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Tags: osmanisches reich

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Alt 14.07.2008, 10:52   #1 (permalink)
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Abwehrstrategien gegen die Osmanen

Im laufe der Zeit wurden viele Länder vom aufstrebenden Osmanischen Reich bedroht. Sehr viele davon gingen schlussendlich unter.

-Welche Abwehrstrategien verfolgten die einzelnen Länder?
-Welche Personen spielten bei der "Osmanenabwehr" der einzelnen Länder eine entscheidende Rolle?
-Woran scheiterte man?
-Bzw. warum gelangen der Seesieg von Lepanto und die Türkenabwehr vor Wien?
-Was waren die Stärken des Osmanischen Reichs?
-Was verursachte schließlich Abstieg und Untergang des Osmanischen Reichs?

Ich freue mich auf eure Antworten.
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Alt 14.07.2008, 12:22   #2 (permalink)
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MCCzar befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Grabenkämpfe

Das Hauptproblem in der Auseinandersetzung der Mächte am Mittelmeer mit den Osmanen war, dass es sich mehr und mehr um einen Nebenschauplatz der Weltpolitik handelte. Während Spanier, Holländer und Portugiesen bereits weltweite Handelskolonien gründeten, kämpften Venedig und Konstantinopel im Grunde noch um die Handelsrouter über Land.

Typischer Fall von "Wenn-sich-zwei-streiten..."
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Alt 14.07.2008, 12:30   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von MCCzar Beitrag anzeigen
Das Hauptproblem in der Auseinandersetzung der Mächte am Mittelmeer mit den Osmanen war, dass es sich mehr und mehr um einen Nebenschauplatz der Weltpolitik handelte. Während Spanier, Holländer und Portugiesen bereits weltweite Handelskolonien gründeten, kämpften Venedig und Konstantinopel im Grunde noch um die Handelsrouter über Land.

Typischer Fall von "Wenn-sich-zwei-streiten..."

Diese Beschreibung trifft sicherlich auf die Lage nach 1492 zu, aber das Osmanische Reich erlebte schon seit 1300 einen gigantischen Aufstieg. Außerdem waren ja nicht nur die Mächte am Mittelmeer vom Vordringen der Osmanen betroffen sondern auch Byzanz, Trapezunt, Serbien, Ungarn und viele andere auch.
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Alt 14.07.2008, 12:57   #4 (permalink)
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Viele Fragen hast Du da!

Zur Seeschlacht von Lepanto: Der Sieg hatte wohl zwei Gründe: Erstens fiel der osmanische Kommandant, was natürlich die osmanische Organisation und den osmanischen Kampfgeist schwächte, zweitens hatten die Venezianer mit der Galeasse ein neues, besonders kampfstarkes Schiff.

Die anfängliche militärische Überlegenheit der Osmanen dürfte meiner Meinung nach vor allem auf den Janitscharen beruhen: Diese waren ein stehendes, gut ausgebildetes, stramm islamisches, vergleichsweise diszipliniertes Korps. Außerdem konnten sie aufgrund ihrer intensiven Ausbildung sowohl mit Fern- als auch Nahkampfwaffen umgehen. Die Sipahis wiederum konnten es an Kampfkraft wohl durchaus mit den europäischen Rittern aufnehmen, waren aber zahlreicher. Außerdem funktionierte die Verpflegung der Truppen bei den Osmanen meist wesentlich besser als bei den Europäern.
Im 15./16. Jh. waren die osmanischen Truppen obendrein in der Schlacht meistens disziplinierter als die Europäer.

Der militärische Niedergang hatte wohl einerseits damit zu tun, dass die Sipahi an Bedeutung verloren, als sich in Europa die infanterielastigen Heere durchsetzten, andererseits wurden die Janitscharen aufsässig, bequem und reformunwillig, sodass sie schließlich gewaltsam aufgelöst werden mussten.

Ansonsten trug zum Niedergang des Osmanischen Reichs vor allem auch der zunehmende Nationalismus bei. Die häufigen Thronstreitigkeiten stabilisierten das Reich auch nicht gerade. Nicht unterschätzen sollte man wohl auch die wirtschaftlichen Probleme, die dadurch hervorgerufen wurden, dass die Europäer ihren Asienhandel zunehmend zur See abwickelten statt am Landweg durchs Osmanische Reich.
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Alt 14.07.2008, 13:53   #5 (permalink)
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Dann nehme ich mir mal die "Osmanenabwehr" des Byzantinischen Reichs vor:

-Welche Abwehrstrategien verfolgten das Byzantinische Reich?

Um ca. 1300 begann der Aufstieg des Osmanischen Reichs, schon zuvor war das Seldschukenreich in mehrere Kleinstaaten zerfallen. Das Reich hatte in der Zeit der Dynastie der Angolei und des 4. Kreuzzugs eine Blütezeit erlebt. Diese wurde aber durch den Angriff der Mongolen beendet. Danach zerfiel das Seldschukenreich.
Das neuerstellte Byzanz konnte den Verfall des Seldschukenreichs nicht nutzen, da Michael Palaiologos sich mit westlichen Mächten herumschlagen musste. Unter Andronikos II bekam das Byzantinische Reich die Kampfkraft der Osmanen immer mehr zu spüren. Wohl auch dadurch, das Andronikos II das Heer wegen finanzieller Schwierigkeiten stark reduzieren musste. Am Ende der Regierungszeit von Andronikos II verlor man immer mehr Gebiete in Anatolienan die türkischen Machthaber. Als Abwehrmaßnahme noch zu erwähne waren die Katalanen die man sich geholt hatte.
Andronikos III versuchte auch in einem Feldzug die Osmanen zu stoppen, musste sich aber zurückziehen.
Die Bürgerkriege im Byzantinischen Reich die auf Andronikos III gefolgt waren schadeten den Reich enorm. Gewinner waren die Serben auf der einen Seite und die Osmanen auf der anderen. Als die Osmanen Gallipoli nahmen und damit einen Stützpunkt in Europa hatten protestierte man zwar, war aber wehrlos. Als die Osmanen weiter nach Westen vordrangen und auch Adrianopel eroberten, merkte man im Byzantinischen Reich das man was tun müsse. Selbst hatte man nicht mehr die Kraft um ein Heer aufzustellen das stark genug war um sich mit den Osmanen zu messen so setzte man auf einen Kreuzzug der Europäer gegen die Osmanen. Darum bemühten sich die Kaiser Johannes V, Manuel II und Johannes VIII intensiv. Es kam auch zu Kriegszügen europäischer Heere gegen die Osmanen doch man scheiterte. 1453 als die Osmanen Konstantinopel belagerten blieb dem byzantinischen Kaiser Konstantin XI nur noch ein baldig anrückendes Entsatzheer als Hoffnung. Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht, nach tapferem Kampf wurde Konstantinopel schließlich von den Osmanen erobert.


-Welche Personen spielten bei der "Osmanenabwehr" von Byzanz eine entscheidende Rolle?

Da gäb es viele zu erwähnen. Von den Kaisern von Byzanz her finde ich hat sich Manuel II sehr um einen Kreuzzug bemüht. Auch noch zu erwähnen ist der letzte Kaiser des Reichs. Konstantin XI gab sein Bestes um die Osmanen aufzuhalten, aber zu diesem Zeitpunkt, war das wohl nicht mehr möglich.

-Woran scheiterte man?

Auch hier gibt es viele Gründe zu nennen. Nachdem es Michael Palaiologos gelungen war Konstantinopel wiederzuerobern befand er sich in einer schwierigen Lage, er musste sich mit den Großmächten aus Europa herumschlagen und konnte sich kaum auf Anatolien konzentrieren. Zu diesem Zeitpunkt hätte man die Türken noch besiegen können, aber wie gesagt man hatte wichtigeres zu tun.
Auch die Bürgerkriege und die oft ungeschickte Politik trugen dazu bei, das man schlussendlich nicht mehr stark genug war etwas gegen die Osmanen zu unternehmen.
Die Skepsis gegen die Europäer die nach dem 4. Kreuzzug besonders ausgeprägt war machte ein gemeinsames vorgehen gegen die Osmanen beinahe unmöglich.
Und im letzen Kampf stand man dann ohne Hilfe einer ausländischen Macht da, obwohl man schon auch erwähnen muss das Konstantinopel auch von einigen Venezianern und Leuten aus Genua tapfer verteidigt wurde. Aber die große Hilfe blieb aus.
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Alt 14.07.2008, 15:16   #6 (permalink)
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Die größte Chance, die Osmanen zu stoppen, hätten die Europäer wohl zu Beginn des 15. Jhs. gehabt, als es nach dem Tod Bejazids I. zu Thronstreitigkeiten kam. Leider wurde sie nicht genutzt.
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Alt 14.07.2008, 17:21   #7 (permalink)
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Die Türken vor Wien

Ich nehme mich einmal eine anderer Frage aus WDPGs umfangreichen Katalog an: den beiden Wiener Türkenbelagerungen.

Den ersten Versuch zur Eroberung Wiens starteten die Osmanen 1529 unter Süleyman I. Angeblich soll jener über 100.000 Kämpfer ins Feld geführt haben. Die türkische Artillerie war den Wiener Stadtbefestigungen allerdings nicht gewachsen, sie richtete kaum Schaden an. So versuchten die Türken mittels Minen (unterirdische Gänge) die Mauern zum Einsturz zu bringen. Fraglos eine zeitraubende Strategie. Nach einigen Wochen gelang auch eine Bresche, die Wiener hatten allerdings das Glück, dass der Schuttkegel fast nicht zu besteigen war und die Bresche so gut zu verteidigen war. Der türkische Sturmangriff schlug unter großen Verlusten fehl. Mittlerweile war die Versorgungslage im türkischen Lager katastrophal. Dort hungerte man nicht viel weniger als im belagerten Wien. Als dann auch noch der Winter unerwartet früh einsetzte, brach Süleyman den Angriff ab.

Bei der zweiten Belagerung 1683 gab es manche Parallele. Hier war der türkische Protagnist Großwesir Kara Mustafa Pascha, der verschiedene Male strategisch wenig glückliche Entscheidungen traf, im Gegensatz zu seinem Wiener Gegenüber, Graf Starhemberg. Auch nun stand den Türken keine Artillerie zur Verfügung, welche die Festungswerken Wiens gefährlich werden konnten. Die Zeit drängte auch jetzt, weniger wegen des Winters, sondern weil es dem Kaiser gelang, ein Entsatzheer auf die Beine zu stellen. Die Türken begannen wieder mit dem Minenkrieg und konnten auch einige Befestigungen zerstören, aber die Belagerung zog sich länger hin als erhofft und Hunger und Unlust verstäkten sich im türkischen Lager. Ein strategischer Fehler Mustafas war dann auch Klosterneuburg und die Donaubrücke nicht genommen zu haben. Damit war der Weg für das Entsatzheer, vor allem polnischen Husaren, frei. Als Graf Starhemberg nur noch 5000 einsatzfähige Verteidiger zur Verfügung hatte, erreichte das christliche Heer von König Sobieski den Wienerwald. Die ohnehin demotivierten Türken wurden überrumpelt und traten eine wilde Flucht an. Dies war dann auch der Start der österreichischen Türkenkriege, an deren Ende die Donaumonarchie stand.
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Alt 16.07.2008, 10:50   #8 (permalink)
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Kaiserreich von Trapezunt:

Nachdem ich was über die "Osmanenabwehr" des Byzantinischen Reichs geschrieben habe möchte ich was über die Abwehrversuche des Kaiserreichs Trapezunt gegen die Osmanen schreiben:

-Ab wann wurden die Osmanen zu einer Bedrohung für das Kaiserreich von Trapezunt:

In die Geschichte des Kaiserreichs treten die Osmanen so scheint es erst in der Zeit um 1380 ein. Als sie dann bei Angora 1402 von Timur geschlagen werden nimmt die bedrohlichkeit der Osmanen für das Kaiserreich von Trapezunt wieder ab. Aber auch nur für kurze Zeit. Ab 1453 (Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen nimmt der Druck wieder zu). Grund dafür war einerseits das Mehmend II nun den Rücken frei hatte für Aktionen in Anatolien und andererseits das nach dem Ende von Byzanz (das von der Familie Palaiologos beherrscht wurde) von manchen Griechen die Komnenen (von Trapezunt) als die neue Kaiserdynastie angesehen hätten werden können.

-Welche Abwehrstrategien verfolgten das Kleinkaiserreich in Ostanatolien?

Das Kaiserreich von Trapezunt war ein sehr kleines Reich, selbst hätte man nicht die Kraft aufbringen können um gegen die Osmanen etwas zu unternehmen. Deshalb ergriff man 2 Maßnahmen:
-Man stellte ein Söldnerheer auf und bereitete sich auf eine Belagerung der Stadt Trapezunt vor.
-Man erstellte einen Bund fast aller Staaten und Völker die in Anatolien außer dem Osmanischen Reich noch existierten. Dazu gehörte der Stammesbund "Weißer Hammel" unter Usun Hasan, das Emirat von Karaman, der Fürst von Sinope und auch etliche Kleinstaaten an. Ziel war es die Osmanen aus Anatolien zu vertreiben. Außerdem unterhielt man Beziehungen zu Venedig, Genua und Burgung.

-Welche Personen spielten bei der "Osmanenabwehr" in Ostanatolien eine wichtige Rolle?

Zu erwähnen wären da Usun Hasan (Führer der Weissen Hammeln). Sein Machtgebiet erstreckte sich von Ostanatolien bis weit hinein nach Persien. Außerdem sind da noch die die Komnenenkaiser Johannes IV von Trapezunt (der diesen Bund schon in Planung hatte und auch die Kontakte zu Usun Hassan herstellte, dann aber verstarb) und der letzte Komnenenkaiser David (Er setzte die Politik seines Vorgängers fort und baute das Bündnis schließlich auf).

-Woran scheiterte man?

Toll ein Bund mit etlichen Staaten unter der Führung von 2 etwas stärkeren (Trapezunt das zumindest finanzkräftig war und angeblich 20.000 Söldner angeworben hatte und die Weissen Hammel), dazu noch die Hilfe aus Europa würde nun gegen die Osmanen kämpfen. Wenn sich da jeder Kleinstaat aktiv beteiligt bringt man sicher auch ganz schön ein Heer zusammen.


Aber genau da lag das Problem. Das ganze Bündnis war eigentlich wirkungslos. Sehr viele Staaten interessierte es kaum, dass man zusammenarbeiten könnte. Sie gingen daher eigene Wege. Auch das Kaiserreich von Trapezunt versuchte sich zunächst mal den Sultan zum Freund zu machen. Doch man scheiterte.
Schlussendlich rüstete Mehmed II ein großes Heer aus und marschierte gegen Sinope und eroberte es. Ein Bündnis wurde nicht aktiviert. Usun-Hasan wurd zu frieden gezwungen. Er versuchte mit Diplomatie die Osmanen dazu zu bringen seinen Verbündeten den Kaiser von Trapezunt zu verschonen, doch vergebens. Als Mehmed II dann mit seinem Heer gegen Trapezunt vorrückte, schickte David Komnenos jemanden um zu Verhandeln. Bei den Verhandlungen ging es jedoch nicht mehr darum das Kaiserreich zu retten, sondern nur noch darum die Osmanen dazu zu bringen die Kaiserfamilie zu verschonen. Eine erstaunliche Tatsache da Trapezunt eigentlich nur schwer einnehmbar gewesen wäre, auch für die Osmanan.
Schlussendlich einigte man sich: Trapezunt wurde übergeben und damit waren das letzte byzantinisch Überbleibsel in Anatolien vernichtet. David sollte so behandelt werden wie Demetrios Palaiologos (Despot der Morea) der zum Sultan ins Exil flüchtete. Doch daraus wurde nichts, die Kaiserfamilie wurde schließlich ermordet.

Geändert von WDPG (23.08.2010 um 16:37 Uhr).
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Alt 16.07.2008, 11:18   #9 (permalink)
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-Man erstellte einen Bund fast aller Staaten und Völker die in Anatolien außer dem Osmanischen Reich noch existierten. Dazu gehörte der Stammesbund "Weißer Hammel" unter Usun Hasan, das Emirat von Karaman, der Fürst von Sinope und auch etliche Kleinstaaten an.
Dass Sinope damals ein selbstständiges Fürstentum war, wusste ich gar nicht. Weißt Du Näheres darüber?

Zitat:
Zitat von WDPG Beitrag anzeigen
Eine erstaunliche Tatsache da Trapezunt eigentlich nur schwer einnehmbar gewesen wäre, auch für die Osmanan.
Nur schwer einnehmbar war Konstantinopel auch, und auf Hilfe aus Europa konnte David noch weniger hoffen.
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Alt 16.07.2008, 12:12   #10 (permalink)
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Zitat:
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Dass Sinope damals ein selbstständiges Fürstentum war, wusste ich gar nicht. Weißt Du Näheres darüber?


Nur schwer einnehmbar war Konstantinopel auch, und auf Hilfe aus Europa konnte David noch weniger hoffen.

Was Sinope betrifft: Ja war es, aber ich weiß eigentlich kaum was darüber. Kurz nach dem das Kaiserreich Trapezunt gegründet eroberten die Kaiser von Trapezunt die Stadt. Mit seinen Söldnern aus Georgien drang David Komnenos allgemein weit nach Westen vor, wurde aber dann von Nikäa besiegt. Alexios I Komnenos wurde anschließend bei Sinope von den Seldschuken geschlagen, man verlor die Stadt.
Doch wie die Geschichte zwischen der Zeit und der Zeit der Eroberung durch Mehmed II aussah, darüber weiß ich gar nichts (auch in Wikepedia hab ich da nicht viel gefunden), nicht mal ob Sinope islamisch oder christlich war.
Im Jahr 1458 hat Mehmed II die Stadt dann wie schon erwähnt auf seinen Zug nach Trapezunt erobert.

Was das mit der Einnehmbarkeit betrifft: Trapezunt war was ich weiß auch vom Gelände her in einer geschützten Lage, die Stadt wiederstand im Laufe der Zeit mehreren Angriffen und wenn nicht so galt immerhin die Festung als uneinnehmbar, aber du hast recht auch Konstantinopel galt als uneinnehmbar und was Hilfe betrifft so sah es noch schlechter aus als 1453, obwohl die Mächte in Europa durch den Fall von Konstantinopel aufgerüttelt sein müssten.

Gerüchte gab es anscheinend aber darüber das eine Übergabe von Trapezunt nicht wirklich geplant gewesen wäre, aber die Verhandler zwischen Trapezunt und den Osmanen ein Verräter war, kann mir das aber kaum vorstellen.
Selbst wenn dieser ja zur Kapitulation sagte, hätte man den Wiederstand doch weiterführen können.

Vielleicht noch zu erwähnen: Die anderen Städte des Kaiserreichs von Trapezunt, wie etwa Kerasunt gaben nach dem Fall der Hauptstadt auf.
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