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Tags: entdeckungen, europa, weltmacht, westliche welt

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Alt 03.01.2012, 13:20   #11 (permalink)
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Zitat:
Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
Spanien, Russland und der Balkan waren aber keine Kolonien. Ich würde lieber "Fremdherrschaft" verwenden, wenn schon (denn die spanischen Araber z.B. waren schon lange keine "fremden Herren" mehr...)
Du hast recht, ich denke Paul meint aber, dass man vorher die Außereuropäischen Mächte zurückgedrängt hat. Und auch wenn Pauls Analyse zeitlich nicht ganz zustimmen kann (siehe mein vorhergendes Posting), hat er nicht ganz unrecht.

Beobachtet man Europa im Jahr 1450 ist es wesentlich schwächer als im Jahr 1550. Schon öfter habe ich mich mit der Belagerung von Konstantinopel im Jahr 1453 beschäftigt, man stößt schnell auf die Frage nach dem Entstatzheer aus dem Westen und auch auf die Frage „wer hätte die Osmanen stoppen können“?
Europa bestand aus einer Reihe von Kleinstaaten. England und Frankreich waren vom 100-Jährigen Krieg geschwächt, Spanien bestand aus Einzelstaaten, der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs hatte kaum Macht. Es gab nur wenige territorial großen Mächte mit großem Potential. Das war auch nicht ein so unwesentlicher Faktor warum keine Hilfe kam und auch warum keine der aufstrebenden Osmanen stoppen konnte.
Sieht man sich Europa hundert Jahres später an sieht die Sache anders aus. Karl V herrschte über ein gigantisches Reich, Frankreich war wieder vereint, Spanien das zum Reich Karls V gehörte auch. Russland hatte die Mongolenherrschaft nicht nur abgeschüttelt sondern bedrängte jetzt die Restkhanate usw. Kurz es sind wieder starke Großmächte in Europa entstanden, teils schon vor, teils während der beginnenden Kolonialzeit. Diese konnten dann auch so mancher außereuropäischer Bedrohung trotzen.
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Alt 03.01.2012, 13:24   #12 (permalink)
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Zitat:
Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
Die Dreifelderwirtschaft wurde aber Jahrhunderte vor der europäischen Expansion schon erfunden.
Genau das was ich meine, Paul hat im Grunde nicht ganz unrecht, aber zeitlich passt seine Analyse nicht wirklich zusammen.
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Alt 03.01.2012, 23:06   #13 (permalink)
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Zitat:
Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
Spanien, Russland und der Balkan waren aber keine Kolonien. Ich würde lieber "Fremdherrschaft" verwenden, wenn schon (denn die spanischen Araber z.B. waren schon lange keine "fremden Herren" mehr...)

Die Dreifelderwirtschaft wurde aber Jahrhunderte vor der europäischen Expansion schon erfunden. Mit der Bevölkerungsexplosion allerdings hast du recht, nur hatte die mannigfaltige Ursachen, nicht nur die Agrarrevolution. Außerdem (s.o.) war das Bevölkerungswachstum auch nicht monokausal und auch nicht der einzige Grund für die europäische Expansion.
Neue Schiffstechniken, die Verlagerung bzw. (Teil-)Blockade alter Handelswege sowie politische und geistesgeschichtliche Veränderungen zählen mit zum Ursachenbündel dazu. Unter anderem...

VG
Christian
Sicherlich gab es verschiedene Gründe für die europäische Expansion.
Der Begriff der Agrarrevolution passt eigentlich auch nicht, weil diese Veränderungen nicht ganz so schnell wie eine Revolution vor sich gingen.
Es gab viele Veränderungen, die sich dann ergänzten. Der verstärkte Einsatz von Eisen in der Landwirtschaft wurde auch durch höhere Erträge ermöglicht und förderte diese dann. Verbesserte Pflüge, Sense statt Sichel, Pferdeeinsatz und Zucht schwerer Kaltblüter mit verbessertem Zuggeschirr, Einsatz weiterer Nahrungspflanzen. Höhere Erträge ermöglichten den weiteren Landausbau z.B. in größerer Höhe(Walserkolonisation), ehemaligen Sümpfen...
Die Bauern im Mittelalter
Auch im Mittelalter gab es Pflanzenzucht, also Saatgutauslese. In der Antike war der Emmer als einfache Weizenart verbreitet. Als Adittionsmischling mit dem Wildgras T. Tauschii entstand der heutige weit verbreitete Weichweizen. Auf der Basis von Chromosomenverdopplungen und Aditionsmischlingen entstanden viele neue Getreidevarianten.
Weizen ? Wikipedia

Gutenbergs nochmalige Erfindung des Buchdrucks verbilligte Bildung und Information auf dramatische Weise. Schon bald wollte jeder seine Biebel zu Hause lesen können.
Selbst die Landsknechte fingen an Bücher über ihre Erlebnisse z.B. in der neuen Welt zu schreiben. Neugier und Wissensdurst wurden gefördert.
__________________
viele Grüße

Paul

aus dem hessischen Lahntal

Geändert von Paul (04.01.2012 um 00:57 Uhr).
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Alt 03.01.2012, 23:55   #14 (permalink)
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RedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nett
Weiss jemand so ad hoc, wann denn ungefähr wieder der Standard der Antike in Sachen Körnerertrag aus einer Aehre erreicht wurde?

Der Lebensstandard, messbar z.B. im durchschnittlichen Wasserverbrauch, Grösse von Mensch und Vieh, wurde teilweise erst wieder im 20. Jh. erreicht (Anfang der 1970er erst hatte ein Einwohner der Stadt Rom die Menge an Wasser zur Verfügung, die ein Stadtbewohner der Antike hatte).


Und ob das christliche Europa, Alphabetisierung, Pflege der Wissenschaften usw. zu allen Zeiten so gut zueinander passen, glaub' ich - ehrlich gesagt - nicht sonderlich.
Wobei es nicht unbedingt ein Gegensatzpaar sein muss.



LG
RedScorpion ist offline  
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