Natürlich! Es sei denn, er wäre ein metaphysischer Historiker. Dann müsst er sich Gedanken drüber machen, wie lange ein Augenblick oder auch "die" Gegenwart wäre.
Und dann wäre er kein wirklicher Historiker mehr, sondern eben Metaphysiker.
Asl Historiker wäre ihm nämlich klar, dass der Begriff "Gegenwart" ganz unterschiedliche Zeiträume bezeichnen kann.
Als Literaturhistorker wäre für ihn die "Gegenwart" ungefähr 20 bis 30 Jahre lang.
Vor gar nicht allzu langer Zeit war die "Politik der Gegenwart" alles, was den Kalten Krieg betroffen hat. Also der Zeitraum seit den späten 40ern.
Die "Mode der Gegenwart" bzw. "Kultur der Gegenwart" hängt ebenfalls vom Standpunkt des Betrachters ab. Da kann die "Gegenwart" dann plötzlichauch so an die 20 Jahre lang sein, oder auch nur 5 Jahre, jedenfalls länger als ein Augenblick.
Wie lange ist die "gegenwärtige Regierung der Bundesrepublik" im Amt? Diese Gegenwart dauert also auch schon ein paar Tage. Sollte schwarz-gelb die Legislaturperiode durchhalten, wären wir in vier Jahren so weit, dass "die Gegenwart" in punkto Bundespolitik vier Jahre dauert.
Usw., usf.
Hoffe, meinen Standpunkt klargemacht zu haben.
VG
Christian