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Thema: Die Bibel

  1. #1
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    Die Bibel

    Moin,
    Viele Geschichten aus der Bibel wurden mündlich überliefert bis dann jemand angefangen hat sie aufzuschreiben.
    Was glaubt wie viel davon was übermittelt wurde ist war und wie viel wurde über die Jahre falsch übermittelt.

    Gruß, g-f-g

  2. #2
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    Servus!
    "Wahr" oder "nicht wahr" trifft den Kern der Bibel-Geschichte nicht.
    Historisch "wahr" dürfte recht wenig sein, dafür lag zuviel Zeit zwischen den Geschehnissen und der Aufzeichnung, noch dazu wurde die Aufzeichnung unter dem Gesichtspunkt gemacht, dass mit den Geschichten über die Personen, die eingermassen gesichert historisch sind (weniger die Erzväter uind Richter, mehr die Könige Saul, David, Salomo und die anderen israelitisch-jüdischen Könige bis hin zu zum Wiederaufbauer von Jerusalem nach der babylonischen Gefangenschaft, Esra) AUCH theologische Inhalte transportiert werden sollten. Bei David, Salomo und den anderen frühen Königen von Israel-Juda wird sogar angezweifelt, ob sie überhaupt existierten, und wenn ja, ob sie in der Form existierten, wie im AT berichtet. Es mag sehr viel Sagenhaftes in die biblischen Erzählungen eingeflossen sein (vgl. Karl den Grossen, Barbarossa etc.)
    Bei den Propheten ist das Zusammenspiel von Erzählung über eine historische Person und Vermittlung theologoischer Inhalte noch deutlicher, die Makkabäer-Bücher bilden eine Ausnahme, bei anderen Büchern wie Rut, Judith oder Hiob ist es klar, dass hier reine Geschichten erzählt werden.


    Das AT wurde in seiner Hauptsache vor und nach dem babylonischen Exil geschrieben. Jeweils in Auseinandersetzung mit den historischen Gegebenheiten der Zeit, in der die einzelnen Bücher geschrieben wurden, niemals aber als rein historische Schriften, die also auf historische Genauigkeit abzielten. Dieses Wahrheitsverständnis wirst du erst bei Schriften antreffen, die neuzeitlichen Ursprungs sind. Nicht einmal die mittelalterlichen Geschichtsschreiber hatten schon dieses moderne Verständnis!

    So gesehen ist deine Frage anachronistisch...

    VG
    Christian

  3. #3
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Nicht einmal die mittelalterlichen Geschichtsschreiber hatten schon dieses moderne Verständnis!
    Da scherst Du zu viel über einen Kamm. Es stimmt zwar, dass es vielen antiken und mittelalterlichen Autoren mehr um Unterhaltung oder Belehrung oder die Darstellung eigener Sichtweisen ging, aber nicht allen und nicht ausschließlich. Wilhelm von Tyrus, dessen Geschichte der Kreuzzüge ich gerade lese, stand natürlich klar auf Seite der Kreuzfahrer und erklärt Niederlagen gerne mit den Sünden der Kreuzfahrer, aber er war durchaus auch kritisch eingestellt und verschwieg auch negative Aspekte nicht, egal ob sie ins Bild passten oder nicht. So erwähnte er die Judenpogrome zu Beginn des ersten Kreuzzugs nicht nur, sondern verurteilte sie auch klar. Er enthält sich auch in erstaunlicher Weise der Schwarzweißmalerei und schildert auch negative Aspekte und Charakterschwächen seiner Helden ganz offen.
    Von der Einseitigkeit und Voreingenommenheit der Gesta Francorum ist er jedenfalls weit entfernt.

  4. #4
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    Servus!
    Gut, Wilhelm mag eine rühmliche Ausnahme gewesen sein. Er war aber beileibe kein "typischer" Geschichtsschreiber! Obwohl - auch er handelte im Auftrag eines Fürsten.

    Du greifst aber nur einen kleinen Teilaspekt meiner Antwort heraus. Wie stehst du zur Ursprungsfrage?

    VG
    Christian

  5. #5
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    Da schließe ich mich Dir an. Erwähnen möchte ich noch, dass es beispielsweise für so manche Berichte in den Büchern der Könige und der Chronik auch außerbiblische Belege gibt. Z.B. werden einige Könige in assyrischen Texten erwähnt, und ein auch in der Bibel geschilderter Sieg der Moabiter ist auch von einer moabitischen Stele bekannt.
    Was David, Salomo etc. betrifft: Wir haben doch in einem anderen Thema schon einmal darüber diskutiert, ob die Könige der griechischen Mythologie historisch sind, was Du im wesentlichen bejaht hast. Ich war da wesentlich skeptischer. Deine Ausführungen dazu sind auch hier anwendbar. Ob Davids Reich wirklich bis zum Euphrat reichte, ist damit natürlich nicht gesagt, aber die grundsätzlichen Berichte über ihn (Eroberung Jerusalems, Konsolidierung des Reichs) halte ich schon für authentisch.

  6. #6
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    Servus!
    Die Frage ist nur: War David wirklich König (und Schöpfer) eines israelitischen Großreichs, oder war er "nur" Kleinkönig von Juda, während in Wahrheit das Nordreich Israel des "große" Reich der Israeliten war.
    Die Frage stellt sich tatsächlich, denn Funde, die auf größere Städte, hochstehende Kultur, auf hohe Bevölkerungsdichte, schlicht ein "Reich" hindeuten, habe wir bis ins 8.Jh. hinein nur aus dem Gebiet des Nordreichs. Juda war ein entlegener Kleinstaat, Jerusalem NICHT das religiöse und politische Zentrum der Israeliten. (Quelle: Finkelstein/Silberman: Keine Posaunen vor Jericho).
    Es scheint fast so, als hätten die Autoren der Bücher Richter, Chronik 1/2 und Könige 1/2 - die ja aus dem Südreich stammten - im Nachhinein die Geschichte "verbessert" und quasi die Verhältnisse umgekehrt. Über David und Salomo muss es eine Reihe von Sagen gegeben haben. Diese Sagen wurden "gepimpt" und so das Nordreich marginalisiert.


    Also im Wesentlichen die gleiche Ausgangslage wie bei den alten Griechen, aber modifiziert: Wir haben Nachrichten über önige, die historisch exisitiert haben, aber wahrscheinlich nicht in der Bedeutung, die ihnen von der Überlieferung zugeschrieben wird.
    Der Unterschied: Die Griechen transportierten die Nachrichten von den alten Königen als Geschichte(n), die Juden transformierten die Geschichten zu theologischen Botschaften.
    Bei den Griechen würde sich die Frage nach "wahr" oder "nicht wahr" tatsächlich stellen (sie müsste nur ebenfalls als anachronistisch beantwortet werden, da Sagen nun mal keine Historiographie dastellen und auch Herodot über weite Strecken nur Sagen überliefert, das allerdings auch so darstellt).
    Bei den Juden ist das, wie gesagt, anders.

    VG
    Christian

  7. #7
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    Zitat Zitat von g-F-g Beitrag anzeigen
    Moin,
    Viele Geschichten aus der Bibel wurden mündlich überliefert bis dann jemand angefangen hat sie aufzuschreiben.
    Was glaubt wie viel davon was übermittelt wurde ist war und wie viel wurde über die Jahre falsch übermittelt.

    Gruß, g-f-g
    Dies Behauptung trifft maximal auf die Geschichte bis Mose hin. Mose war schriftkundig und schrieb die 5 Bücher Mose, auch wenn dies von etlichen Wissenschaftlern des 19. und 20Jh bestritten wurde, sind diese Fakten mittlerweilen sehr gut belegt
    Seit Mose aber war das Volk Israel das durchgängigst alphabetisierte Volk.
    Die Behauptung, daß die Niederschriften so spät erfolgten, kommen ja in erster Linie aus dem Problem der Prophetie. Wer Gott ablehnt, lehnt natürlich auch Prophetie ab und schließt allein daraus, daß ein prophetischer Text, so die Prophetie eintrat, also erst nach dem Eintreten geschrieben wurde.
    Alles andere wird dann so zurechterklärt, daß es ins Weltbild der Bibelkritiker passt. Aber seit der (noch immer am Anfang stehenden) Auswertung der massenhaften Funde von Tontäfelchen, haben sich bereits sehr viele von Historikern früher bestrittene Tatsachen aus den Bibeltexten bestätigt.
    mfG
    villosof

  8. #8
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    Zitat Zitat von villosof Beitrag anzeigen
    Dies Behauptung trifft maximal auf die Geschichte bis Mose hin. Mose war schriftkundig und schrieb die 5 Bücher Mose, auch wenn dies von etlichen Wissenschaftlern des 19. und 20Jh bestritten wurde, sind diese Fakten mittlerweilen sehr gut belegt
    Nur eine Frage, bevor ich darauf näher eingehe: Wie sind diese angeblichen Fakten belegt?

    VG
    Christian

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