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  1. #1
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Wann ist die erste Nation entstanden?

    Welches kann man eigentlich als erste Nation im heutigen Sinne bezeichnen?
    War es das nachrevolutionäre Frankreich? Oder doch eher die USA seit ihrer Unabhängigkeitserklärung von 1776?
    Ich bitte um Aufklärung!

    Edit: Vielleicht kann in dem Zusammenhang gleich geklärt werden, wie sich eine Nation genau definieren lässt?!

  2. #2
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Schau mal, in dem Thread stehen schon ein paar Sachen
    http://www.g-geschichte.de/forum/neu...lisierung.html (Nationen und Globalisierung)

  3. #3
    Neuer Benutzer Rang: Knappe
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    Wenn man davon ausgeht, daß "Nation" eher einen Volksstamm als ein gewisses Territorium bezeichnet, das mehrheitlich von diesem bewohnt wird, wird's schwierig...

  4. #4
    Neuer Benutzer Rang: Torwächter
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    Oh ja, stimmt. Den Thread hatte ich doch glatt übersehen
    Danke auch gleich an 913Chris für die interessante Antwort

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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    Die Beispiele, die du nennst kommen auch für den französischen Nationsbegriff nicht in Frage. Da käme schon eher China in Frage. Auch in Mesopotamien u. am Indus gab es sehr früh Staatswesen, welche Nationen im französischen Sinne gebildet haben. Auch Äqypten war in diesem Sinne eine alte Nation.
    Im Deutschen Volksbegriff können wir sicherlich kein erstes Volk ausmachen.
    Frühe politische Stammesbildungen hat es wahrscheinlich schon in der Altsteinzeit gegeben. Die Sprachgemeinschaften ohne politischen-sozialen Zusammenhalt waren aber wahrscheinlich auch wesentlich größer.
    Die wissenschaftlichen Berater des Museums im belgischen Tonderen gehen davon aus, das schon die Neandertaler Stämme bildeten. Etwa 25 Familiengruppen von etwa 20 Personen müßten einen Stamm, also eine politische Einheit gebildet haben. Ein Stamm lebte auf mehreren Tausend Quadratkilometern. Sie trafen sich regelmäßig zu bestimmten religiösen Anlässen, z.B. zur Erwachsenenerklärung u. Partnerwahl. Teileinheiten trafen sich z.B. zu Großjagden. Der Gesamtstamm war für einen größeren existentiellen Krieg zuständig u. beschloß Auswanderungen aus dem festen Stammesgebiet.
    Im Kroatischen Krapina wurden wohl die Übereste eines sehr frühen Stammeskrieges vor 125000 Jahren gefunden. Während die eignen Toten sehr liebevoll in Einzelgräbern bestattet wurden, fand man in dieser Höhle Massenhaft Knochen, von über 100 Individuen, welche dem Kanibalismus zum Opfer fielen. Es werden wohl die getöteten des fremden Stammes gewesen sein, welche hier gegessen wurden. Ein Teil des unterlegenen fremden Stammes wird wohl in den eignen Stamm integriert worden sein, andere sind geflohen.
    Diese Funde gehören zu den stärkeren Beweisen für Stammesstrukturen in der Altsteinzeit. Viele Menschen denken bei der Altsteinzeit immer noch an isolierte Kleingruppen, ohne Kontakt zur Außenwelt.
    Solche Stammesstrukturen können durchaus hunderttausende Jahre alt gewesen sein, wenn man z.B. an die bis 400000 Jahre alte Homo Erektus Siedlung bei dem heutigen Bilzingsleben denkt, welches quasi die Hauptstadt eines Erectus-Stammes gewesen sein kann. Das wäre dann sogar eine Nation im Sinne der französischen Definition gewesen.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Zitat Zitat von Paul Beitrag anzeigen
    Die wissenschaftlichen Berater des Museums im belgischen Tonderen gehen davon aus, das schon die Neandertaler Stämme bildeten. Etwa 25 Familiengruppen von etwa 20 Personen müßten einen Stamm, also eine politische Einheit gebildet haben. Ein Stamm lebte auf mehreren Tausend Quadratkilometern. Sie trafen sich regelmäßig zu bestimmten religiösen Anlässen, z.B. zur Erwachsenenerklärung u. Partnerwahl. Teileinheiten trafen sich z.B. zu Großjagden. Der Gesamtstamm war für einen größeren existentiellen Krieg zuständig u. beschloß Auswanderungen aus dem festen Stammesgebiet.
    Also bitte, das ist doch wieder einmal alles nur pure Spekulation. Wir wissen nicht das geringste über das Sozialleben der Neandertaler. Diese regelmäßigen Treffen würden doch z. B. eine Zeitrechnung und einen Kalender voraussetzen, damit die einzelnen Gruppen wissen, wann sie sich zum Treffen einzufinden haben. Darüber weiß man aber absolut gar nichts. Und über eine Art Verfassung schon gar nichts.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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    Das Alte Reich in Ägypten war der erste zentral verwaltete Einheitsstaat. Vorher gab es meist nur Stämme, gelegentlich Stadtstaaten wie in Sumer, aber eben nichts vergleichbares. Die Reichsgründung erfolgte wohl um 2700 v. Chr.
    China wurde etwa 2000 v. Chr. ein Zentralstaat.

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Die Gründung Ägyptens setzt Du aber sehr spät an. Der Beginn der 1. Dynastie wird normalerweise auf 3.100 bis 3.000 datiert. Aber auch während der vordynastischen Zeit waren Ober- und Unterägypten anscheinend schon immer wieder vereint.

    In China begann die Xia-Dynastie ca. 2200, die Shang-Dynastie ca. 1766.

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Alles gut und schön, aber waren die alten Ägypter bzw. Chinesen wirklich schon Nationen? Mit einem gemeinsamen Gefühl der Zusammengehörigkeit aufgrund gemeinsamer GEschichte und Traditionen?
    Oder lebten da bloss Menschen unter einem gemeinsamen Herrscher?

    Ich denke eher letzteres. Ober- und Unterägypter waren sich nicht so wirklich grün, genauso wie Nord- und Südchinesen. Diverse Reichsteilungen, die NICHT aus dem Volk heraus, sondern durch Eroberung des Gesamtreichs durch den Herrscher eines Teilreichs wieder rückgängig gemacht wurden, sowie kulturelle Unterschiede (z.B. Malstile auf Töpfereiarbeiten in China) unterstreichen dies.

    VG
    Christian

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Die Xia-, die Shang- und die Zhou-Dynastie kontrollierten allerdings eh nur Teile Nordchinas, schon von daher kann man für diese Zeit noch nicht von einer chinesischen Nation sprechen.

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