tod Lothars I. wurde das Mittelreich aufgeteilt. Ludwig bekam de facto Italien (Norditalien), Lothar II. das nach ihm benannte Lothringen und Karl die Provence. Nach Lothars II. Tod († 869) wurde dessen Sohn Hugo die Nachfolge verweigert. Begründet wurde dies damit, dass Lothars erste Ehe mit Waldrada nicht rechtens sei. Karl der Kahle und Ludwig der Deutsche verdrängten gemeinsam Lothars Sohn Hugo. Seitdem ist Lothringen ein Zankapfel zwischen den beiden o.g. Ländern. Das damalige Lothringen ist nicht identisch mit dem heutigen. Es wurde später geteilt. Niederlothringen ist praktisch das heutige Brabant, Oberlothringen das heutige Lothringen.

Sonst großes Lob für Deine Artikel. VG Sansavoir
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