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Tags: dorfherrschaft, grundherrschaft, schultheiss

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Alt 18.03.2009, 14:50   #1 (permalink)
Neuer Benutzer
Rang: Knappe
 
Benutzerbild von Antonella
 
Registriert seit: 18.03.2009
Ort: Oberbruch
Beiträge: 1
Antonella befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hausarbeit Mittelalter

Hallo,
ich brauche dringend Hilfe! Bin total verzweifelt!
Ich muss bis zum 31.03. eine Hausarbeit zum Thema:" Etablierung dorfherrschaftlicher Elemente in der Grundherrschaft" abgeben.
Ich habe ne Menge Literatur hier, aber ich weiß nicht wo ich anfangen soll, keine Idee für ne Gliederung usw. Habe in den vergangenen Wochen Examensklausuren geschrieben und mein Kopf ist total leer und kann deswegen auch jetzt erst damit anfangen.
Vielleicht kann mich jemand auf den richtigen Weg bringen, das würde schon reichen
Danke! LG
Antonella ist offline  
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Alt 18.03.2009, 17:19   #2 (permalink)
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Benutzerbild von RedScorpion
 
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Beiträge: 6.625
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Also, bei so seltenblöden Themen (hat es eigentlich in Deutschlands Schulen ab und zu auch 'mal interessante Themen?) hilft eigentlich nur eines:

Sich vorzustellen, warum das Thema für ein heutiges Targetpublikum interessant oder wichtig sein könnte, und aus der Mission heraus Ueberzeugungsarbeit zu leisten.

Ansonsten: Wart' 'mal ab, vllt antwortet Dir hier jemand von den Spezialisten, die sich mit dem Thema auskennen (ich nicht; ich verachte Germanentum und dt. Mittelalter).



LG
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Alt 18.03.2009, 21:59   #3 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Also, bei so seltenblöden Themen (hat es eigentlich in Deutschlands Schulen ab und zu auch 'mal interessante Themen?) hilft eigentlich nur eines:
Wie Du ihrem Profil entnehmen kannst, studiert Antonella bereits. Für eine Uni-Arbeit klingt das gar nicht seltsam.
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Scifi ist offline  
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Alt 19.03.2009, 01:25   #4 (permalink)
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Benutzerbild von RedScorpion
 
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Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Wie Du ihrem Profil entnehmen kannst, studiert Antonella bereits. Für eine Uni-Arbeit klingt das gar nicht seltsam.
Oh sorry, hatte mir ihr Profil nicht angesehen. Glückwunsch an Antonella.


Trotzdem blödes Thema. Eines Könnte man ihm natürlich abgewinnen: Wie gut, dass die Zeiten passé sind.
Klar kann nicht immer alles nur Glamour sein; aber ausgerechnet im mitteleuropäischen Dung herumzustochern....


Interessant höchstens im Sinne von: Welche dorfherrschaftlichen Elemente der GH haben sich über lange Zeit gehalten und warum? Gibt es Auswirkungen aufs Heute? Gab es welche zu den LPGs der DDR? Sind verlorenengegangene recylebar? Verwendbar für eine Umstrukturierung des unproduktiven Sektors?


LG
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Alt 19.03.2009, 12:12   #5 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
(ich nicht; ich verachte Germanentum und dt. Mittelalter).
LG
Du verachtest es? Aus welchem Grund, die Geschichte davon ist doch gar nicht mal so uninteressant.
WDPG ist offline  
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Alt 19.03.2009, 20:08   #6 (permalink)
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Ich vermute einmal, weil ihm beide Bereiche zu anfällig für Deutschtümelei sind.
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Alt 19.03.2009, 21:35   #7 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Ich vermute einmal, weil ihm beide Bereiche zu anfällig für Deutschtümelei sind.
Daran hab' ich jetzt gar nicht gedacht;

obwohl es natürlich stimmt, dass man in Deutschland, wenn es um das Mittelalter geht, erst einmal an Ritterburgen, Karl den Grossen, Turniere, König Artus und wer weiss an was noch denkt.... obwohl die Politik eher in Konstantinopel, Venedig, Mailand, Neapel, Flandern, Cordoba, Kairo und Baghdad gemacht wurde.

Was ich am dt. Mittelalter doof finde (wobei es natürlich auch Vorzüge bzw. Errungenschaften hat, was wir ja schon einmal in einem 3d besprochen hatten),

ist die unglaubliche Zersplitterung, ausgeprägtes Kastendenken, und irgendwie, abgesehen von den Städten im Spätmittelalter, ein beeindruckender Rückschritt bez. der Antike, aber auch was andere Regionen Europas und der Welt zur gleichen Zeit betrifft.

Das einzig Positive an der Zerstrittenheit und der Zersplitterung, am Kampf zwischen grundherrschaftlich-fürstlicher und kirchlicher Macht sind wohl die in deren Windschatten seglnden Städte, die vom Machtvakuum profitieren, und dann später, durch Vermittlung des Wissens über die Araber und Byzanz, die wirtschaftliche Grundlage des modernen Staates wurden (wobei D davon allerdings nur marginal touchiert wurde).

Aber davon hatte man im Mittelalter nicht besonders viel (von Ausnahmen abgesehen), und auch in der Neuzeit hat es lange gedauert, bis ein antiker Lebensstandard wiedererreicht wurde.

Hätte es keine Germanenhorden gegeben (die auch nur auf der Suche nach besseren Lebensumständen waren, schon klar), hätte man sich möglicherweise so manches dunkles Jahrhundert ersparen können.

Auf alle Fälle halte ich das dt. Mittelalter im Vergleich für ziemlich überbewertet (und mit ihm Lehnssystem und der ganze Schrott, der dazugehört), erst ab 1500 wird's interessanter, bzw. kann man davon sprechen, dass da irgendetwas existiert, das Weichen stellt für später.



LG
RedScorpion ist offline  
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Alt 19.03.2009, 21:47   #8 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
obwohl es natürlich stimmt, dass man in Deutschland, wenn es um das Mittelalter geht, erst einmal an Ritterburgen, Karl den Grossen, Turniere, König Artus und wer weiss an was noch denkt.... obwohl die Politik eher in Konstantinopel, Venedig, Mailand, Neapel, Flandern, Cordoba, Kairo und Baghdad gemacht wurde.
Nun ja, ganz so gering würde ich den Einfluss der deutschen Herrscher auf die europäische Politik auch wieder nicht veranschlagen. Man denke nur an die Verdienste der Ottonen um die Slawenmission und die Europäisierung der Slawen und Ungarn. Nicht zu vergessen natürlich der Konflikt mit dem Papsttum.

Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Hätte es keine Germanenhorden gegeben (die auch nur auf der Suche nach besseren Lebensumständen waren, schon klar), hätte man sich möglicherweise so manches dunkles Jahrhundert ersparen können.
Davon bin ich nicht überzeugt. Das Römische Reich befand sich ohnehin auf dem absteigenden Ast: Die Kaiser regierten seit Diokletian immer autokratischer, die Untertanen wurden immer rechtloser, mit dem Kolonat gab es schon einen Vorgeschmack auf die Grunduntertänigkeit, die Philosophie und Kunst verfielen, die Wirtschaft steckte in der Krise. Beim Westteil bezweifle ich, dass er, wäre er nicht überrannt worden, die Regenerationsfähigkeit des Ostteils aufgebracht hätte.

Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Auf alle Fälle halte ich das dt. Mittelalter im Vergleich für ziemlich überbewertet (und mit ihm Lehnssystem und der ganze Schrott, der dazugehört), erst ab 1500 wird's interessanter, bzw. kann man davon sprechen, dass da irgendetwas existiert, das Weichen stellt für später.
Bei der Beschäftigung mit Geschichte geht es doch nicht darum, ob eine bestimmte Epoche nützlich war oder nicht, sondern ob sie "interessant" (was auch immer das sein soll) ist. Interessant findet ohnehin jeder eine andere Epoche oder Kultur.
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Scifi ist offline  
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Alt 19.03.2009, 22:03   #9 (permalink)
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Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
Nun ja, ganz so gering würde ich den Einfluss der deutschen Herrscher auf die europäische Politik auch wieder nicht veranschlagen. Man denke nur an die Verdienste der Ottonen um die Slawenmission und die Europäisierung der Slawen und Ungarn.
...
Find' ich aber eher negativ.


Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
... Nicht zu vergessen natürlich der Konflikt mit dem Papsttum.
...
OK, wobei aber der Kaiser eher Mittel zum Zweck war, der ausserhalb Ds seine grössten Nutzniesser hatte.


Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
...
Davon bin ich nicht überzeugt. Das Römische Reich befand sich ohnehin auf dem absteigenden Ast: Die Kaiser regierten seit Diokletian immer autokratischer, die Untertanen wurden immer rechtloser, mit dem Kolonat gab es schon einen Vorgeschmack auf die Grunduntertänigkeit, die Philosophie und Kunst verfielen, die Wirtschaft steckte in der Krise. Beim Westteil bezweifle ich, dass er, wäre er nicht überrannt worden, die Regenerationsfähigkeit des Ostteils aufgebracht hätte.
...
Seit Diokletian ging's ja mit der Wirtschaft wieder aufwärts, und ich mein', es sei Heather, der behauptete, die Wirtschaft des 4. Jh. im Westteil sei fester als die zu augusteischen Zeiten.

Der Kolonat ist irgendwie auch überholt.


Zitat:
Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
...
Bei der Beschäftigung mit Geschichte geht es doch nicht darum, ob eine bestimmte Epoche nützlich war oder nicht, sondern ob sie "interessant" (was auch immer das sein soll) ist. Interessant findet ohnehin jeder eine andere Epoche oder Kultur.
Den Einspruch nehm' ich an;

nur ist halt eine Geschichte von unzähligen unbedeutenden, mit unaussprechlichen Namen versehenen Hanseln, die sich eine gar stinkend fiese Burg (heute meist verfallen bzw. auf Kosten der Allgemeinheit mühsam in Schuss gehalten) im Garten leisteten, einander bekämpften oder auch nicht, kompliziert und für mich stinklangweilig.

Je weiter zurückliegend im MA, desto stärker ist meine Aversion.

Zur Abwechslung 'mal diplomatisch ausgedrückt: Ich hab' den Zugang zur Materie noch nicht gefunden.



LG
RedScorpion ist offline  
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Alt 19.03.2009, 22:13   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Find' ich aber eher negativ.
Wieso? Die Ungarn z. B. waren eine wilde Horde, die ständig ihre Nachbarn überfiel, bis sie im Gefolge der Lechfeldschlacht und der Christianisierung "zivilisiert" (zumindest für mittelalterliche Verhältnisse) wurden. Heute sind sie ein ganz normales europäisches Land.

Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Den Einspruch nehm' ich an;

nur ist halt eine Geschichte von unzähligen unbedeutenden, mit unaussprechlichen Namen versehenen Hanseln, die sich eine gar stinkend fiese Burg (heute meist verfallen bzw. auf Kosten der Allgemeinheit mühsam in Schuss gehalten) im Garten leisteten, einander bekämpften oder auch nicht, kompliziert und für mich stinklangweilig.
Dann müsstest Du die Geschichte des antiken Griechenlands aber erst recht langweilig finden: Ein Haufen Stadtstaaten, die sich ständig stritten. Ich hingegen finde sie sogar sehr interessant. Geschmäcker sind eben verschieden.
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