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Tags: zeitgeschichte

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Alt 12.03.2008, 18:04   #1 (permalink)
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Benutzerbild von HansP
 
Registriert seit: 12.03.2008
Beiträge: 1
HansP befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Rolle der Zeitgeschichte

Guten Tag,

ich bin Student der Geschichtswissenschaft und muss ein Essay zu folgendem Satz verfassen:
"Kein Historiker kann also auf geradem Wege und ohne zu versagen seiner Zeitgenossenschaft entkommen. Er ist immer und zumal heute auf vielfältigste Weise seiner Gegenwart anheimgegeben. Er hat nur die Wahl, ob er sich dessen bewußt sein will oder nicht ..." (Christian Meier, Die Wissenschaft des Historikers und die Verantwortung des Zeitgenossen, 1968). Reflektieren Sie diese Bemerkung von Christian Meier, und analysieren Sie, welche Konsequenzen sich daraus für die Arbeit des Historikers ergeben.

Welche Ansätze würdet ihr verfolgen, was fällt euch dazu ein?

Vielen Dank.
HansP ist offline  
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Alt 19.03.2008, 09:56   #2 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
Registriert seit: 31.01.2008
Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
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Das Thema hatten wir hier schon mal (zumindest so ähnlich).
Überleg doch mal: Haben die Menschen je aus ihrer Geschichte gelernt, ja oder nein?
Das wär doch ein Ansatz.
Alles weitere musst du aber selber machen...

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 20.03.2008, 15:13   #3 (permalink)
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Benutzerbild von Nero82
 
Registriert seit: 25.02.2008
Ort: Marburg
Beiträge: 6
Nero82 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Denke der Satz handelt mehr davon, dass ein Historiker fachspezifisch objektiv nur die Vergangenheit untersuchen kann. An der Gegenwart ist er ja noch selbst beteiligt, bzw. auf die Zeitgeschichte bezogen findet er stets noch Menschen, die an jenen Ereignissen beteiligt waren.
Und da sowohl diese als auch der Historiker selbst esubjektive Wesen sind, kann der Wissenschaftler die Gegenwart vielleicht nie so vorurteilsfrei in seiner Gesamtheit erfassen wie vielleicht die Geschichte vor 1000 Jahren. Darüber muss sich jener im Klaren sein, sonst arbeitet er wohl schlecht.
Nero82 ist offline  
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Alt 21.03.2008, 12:00   #4 (permalink)
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Benutzerbild von Endres
 
Registriert seit: 21.03.2008
Ort: Heilbronn
Beiträge: 11
Endres befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Bei dem Zitat würde ich es empfehlen auf jeden Fall den Historismus, Ranke und Herder mit seinem Aufsatz "Shakespeare" ins Spiel zu bringen. Das war nämlich genau die große Debatte damals, von der Loslösung vom eigenen Urteilsstandpunkt über die Geschichte, also sozusagen die Geschichte aus sich selbst heraus zu verstehen.
Endres ist offline  
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Alt 30.04.2009, 08:05   #5 (permalink)
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Benutzerbild von oberhaenslir
 
Registriert seit: 30.04.2009
Beiträge: 236
oberhaenslir zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Der Historiker muss den 'Zeitzeugen' nicht 'entkommen'

.

Der Historiker muss den 'Zeitzeugen' nicht 'entkommen', sondern ihre Aussagen protokollieren; 'Zeitgeschichte' ist auch Geschichte.


Zitat:
Zitat von HansP Beitrag anzeigen
Guten Tag,

ich bin Student der Geschichtswissenschaft und muss ein Essay zu folgendem Satz verfassen:
"Kein Historiker kann also auf geradem Wege und ohne zu versagen seiner Zeitgenossenschaft entkommen. Er ist immer und zumal heute auf vielfältigste Weise seiner Gegenwart anheimgegeben. Er hat nur die Wahl, ob er sich dessen bewußt sein will oder nicht ..." (Christian Meier, Die Wissenschaft des Historikers und die Verantwortung des Zeitgenossen, 1968). Reflektieren Sie diese Bemerkung von Christian Meier, und analysieren Sie, welche Konsequenzen sich daraus für die Arbeit des Historikers ergeben.

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Alt 01.05.2009, 13:28   #6 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
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Servus!
Zitat:
Zitat von oberhaenslir Beitrag anzeigen
Der Historiker muss den 'Zeitzeugen' nicht 'entkommen', sondern ihre Aussagen protokollieren; 'Zeitgeschichte' ist auch Geschichte.
Letzteres muss nicht exra erwähnt werden.

Aber wenn ein Historiker seinem Namen gerecht werden will, darf er nicht nur protokollieren, sondern muss auch beurteilen.
Für ein vorurteilsfreies Beurteilen ist es aber unerlässlich, tatsächlich den Zeitzeugen zu "entkommen", sich nämlich NICHT deren Ansichten zu eigen zu machen, sondern zu einer selbständigen, objektiven Beurteilung zu kommen.
Das macht den (Zeit-)Historiker erst aus!

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 23.11.2009, 08:11   #7 (permalink)
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Benutzerbild von oberhaenslir
 
Registriert seit: 30.04.2009
Beiträge: 236
oberhaenslir zeigte ein beschämendes Verhalten in der Vergangenheit
Für den Historiker gibt es keine 'Gegenwart'.

Für den Historiker gibt es keine 'Gegenwart'.
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Alt 23.11.2009, 22:50   #8 (permalink)
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Natürlich! Es sei denn, er wäre ein metaphysischer Historiker. Dann müsst er sich Gedanken drüber machen, wie lange ein Augenblick oder auch "die" Gegenwart wäre.
Und dann wäre er kein wirklicher Historiker mehr, sondern eben Metaphysiker.

Asl Historiker wäre ihm nämlich klar, dass der Begriff "Gegenwart" ganz unterschiedliche Zeiträume bezeichnen kann.
Als Literaturhistorker wäre für ihn die "Gegenwart" ungefähr 20 bis 30 Jahre lang.
Vor gar nicht allzu langer Zeit war die "Politik der Gegenwart" alles, was den Kalten Krieg betroffen hat. Also der Zeitraum seit den späten 40ern.
Die "Mode der Gegenwart" bzw. "Kultur der Gegenwart" hängt ebenfalls vom Standpunkt des Betrachters ab. Da kann die "Gegenwart" dann plötzlichauch so an die 20 Jahre lang sein, oder auch nur 5 Jahre, jedenfalls länger als ein Augenblick.
Wie lange ist die "gegenwärtige Regierung der Bundesrepublik" im Amt? Diese Gegenwart dauert also auch schon ein paar Tage. Sollte schwarz-gelb die Legislaturperiode durchhalten, wären wir in vier Jahren so weit, dass "die Gegenwart" in punkto Bundespolitik vier Jahre dauert.

Usw., usf.

Hoffe, meinen Standpunkt klargemacht zu haben.

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 23.11.2009, 23:45   #9 (permalink)
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Benutzerbild von Sandrokottos
 
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Zitat:
Zitat von oberhaenslir Beitrag anzeigen
Für den Historiker gibt es keine 'Gegenwart'.
Hast du eigentlich irgendwann schon mal eine deiner Aussagen begründet?
Selbstverständlich gibt es auch für Historiker eine Gegenwart, nämlich die gerade erlebte Epoche. Ebenso gibt es natürlich auch eine Zukunft, da es ja durchaus Dinge geben soll, die noch nicht passiert sind.
Ein Historiker ist Teil der Welt und kann sich auch dem normalen Leben nicht entziehen.
Sandrokottos ist offline  
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Alt 24.11.2009, 00:18   #10 (permalink)
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Benutzerbild von RedScorpion
 
Registriert seit: 02.10.2008
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Nunja,

ich denke, Oberhaenslir spielt auf Herodot aus Halikarnassos/Bodrum an, dessen Zyklizität Geschichte geschrieben hat.

Schon einmal 'was von Hybris und Nemesis gehört?


LG
RedScorpion ist offline  
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