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Tags: folter, henker, hinrichtung, strafen

Thema geschlossen
Alt 10.02.2008, 18:54   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Hägar der Schreckliche
 
Registriert seit: 10.02.2008
Ort: Duisburg
Beiträge: 15
Hägar der Schreckliche befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bestrafungsarten im Mittelalter

Ich möchte mich gleichmal mit einem neuen Thema vorstellen:

Soweit ich weiß gab es im Mittelalter 5 Arten jemanden zu bestrafen:

1. Todesstrafen
2. Verstümmelungsstrafen
3. Ehrenstrafen
4. Geldstrafen
5. Freiheitsstrafen

Zu den bekanntesten Todesstrafen zählt das Enthaupten, das Hängen, das lebendig Begraben, Verbrennen, Rädern und das Vierteilen (aua...)

Unter Verstümmelungsstrafen sind vornehmlich solche zu nennen die das abtrennen von Körperteilen zur Folge hatten (also z.B. die Hände bei Diebstählen). Daneben das Blenden, u.a. für politische Gegner.

Ehrenstrafen sollten das Ansehen der zu bestrafenden Person empfindlich schmälern. Bekannt sind hier z.B. das Teeren und Federn, das Stellen an den Pranger,sowie das tragen von "lächerlichen" Kleidungsstücken

Geldstrafen erklären sich von selbst

Freiheitsstrafen im heutigen Sinne wurden ja eigentlich nur sehr selten verhängt - wenn doch, dann kamen sie oft einem Todesurteil nahe. Kein wundern bei Zustand der damaligen Gefängnisse
Hägar der Schreckliche ist offline  
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Alt 10.02.2008, 21:15   #2 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Majestät
 
Benutzerbild von 913Chris
 
Registriert seit: 31.01.2008
Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
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Das Blenden oder ins Kloster stecken war auch Teil der Ehrenstrafen: Ein körperlich "lädierter" Herrscher war nicht mehr herrschaftsfähig! (für "ins Kloster" musste derjenige Welcher die Tonsur erdulden - auch ein Zeichen von Nicht-Männlichkeit...).

Ansonsten waren die Mittelalterlichen recht erfinderisch, wenn´s ums Bestrafen ging. So mancher Herrscher entwickelte ganz eigene "Vorlieben": Vlad von Transsylvanien hiess nicht umsonst auch "der Pfähler"...
Von den alten Iren weiss ich, dass die das "Aug um Aug" recht wörtlich nahmen. Das ging soweit, dass jemand, der einen Familienvater getötet hatte, anstelle des Toten die Rolle des Familienvaters einnehmen musste. Natürlich nur in Gestalt des "Ernährers". Dito übrigens auch bei einem Knecht etc.
Nachdem die Iren in Gestalt der "iroschottischen Missionare" ihre Ideen von Busse, Strafe usw. in ganz Europa verbreiteten - naja, Mitteleuropa - dürfte das im Frankenreich bzw. Hl.Röm.Reich auch zumindest zeitweise Usus gewesen sein.

Vg
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 11.02.2008, 19:08   #3 (permalink)
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Benutzerbild von Xiron
 
Registriert seit: 05.02.2008
Ort: Neu-Ulm
Beiträge: 21
Xiron befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen

Ansonsten waren die Mittelalterlichen recht erfinderisch, wenn´s ums Bestrafen ging. So mancher Herrscher entwickelte ganz eigene "Vorlieben": Vlad von Transsylvanien hiess nicht umsonst auch "der Pfähler"...
Bei Vlad finde ich es ganz wichtig zu betonen, dass dieser nicht (nur?) aus reiner Grausamkeit heraus handelte!
Er hatte damals alle Hände voll zu tun, sein kleines Fürstentum gegen das übermächtig erscheindene Osmanische Reich zu verteidigen. Das er dabei ziemlich erfolgreich war, hat im übrigens den höchsten Respekt seiner (christlichen) Zeitgenossen eingebracht.

Das grausame Pfählen zahlreicher besiegter Feinde hatte letztlich einen ganz pragmatischen Wert: es sollte den osmanischen Gegner zutiefst entsetzten und abschrecken!
Xiron ist offline  
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Alt 19.02.2008, 19:40   #4 (permalink)
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Benutzerbild von Big Monkey
 
Registriert seit: 19.02.2008
Ort: Wien
Beiträge: 4
Big Monkey befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
In letzter Zeit war ich im Wiener Foltermusem, daher kann ich hier auch etwas mitreden:

Meistens war es schon Strafe genug, dass der Bestrafte in Kontakt mit dem Henker und Folterkencht. Diese waren ja im Mittelalter am Rande der Gesellschaft und galten meines wissens als "unberührbar" d.h. bei Kontakt mit ihm verlor man seine Stellung in der Gesellschaft.
Big Monkey ist offline  
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Alt 19.02.2008, 23:34   #5 (permalink)
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Benutzerbild von louizyfer
 
Registriert seit: 19.02.2008
Ort: Weserbergland
Beiträge: 5
louizyfer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
.. bisher unbeleuchtet blieb....

Eine noch nicht erwähnte Bestrafung war das "vogelfrei" erklären. Ein Jeder konnte sich an einem solchen Menschen wie auch immer vergehen, ohne eine eigene Bestrafung zu riskieren. Auch einem solchen Menschen Unterschlupf zu gewähren war unter Strafe gestellt.
Die Praktikabilität stelle ich allerdings bei den damaligen Informationswegen wirklich in Frage... der brauchte doch nur weit genug von daheim fort....
louizyfer ist offline  
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Alt 24.02.2008, 18:31   #6 (permalink)
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Benutzerbild von Piccard
 
Registriert seit: 20.02.2008
Ort: Chemnitz
Beiträge: 11
Piccard befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von louizyfer Beitrag anzeigen
Die Praktikabilität stelle ich allerdings bei den damaligen Informationswegen wirklich in Frage... der brauchte doch nur weit genug von daheim fort....
Hm, da magst Du einerseits durchaus recht haben...
Andererseits ist es natürlich für einen Menschen des Mittelalters, im Vergleich zur heutigen Zeit ein unvergleichbar größeres Problem gewesen, weit von daheim fortzugehen!
Ich meine: Die damalige Gesellschaft war doch sehr immobil und außer den Kaufleuten und Pilgern ist doch kaum jemand aus den Unterschichten wirklich mal von daheim fortgekommen. "Einfach mal so", woanders neu anzufangen dürfte somit oft schwierig bis unmöglich gewesen sein.
Piccard ist offline  
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Alt 24.02.2008, 19:59   #7 (permalink)
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Benutzerbild von Hügl
 
Registriert seit: 22.02.2008
Ort: Straubing
Beiträge: 281
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Wenn man sich das alles so durchließt ist man doch froh dass man im 21. Jahrhundert lebt. Die Bestrafungen waren damals alles wirklich ziemlich brutal wie man ja von der letzten G-Geschichte erfahren konnte.

Sachen wie Räder, Vierteilen oder Zersägen oder halt Folterung - Aua da kann einem ja schon vom Lesen her unbehaglich werden...
Hügl ist offline  
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Alt 25.02.2008, 18:58   #8 (permalink)
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Rang: Majestät
 
Benutzerbild von 913Chris
 
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Zitat:
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Die damalige Gesellschaft war doch sehr immobil und außer den Kaufleuten und Pilgern ist doch kaum jemand aus den Unterschichten wirklich mal von daheim fortgekommen.
Sicher? Unterschätz da mal das Mittelalter nicht. Kaufleute und v.a. Pilger machten einen erheblichen Prozentsatz der Bevölkerung aus (zumindest in den Städten), und auch die Bauern mussten regelmässig in die Städte - dort waren die Märkte. Geheiratet wurde auch unter den Bauern, und nicht selten auch "ausser dorf". Da waren grad bei den Mädchen/Frauen oftmals zig Kilometer zwischen neuem und altem Zuhause. Und wenn zu Kirchweihen die Leute von "weit her" kamen, konnte das auch einen nicht kleinen Umkreis betreffen.
Gerichtstage, auf die die Bauern als Zeugen geladen waren, kamen auch vor, und auch dann mussten die Bauern mehr oder weniger weit reisen - in die nächste Stadt oder auf den Sitz des Lehensherrn.
Hier in meinem Dorf war z.B. das Münchner Angerkloster begütert. Die Bauern, die dem Angerkloster gehörten, mussten öfter mal nach München reisen.
Nicht zu vergessen auch die Landsknechte. Auch die stammten oft aus der Unterschicht, und wenn wer weit rumkam, dann die Landsknechte!

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 26.02.2008, 10:22   #9 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
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Übrigens: "Mein Dorf" liegt am südlichen Rand von Ingolstadt. Bis München sind´s knapp 70 Kilometer.

VG
Christian
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Alt 26.07.2011, 12:11   #10 (permalink)
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Benutzerbild von Maxdorfer
 
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Das ist nichts im Vergleich zum Kloster Lorsch, ein paar Kilometer nördlich von Mannheim. Dessen Besitzungen gingen bis nach Nordhessen und bis Straßburg.
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