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21.02.2008, 13:30
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 18.02.2008
Beiträge: 11
| Wie unterschied man im Mittelalter Freunde von Feinden? Mich würde interessieren, wie bei Mittelalterlichen Heeren zwischen eigenen und gegnerischen Truppen unterschieden werden konnte!
Bei kleinen Scharmützeln stelle ich mir das noch vergleichsweise einfach vor, aber bei großen Auseinandersetzungen?
Nach den Wappen konnte man sich ja wohl kaum richten, da hatte doch jedes Adelsgechlecht sein eigenes?! |
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21.02.2008, 13:44
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#2 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 03.02.2008 Ort: Nürnberg
Beiträge: 11
| Ich denke, dass das prinzipiell ein Problem war und für hohe Verluste sorgte. Aber ja, das würde mich auch interessieren, zumal es ja für sich spricht, das in späterer Zeit Uniformen eingeführt wurden, die überaus deutlich und bunt kenntlich machten, wer zu wem gehört  |
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21.02.2008, 19:14
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 21.02.2008 Ort: Kiel
Beiträge: 6
| Hallo im Forum. 
Soweit ich weiß, hatten als erstes die Spartaner eine uniforme Kriegsausstattung (roter Umhang), dann die römischen Legionäre.
Im Mittelalter kam es ja dann drauf an, wer sich gegenüberstand. Kämpften während der Kreuzzüge Christen gegen Muslime oder z.B. Schotten gegen Engländer, fiel die Unterscheidung nicht schwer.
Standen sich aber zwei christliche Ritterheere gegenüber, war es schon viel schwieriger, gerade wenn es Mann gegen Mann ging, zwischen den allesamt gepanzerten zu unterscheiden.
Wirkliche "Uniformen" hatten nur die christlichen Ritterorden (Templer, Johanniter, Deutscher Orden) mit ihren Kreuzsymbolen. Die Ritter erkannten sich selbst oftmals an den Wappen. Das Fussvolk hatte es schwerer. Zwar gab es gewisses verschieden Helm- und Schildformen, die das Erkennen von Freund und Feind erleichterten. Doch sicherlich prägten ein Schlachtfeld ddes Mittelalters eher chaotische Umstände, als eine saubere Freund-Feind-Erkennung. |
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22.02.2008, 17:58
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#4 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 02.02.2008
Beiträge: 21
| Auch nicht vergessen sollte man das Erkennen an der jeweiligen Sprache / des Dialektes etc. Verstand man nicht, was das Gegenüber auf dem Schlachtfeld schrie, war es mit großer Wahrscheinlichkeit einer der Feinde.  |
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23.02.2008, 12:08
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#5 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Duderstadt/Göttingen
Beiträge: 12
| In Söldnerheeren führte das dann bestimmt sozusagen zum "friendly fire"  |
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23.02.2008, 23:06
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: München
Beiträge: 248
| Uniformen gab es nicht, aber oft steckten sich die Kämpfer vor der Schlacht Zweige an den Helm oder an die Kappe. Das wurde noch bis in den 30-jährigen Krieg hinein praktiziert. Manchmal einigte man sich auf einen Schlachtruf, an dem man Freund von Feind unterscheiden konnte. Die Wappenschilder würde ich nicht überbewerten. Im Kampfgetümmel glaube ich kaum, dass man Zeit hatte zu erkennen oder der Gegenüber einen roten Adler oder einen roten Löwen auf dem Schild hatte. Wenn überhaupt nahm man einige Farbkleckse wahr und hieb dann drauf los oder duckte sich hinter den eigenen Schild. Viel wichtiger als die Wappen waren auf den mittelalterlichen Schlachtfeldern die Banner um die sich die Kämpfer gruppierten - und die auch erobert wurden. Da hatte aber nicht jeder Ritter ein eigenes (nur Bannerherren oder bannered Knights), so dass die Zahl der Zeichen sich schon reduzierte. Dass auf diesen Schlachtfeldern meist ein heilloses Durcheinander herrschen musste steht für mich außer Frage - aber ich glaube dass das heute in einer Feldschlacht nicht viel anders ist. Da sind alle Kämpfer nur mehr oder wenig dreckig...  |
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28.02.2008, 16:58
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#7 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 18.02.2008
Beiträge: 11
| Also, ich stelle mir das so vor: Solange bis es zum Handgemenge kam, war sicher alles sehr unproblematisch 
Danach wird sicher auch viel den den jeweiligen Heerführern abgehangen haben, die einfach einen gewissen Überblick behalten mussten und idealerweise auch noch im größten Getümmel die Übersicht behielten!
Ein besonderes Problem stellte sich sicher mit dem Aufkommen der Söldnerheere ein, die brauchten dann natürlich vereinbahrte Erkennungsmerkmale! |
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01.03.2008, 19:24
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 29.02.2008 Ort: Rottenburg am Neckar
Beiträge: 147
| Sie unterschieden sich durch ihre Schilder auf dem Schlachtfeld. Wenn ein Ritter auf einen anderen stieß, zeigte man sich gegenseitig sein Schild und sah, ob man Gegner war. Natürlich war das im Getümmel schwer, darum klappte das auch nicht immer. Aber es war besser als nichts. |
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03.03.2008, 13:06
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: München
Beiträge: 248
| Auf Gotland förderten Ausgrabungen ein Massengrab mit ca. 600 Rittern zu Tage, die in einer Schlacht im Jahre 1361 fielen. Darin sind noch sehr viele Rüstungsteile erhalten. Dieser Fund ist ein Glücksfall, da die Schlachtfelder normalerweise hinterher geplündert wurden. Die Rüstungen waren nicht besonders aufwendig ausgeführt und vor allen die Schilde zeigten auf der Außenseite nur sehr einfache Symbole, die mit Heraldik oft nicht viel zu tun haben. Auf den Schildinnenseiten fand man jedoch sehr häufig eine Darstellung des hl. Sebastian. Wer nach damaliger Überzeugung in dessen Angesicht starb hatte automatisch die letzte Ölung erhalten.
Die uns heute bekannte Heraldik leitet sich meiner Meinung nach von der Turnierheraldik ab, die mit Teilen wie Helmzier, Helmdecken, Prunkhelmen und zum Teil anspruchsvollen Wappenbildern auf dem Schlachtfeld wenig Sinn ergeben hätte.
Ich denke, dass das Wappenwesen gar keine besondere Rolle auf dem Schlachtfeld gespielt hat. Es gibt allerdings mehrere Beschreibungen von Herolden, die das Kampfgeschehen von außen beobachteten und nach der Schlacht Gefangene und Gefallene identifizierten. Inwieweit das geschönte Wunschvorstellung ist oder aber reeller Tatsachenbericht ist mir bisher noch nicht ganz klar. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen? |
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06.03.2008, 20:05
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#10 (permalink)
| | Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 06.03.2008 Ort: Sachsen
Beiträge: 45
| Hallo!
Bin zwar neu hier, aber möchte mich doch gleich mal einschalten in diese Diskussion !
Wie schon geschrieben wurde, gab es keine Uniformen im Mittelalter, diese kamen erst nach dem 30 jährigen Krieg auf !
Eine Unterscheidung zwischen den Heeren fand durch die bereits erwähnten Banner und Fahnenwimpel statt und natürlich durch die von den Rittern getragenen Waffenröcke statt !
Das zum Ritter gehörige Fußvolk trug zum größten Teil dann ebenfalls die Farben seines Herren !
Schilde und Helmzier eigneten sich nur bedingt, da diese beschädigt, oder verloren gehen konnten !
Die Rolle des Heroldes war allerdings die Zählung der eigenen und der gegnerischen Verluste nach der Schlacht. Selbst daran Teil nahm der Herodl nicht, also ein Buchhalter des Todes quasi !
Was die Wappen betrifft, so haben diese schon eine gewisse Rolle gespielt, da speziell bei den Engländern verschiedene Herzöge durchaus die gleichen Farben in Ihrem Wappen getragen haben, so daß eine Unterscheidung dann nur durch die Heraldik möglich war. Problematisch, wenn man sich gegenüberstand auf dem Schlachtfeld !
Da es in der Heraldik strenge Regeln gibt was die Farben betrifft, so denke ich war die Erkennung durchaus auch während des Kampfes möglich ! |
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