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11.06.2008, 05:07
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 21.03.2008 Ort: Zürich
Beiträge: 233
| Der Teufel - nur ein Hirngespinst? Immer wieder wurden Menschen in der Geschichte zum "Antichristen" erklärt, so z.B. Hitler oder Nero. Christus selber wurde angeblich von ihm in Versuchung geführt.
Aber gibt es so etwas wirklich? "Das Böse", eine autonome Macht, die auf die Lenkung der Geschichte der Welt eingewirkt hat?
__________________ In hoc signo vinces |
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11.06.2008, 06:56
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#2 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 24.05.2008 Ort: 44803 Bochum
Beiträge: 20
| der Teufel Der Antichrist
Ich bin der Herr dein Gott!
Du sollst keine anderen Götter neben mir haben! 1.Gebot
Gott redet mit uns Menschen nur in unseren Träumen!
Wer mit Gott in Verbindung treten will, muß seine Träume wahrnehmen.
Unser Traum zeigt uns unseren Weg zu Gott!
Was uns von anderen Menschen über Gott gesagt wird, wird uns von anderen Menschen gesagt, die sein wollen "wie Gott"! Von anderen Menschen anerkannt zu werden, "wie Gott", ist für einen Menschen das Größte. Danach streben die Menschen seit dem Paradies. Die Schlange hat damit angefangen, als sie flüsterte: Du kannst sein "wie Gott"!
Darum leben wir heute nicht mehr "wie im Paradies"!
Verständlich, oder? Wenn die Eitelkeit das Denken der Menschen dominiert und jeder "mehr" sein will, als der andere? Ein Mensch, der von Eitelkeit geplagt ist, nimmt auf andere Menschen keinr Rücksicht! Der kennt keine Gnade, wenn es um das Wohl anderer Menschen geht! Der versucht sich durchzusetzen, wenn ein anderer Mensch sich weigert, ihn zu vergöttern.
Menschen, die von Eitelkeit besessen sind, machen diese Erde zur Hölle!
Gott hat diese Erde erschaffen, zum Wohle der Menschen. Diese Erde hat von allem genug, damit alle glücklich und in Frieden auf ihr leben können, wenn die Menschen sich so verhalten, wie Gott es will.
Gott ist Harmonie, die nach Ausgleich strebt!
Stimmungsmache kommt zurück!
So machen sich die Menschen ihr Schicksal selber! |
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11.06.2008, 09:19
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: München
Beiträge: 248
| Ich habe als gläubiger Mensch grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Möglichkeit 1: Ich akzeptiere Gott als Quelle den gesamten Kosmos mit allem sichtbaren und unsichtbaren was sich darin befindet.
Möglichkeit 2: Ich sehen in Gott die Quelle alles "Guten", alles Förderlichen. Zu "Bösem" oder Schädlichem kann sich Gott nicht durchringen, da er die Menschen liebt.
In jedem Fall stehe ich vor einem Dilemma:
Bei Möglichkeit 1 muss ich hinnehmen, dass auch Umstände und Zusammenhänge, die für mich schädlich sind, die ich als "böse" empfinde, letzlich ihren Ursprung in Got haben. Wie kann es aber sein, dass ein liebender Gott solche Schädlichkeiten einrichtet und zulässt?
Bei Möglichkeit 2 muss ich damit zurechtkommen, dass Gott einen Gegenspieler zulässt mit dem er ringt. Warum sollte nun aber ein allmächtiger, liebender Gott einen Gegenspieler zulassen? Kann dieser Gegenspieler denn gewinnen, wenn Gott der Schöpfer aller Dinge sein soll? Kann Gott also gegen diesen Gegner verlieren? Oder hat der Gegner seinen Ursprung gar nicht in Gott? Damit wäre aber Gott nicht mehr der alleinige, allmächtige Allschöpfer! |
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11.06.2008, 13:05
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
| Gleich vorneweg: ich bin nicht gläubig.
Trotzdem lasse ich mich dazu hinreißen, zu behaupten, daß es den Teufel gibt.
Also so wie es Gott gibt, muß es auch den Teufel geben.
Gemeint ist hier: Wenn es das Gute (sagen wir Gott) gibt, muß es auch das Böse (sprich den Teufel) geben.
Das eine kann ohne das andere nicht existieren.
Denn woher will man beurteilen, was "Gut" ist, wenn es nichts "Böses" gibt?
__________________ Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind. |
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11.06.2008, 13:38
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
| Zitat:
Zitat von Protagoras Wenn es das Gute (sagen wir Gott) gibt, muß es auch das Böse (sprich den Teufel) geben.
Das eine kann ohne das andere nicht existieren.
Denn woher will man beurteilen, was "Gut" ist, wenn es nichts "Böses" gibt? | Gut und Böse sind konstruierte Wert-Beschreibungen des Menschen, um seine Umwelt besser kategorisieren zu können. In der Natur selbst gibt es kein "gut" und "böse". Der so erschreckend anzusehende Weiße Hai frißt die "niedliche" Robbe nicht aus Bosheit, sondern weil er Hunger hat.
Demnach muss es für Gläubige quasi einen Teufel (oder je nachdem eine andere dem Bösen Gestalt gebende Figur) geben, denn ohne dieses Gegenstück hätte der ebenso von Menschen "konstruierte" Gott keinerlei Bedeutung, da man ihn dann nicht mehr im Verhältnis wahrnehmen könnte.
An Gott zu glauben und den Teufel zu leugnen wäre demnach ziemlich unlogisch, ja ein Widerspruch in sich selbst.
Alles ist halt relativ.
Geändert von woesch (11.06.2008 um 13:41 Uhr).
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11.06.2008, 13:42
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
| Zitat:
Zitat von woesch Gut und Böse sind konstruierte Wert-Beschreibungen des Menschen, um seine Umwelt besser kategorisieren zu können. In der Natur selbst gibt es kein "gut" und "böse". Der so erschreckend anzusehende Weiße Hai frißt die "niedliche" Robbe nicht aus Bosheit, sondern weil er Hunger hat.
Demnach muss es für Gläubige quasi einen Teufel (oder je nachdem eine andere dem Bösen Gestalt gebende Figur) geben, denn ohne dieses Gegenstück hätte der ebenso von Menschen "konstruierte" Gott keinerlei Bedeutung, da man ihn dann nicht mehr im Verhältnis wahrnehmen könnte.
An Gott zu glauben und den Teufel zu leugnen wäre demnach ziemlich unlogisch, ja ein Widerspruch in sich selbst.
Alles ist halt relativ. | Nun gut, daß gehört aber wohl eher in den Philosophie-Thread... 
__________________ Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind. |
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11.06.2008, 15:07
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: München
Beiträge: 248
| Zitat:
Zitat von Protagoras Gleich vorneweg: ich bin nicht gläubig. | Schade. Zitat:
Zitat von Protagoras Trotzdem lasse ich mich dazu hinreißen, zu behaupten, daß es den Teufel gibt.
Also so wie es Gott gibt, muß es auch den Teufel geben.
Gemeint ist hier: Wenn es das Gute (sagen wir Gott) gibt, muß es auch das Böse (sprich den Teufel) geben.
Das eine kann ohne das andere nicht existieren.
Denn woher will man beurteilen, was "Gut" ist, wenn es nichts "Böses" gibt? | Du legst die Karten (Deine Ansichten) auf den Tisch. Das finde ich mutig! Was die Bedeutung von „Gut“ und „Böse“ angeht, schließe ich mich Woesch an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Gott gibt, der gezielt und direkt „gut“ oder "prüfend" in unser Leben eingreift. Warum sollte er das bei einem Menschen tun, und bei einem anderen nicht? Dann müsste er ungerecht oder zynisch sein. Gott sagt Moses recht genau wer er ist „Ich bin der ich bin (oder ich bin, der ich sein werde – der Schöpfer)“. Das heißt für mich:“Ich bin“ und nicht „ich tue“ (auf einer Wolke sitzen und den Menschen Noten in den von mir auferlegten Prüfungen erteilen…). |
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11.06.2008, 15:32
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus! Zitat:
Zitat von Protagoras Also so wie es Gott gibt, muß es auch den Teufel geben. | Das ist die Weltsicht der Gnostiker, Bogomilen, Katharer usw.
Für die Identifikation des Teufels gibt es mehrere Wege:
Nach der Bibel ist der Teufel "der Versucher" (NT). Aus dem AT kann man herauslesen, dass hier ebenfalls der "Versucher" (z.B. in Gestalt der Schlange im Paradies) die Rolle des Teufels spielt (mir ist jetzt akut gar keine Stelle im AT präsent, die vom Teufel als solchem handelt...).
Man KANN aus den NT-Stellen folgern, der Teufel wäre der Gegenspieler Gottes, der "gefallene Engel", der wie Gott sein wollte, dafür bestraft wurde und seitdem auf Rache sinnt.
Man kann allerdings auch herauslesen, dass es der Mensch selbst ist, in dem (siehe sieben Todsünden) der Teufel wohnt, bzw. dass jeder Mensch sein eigener Teufel ist, wenn er eigensüchtig handelt oder sonstwie gegen Gottes Gebote (die allgemeine Verhaltensregeln in religiöser wie mitmenschlicher Interaktion darstellen) verstösst. Schließlich beschliessebn (um bei der Paradiesgeschichte zu bleiben) Adam und Eva selbst, gegen Gottes Gebot zu verstossen (sie wollen wie Gott sein...), worüber dieser traurig ist und beide aus dem Paradies verbannt, um Schlimmeres zu verhindern (dass sie ewig leben - bei näherem Hinsehen eine grausige Existenz...).
Rein historisch gesehen ist der Teufel nicht mehr (aber auch nicht weniger) als ein Überbleibsel aus vorchristlichen Religionen. Dort verehrte Götter wurden während und nach dem Siegeszug des Christentums im Römischen Reich von den christlichen Priestern und Theologen zu Abarten des Teufels erklärt. So wird auch klar, warum der Teufel eine so schillernde Figur ist: Er vereint in sich Eigenschaften von Pan bis Baal, von keltischen bis orientalischen Göttern.
VG
Christian |
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12.06.2008, 00:55
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 13.03.2008
Beiträge: 5.208
| Extraklasse Lieber 913Chris,
ganz hervorragende Schilderung auch meiner Sicht.
Habe den ganzen Tag nach den richtigen Worten für meine Gedanken gesucht, und finde hier diesen Aufsatz, zu diesem schwierig zu greifenden Thema.
Daumen hoch!
Ich glaube nicht, das der Mensch mit seinem komplexen Hirn Labyrinth und seinen anfälligen Funktionen, unbedingt noch einen "Teufel" an seiner Seite benötigt, der ihm noch mehr Flausen in den Kopf setzt. Dies schafft der unsichere Kantonist von ganz allein. Gottes Regeln sind vielen Seelen ein Halt in den Wogen des Schicksals, dafür brauchen wir die Religion.
Herzlichst lorginn
__________________
... bis hierher und keinen Schritt weiter ...
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12.06.2008, 07:33
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#10 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 24.05.2008 Ort: 44803 Bochum
Beiträge: 20
| Der Teufel - Gut und böse Hallo!
Gut und böse sind Begriffe, die sich auf das beziehen, was wir anderen Menschen antun.
Diese Begriffe werden ins Gegenteil verkehrt, wenn wir einen Menschen vergöttern, weil er von anderen Menschen gekreuzigt wurde.
Wir vergöttern dann nicht nur den, dem Böses angetan wurde, sondern auch die, die das Böse getan haben.
Weil das Eine ohne das Andere nicht möglich ist! |
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