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  1. #1
    Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
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    Wo starb Varus?

    Zweifel an Kalkriese als Ort der Hermannsschlacht.
    Tacitus.
    Der römische Geschichtsschreiber gilt als exakter Chronist. Er ortet das Geschehen "im Gebiet zwischen Ems und Lippe" über 80 km von Kalkriese entfernt.
    Knochen.
    Nach Auffindung des Schlachtfeldes 15 n.Chr. ließ Germanicus die Skelette der erschlagenen Legionäre feierlich in einem hohen "tumulus" bestatten. In Kalkriese fand man dagegen nur vier Gruben, in denen wie verscharrt Skelette von Tieren und insgesamt 17 Menschen liegen.
    Quelle: Der Spiegel

  2. #2
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    Zitat Zitat von dieter Beitrag anzeigen
    Tacitus.
    Der römische Geschichtsschreiber gilt als exakter Chronist. Er ortet das Geschehen "im Gebiet zwischen Ems und Lippe" über 80 km von Kalkriese entfernt.
    Naja. Tacitus schrieb fast hundert Jahre später. Er war zwar möglicherweise Statthalter von Germania inferior (was aber auch nicht sicher ist), aber das eigentliche Germanien kannte er wohl auch nicht aus eigener Anschauung. Es stellt sich immer die Frage, wie genau seine geographischen Kenntnisse wirklich waren. Auch die Informationen in seiner "Germania" hat er möglicherweise einfach von anderen Autoren übernommen.

  3. #3
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    Über den Ort der Varusschlacht streiten sich seit jeher die Heimatfoscher. Selbst für Orte an denen nicht viele Skelette gefunden wurden gibt es eigene Theorien. Jeder bastelt sich das so hin..

    Tacitus ist ein sehr exakter Schreiberling, fürwahr. Allerdings wird er nie selbst großartig Germanien bereist haben. Viele Informationen erhielt er vermutlich in Form von Frontpost und von Händlern. Nicht vergesen darf man auch, dass damals auch viel von anderen Autoren "entliehen" wurde. Hinzu kommen die bereits erwähnten 100 Jahre zeitliche Differenz.

    Was ich eigentlich Anmerken wollte ist, dass der Name Hermann eigentlich nur eine deutsche Verunglimpfung des Namens Arminius ist. Schade das der Spiegel da anscheinend auch nur "abgeschrieben" hat, und nicht mal selbst recherchiert hat. Kein wunder das Jahr für Jahr Hundertausende zum falschen Hermann im Teutoburger Wald pilgern... aber das ist ein Thema für sich...

  4. #4
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    Lieber Friedrich,
    um es einmal ganz provokant zu schreiben, für mich ist Arminius Siegfried.

  5. #5
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    Diese Theorie ist doch ein uralter Hut und basiert auf nichts weiter als dem Wunsch mancher deutscher Gelehrter, ihren größten realen mit ihrem größten fiktiven Helden zu identifizieren.

  6. #6
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    Daumen hoch

    Zitat Zitat von dieter Beitrag anzeigen
    Lieber Friedrich,
    um es einmal ganz provokant zu schreiben, für mich ist Arminius Siegfried.
    Lieber Dieter, da sind wir einer Meinung!

    Zitat Zitat von Scifi Beitrag anzeigen
    Diese Theorie ist doch ein uralter Hut und basiert auf nichts weiter als dem Wunsch mancher deutscher Gelehrter, ihren größten realen mit ihrem größten fiktiven Helden zu identifizieren.
    Die Theorie mag wohl schon länger im Umlauf sein. Denoch weisen Arminius und Siegfried jede Menge parallelen auf. Bei den Germanen wurde ja nichts schriftlich festgehalten wie bei den Römern. Denoch wurden Heldentaten besungen und so von Generation zu Generation weitergegeben. Und wie es halt bei so einer mündlichen Überlieferung so ist, wird einiges abgeändert, verschönert ect pp. Wenn man das alles mit einbezieht, ist es sehr wohl möglich, das Arminius gleich Siegfried ist.

  7. #7
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    Könnt Ihr das auch rational begründen? Außer dass beide ermordet wurden, gibt es doch keine Parallelen zwischen den beiden Figuren.

  8. #8
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    Tacitus schreibt:

    "Seine (Arminius) Taten leben in den Liedern seines Volkes fort."

    Lieder über Heldentaten wurden bei den Germanen ja nicht niedergeschrieben, sondern von Mund zu Mund weitergegeben. Wie es bei mündlichen Überlieferungen so ist, geht einiges verloren, anderes kommt hinzu. Hier wird ein wenig geschönt, dort ein bischen mehr mythisches hinzu. Das ist fast wie bei "Stille Post", um es mal lapidar auszudrücken.

    Das Heer das Arminius besiegt hatte, könnte über die Jahrhunderte hinweg zu einem Drachen geworden sein, wie er von Siegfried erschlagen wurde.
    Siegfried wurde von seinen Verwandten getötet, wie Arminius laut Tacitus ebenfalls. Um genau zu sein die seiner Frau Thusnelda. Das Lager in das sich einige Soldaten der Varusarmee retten konnten lag in der Nähe von Xanten, dort wuchs Siegfried auf.

    Es gibt noch mehr parallelen, dazu muss ich aber erst wieder meine Bücher ausgraben ...

  9. #9
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    Natürlich lebten seine Taten in den Liedern fort, aber er war nicht der einzige große Germane. Was ist mit Marbod? Über den gab es doch sicher auch Lieder, trotzdem ist er nicht in die Sagenwelt eingegangen.
    Dass aus einem Heer ein Drache wird, ist schon arg an den Haaren herbeigezogen, wenngleich auch nicht so sehr wie die Sache mit Xanten und dem Römerlager. Rom und seine einstige Größe gerieten bei den Germanen auch während des Frühmittelalters nicht in Vergessenheit, warum sollte es da komplett aus der Arminius-Sage verschwinden?

    Bei Dieter hätte ich so viel Deutschtümelei eigentlich nicht erwartet ...

  10. #10
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    Münzen
    Numismatiker glaubten bislang, anhand der Münzfunde das Gemetzel von Kalkriese punktgenau ins Jahr 9 n.Chr. datieren zu können. Dieser Beweis ist aufgrund neuer Erkenntnisse zum römischen Geldumlauf nicht mehr stichhaltig.
    Fundverteilung
    Die Fundstellen in Kalkriese erstrecken sich über mehrere Kilometer - angeblich ein Hinweis für die Größe des Gefechtsfeldes. Nun zeigt sich: Die Kampfzone war wohl nur etwa 400 m lang, viele Waffenteile wurden erst später von plündernden Germanen verstreut.
    Quelle: Der Spiegel

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