| TagCloud | | | Umfrageergebnis anzeigen: Hätte das Fränkische Reich dauerhaft erhalten werden können? | |
Ja.
|   | 12,50% | |
Nein, irgendwann wäre es auf jeden Fall zerfallen.
|   | 62,50% | |
Die Verhältnisse waren zu komplex, um diese Frage beantworten zu können.
|   | 18,75% | |
Keine Ahnung.
|   | 6,25% |  | |
13.08.2008, 20:11
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Mögliche Zukunft des Frankenreichs Schon unter Ludwig dem Frommen begann das Fränkische Reich zu zerfallen. Sein Nachfolger Lothar unterlag im Bürgerkrieg gegen seine Brüder und musste im Vertrag von Verdun 843 einer Teilung des Reiches mit seinen Brüdern Karl dem Kahlen und Ludwig dem Deutschen zustimmen, bei der ihm nur eine formale Oberhoheit blieb. Karl der Dicke konnte später einen Großteil des Reichs kurzfristig noch einmal einen, doch spätestens als man sich nach dem Aussterben der Karolinger im Ostfränkischen Reich entschied, statt eines westfränkischen Karolingers einen eigenen Herzog zum König zu wählen, war die Trennung endgültig.
Was meint ihr: Wenn es Lothar gelungen wäre, sich gegen seine Brüder durchzusetzen und die Primogenitur einzuführen, wäre es dann möglich gewesen, die Reichseinheit dauerhaft zu wahren, oder wären die nationalen Gegensätze zwischen Franzosen, Deutschen und Italienern zu groß gewesen? Hätten sich früher oder später zumindest regionale Herzöge erfolgreich abgespalten? Oder wäre es zumindest möglich gewesen, dass die Teilreiche dauerhaft die Oberhoheit des Kaisers anerkennen, wie das ja später auch die Herzöge etc. des Heiligen Römischen Reiches taten?
Geändert von Scifi (13.08.2008 um 20:14 Uhr).
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14.08.2008, 12:08
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 24.07.2008 Ort: Augsburg
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| Zitat:
Zitat von Scifi
Was meint ihr: Wenn es Lothar gelungen wäre, sich gegen seine Brüder durchzusetzen und die Primogenitur einzuführen, wäre es dann möglich gewesen, die Reichseinheit dauerhaft zu wahren | Auch wenn Lothar gegen seine Brüder gesiegt hätte, so wäre das Frankenreich trotzdem zerfallen. Es hätte zwei Möglichkeiten des Zerfalls gegeben: Der militärische Niedergang durch Niederlagen; dieser Gefahr ist allerdings jedes Reich ausgesetzt. Oder der Zerfall "von innen". Zur festen Beherrschung eines Reiches dieser Größe wäre eine stake "Zentralgewalt" nötig gewesen, die mitunter auch Repressionen gegen unterstellte Fürsten ergreifen muss. Damit hätten die nach mehr Freiheiten strebenden v.a.dt.und it. Fürsten sich veranlasst gesehen zur Erreichung ihrer Interessen eine gegnerische Koalition zu gründen und sich mit dieser gegen den Herrscher aufzulehnen.
Auch ein Grund für den wohl sicheren Verfall wäre, dass die nachfolgenden Frankenherrscher mit Außnahme von Karl d.Dicken alle politisch und auch militärisch nicht besonders begabt óder auch einfach faul waren.
Mit der Anerkennung des Kaisers durch alle ihm unterstrehenden Fürsten glaube ich wäre auch nur formell etwas zu erreichen gewesen. Es ist doch kaum vorstellbar, dass die dt.Nordländler oder die it.Fürsten einen Franken als mächtigen Gebieter akzeptiert hätten. |
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14.08.2008, 16:08
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ich würde Karl III. nicht als fähig bezeichnen. Vor allem gegen die Normannen versagte er komplett. |
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14.08.2008, 16:20
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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| Hmm, stimmt eigentlich. Gegen die Normannen hat er als Feldherr aber auch die Soldaten als Heer versagt. Die anderen Eroberungen unter seiner Herrschaft haben ja auch die Prinzen und Adlige gemacht.
Politisch war er aber unbestritten durchaus begabt. |
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14.08.2008, 16:24
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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Beiträge: 19.979
| Naja, dass er Alemannen bei der Reichsverwaltung bevorzugt hat, hat auch nicht gerade zur Festigung des Reichszusammenhalts beigetragen. |
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14.08.2008, 16:31
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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Beiträge: 1.088
| Wenn ich das richtig sehe haben bei Karl III. im Gegensatz zu seinen Nachfolgern viele Alemannen Verwaltungsposten innegehabt. Unter ihm lief die Verwaltung zumindest halbwegs, also war diese Bevorzugung nicht unbegründet. Und die Alemannen waren auch ein ziemlich großes Volk. |
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14.08.2008, 16:36
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Das Problem war aber, dass Alemannien sein ursprüngliches Teilreich war. Indem er weiterhin die Alemannen bevorzugte, signalisierte er, dass er den Rest des Reichs quasi nur als hinzugekommene Kolonien Alemanniens betrachtete. Das sorgte natürlich für Unzufriedenheit und Sezessionsgelüste. |
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14.08.2008, 17:42
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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Beiträge: 1.088
| Du hast schon recht, nur: Ist es denn nicht üblich, dass das von der Substanz her bevorteiligste Teilgebiet eines Reiches-unabhängig ob es auch den Herrscher stellt-bevorzugt ist?
Man vergegenwärtige sich nur die Stellung von Preußen im Deutschen Reich, des Gebietes um Paris im neueren Frankreich, Österreichs im Reich gegenüber Ungarn und den Kleinstaaten, usw.... . |
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14.08.2008, 17:57
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Natürlich ist es üblich, aber es schafft eben Unfrieden. Österreich ist daran zerbrochen, dass sich die anderen Nationalitäten nicht gleichbehandelt fühlten. Eine kluge Politik ist es also nicht. |
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14.08.2008, 19:01
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 24.07.2008 Ort: Augsburg
Beiträge: 1.088
| Generell kann man nicht sagen, dass es keine gute Politik sei. Vielmehr muss man sagen: Kurzfristig _ist_ es eine gute Politik, langfristig hingegen _nicht_.
Beides Mal sei auf Preußen im Deutschen Reich verwiesen. Für die verschiedenen Völker ohne eine mächtige Position ist es in fast jedem Fall -zumindest ein wenig- auch Unterdrückung und Mangel an Gleichberechtigung. |
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