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Thema: Hunger

  1. #11
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    Schwäbische Schulwirklichkeit 1946-47

    Studienrat: Wo ist denn der Maier?
    Schüler: Ins Oberland, Hamstern.
    Studienrat: Braver Junge.

    Mir erzählt von welchen, die es wissen müssen.

    Die Männer büßten Hitlers Krieg in Lagern auf der ganzen Welt.
    Die Frauen hatten etliche Münder zu stopfen.
    Mussten 14 jährige mithelfen, dass es etwas zu "fressen" gab.

  2. #12
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    Zitat Zitat von Nafets Beitrag anzeigen

    Eh ich das vergesse. Wir waren ja damals jedes Jahr im Ferienlager. So 2-4 Wochen lang im Sommer. War zwar keine Not mehr, aber Kohle braucht man immer. So schrieben wir nach Hause;
    Schlacht de Katz und schlacht de Hund, schick mirs Geld und bleib gesund.
    Wir schrieben:
    Wollt Ihr Euern Sohn noch retten, schickt ihm Geld und Zigaretten.

    Aus dem Pfadfinderlager, aus Frankreich von den Kriegsgräbern.

  3. #13
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Ein Grund mehr, NICHT damit aufzuhören.


    Solange man nicht ausgebombt war. Tja, es wurde im Reich gemeckert weil im Krieg Tabak, Schokolade und Kaffee knapp waren. Gemessen an den Ressourcen, die für die Grundversorgung aus der Ukraine und Polen gepresst wurden, ist das lächerlich.
    Wie die Lage real europaweit aussah, bekamen wir Deutschen erst nach Kriegsende mit.

    Es müssen in Stalingrad Feldpostbriefe eingegangen sein, mit Klagen dass die "Kredenz" von Glassplittern beschädigt wurde.

    NSV hat sich sehr um die Ausgebombten gekümmert. Dass die Möbel und der Hausrat von zu diesem Zweck ermordeten Juden stammte, hat nur der erfahren, der es wissen wollte.

  4. #14
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    Zitat Zitat von krasnaja Beitrag anzeigen
    die über nacht vollen schaufenster mit den gehorteten lebensmitteln bei der währungsreform 1948 erzeugte beim bürger nur verwunderung, keinen zorn.
    in einem anderen land wäre nur ein einziger mauerstein in die schaufenster geflogen und dann hätten wir die schönste revolution gehabt.

    Bei den Lebensmitteln spielte die Währungsreform aber die geringste Rolle. Die gab es weiterhin nur gegen Marken und Geld.

    Einer der entscheidenden Unterschiede im Feeling der Bevölkerung 39-45/47 beim Gröfaz und danach, war ja gerade, dass auch mit Geld und Beziehungen bei den Lebensmitteln nicht viel zu machen war. Ganz anders wie zu des Kaisers und Luddendorfs Zeiten in den unseligen Jahren 14-18.

    Der Hunger war im Laufe des Jahres 47 auch im großen und ganzen überwunden.
    Da fehlte dann das Potential für Hunger-Krawalle.

  5. #15
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    Der Hunger im 1. WK verursacht durch die Blockade der Küsten der Mittelmächte hat verschiedene Gründe.
    So wurde die Wirkung der Blockade unterschätzt, ging man doch von einem kurzen Krieg aus. Zur Blockade wäre noch einiges mehr zu sagen, aber hier ist der Hunger das Thema.

    Es fehlte an Arbeitskräften in der Landwirtschaft, es fehlte an Dünger (Salpeter) und insbesondere an Futtermitteln.

    Überaus verschärft wurde die Situation dadurch, dass wer Geld und/oder Beziehungen hatte keinerlei Mangel leiden musste, wie im Frieden weiterleben konnte. Die Bürokratie war den Anforderungen für eine gerechte Verteilung der Lebensmittel zu sorgen in keiner Weise gewachsen.

    Ab Abschluss des Waffenstillstandes wurde die Blockade nicht nur aufrechterhalten, sondern in der Wirkung noch verstärkt.
    Die Ostsee war ja zuvor zur Einfuhr frei gewesen.

    In den 20ern wurde geschätzt, dass die Blockade ca. 800.000 Menschenleben in Deutschland kostete.

  6. #16
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    Aber damals wurde das Schlimmste abgewendet. Durch die militärischen Fortschritte im Osten konnte 1917/18 ein neuer Kohlrübenwinter im Kaiserreich auf Kosten der Ukraine und anderer besetzter Gebiete für Deutschland verhindert werden. Schwer gehungert haben die Leute dann 1923, wo Uroma 10.000 Mark in die Hand bekam, um mittags nach Hause zu kommen und zu erzählen, der Bückling würde jetzt 1 Milliarde kosten.

  7. #17
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    Zitat Zitat von Suebe Beitrag anzeigen
    In den 20ern wurde geschätzt, dass die Blockade ca. 800.000 Menschenleben in Deutschland kostete.
    Da ich ne ehrliche Haut bin, gebe ich zu, dass ich mich damit (der Blockade und ihren Folgen) noch nie ernsthaft beschäftigt habe.

    Ist das tatsächlich so gewesen? Man kann es kaum glauben. Sicher, das Leben war hart - kein Vergleich zu heute -, aber dass so viele Menschen auf Grund von Hunger ums Leben kamen, gestorben sind, kann ich mir fast nicht vorstellen, glaube es dir aber trotzdem (ohne selbst nachzuschauen).

  8. #18
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    Zitat Zitat von Nafets Beitrag anzeigen
    Da ich ne ehrliche Haut bin, gebe ich zu, dass ich mich damit (der Blockade und ihren Folgen) noch nie ernsthaft beschäftigt habe.

    Ist das tatsächlich so gewesen? Man kann es kaum glauben. Sicher, das Leben war hart - kein Vergleich zu heute -, aber dass so viele Menschen auf Grund von Hunger ums Leben kamen, gestorben sind, kann ich mir fast nicht vorstellen, glaube es dir aber trotzdem (ohne selbst nachzuschauen).
    Der Schwabe hat recht, im Grunde wegen der Blockade genauso viele Tote wie im direkten Bombenkrieg 1939-45.

  9. #19
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    Zitat Zitat von Obotrit Beitrag anzeigen
    Der Schwabe hat recht, im Grunde wegen der Blockade genauso viele Tote wie im direkten Bombenkrieg 1939-45.
    Ihr habt recht. Habe selbst noch mal gelesen.

    Das ist doch übel; zum Glück aber Vergangenheit - für uns zumindest.
    Wobei in der Gegenwart anderorts immer wieder ähnliche Dinge geschehen.
    Sie dürften es aber nicht. Nicht in unserer Zeit, dem Zeitalter des Internets.

    Nur, kann man dagegen tatsächlich was unternehmen?

  10. #20
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    Hunger ist heute aber auch z.T. Erfolgen in der Bekämpfung hoher Säuglingssterblichkeit geschuldet, aber freilich in erster Linie ungleichem Zugang zu den Ressourcen.

    Den Begriff "Kohlrübenwinter" kannte ich bisher nicht, mir war bisher nur "Steckrübenwinter" ein Begriff.

    Wobei die Wirkung der Blockade aber wohl in den Sternen steht, denn letztlich war es ja die klamme finanzielle Lage des Reiches, welche - abgesehen vom militärischen Versagen - Minimumfaktor war, zwar in der Tat schwerst beeinträchtigt durch den Wegfall des Seehandels, aber eben nicht nur (z.B. auch durch mangelhafte Kriegsfinanzierung, die man ja im WWII unbedingt vermeiden wollte, s. Aly).


    Die Spanische Grippe - teilweise bestimmt auch eine Folge der Hungersnöte während des Krieges - wird aber noch mehr Opfer gefordert haben als Versorgungsengpässe im kriegführenden Reich.




    LG

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