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12.03.2011, 07:47
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#111 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 21.12.2010
Beiträge: 456
| Zitat:
Zitat von 913Chris Hm. Hauptschule, vermutlich?
Ich unterrichte an einer weiterführenden Schule. In einer Klasse sitzen 99% Schüler, die direkt von der Hauptschule gekommen sind. Mit 40% Migrantenanteil - hauptsächlich Türken und Albaner (hängt mit dem hiesigen "Asylantenheim" zusammen) - komm ich auch so ungefähr hin. Deutsch können die alle wie die Scherenschleifer. Nur beim Schreiben hapert´s ab und an, und bei der Arbeitshaltung. 
Wenn ein Schüler kaum Deutsch kann, hat er an einer regulären (Pflicht-)Schule eigentlich nichts verloren. Da müssen dann entweder Sonderklassen eingerichtet werden, in denen zusätzlich zum (angepassten) Deutschunterricht noch massiv Sprachunterricht gegeben wird (wer innerhalb eines Jahres nicht so weit ist, dass er dem regulären Unterricht folgen könnte, muss an eine Spezialschule), oder diese Schüler müssen gleich an Spezialschulen.
Aber da müsste der Staat zusätzliches Geld locker machen. Für Bildung. Naja. Ich seh schwarz... (übrigens unabhängig vom Bundesland: Da sind sich Rote wie Schwarze einig)
Betrifft aber nur Pflichtschulen (= Hauptschule und Äquivalente).
In weiterführenden Schulen (= freiwilliger Schulbesuch) sieht das natürlich anders aus. Da sind gewisse Notenschnitte und zusätzlich in den Kernfächern (v.a. D, MAT, E) Mindestnoten gefordert, die man ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht schaffen kann (es sei denn, die Schule "hilft nach"...)
VG
Christian | Auch ich war einige Zeit im Ausland und bin dort zur Schule gegangen. Mir ist vor allem aufgefallen, dass die Stimmung, auch auf dem Pausenhof, sehr anders war als in Deutschland. Natürlich war nicht alles besser. Ich hatte einen vietnamesischen Kumpel, der etwas geschwätzig war. Der wurde teilweise ziemlich brutal verdroschen! Der tat mir echt leid  .
Aber man es geschafft, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen, wobei ich heute immer noch nicht weiß, woran das genau lag  Am Geld kanns nicht gelegen haben, die Schule war, trotzdem sie in einem guten Stadtteil lag, nicht übermäßig finanziert. Aber ich muss dazu sagen, dass es eine Private-School war, bei der State-School nebenan gings wohl auch etwas rauher zu.
Unser Schulrektor war ein ziemlich snobistischer englischer Adeliger. Man kann sich vorstellen, dass ich als Deutscher es da nicht leicht hatte. Mit den Meat-Pies konnte ich mich zwar nie anfreunden, aber ansonsten war ich dort nach meinem Empfinden voll integriert.
Geändert von Stonewall Jackson (12.03.2011 um 07:50 Uhr).
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12.03.2011, 08:52
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#112 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 08.02.2011 Ort: Hameln
Beiträge: 627
| Zusammengehörigkeit Was mir, zur Schulzeit meines Sohnes, besonders aufgefallen ist, war folgendes.
Von ungefähr der ersten bis zur dritten Klasse haben die Kinder verschiedener Nationalitäten zusammen gespielt oder die Pausen andersweitig miteinander verbracht . Außer die Mädels natürlich die waren eh unter sich und welcher Junge spielt schon mit denen  .
Ab der vierten Klasse gab es schon deutliche Abgrenzungen zwischen Kindern von Moslems und deutschen Kindern. Ab der 6- ca. 8.Klasse gab es auf dem Schulhof oder nach dem Unterricht schon richtige Prügeleien zwischen beiden Gruppen. Aber danach 9. - ....Klasse wurden untereinander Freundschaften geschlossen die z.T. noch heute vorhanden sind. Die Gründe für dieses Verhalten habe ich irgendwie nie richtig verstanden.
LG Tashunka
__________________ Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters |
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12.03.2011, 09:09
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#113 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 29.09.2010
Beiträge: 134
| Na ,das ist ja so eine Sache mit der Anpassung der Einwanderer.
Sie kommen in ein fremdes Land,erst einmal,um eine Arbeit zu finden,eine Perspektive für sich und ihre Kinder. Sie haben hier keinen Menschen,den sie kennen.Irgendwann dann wenden sie sich automatisch den Leuten ihres eigenen Kulturkreises zu. Das war bei den deutschen Einwanderern in den USA ähnlich,bei den Italienern etc....Noch heute gibt es da ja in den USA ganze Regionen,die mehr oder weniger von einer Herkuft geprägt wird.
Bei den Muslimen kommt dann,wenn sie sich den Menschen IHRES Kulturkreises zuwenden,ja automatisch die religiöse Komponente ins Spiel.
Ich denke,man KANN dem gar nicht entgegenwirken. Das ist ein langsamer Prozess innerhalb des Islam der Liberalisierung,das dauert. Einher damit geht die Loslösung von der Religion als ALLTAGSBESTIMMEND.Dauert lange,so ein Prozess. Gerade hier in Europa haben wir von Luther angefangen bis etwa zum Ende des 19.Jh gebraucht,um Politik OHNE Religion ausüben zu können. |
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12.03.2011, 09:21
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#114 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Tashunka Die Gründe für dieses Verhalten habe ich irgendwie nie richtig verstanden. | Da stecken wahrscheinlich auch psychische Entwicklungsphasen dahinter.
Zwischen dem 7. und dem 12. Lebensjahr (grosso modo) befinden sich Kinder in einer Phase der Entwicklung, in der sie sich erstmals nicht nur mit sich selbst beschäftigen, sondern auch mit ihrer Umwelt. Sie begreifen erstmals auch abstrakte Dinge wie die Schwerkraft, lernen sich sprachlich auszudrücken und bilden mit ihren Freunden eine abgegrenzte "Peer-Group". Sie orientieren sich noch mehr als zuvor an den Normen dieser Peer-Group, die für sie so wichtig sind, dass sie ihre eigenen Normen den Peer-Group-Normen unterordnen. Wer nicht diesen Normen entspricht, wird ausgegrenzt ("der gehört jetzt nicht mehr zu uns"). Eine teilweise demonstrative Ablehnung des anderen Geschlechts gehört mit zu diesen Normen, die von den Kindern über die Erwachsenenwelt adaptiert werden. Befänden wir uns in einer Gesellschaft, in der die Geschlechter sich nicht so unterschiedlich darstellen wie bei uns, gäbe es wahrscheinlich auch dieses Abgrenzungsverhalten nicht. Wichtig ist den Kindern auch, dass sie "brave Jungen" und "anständige Mädchen" sind; diese von außen an sie herangetragenen Normen akzeptieren sie, vermutlich, weil es Normen sind, die seit dem Kleinkindalter an sie gestellt werden.
Unwichtig dagegen ist in diesem Alter die Religionszugehörigkeit oder Herkunft. Das Gegenüber wird als Kind im gleichen Alter wahrgenommen und akzeptiert (solange es die Normen der Peer-Group erfüllt...), es sei denn, das Kind wird von zu Hause etwa mit Vorurteilen gegenüber Ausländern geimpft.
Zu all diesen Faktoren der Sozialisierung kommt noch, dass Teamspiele beliebt sind, also miteinander gespielt wird.
Anders im Jugendalter (12-18 Jahre): Jetzt achten die Jugendlichen darauf, sich abzugrenzen. Sie sind voll und ganz mit sich und ihrem Körper beschäftigt, verwirrt, wie sie sich verändern. Sie streben danach, ihre eigene Normenwelt aufzubauen, suchen teilweise bewusst den Konflikt mit Lehrern und (v.a.!) Eltern, wollen eigenständige Persönlichkeiten werden.
Sie suchen sich, um ihre Normen aufzubauen, Informationen von außen und sind daher in diesem Alter sehr empfänglich für alles mögliche. Haben sie etwas entdeckt, was sie als für sich passend empfinden, trachten sie danach, sich möglichst umfassend zu informieren und dieses Neue zu verabsolutieren. Das betrifft auch Politik, Kleidungsstil/Lebensstil, die Peer-Group ersetzt die Familie.
Gleichzeitig versuchen Jugendliche, sich ihrem gesellschaftlichen Rollensverständnis entsprechend zu verhalten. Mädchen schminken sich, Jungs prügeln sich. Das gehört dazu wie das Verlieben. Jugendliche anderer Herkunft werden ausgegrenzt, ebenso wie Jugendliche, die den derzeitigen Kleidungsstil nicht mitmachen, ebenso wie Jugendliche, die "uncool" sind, etc.p.p.
Überhaupt sind Jugendliche in der Pubertät sehr geneigt, zu verabsolutieren. Sie kontrollieren auch sehr genau. Wehe, der Lehrer oder die Eltern handeln nicht exakt nach den Normen, die sie vorgeben zu vertreten! Wehe, der Jugendliche hat den Eindruck, ungerecht behandelt zu werden! Wehe, der Jugendliche fühlt sich angegriffen. Für Ironie sind sie noch nicht empfänglich (fühlen sich dementsprechend oft angegriffen, missverstanden etc.), das entsteht erst ab ca. 16 Jahren; ein durchgehendes VErständnis von Ironie kann man erst ab ca. 18 Jahren voraussetzen.
Zusammengefasst: Wenn Kinder bis zur dritten Klasse unverdrossen zusammenspielen, obwohl sie unterschiedlichen sozialen Gruppen etc. angehören, hängt das mit ihrer Entwicklungsphase zusammen. Warum der andere kein Spielkamerad sein soll, nur weil er etwas dunklere Hautfarbe hat oder an einem anderen Tag in die Kirche geht oder überhaupt betet, das können Kinder in diesem Alter einfach noch nicht nachvollziehen.
In der 6.-8.Klasse, bei den Jungs eher in der 8.Klasse, (wobei die 7. eine Übergangsklasse darstellt; viele Jungs sind da noch richtige Kinder, anderen wächst da schon der Bart) setzt die Pubertät voll ein. Daher auch das Prügeln auf dem Pausenhof. Es ist Teil der Selbstfindung, der Selbstbestätigung (ich bin stark! Ich imponiere den Mädchen!), auch Teil des Versuchs, gesellschaftlichen Normen zu entsprechen (was aber selbstverständlich vehement abgelehnt werden würde, wenn man sie darauf anspräche).
Ab ungefähr der 10.Klasse haben sich die Jugendlichen dann schon so emanzipiert, dass es ihnen egal ist, dass der Andere aus dem Kosovo oder dem Irak oder sonstwo herstammt. Sie haben sich dann eine Peer-Group gesucht, die beschlossen hat, Herkunft, Religion und das "Gedöns" sei egal, der Andere als Person ist ihnen wichtiger (kann auch Teil der Trotzreaktion gegenüber der Gesellschaft sein, des Versuchs, jetzt grad mit Fleiß gegen Konventionen zu verstoßen). Oder die Jugendlichen haben beschlossen, dass sie "dazu gehören" wollen, zur Gesellschaft nämlich, und betreiben die Ausgrenzung von "Andersartigen" jetzt mit letzter Konsequenz, indem sie die Anderen etwa krankenhausreif schlagen (oder eben schlicht ausgrenzen bzw. nicht beachten).
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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12.03.2011, 10:11
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#115 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Tashunka Lieber Dieter
Ich habe nichts an deiner Erziehungsweise zu bemängeln. Nur deine Bestürzung darüber das ein 21jähriger den ganzen Tag am PC sitzt, erstaunt mich etwas. Im Zeitalter der sogenannten Gameboyjugend und des virtuellen Lebens wundert mich dein Mangel an Verständniss. Die meistens unserer Jugendlichen und Kinder sind doch, mangels anderer Perspektiven, zu einer anderen Freizeitgestaltung garnicht mehr in der Lage.
LG Tashunka | Lieber Tashunka,
ich persönlich gehe nicht länger als zwei Stunden pro Tag an den Computer, weil der auch süchtig machen kann. 
Unser Sohn ist im Tischtennisverein, war schon Vereinsmeister und Leiter der Tischtennisabteilung. Außerdem hat er nach der obligatorischen Tanzstunde weiter getanzt und viele Preise in Bronze, Silber und Gold errungen. 
Ich wehre mich dagegen, das Leben am Computer festzumachen. Das tut unser Sohn, der sich auch um die Erziehung unserer Enkelkinder kümmern muß, auch nicht. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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12.03.2011, 10:59
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#116 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 08.02.2011 Ort: Hameln
Beiträge: 627
| Zitat:
Zitat von dieter Lieber Tashunka,
ich persönlich gehe nicht länger als zwei Stunden pro Tag an den Computer, weil der auch süchtig machen kann. 
Unser Sohn ist im Tischtennisverein, war schon Vereinsmeister und Leiter der Tischtennisabteilung. Außerdem hat er nach der obligatorischen Tanzstunde weiter getanzt und viele Preise in Bronze, Silber und Gold errungen. 
Ich wehre mich dagegen, das Leben am Computer festzumachen. Das tut unser Sohn, der sich auch um die Erziehung unserer Enkelkinder kümmern muß, auch nicht.  | Hallo Dieter
Meinen Beitrag solltest du nicht so ernst meinen. Er war eher ironisch gemeint.
LG Tashunka
__________________ Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters |
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12.03.2011, 11:00
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#117 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 08.02.2011 Ort: Hameln
Beiträge: 627
| Hallo Christian
Vielen Dank für deinen Beitrag. Man lernt halt nie aus.
MfG Tashunka
__________________ Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters |
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12.03.2011, 14:33
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#118 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Tashunka Hallo Dieter
Meinen Beitrag solltest du nicht so ernst meinen. Er war eher ironisch gemeint.
LG Tashunka | Lieber Tashunka,
da bin ich aber beruhigt. 
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15.03.2011, 07:31
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#119 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Majestät
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| Zitat aus SPIEGEL 11/2011 der Schriftstellerin Monika Maron:
"Wir leben in einem weitgehend säkularen Staat, der den Gläubigen das Recht auf ihre Religion garantiert und den Ungläubigen das Recht, frei zu sein von Religion. Es wird auch vom Islam nicht mehr erwartet, als das er Andersgläubige und Atheisten verschont mit den eigenen Glaubensregeln.
...
"Es ist die Frage an die gläubigen Muslime und ihre offiziellen Vertreter, ob sie ihre Religion mit den Voraussetzungen einer säkularen, freiheitlichen Gesellschaft vereinbaren können und wollen, ohne sie in ihrem säkularen und freiheitlichen Selbstverständnis immer wieder herauszufordern."
...
Geändert von tiger456 (15.03.2011 um 07:49 Uhr).
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