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Thema: Islam

  1. #11
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    die Glückszahl ist 1500

    Hallo Streiter für die Liga
    Sorry, war etwas unklar formuliert.
    Meinte folgendes: das Christentum benötigte ca. 1500 Jahre für die Reformation. Für mögliche Veränderungen des Islam, wenn wir 600 n. Chr. als Gründungsdatum veranschlagen + 1500 Jahre wären wir ungefähr in dem entscheidenden Jahrhundert. Also gedacht als eine nette Gleichung mit einer tüchtigen Portion Hoffnung. Mehr nicht......
    lG

  2. #12
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    Ja bitte...

    Zitat Zitat von Imhotep Beitrag anzeigen
    eine unvoreingenommene Betrachtung der Geschichte und der Quellen zu wagen
    bin dabei....was weißt Du über die Anfänge des Islam, also welche Quellen können wir betrachten, kannst Du präsentieren?
    lG

  3. #13
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    Wir wissen über die Entstehung des Korans, daß der

    Analphabet Mohammed von seinen Geschäftsreisen, wenn man so sagen darf, eine gewisse Kenntnis der damals in seiner Region gängigen Religionen hatte - an den Lagerfeuern und in den Karawansereien wurde eben auch über Religion schwadroniert. Die Position, die Jesus Christus im Islam einnimmt, entspricht ja in etwa der seiner Position im jüdischen Glauben.

    Wir können als gesichert annehmen, daß Mohammed in seinen "Gesichten" die Einflüsterungen des Erzengels Gabriel auf die Mentalität seiner Landsleute zurechtgebogen hat.

    Im Kontakt mit jüdischen Geschäftsleuten, die ja auch die Arabische Halbinsel in Geschäften bereisten, wird er wohl eher über das Alte als über das Neue Testament informiert gewesen sein.

  4. #14
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    Der Islam ist so angelegt, daß eine Reformation, wie

    Zitat Zitat von lorginn Beitrag anzeigen
    Hallo Streiter für die Liga
    Sorry, war etwas unklar formuliert.
    Meinte folgendes: das Christentum benötigte ca. 1500 Jahre für die Reformation. Für mögliche Veränderungen des Islam, wenn wir 600 n. Chr. als Gründungsdatum veranschlagen + 1500 Jahre wären wir ungefähr in dem entscheidenden Jahrhundert. Also gedacht als eine nette Gleichung mit einer tüchtigen Portion Hoffnung. Mehr nicht......
    lG
    sie im Christentum stattgefunden hat, unter den Muslimen nie stattfinden wird.

    Der Koran gilt buchstäblich als das Wort Gottes, qua Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed übermittelt, an dem weder gedreht noch gedeutelt werden darf. Sogar die arabische Sprache, in der der Erzengel mit Mohammed kommuniziert haben soll, gilt deswegen als so heilig, daß sie sich seit der Zeit Mohammeds nicht oder nur kaum verändert hat - auch ein Grund für die Rückständigkeit der fundamentalistischen Muslimstaaten.

    Das geht sogar so weit, daß es für den Koran ganz genaue, was die Aussprache angeht, Rezitier-Anweisungen gibt. In den Koranschulen, so wurde mir gesagt, soll das Rezitieren des Korans bis zum Miserere geübt werden.

    Moderne Begriffe werden im heutigen Arabischen entweder einfach übernommen oder aber, wie bei der Adaption des Lateinischen an die Moderne, umschrieben - so daß, beispielsweise, die Tiegeldruckpresse zu "pedale prelum" oder das Tomatenmark zu "lycopersica condita" wird.

  5. #15
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    Zitat Zitat von PèreJoseph Beitrag anzeigen
    Sogar die arabische Sprache, in der der Erzengel mit Mohammed kommuniziert haben soll, gilt deswegen als so heilig, daß sie sich seit der Zeit Mohammeds nicht oder nur kaum verändert hat - auch ein Grund für die Rückständigkeit der fundamentalistischen Muslimstaaten.
    Das kann, muss aber nicht zwangsläufig der Grund sein. Im Griechischen hat sich seit der Zeit Homers zwar die Aussprache teilweise geändert, die Schreibung ist aber noch ziemlich gleich.

  6. #16
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    Servus!
    Sowas kann auch das Gegenteil von Rückständigkeit bewirken: Stell dir vor, wir könnten alle mittelalterlichen Schriften so einfach lesen wie das der arabische Kulturreis kann!

    VG
    Christian

  7. #17
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    So etwas ist natürlich immer ein ganzer Komplex aus

    Zitat Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
    Das kann, muss aber nicht zwangsläufig der Grund sein. Im Griechischen hat sich seit der Zeit Homers zwar die Aussprache teilweise geändert, die Schreibung ist aber noch ziemlich gleich.
    Gründen; ich wollte es auch nicht so verstanden haben, als sei die Unberührbarkeit der arabischen Sprache der alleinige Grund.

    Für mich ist der wesentliche Grund für die Rückständigkeit dieser Staaten der dem Islam immanente Fatalismus, der - wirklich fatale - Glaube an eine absolute Vorbestimmung; das Christentum hat so etwas Ähnliches auch, und zwar im Calvinismus, in dem die Prädestinationslehre früher mitunter zur gesellschaftlichen Ausgrenzung der ärmeren Schichten geführt hat.

    Da gilt nicht, daß jeder seines eigenen Glückes Schmied ist - wem von Allah der Mißerfolg oder die Armut vorbestimmt worden ist, der konnte sich noch so sehr anstrengen, er brachte es, weil es Allah halt so gewollt hat, auf keinen grünen Zweig.

  8. #18
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    Für Historiker hat das zweifellos seine Vorteile

    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    Servus!
    Sowas kann auch das Gegenteil von Rückständigkeit bewirken: Stell dir vor, wir könnten alle mittelalterlichen Schriften so einfach lesen wie das der arabische Kulturreis kann!

    VG
    Christian
    andere Vorteile sehe ich darin aber nicht.

  9. #19
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    Zitat Zitat von PèreJoseph Beitrag anzeigen
    sie im Christentum stattgefunden hat, unter den Muslimen nie stattfinden wird.

    Der Koran gilt buchstäblich als das Wort Gottes, qua Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed übermittelt, an dem weder gedreht noch gedeutelt werden darf. Sogar die arabische Sprache, in der der Erzengel mit Mohammed kommuniziert haben soll, gilt deswegen als so heilig, daß sie sich seit der Zeit Mohammeds nicht oder nur kaum verändert hat - auch ein Grund für die Rückständigkeit der fundamentalistischen Muslimstaaten.
    Da möchte ich doch leise widersprechen. Ein arabisch sprechender Syrer kann mit einem arabisch sprechenden Ägypter nur unter größten Schwierigkeiten kommunizieren und alle beide verstehen den arabisch sprechenden Saudi nicht. Das gesprochene Arabische hat sich also durchaus gewandelt. Was du darlegst ist allerdings richtig für das "theologische" Arabisch.

    Die von dir gemachten Aussagen würden aber genauso zutreffen für die Tora, das Hebräische und das orthodoxe Judentum. Auch dort ist die kleinste Änderung an Gottes Wort tabu und gut 600 Vorschriften aus der Bronzezeit sind heiliges Gesetz und werden eifrig eingehalten. Trotzdem hat sich ein Reformjudentum entwickelt, das heute in seiner weit überwiedenden Mehrheit sehr säkular lebt und ein ziemlich modernes Hebräisch, Iwrit, spricht.

    Ich würde also nicht behaupten, dass der Islam zu Reformen nicht fähig wäre. Es gab durchaus Zeiten, zu denen der Islam die moderneren Antworten hatte als das Christentum. Es ist aber richtig, dass aus heutiger Sicht den Muslimen die Denker der Aufklärung fehlen und darum der Islamismus so verbohrt ist. Jedoch bin ich optimistisch, dass die Muslime das in den nächsten 200 bis 300 Jahren nachholen.

  10. #20
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Da stellt sich dann aber die Frage, ob diese Reformjuden noch richtige Juden sind oder nur das, was man bei uns "Taufscheinchristen" nennt.
    Das ist auch das große Problem bei der Debatte, wie man die Moslems bei uns integrieren kann. Da wird dann oft argumentiert, wenn die Moslems einen mehr westlichen Lebensstil pflegen würden, wäre das ja gar kein Problem. Ich meine allerdings, dass das dann auch gar keine richtigen Moslems mehr wären.

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