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Thema: König Arthus

  1. #1
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    König Arthus

    Was meint ihr:

    -Hat es König Arthus tatsächlich gegeben?
    -Was spricht dafür, was dagegeben?
    -Wenn es ihn gegeben hat, wer war er tatsächlich (bzw. um welche historisch belgte Person handelt es sich tatsächlich)?

    -Was haltet ihr vom legendären König?

    Bin schon auf eure Antworten gespannt.

  2. #2
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    Servus!
    Artus war wohl ein König, der in der Zeit zwischen dem Abzug der Römer aus Britannien und dem Eintreffen der Sachsen und Angeln bzw. deren Machtübernahme in England versuchte, die kelto-romanische Zivilisation zu erhalten und die Bevölkerung zu schützen bzw. sein Reich zu erhalten.
    Er war wohl ein römisch geschulter Militär, der so á la Syagrius versuchte, das poströmische Machtvakuum zu nutzen.

    Der Artus-Sagenkreis hat aber mit dem historischen Artus ausser dem Namen wohl nix gemein. Da wurden im 13.Jh. am Hof der Eleonore von Aquitanien in der Champagne verschiedene Sagenkreise zusammen gemixt und daraus etwas geformt, was dem von Eleonore und ihrem Hof verfochtenen Ritterideal entsprochen hat.
    Da es die Ritter damals ziemlich wild und ungehobelt trieben, fand die werte Herzogin, es sei wohl an der Zeit, denen ein Ideal vorzuhalten, das sie ein bisschen bändigen könnte...

    VG
    Christian

  3. #3
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Der Artus-Sagenkreis hat aber mit dem historischen Artus ausser dem Namen wohl nix gemein. Da wurden im 13.Jh. am Hof der Eleonore von Aquitanien in der Champagne verschiedene Sagenkreise zusammen gemixt und daraus etwas geformt, was dem von Eleonore und ihrem Hof verfochtenen Ritterideal entsprochen hat.
    Die Artus-Sage wurde aber schon in der ersten Hälfte des 12. Jhs. von Geoffrey von Monmouth ausführlich dargestellt.
    Falls Du die Eleonore meinst, die die Gattin Heinrichs II. und Mutter von Richard Löwenherz war, gehört sie, da sie 1204 starb, wohl eher ins 12. Jh.

    Im übrigen wurde der Frage nach den historischen Wurzeln der Sage im Heft 1/2006 ausführlich nachgegangen.

  4. #4
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    Servus!
    Zitat Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
    Die Artus-Sage wurde aber schon in der ersten Hälfte des 12. Jhs. von Geoffrey von Monmouth ausführlich dargestellt.
    Falls Du die Eleonore meinst, die die Gattin Heinrichs II. und Mutter von Richard Löwenherz war, gehört sie, da sie 1204 starb, wohl eher ins 12. Jh.

    Im übrigen wurde der Frage nach den historischen Wurzeln der Sage im Heft 1/2006 ausführlich nachgegangen.
    Insofern erübrigt sich eigentlich eine genauere Darstellnug der Chronologie der Artus-Romane
    Trotzdem, für die, die das Heft nicht zur Verfügung haben, ein Kurzabriss:
    Geoffrey überlieferte als ERSTER den Artusstoff und machte ihn so für alle anderen zugänglich. Eleonore (bzw. ihr "Musenhof") machte aus Artus den "idealen König" und aus seinen Rittern "ideale Ritter".
    Eleonore starb zwar "erst" 1204, aber ihre "große" Zeit fällt in die Jahre um 1150 und dann noch einmal in die Zeit nach dem Tod Heinrichs II. 1189. Sie lieferte den Ansporn, den Artusstoff zu bearbeiten und schuf dadurch bzw. gleichzeitig den Dichtertypus der "Troubadure".
    Insofern stimmt Deine Aussage mit "eigentlich 12.Jh.".

    Aber auch mein "13.Jh." hat was für sich:
    Zwar waren die ersten "Chansons de geste", der Roland- und Alexanderroman, noch VOR Eleonore, aber das war kein Artusstoff. Chretien de Troyes machte - an Eleonores Musenhof - den Anfang, Mitte bis Ende des 12.Jhs. Der Wigalois Wirnt von Grafenbergs ist noch früher, wird auch noch zu den Artusromanen gerechnet, fällt jedoch aus dem Schema und ist wohl eine Art "Solitär", der eigenständig Geoffreys Stoff bearbeitete.
    Die großen Artusromane, die Bearbeitungen von Chretiens Werken durch deutsche Autoren, kommen jedoch erst viel später - es dauerte halt, bis sich die neue französische Dichtung bis über den Rhein verbreitete...
    Wolframs Parzival kann anhand des Erfurt-Zitats auf 1205 datiert werden, alle anderen Artusromane gurppieren sich drum herum: Hartmanns Romane (am wichtigsten "Erec" und "Iwein") wurden früher verfasst, zwischen 1190 und 1203, und der "Lancelet" Ulrich von Zatzikhovens ist um 1195 verfasst, Gottfrieds "Tristan" kam später (der Roman bricht ab, Gottfried ist um 1215 gestorben).

    VG
    Christian

  5. #5
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    Wer noch mehr über die Artus-Sage und ihre Überlieferungsgeschichte wissen will, dem kann ich das Buch "König Artus. Eine Sage und ihre Geschichte" von Heinz Ohff empfehlen. Er vergleicht darin u. a. auch die Version Monmouths mit der im Hochmittelalter herausgebildeten Version. Vor allem erzählt er die verschiedenen Sagen um Artus und seine Ritter nach. Nur auf die historischen Hintergründe geht er leider kaum ein.

  6. #6
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    Dafür gibt´s ja das G-Heft 1/2006

    VG
    Christian

  7. #7
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Dafür gibt´s ja das G-Heft 1/2006

    VG
    Christian
    Stimmt !! (Siehe: HA0106-König Artus - Mythos und Legende | Einzelhefte 2006)

  8. #8
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Dafür gibt´s ja das G-Heft 1/2006

    VG
    Christian

    Stimmt, war eines der besten G-Hefte die ich bisher gelesen habe, dennoch finde ich es in Ordnung wenn wir uns über dieses Thema austauschen. Es kann ja sein, das jemand was genaueres weiß oder das es neue Erkenntnisse gibt.

  9. #9
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    Servus
    Wilfried Westphal hat da ein Buch geschrieben: Artus, König von Camelot.

    Also, Artus soll ein romanisierter britannischer Kelte gewesen sein, der nach dem Abzug der Römer ein Nachfolgereich der römischen Provinz errichtet hat - allerdings von unbekannter Größe. Er musste gegen die einwanderungswilligen Germanen ankämpfen sowie gegen Walliser und Pikten. Auch von einem Ausgreifen nach Gallien ist die Rede (Bretagne).
    Artus war also so was wie ein Hoffnungsträger der Romanen in Bezug auf Erhalt der vergleichsweise "guten Zeiten" unter den Römern - wenn die Schlüsse, die Westphal und andere Autoren stimmen, die aus den Artusromanen gezogen werden. Schwierig allerdings, das zu beurteilen, weil diverse Sagen und Legenden (z.B. Glastonbury, Avalon, etc.) das Bild verfälschen.

    Als Hoffungsträger in punkto Zivilisation ging Artus jedenfalls auch nach dem raschen (?) Zerfall seines Reiches in die Sage ein, und ein paar Jahrhunderte später zeichnete Geoffrey von Monmouth das, was zu seiner Zeit "aktuelles Wissen über Artus" war auf. In Frankreich wurde es dann weiter entwickelt und diese Entwicklung führte bruchlos zu den deutschen Atrusromanen, die schon angesprochen wurden (s. Mails weiter oben).

    VG
    Christian

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Auch von einem Ausgreifen nach Gallien ist die Rede (Bretagne).
    Ich kenne besagtes Buch zwar nicht und weiß daher auch nicht, was der Autor da genau geschrieben hat, aber soweit ich informiert bin, besiedelten im 5. Jh. Flüchtlinge aus Britannien die Bretagne (daher auch der Name: "Britannia minor"). Das machten sie, weil sie vor den Germanen flohen, einen imperialistischen Hintergrund braucht man dafür nicht anzunehmen.
    Im Übrigen weiß man zwar ziemlich wenig über die Geschichte Britanniens im 5./6. Jh., aber doch zu viel, als dass sich da noch ein bedeutender König einschieben lassen würde.

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