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30.01.2011, 08:47
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Missionierung Servus!
Lorginn hat im 3d "Demonstrationen in Ägypten" die Frage aufgeworfen, ob man in islamischen Ländern christlich missioniere solle oder dürfe oder müsse.
Er hat das so verstanden, dass man in nichtchristlichen Ländern wenigstens über das Christentum informieren müsse (können solle dürfen?), im Rahmen der Religionsfreiheit.
Als Santiago-de-Compostella-Pilger ist Lorginn "vorbelastet"  , und im Grunde gebe ich ihm Recht. Nur - er hat ebenso Recht damit, dass sich das Christentum auf dem Rückzug befindet (ob er damit jetzt das Christentum in Europa meint oder das in den islamischen Ländern, das sich aus ganz anderen Gründen auf dem Rückzug befindet, sollte er noch klären  )
Sollte man wirklich eine Religion, die in einem ihrer Kernländer - Europa - zunehmend in die Rolle einer Außenseiterideologie gerät, wirklich verbreiten?
Sollte man dafür nicht Glaubensboschafter (so versteht Lorginn den Begriff "Missionare" offensichtlich) aus Ländern nehmen, wo man das Christentum noch wesentlich intensiver lebt als in europa? Aus Südamerika vielleicht?
Nächstes Problem: Welche "Version" des Christentums sollte man den Moslems informativ nahe bringen? Katholizismus? Orthodoxie? Eine der vielen Formen des Protestantismus? Welche davon? Alle, um die Moslems komplett zu verwirren? Vielleicht gar das Koptentum? (nicht ernst gemeint, das letzte)
Nächstes Problem: Vielleicht sollte man erst einmal eruieren, ob die Moslems überhaupt interessiert sind an Informationen über das Christentum. Gerade in Nordafrika haben die momentan ganz andere Probleme und dürften - auch wenn das gar nicht der Fall sein sollte - einen politischen Hintergrund ("Einmischung des Westens", "Neokolonialismus") wittern.
"Die" Moslems haben längst schon Kontakt mit dem Christentum und sind informiert - aus ihrer Sicht sogar mehr als genug. Das mögen wir anders sehen, aber offene Türen einrennen werden die Missionare bestimmt nicht.
Nächstes Problem: Die Islamisten. Zwar haben die bei den momentanen Demonstrationen relativ wenig zu melden (so viel zur Bedeutung des Islamismus allgemein), sie dürften aber einen Aufschwung erleben, wenn sich jetzt plötzlich die Christen melden und ihre Informationen verbreiten (aus den schon genannten Gründen mit historischem Kontext).
Nächstes Problem: Wie ebenfalls schon gesagt, gibt es in beinahe allen islamischen Ländern schon Christen. In Ägypten sind es die opten, in den vorderasiatischen Ländern Reste der assyrischen Christen, in der Türkei Reste der Katholiken und Protestanten aus der Vorkriegszeit, in Afrika sind die "Pfingstkirchen" weit verbreitet oder es leben (etwa im Südsudan) Christen, deren Vorfahren in der Kolonialzeit getauft wurden. Wie werden die reagieren, wenn jetzt europäische "Informanten zum Christentum" vorbeischauen und die neuesten Neuigkeiten zum christlichen Glauben (welcher Couleur auch immer) verkünden? Wieder wäre Streit wahrscheinlich vorprogrammiert.
Alles in allem: Eine Missionierung, auch nur zu Informationszwecken, dürfte nicht nur Probleme aufwerfen, sie dürfte eher kontraproduktiv sein.
Das war mein "Wort zum Sonntag"...
Wie ist eure Meinung zum Problem?
(um das Thema, das im urpsrünglichen 3d OT war, nicht einfach so verkommen zu lassen...  )
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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30.01.2011, 10:06
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Lieber Christian,
man sollte nirgendswo misionieren sondern durch eigenes Leben ein Vorbild für seine Religion sein. Was für Scheußlichkeiten wurden im Namen des Christentums schon alles gemacht. Angefangen mit der Bekehrung der Sachsen, die Kreuzzüge, über die Ordensritter in Preußen, zur Ketzer- und Hexenverbrennung. Wo werden die Worte von Jesus von seinem Bodenpersonal umgesetzt, die Mißbrauchsfälle in der kath. Kirche. Da muß ein Bischof erst zum Papst reisen und der ihm erklären, dass man Kinder nicht schlägt noch mißbraucht.
Da hat eine Bischöfin, Vorsitzende der EKD, einen über den Durst getrunken und hat sich vorher nach langjähriger Ehe mit vier Töchtern von ihrem Mann scheiden lassen. Was nicht meinen Vorstellungen von der Ehe entspricht. In guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod Euch scheidet. 
Was soll ich von einem Bodenpersonal halten, die sich genauso benehmen wie ein großer Teil der Bevölkerung, können für mich kein Vorbild sein und ich brauche sie deshalb so nicht.
Die Worte von Jesus auch in der Bergpredigt wurden nur von den Urchristen ernst genommen, sobald das Christentum Staatskirche war, hat sie sich nicht mehr an die Worte von Jesus gehalten. Ich bin deshalb noch in der EKD, weil diese mir noch christlicher erscheint als die Kirche unserer lieben Katholiken.
Am Liebsten wäre mir noch die Religion unserer Vorfahren, der alten Germanen, nicht im kurzen Hemdchen frolocken, Hosianasingen und Manna essen, sondern durch eine Walküre nach Walhall gebracht werden, Wildschwein essen, Met trinken und Würfelspiel machen.  (Vorsicht Ironie)
__________________
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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30.01.2011, 11:08
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von 913Chris Alles in allem: Eine Missionierung, auch nur zu Informationszwecken, dürfte nicht nur Probleme aufwerfen, sie dürfte eher kontraproduktiv sein. | Der Meinung bin ich auch. Außerdme würden die Missionare kau die erste Nacht überleben.
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
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30.01.2011, 12:16
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Ich denke, daß es ziemlich sinnlos ist, in arabischen Ländern missionieren zu wollen. Beides sind monotheistische Religionen, in denen ein gottgefälliges Leben ins Paradies führen soll.
Die Vorstellungen, was ein gottgefälliges Leben ist, sind aber verschieden- und sind meiner Meinung nach dem Umstand geschuldet, daß beide Religionen aus unterschiedlichen Kulturkreisen stammen. Der christliche Glaube ist sehr mit abendländischen Vorstellungen verknüpft, der muslimische mit arabischen.
Zu der Lebensweise in arabischen Ländern paßt der muslimische Glauben besser, zu der Lebensweise in westlichen Ländern das Christentum.
Denn seien wir mal ehrlich- sowohl hier als auch da sind die meisten Gläubigen eher deshalb gläubig, weil es sich so gehört, weil es ihr gesamtes Umfeld ist- kurz aus sozialen Gründen und nicht aus tiefster heiliger Überzeugung.
Tief religiös Überzeugte sind eher selten...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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30.01.2011, 13:39
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| pro christliche Botschaft Erstmal ♥lichsten Dank für die ausführliche Eröffnung von Superchris ... Du hättest auch Theologe werden können ... so ein spannendes Wort zum Sonntag hab ich noch nicht vernommen ...
aus Deinen Zeilen lese ich berechtigte Verzweiflung ... aus den Worten von Dieter Kapitulation vor der Vergangenheit und Gegenwart ... bei Fabian nackte Angst und bei Rohana kulturelle Differenzen.
Trotzdem gibt UNS die Lehre des Christentums Hoffnung, wenn nur der Glaube gelebt und weitergegeben wird. Hätten die Christen um die Geburt von Jesu so gedacht wie Wir, gebe es das Christentum nicht. Damals sind Märtyerer für Ihren Glauben gestorben und haben so ein Zeichen gegeben wie stark diese Religion und Ihre Botschaft doch ist.
Mein Ansatz war einfach aktuell bezogen auf die gegebene jährliche Hilfe von Entwicklung in den arabischen Staaten und das umsonst. Das kann nicht sein, das Wir Hilfe geben und die Kirchen brennen !!!
Also meine Forderung zum Scheck an muslimische Staaten ist ein erlaubtes beschütztes Glaubensverbreiten.
Ob das nun Jesuiten oder Evangelikale machen ist mir nicht so wichtig.
schönen Sonntag noch 
__________________
... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
Geändert von lorginn (30.01.2011 um 13:41 Uhr).
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30.01.2011, 14:00
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#6 (permalink)
| | Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 15.01.2011
Beiträge: 48
| Zitat:
Zitat von lorginn Erstmal ♥lichsten Dank für die ausführliche Eröffnung von Superchris ... Du hättest auch Theologe werden können ... so ein spannendes Wort zum Sonntag hab ich noch nicht vernommen ...
aus Deinen Zeilen lese ich berechtigte Verzweiflung ... aus den Worten von Dieter Kapitulation vor der Vergangenheit und Gegenwart ... bei Fabian nackte Angst und bei Rohana kulturelle Differenzen.
Trotzdem gibt UNS die Lehre des Christentums Hoffnung, wenn nur der Glaube gelebt und weitergegeben wird. Hätten die Christen um die Geburt von Jesu so gedacht wie Wir, gebe es das Christentum nicht. Damals sind Märtyerer für Ihren Glauben gestorben und haben so ein Zeichen gegeben wie stark diese Religion und Ihre Botschaft doch ist.
Mein Ansatz war einfach aktuell bezogen auf die gegebene jährliche Hilfe von Entwicklung in den arabischen Staaten und das umsonst. Das kann nicht sein, das Wir Hilfe geben und die Kirchen brennen !!!
Also meine Forderung zum Scheck an muslimische Staaten ist ein erlaubtes beschütztes Glaubensverbreiten.
Ob das nun Jesuiten oder Evangelikale machen ist mir nicht so wichtig.
schönen Sonntag noch  | ...Glaube ist nicht immer Realität und wird von vielen falsch verstanden und demzufolge auch falsch interpretiert.
Die Wahrheit steckt nicht immer im Kopf, auch nicht in der Kleidung und im Glaube des Menschen. Oft ist die Wahrheit rauh und sehr laut und steckt im Wert eines Menschen unter der Haut.
__________________ Geschichte steckt nicht in den Jahren,
sondern im Kopf... |
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30.01.2011, 14:01
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Rohana Denn seien wir mal ehrlich- sowohl hier als auch da sind die meisten Gläubigen eher deshalb gläubig, weil es sich so gehört, weil es ihr gesamtes Umfeld ist- kurz aus sozialen Gründen und nicht aus tiefster heiliger Überzeugung.
Tief religiös Überzeugte sind eher selten... | Liebe Rohana,
ich versuche immer ehrlich zu sein.  Ich habe eigene religiöse Vorstrellungen, die nicht unbedingt mit der Amtskirche übereinstimmen müssen. Religiös in dem Sinne, dass die Nächsten- und Feindesliebe wohl die einzige Möglichkeit ist, aus Konflikten rauszukommen.Was natürlich sehr schwer ist und in manchen Situationen unmöglich erscheint. 
Da ich auch als pensionierter Beamter Kirchensteuer zahle, wäre es ein Leichtes von mir durch eine Mittelung an das Finanzamt aus der Ev. Kirche auszutreten, ich mache es aber aus den von mir angeführten Gründen nicht. 
__________________
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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30.01.2011, 16:19
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von lorginn [...] ... bei Fabian nackte Angst [...] | Da kann ich dich beruhigen. Nackte Angst ist es nicht. Die Konsequenzen wären allerdings für den Westen und für die Christen in der Arabischen Welt unschön.
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum |
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30.01.2011, 17:22
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Zitat:
Zitat von dieter Liebe Rohana,
ich versuche immer ehrlich zu sein.  Ich habe eigene religiöse Vorstrellungen, die nicht unbedingt mit der Amtskirche übereinstimmen müssen. Religiös in dem Sinne, dass die Nächsten- und Feindesliebe wohl die einzige Möglichkeit ist, aus Konflikten rauszukommen.Was natürlich sehr schwer ist und in manchen Situationen unmöglich erscheint. 
Da ich auch als pensionierter Beamter Kirchensteuer zahle, wäre es ein Leichtes von mir durch eine Mittelung an das Finanzamt aus der Ev. Kirche auszutreten, ich mache es aber aus den von mir angeführten Gründen nicht.  | Weißt du Dieter, ich habe da v.A. meine Tante oder meine Schwiegermutter vor Augen. Das christliche Glaubensbekenntnis haben sie gar nicht verstanden, da sie weder Mitgefühl noch Verzeihen kennen. SIe gehen halt zur Kirche, weil es sich so gehört. Es könnten ja die Nachbarn schwätzen, wenn sie es nicht täten. Mein Onkel wollte seinen (evangelischen) Sohn noch enterben, weil er eine katholische Hure heiraten wollte. Meine Großtante war lief auch immer zur Kirche, gemeinsam mit ihrem Mann, der sie regelmäßig verprügelt hat. Das verhalten der sogenannten Gläubigen war der Hauptgrund dafür, warum ich mich davon immer ferngehalten habe. Hier werden Kinder aus keinem anderen Grund getauft, als daß sie Möglichkeit haben, auf die kirchliche Privatschule zu gehen...
Ich kenne lediglich einen Menschen, der wirklich Christ aus Überzeugung ist- und auch so handelt. Wie gesagt, das ist leider die Minderheit.
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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30.01.2011, 18:11
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| Zitat:
Zitat von lorginn aus Deinen Zeilen lese ich berechtigte Verzweiflung ... aus den Worten von Dieter Kapitulation vor der Vergangenheit und Gegenwart ... bei Fabian nackte Angst und bei Rohana kulturelle Differenzen. | Warum tust Du das? Zitat: |
Mein Ansatz war einfach aktuell bezogen auf die gegebene jährliche Hilfe von Entwicklung in den arabischen Staaten und das umsonst. Das kann nicht sein, das Wir Hilfe geben und die Kirchen brennen !!!
| Wo brennen den Kirchen? Und warum sollte man eine Verpflichtung gegenüber der Religion herleiten. Wenn dann doch wohl eine Verpflichtung gegenüber der Rechtsstaatlichkeit, worunter dann Religionsfreiheit fällt.
Du begehst genau an diesem Punkt eine irgendwie widersinnige Schlußfolgerung.
Weil der Staat Deutschland Entwicklungshilfe leistet, nicht die Religion wohlgemerkt, möchtest Du eine Bekehrung sozusagen als Gegenleistung. Nur müsste die Gegenleistung, wenn sie schon erbracht werden soll, nicht der Religion (=Bekehrung) geleistet werden, sondern dem Staat. Das kann zum Beispiel mit der Anerkennung der Religionsfreiheit und dem Unterlassen von Sachbeschädigungen passieren. Dessen Werte müssen nämlich anerkannt werden und keineswegs die der christlichen Lehren.
Nun mag man argumentieren, dass wir eine christliche Grundausrichtung haben. Das bestreite ich nicht. Richtig ist aber auch, dass wir eine sehr sachliche und richtige Trennung zwischen christlichen Regeln und juristischen Regeln haben, genauso haben wir uns von den Lehren der Kirchen emanzipiert. Ich sage hier Kirchen, weil es den reinen Glauben in der Realitität nicht gibt, schon gar nicht wenn man über Missionierung redet. Dort spielt die jeweilige Kirche immer eine Rolle.
Insofern sehe ich eine logische Lücke in deiner Argumentation. Sogar in dem Fundament deiner Argumentation.
Ich würde deshalb die These die Du aufstellst verwerfen. Und das ohne Angst, Verzweiflung, Kapitulation oder kulturelle Differenzen. Zitat:
Zitat von lorginn Ob das nun Jesuiten oder Evangelikale machen ist mir nicht so wichtig. | Das kannst Du unmöglich ernst meinen. Jetzt wird es absurd.
Du möchtest ernsthaft Fundamentalisten (=Evangelikale) unterstützen?? Jesuiten mag ja noch gehen, geradeso, aber Evangelikale? Die Leute die von Schöpfung faseln, die Abtreibungsärzte umbringen, die Wissenschaft eingrenzen, die Schüler verdummen, die Homosexualität für eine Krankheit halten?
Und das alles unter dem Stichwort Religionsfreiheit und als Bedingung für Leistungen eines Rechtsstaats?
Dafür fehlt mir nun wirklich jedes Verständnis.
Meine Güte, das muss man ja fast religös verblendet nennen.
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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