| TagCloud | | |  | |
16.02.2008, 12:32
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 14.02.2008
Beiträge: 7
| Die Herkunft des Rittertums Da wir schon einen Thread über das Ende der Ritter haben, würde ich auch gerne wissen, woher sie denn kamen. Das einzige, was ich jetzt genauer weiß, ist, dass sie sich anfangs aus Hofbeamten der Adeligen rekrutierten, und später zu einem niederen Adelsstand wurden. Was ich aber noch interessant finde, ist, woher sie ihre - ich sag mal - Attitüde hatten, also ritterlich zu handeln und wovon ihr Erscheinungsbild abhing, also die Rüstungen und Schlachtrosse bzw. Waffen. |
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16.02.2008, 16:15
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#2 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 16.02.2008 Ort: Saarbrücken
Beiträge: 15
| Mit den Antworten auf deine Fragen sind ganze Buchreihen gefüllt. 
Ritter gab schon bei den Römern, die equites.
Die europäischen Ritter des Mittelalters, die du hier sicherlich meinst, entstanden aus der im 600 Jahrhundert von den Franken eingesetzten schweren Panzerreitere. Diese schwere Kavallerie wurde auf den Schlachtfeldern immer wichtiger und die Reiter erlangten durch ihre militärische Bedeutung alsbald auch eine politische. Denn im Gegenzug für den Einsatz ihres Lebens in der Schlacht beanspruchten sie Land.
Kurz, der Feudalismus entstand, und um sich auch von den niederen Schichten abzuheben und dem kirchlichen Idealen zu folgen, prägte sich die höfische / ritterliche Kultur aus.  |
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16.02.2008, 16:18
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 02.02.2008
Beiträge: 21
| Die Ritter trugen ihre Rüstungen natürlich aus kriegstechnischer Notwendigkeit, je besser die Panzerung umso besser die Überlebenschancen. Die Wappen / Fahnen etc. entstanden dann zum einen aus Stolz, zum anderen aber auch aus einer Notwendigkeit herraus.
Denn hast du nebeneinander 100 oder mehr Ritter in voller Rüstung stehen, wie willst du dann ohne Wappenmarkierungen erkennen können, wer wer ist.  |
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18.02.2008, 19:39
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Jule Was ich aber noch interessant finde, ist, woher sie ihre - ich sag mal - Attitüde hatten, also ritterlich zu handeln | Das war eine Erfindung des Kreises um Eleonore von Aquitanien, zu dem auch der Dichter Chretien de Troyes gehörte. Ihr Hof wurde zu einem Musenhof, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Ritter zu "zivilisieren". War ja eine recht wilde Zeit, damals im 12.Jh.
Chretien nahm sich die vorhandenen Heldensagen vor und dichtete sie so um, dass daraus idealtypische Schilderungen einer Ritterwelt wurden, deren Angehörige - nun ja - ritterlich handelten. Ich meine den ganzen Sagenkreis rund um Artus. Über Hartmann von Aue, Gottfried von Straßburg, Wolfram von Eschenbach und andere fand dieser Sagenstoff - in immer neuen Umdichtungen - Eingang in den deutschen Sprachraum, und damit auch der ganze Gedanke mit den ritterlichen Rittern.
Frankreich war nicht nur unter Ludwig XIV. kulturelles Vorbild für ganz Europa!
VG
Christian |
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21.02.2008, 13:12
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#5 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: Bremen
Beiträge: 12
| Ja, infolge dessen hat sich ja in der "europäischen" Kultur das Bild eines höfischen bzw. ritterlichen Ideals herausgebildet.
Dazu gehörte u.a. das Befolgen von christlichen-ritterlichen Tugenden, wie z.B. das Beschützen der Schwachen und Wehrlosen, insbesondere von Christen oder auch von (Jung-)Frauen.
Ein weiteres ritterliches Ideal war es, in die ferne zu ziehen (z.B. an einen fremdem Hof) und dort Abenteuer zu erleben und sich im Kampf auszuzeichnen. Das Ganze hatte v.a. den Sinn, die eigene Ehre zu erhöhen.
Das Ideal dieser "Fahrten" war auch mit ein Grund, warum sich so viele Ritter bereitwillig den Kreuzzugsumternehmungen anschlossen.
Zur typischen Bewaffnung, siehe den Kommentar von benny. Ich möchte noch angfügen, dass die Ausrüstung der Ritter auf ihre spezielle Kampfesweise als berittene Krieger ausgerichtet war. Das hatte halt zur Folghe, dass sie am Boden mit ihrer schwerden Rüstung ziemlich unflexible Kämpfer waren 
__________________
El Cid kämpfte nie für persönlichen Reichtum oder Ruhm, er kämpfte um die Vergebung seines Königs und für seine Ehre.
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02.04.2008, 13:22
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#6 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 02.04.2008 Ort: Kelmis
Beiträge: 3
| Zitat:
Zitat von frankman Ritter gab schon bei den Römern, die equites. | Seyed gegrüßt,
ich bin neu hier und möchte mich sofort mal an einer Diskussion beteiligen.
Equites, Ritter, Chevaliers...
Der Name macht den Ursprung deutlich. Es waren Krieger, die auf Pferden ihre Kämpfe ausübten. Wenn wir nun mal die Cavalerie nehmen und das französische Wort der Tat (cavaler) dieser Truppe nehmen, dann haben wir auch den Grund warum sie Ländereien erhielten. Sie waren schnell, konnten meistens fliehen wenn sie den Gegner ausspionierten und somit konnten sie dem Kriegsherrn, die Klinge an die Gurgel setzen. Sie waren die ersten die in der Schlacht sein konnten. "Angriff ist die beste Verteidigung" somit konnten sie ohne Probleme ihren Anspruch veröffentlichen.
Warum ein Ritter allerdings als Edel angesehen wird, verstehe ich nicht. Sie waren Krieger, Mörder
Gehabt euch wohl |
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30.10.2008, 19:22
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
Beiträge: 5.493
| Das mit den römischen Rittern stimmt so nicht ganz Zitat:
Zitat von frankman Ritter gab schon bei den Römern, die equites. | Im antiken Rom waren die Ritter der zweite Stand, ursprünglich berittene Krieger, die der Sage nach bereits von Romulus in der Stärke von 300 Mann aufgestellt wurde. Nach der Hinzuziehung von Plebejern erhöhte sich diese Zahl auf 1800. Sie bildete den Kern der „ordo equester". Im Jahre 67 v. Chr. wurde die Zugehörigkeit zu diesem Stand an ein Vermögen von 40 000 Sesterzen gebunden, äußeres Kennzeichen waren der goldene Fingerring, der schmale Purpurstreifen an der Toga und besondere Plätze im Theater und im Circus. Da den Senatoren Handelsgeschäfte untersagt waren, bildeten die Ritter die Geldaristokratie.
Seit Gaius Marius dienten sie nur noch als Offiziere, unter den römischen Kaisern rekrutierte sich aus ihnen die Beamtenschaft.
Der mittelalterliche Stand der Ritter hängt mit dem römischen nicht zusammen. Er entwickelte sich wie das Lehenswesen aus der germanischen Gefolgschaft im Zeitalter des Feudalismus durch die Umgestaltung des fränkischen Heeres zum Reiterheer. Die Notwendigkeit ständiger Übung bewirkte die Bildung eines besonderen Kriegerstandes, der einigermaßen begütert sein mußte. Seit 1037 ging der Beruf meist vom Vater auf den Sohn über, und es bildeten sich die Formen für Eintritt und Grade sowie der Gebrauch von Wappen aus. Bedingung für den Eintritt wurde die Abstammung von dem Ritterstand angehörigen Eltern.
Als Ritter werden außerdem die Angehörigen des niederen Adels bezeichnet, die als Ritterschaft eines Territoriums einen erblichen Stand bilden. In Bayern und Österreich standen sie bis 1918 zwischen dem Edlen oder den unbetitelten Adligen und dem Freiherrn. Der deutsche oder österreichische Adelstitel Ritter entspricht dem britischen Sir.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |
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25.04.2009, 00:48
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Die Skythen hatten zuerst eine stark gerüstete Reiterei. Die Goten übernahmen dies schon früh, z.B. um die Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres erobern zu können.
Auf den Katalaunischen Feldern brachten die schwer gerüsteten Westgoten die Entscheidung gegen die Hunnen. Dies war sicher die Motivation im Fränkischen Reich Panzerreiter einzusetzen.
__________________
viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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25.04.2009, 01:29
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von frankman Die europäischen Ritter des Mittelalters, die du hier sicherlich meinst, entstanden aus der im 600 Jahrhundert von den Franken eingesetzten schweren Panzerreitere. | Zitat:
Zitat von Paul Auf den Katalaunischen Feldern brachten die schwer gerüsteten Westgoten die Entscheidung gegen die Hunnen. Dies war sicher die Motivation im Fränkischen Reich Panzerreiter einzusetzen. | Nach dem Zusammenbruch von Ermanarichs Ostgotenreich unter dem Hunnensturm unterwarfen sich nicht alle Ostgoten den Hunnen, sondern etliche flohen auch zu den Westgoten. Die Ostgoten hatten in ihrem Steppenreich nördlich des Schwarzen Meeres aber viel von den Steppenvölkern, vor allem den Sarmaten, übernommen und gepanzerte Reiterkrieger aufgestellt, während die Westgoten zunächst bei ihren Fußkriegern blieben. Die gotischen Reiter in der Schlacht bei Adrianopel dürften hauptsächlich solche ostgotischen Reiter sowie Alanen gewesen sein. Davon beeindruckt, stellten dann auch die Westgoten und andere Germanenstämme Reiterkrieger auf.
Ich sehe aber keine Kontinuität zwischen der germanischen Kavallerie der Völkerwanderungszeit und den Rittern des Hochmittelalters. Letztere entstanden als Elitekrieger, die durch eine entsprechende materielle Grundlage in die Lage versetzt wurden, sich mit guter Ausrüstung zu versehen und fleißig zu trainieren. Dazu trat dann noch das entsprechende Standesbewusstsein. Die germanischen Reiterkrieger der Westgoten werden zwar auch einigermaßen begütert gewesen sein, um sich ein Pferd halten zu können, aber im Grunde genommen waren sie doch nur Krieger auf einem Pferd, kein eigener Stand - zumindest ist mir nichts Gegenteiliges bekannt.
Gerade im Frankenreich behielt lange Zeit die Infanterie die Vorrangstellung, noch zu einer Zeit, als die anderen Germanenreiche mit ihrer Kavallerie untergegangen waren. Erst im 8. Jhdt., in den Kämpfen gegen die Araber, setzten die Franken verstärkt auf gepanzerte Reiter; im 6. Jhdt. noch nicht.
Außerdem nahm in der Spätantike die Bedeutung der Kavallerie generell zu - auch die Römer stellten Kataphrakten auf, die Oströmer auch berittene Bogenschützen. Die Kataphrakten waren aber definitiv kein eigener Stand und hatten auch nichts mit dem Stand der Equites zu tun - sie waren einfach eine spezielle Waffengattung.
__________________
Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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05.01.2010, 16:39
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#10 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 01.11.2009 Ort: Freiburg
Beiträge: 12
| Hallo,
Siehe das letzte "G" Heft, eben über Ritter
Dorian |
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