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21.08.2008, 10:46
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 21.08.2008 Ort: Augusta Treverorum (Trier)
Beiträge: 21
| Die Hexenverfolgung im Mittelalter Ein sehr heikles Thema und ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Menschheit. Doch wie kam es dazu? Wie liefen Hexenjagden ab und wie schnell verbreiteten sie sich?
Das alles waren Fragen die mich quälten als ich mir kürzlich dieses Thema vorgenommen habe. Alle Antworten dazu findet ihr hier: /www.inquisition2000.de/
de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung
de.wikipedia.org/wiki/Hexenprozesse_von_Salem viel Spaß, alles Liebe,
Maxine
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Maxine von Role
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carpe noctem
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21.08.2008, 11:16
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Heute wird von Feinden der katholischen Kirche ja gerne unterstellt, die Hexenverfolgung wäre ein Werk der katholischen Kirche und ihrem Frauenhass entsprungen.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Hexenverfolgung ist ein gutes Beispiel dafür, was passieren kann, wenn sich die Kirche dem Zeitgeist anpasst, was von ihr ja heute auch oft gefordert wird (Schwulenehe, Abtreibung etc.)
Jahrhundertelang war es gerade die Kirche, die den in der Bevölkerung verbreiteten Hexenglauben bekämpfte. So verwarf das Konzil von Paderborn 785 den Hexenwahn ausdrücklich. Aus dem Hochmittelalter ist ein Brief des Papstes erhalten, in dem er den dänischen König auffordert, endlich etwas gegen die Hexenverfolgungen (also nicht die Hexen!) in seinem Land zu unternehmen. Generell war die Kirche im Mittelalter der Meinung, der Glaube an Hexen sei ein heidnisches Relikt. Insofern ist auch der Titel diese Themas verfehlt: Die Hexenverfolgungen gehören zur frühen Neuzeit!
Erst da haben sich zunehmend Geistliche dem Zeitgeist gebeugt. |
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21.08.2008, 11:39
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 21.08.2008 Ort: Augusta Treverorum (Trier)
Beiträge: 21
| Es geht mir aber gerade um die Entwicklung dieses Wahnes im Mittelalter. Mag sein, das er woanders entsprungen ist, aber wirklich krass wurde es doch erst im Hoch, bzw. Spätmittelalter, oder nicht?
Wer hat nun Schuld? Möglich, das die Kirche sich zunächst so verhalten hat. Aber war es nicht so, dass die Kirche die Inquisition gegründet hat? Haben nicht christliche Inquiistoren den Hexenhammer veröffentlicht? Oder bin ich da falsch informiert? Ich dachte das sei Fakt.
Es geht mir auch nicht um angebliche Hexen oder die Kirche. Ich finde es nur schlimm, das damals so viele unschuldige Menschen (und das sind sie ja in erster Linie) sterben mussten.
Lg Maxine
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Maxine von Role
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carpe noctem
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21.08.2008, 12:09
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Die Inquisition wurde gegründet, um die Jagd nach Häretikern aller Art (nicht primär Hexen beiderlei Geschlechts!) auf eine juristisch (!) fundierte Basis zu stellen.
Der Hexenhammer wurde von einem einzelnen Fanatiker geschrieben und gehört eigentlich schon nicht mehr ins Mittelalter (wie überhaupt der ganze Hexenwahn!).
Kirchliche Hexenjäger verwendeten den Hexenhammer als Grundlage ihrer Verfolgungen, quasi als "Handbuch". Das wurde dann irgendwann so üblich, dass der Hexenhammer quasi anerkannt wurde, es gab aber von Anfang an gewichtige Gegner des Heenhammers (und zwar v.a. von Kirchenmännern), die ihn als das bezeichneten, was er war: Als abergläubischen Humbug.
Dennoch war der Zeitgeist (an dem die Kath.Kirche nicht ganz unschuldig war, aber die Kirche besteht nun mal aus Menschen, die ihrerseits dem Zeitgeist unterliegen, hier beisst sich die Katze in den Schwanz - ein Teufelskreis, sozusagen...) so, dass die Menschen begeistert das glauben wollten, was da im Hexenhammer niedergeschrieben war - er war ja mow auch nur eine Sammlung des Aberglaubens, der in den Köpfen der Leute herumspukte...
VG
Christian |
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21.08.2008, 12:15
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Der Glaube an Hexerei war in Europa ein germanisches Relikt aus heidnischer Zeit, das von der Kirche abgelehnt wurde, aber trotzdem im Volksglauben fortbestand.
Die Aufgabe der Inquisition war es, gegen Ketzer, also abweichende christliche Glaubensströmungen, vorzugehen. Angebliche Hexen gehörten nicht dazu. Teilweise wurden sie zwar "miterledigt", teilweise lehnten die Inquisitoren aber auch ausdrücklich die Befassung mit diesem Unfug ab.
Der Hexenhammer wurde vom Dominikaner Heinrich Kramer verfasst, der tatsächlich Inquisitor war. Hexen verfolgte er allerdings nicht per Auftrag von oben, sondern auf eigene Faust. In Tirol wurde er beispielsweise deswegen vom dortigen Bischof ausgewiesen. Sein Geschreibsel wurde aber auch von vielen Geistlichen kritisiert. Sein Einfluss beruhte vor allem darauf, dass er für sich in Anspruch nahm, für die Kirche zu sprechen, was aber nicht der Fall war.
Fassen wir zusammen: Der Hexenglaube war während des ganzen Mittelalters im Volk immer latent vorhanden. Die Kirche hingegen lehnte ihn großteils überhaupt ab, teilweise hatte sie andere Probleme. Erst mit Beginn der Neuzeit akzeptierte sie den Wahn teilweise (interne Kritiker gab es immer). Sie verfolgte die Hexen aber auch dann nicht selbst, sondern dafür waren die weltlichen Gerichte zuständig. Die Schuld der Kirche lag lediglich darin, dass sie dem nicht entgegenwirkte. |
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21.08.2008, 12:19
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Leider kann ich dir nicht schon wieder ein Sternchen verpassen. Ich merks mir aber vor!
Gute Zusammenfassung...
VG
Christian |
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20.06.2009, 18:00
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 30.04.2009
Beiträge: 236
| Die flächendeckende Hexenverfolgung setzte in Europa in der Neuzeit ein. .
Die flächendeckende Hexenverfolgung setzte in Europa in der Neuzeit ein.
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20.06.2009, 18:17
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Eine "flächendeckende" Hexenverfolgung gab es überhaupt nie. Der Begriff suggeriert, dass es eine überall durchgeführte, zentral geplante Maßnahme gewesen wäre. Das war aber nicht der Fall; es handelte sich immer um regionale und lokale Verfolgungen.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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12.04.2011, 15:54
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Offiziell geführte, straff organisierte Maßnahmen (z.B. Judenverfolgung im Dritten Reich) sind oft nicht so effektiv und flächendeckend wie Verfolgungen, die vom Volk ausgehen, da dieses empört ist.
LG
Der Maxdorfer
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
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17.04.2011, 09:59
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Ich habe jetzt ein Buch gelesen, das die Hexenverfolgung als Unterdrückung und Terror gegen eine vom Mann unabhängige Frau ansieht und als zwangsläufige Folge des Patriarchats.
Ist aber kein historisches Buch, sondern ein psycholoigisches (und dammt nicht von einer Frau, sondern von einem Mann  )
Eine gganz interessante These, wie ich finde 
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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