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14.02.2008, 22:22
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 05.02.2008 Ort: Neu-Ulm
Beiträge: 21
| Ende des Rittertums Ab wann kann eigentlich offiziell von einem Ende des Rittertums gesprochen werden?
Sind neue Kampf- und Waffentechniken ausschlaggebend gewesen? Ich denke hier an die Erfindung der Feuerwaffen, des Langbogens, der Langspieße/Hellebarden, usf.
Oder haben womöglich gesellschaftliche Veränderungen am Ende des Mittelalters zum Niedergang desselben geführt?
Bin auf eure Meinungen gespannt! |
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15.02.2008, 18:48
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
| Militärisch endete die Vorherrschaft der Ritter in Europa am 26. August 1346 in der Schlacht von Crécy. Dort besiegten die Engländer im Hundertjährigen Krieg die "europäische Blüte des Rittertums", immerhin 2/3 mehr an Bewaffneten, allein durch ihren gekonnten Einsatz der Langbögen und Hippen (eine Art Hellebarde).
Von da an wurden die Ritter als schwerbewaffnete Kavallerie militärisch immer bedeutungsloser und auch der gesellschaftliche Abstieg begann. 
Will hier aber nicht schon alles verraten.  |
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15.02.2008, 21:31
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 01.02.2008 Ort: Schwabach
Beiträge: 10
| War ein Hauptgrund auch nicht die vermehrte Austattung der fürstlichen Heere mit Söldnern? Wie genau da die Zusammenhänge waren, weiß ich aber leider nicht
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Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden. John Ruskin (1819-1900) |
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16.02.2008, 11:25
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Der Zusammenhang existiert. Die Ritter hatten keine Chance gegen lange, stabile Lanzen oder Hellebarden. Die damit ausgestatten Landsknechte waren zudem billiger als ein Ritter.
Zum Niedergang des Rittertums trug aber auch ihre sinkende politisch-wirtschaftliche Bedeutung bei. Mit dem zunehmenden Zurückdrängen des Adels aus der politischen Verantwortung durch die Fürsten und dem Aufstieg der Städte als Wirtschaftsmacht wurden die Ritter mit ihren Burgen schlicht überflüssig.
Die Sicherungsfunktion der Burgen nahmen mehr und mehr die Städte ein sowie die Fürsten mit ihren Heeren, die Armeen wurden mehr und mehr mit Fußsoldaten und Landsknechten gebildet, nud auch die Funktion der Burgsiedlungen als Marktplätze wurde von den fürstlichen Märkten und den Städten übernommen.
Endgültig am Ende war das Rittertum mit dem Aufkommen der Artillerie - was die Burgen eher zu Mausefalen machte - und den gescheiterten Ritteraufständen, die parallel zu den Bauernaufständen (auch der freie Bauernstand war danach erst mal am Ende) von fürstlichen und v.a. reichsstädtischen Heeren niedergeschlagen wurden.
VG
Christian |
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28.02.2008, 17:03
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#5 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 28.02.2008 Ort: Königreich Böhmen
Beiträge: 8
| Hat das Ende des Rittertums vielleicht auch etwas mit de rBildung von stehenden Heeren zu tun?
Oder bin ich da jetzt in der Zeit zu weit vorraus? |
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28.02.2008, 20:17
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#6 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 07.02.2008 Ort: Aschaffenburg
Beiträge: 10
| Stehende Heere gab es durchaus, aber auch schon viel früher. Doch die aufstrebenden Städte leisteten sich gegen Ende des Mittelalters zunehmend eigene Bürgerwehren, die die Ritter obsolet machten.
Man sollte aber bei der Diskussion aufpassen, was man mit Rittern meint, denn der Niedergang am Ende des Mittrelalters betraf vor allem die militärische Bedeutung der Ritter als Schwere Kavallerie auf dem Schlachtfeld und durch ihre Burgen. Politisch war der Adel noch lange in der Neuzeit bedeutend. |
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29.02.2008, 11:03
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 813
| Zitat:
Zitat von Xiron Sind neue Kampf- und Waffentechniken ausschlaggebend gewesen? Ich denke hier an die Erfindung der Feuerwaffen, des Langbogens, der Langspieße/Hellebarden, usf.
Oder haben womöglich gesellschaftliche Veränderungen am Ende des Mittelalters zum Niedergang desselben geführt? | Ich glaube, letzteres war der Grund, dass das militärische Monopol der Ritter wegbrach. Es war, so glaube ich, die Emanzipation der Infanterie.
Die Schlachten des Hoch- und Spätmittelalters waren doch fast ausschließlich Ritterheer gegen Ritterheer. Dort gab es zwar auch Hilftruppen zu Fuß, aber die wurden nur sehr sporadisch eingesetzt. Gab man ihnen entsprechende Entfaltungsmöglichkeiten, dann hatten sie durchaus das Potential, ein Ritterheer in Schwierigkeiten zu bringen (etwa bei den Schlachten von Crecy oder Poitiers). Auch die Schweizer zeigten bei Morgarten und Sempach, dass die Ritter auf eine wohlgeordnete Infanterie keine Antwort fanden. Und gegen die Hussiten kassierten die Ritter eine Niederlage nach der anderen. Erfolgreich waren sie eigentlich nur gegen ungeübte Bauern und Bürger.
Als sich dann eine professionelle Infanterietruppe bildete, die sich genau die erfolgreichen Taktiken zu eigen machte und weiter daran feilte, hatten die Ritterheere keine Chance mehr.
Gruß
T. |
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01.03.2008, 10:29
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#8 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 25.02.2008 Ort: Aschaffenburg
Beiträge: 13
| Ganz interessant ist übrigens, dass es bei den Japanern ganz ähnlich war.
Die dortigen Samurai bildeten ja eine Kriegerkaste, die den europäischen Rittern in vielerlei Hinsicht ähnelte....
Jedenfalls gehörte es zum Ehrenkodex der Samurai, das man sich todesmutig in die Schlacht stürzte - das Kämpfen mit ausgeklügelten Strateien wurde geradezu als unehrenhaft fgesehen 
Als jedenfalls einzelne Kriegsfürsten damit begannen, wohlformierte und ausgebildete Infanterietruppen gegen die Samurai einzusetzen, kassierten diese überaus empfindliche Niederlagen! |
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08.03.2008, 17:26
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#9 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 08.03.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 10
| Vielleicht irre ich mich ja jetzt, aber haben nicht gerade die Samurai sehr ausgeklügelte Taktiken auf dne Schlachtfeldern angewandt, anstatt blindlngs auf den Feind zu stürmen?
Mache zu den Samurai gleich mal ein neues Thema auf. |
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05.10.2008, 15:55
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Nähe Aschaffenburg
Beiträge: 1.043
| Zitat:
Zitat von Kleon Man sollte aber bei der Diskussion aufpassen, was man mit Rittern meint, denn der Niedergang am Ende des Mittrelalters betraf vor allem die militärische Bedeutung der Ritter als Schwere Kavallerie auf dem Schlachtfeld und durch ihre Burgen. Politisch war der Adel noch lange in der Neuzeit bedeutend. | Dieses "Problem" sehen ich auch immer wieder. Ritter gab es schon wesentlich länger, auch bei den Römern gab es den Ritterstand.
Der Adel ist heute zumindest in einigen Teilen Europas noch immer kräftig dabei in Politik und Wirtschaft mitzumischen. |
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