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  1. #31
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    Dionysios von Halikarnassos zitierte hauptsächlich aus diversen Quellen, darunter die obigen, und brachte dann die Romulus-Sage. Ich werde in den nächsten Tagen eine Zusammenfassung der verschiedensten Varianten fabrizieren.

  2. #32
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  3. #33
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    Gründung Roms bei Dionysios von Halikarnassos

    Hier mit etwas Verspätung die versprochene Darstellung der Gründung Roms bei Dionysios von Halikarnassos im 1. und 2. Buch seines Werks:

    Nach der Einleitung in den Kapiteln 1-8 stellt er in den Kapiteln 9-44 die Besiedlung und Frühgeschichte Italiens dar. In den Kapiteln 45-64 widmet er sich dann Aeneas:
    Nach dem Fall Trojas schloss Aeneas als Führer der Überlebenden mit den Achaeern einen förmlichen Vertrag, in dem ihm und seinen Leuten freier Abzug gewährt wurde. (Übrigens hat Aeneas bei Dionysios mehrere Söhne.) Dann folgt eine Beschreibung der Reisen(, bei denen Dido allerdings nicht erwähnt wird - war die Zusammenführung des Aeneas-Mythos und der Dido-Sage erst eine Erfindung Vergils?). Zunächst segelte er nach Pallene auf Chalkidike, wo verbündete Thraker, die Crusaeer, herrschten. Dort überwinterten die Trojaner und errichteten die Stadt Aeneia, wo ein Teil zurückblieb. Dann segelten sie nach Delos, wo König Anius regierte. (Dessen Tochter Lavinia, eine Prophetin, begleitete einer Version zufolge fortan die Trojaner.) Die Reise ging weiter über Kythera, Arkadien, Zakynthos, Leukas, Ambrakia, Epirus und Sizilien. (Dionysios erwähnt allerdings auch noch abweichende Versionen.) Schließlich landete Aeneas in Italien. Latinus, der König der Aborigines, führte gerade Krieg gegen die Rutuler und hatte bereits mehrere Niederlagen erlitten. Latinus zog den Neuankömmlingen mit seiner Armee sofort entgegen. Doch dann schloss er auf göttliche Eingabe hin mit Aeneas einen Vertrag: Aeneas erhielt ein Stück Land, auf dem er die Stadt Lavinium gründete. Im Gegenzug mussten die Trojaner den Aborigines Waffenhilfe gegen die Rutuler leisten. Lavinium war nach Lavinia, der Tochter des Latinus, benannt; nach anderer Version nach Lavinia, der Tochter von König Anius von Delos, die während des Baus krank wurde und starb. Aeneas heiratete Lavinia, die Tochter des Latinus. Die Trojaner verschmolzen mit den Aborigines, nannten sich nun gemeinsam Latiner. Der Rutulerführer Tyrrhenus, ein Neffe von Latinus' Gattin Amata, war beleidigt, dass er nicht Lavinia bekommen hatte, und begann Krieg. In einer großen Schlacht fielen Latinus und Tyrrhenus, aber letztlich siegte Aeneas und herrschte fortan allein über die Latiner. Einige Jahre später verbündeten sich die Rutuler mit dem Etruskerkönig Mezentius gegen Aeneas, der in einer großen Schlacht spurlos verschwand, angeblich indem er unter die Götter versetzt wurde.
    Auf ihn folgte sein ältester Sohn Ascanius. Er musste einen weiteren Krieg gegen Mezentius führen und gründete eine neue Stadt, Alba. Auf ihn folgte sein Halbbruder Silvius (Sohn von Aeneas und Lavinia). In den Kapiteln 70-71 führt Dionysios nun die Könige von Alba auf. Numitors Enkel Romulus und Remus gründeten schließlich Rom als Kolonie Albas.

    Im Kapitel 72 (und teilweise 73) rezipiert Dionysios die verschiedensten Gründungsmythen Roms, wie sie griechische Historiker beschrieben haben. Hier eine Übersicht:
    Kephalon von Gergis (ein Pseudonym für Hegesianax von Alexandria) berichtet, Aeneas habe vier Söhne gehabt, Ascanius, Euryleon, Romulus und Remus (=Rhomos), von denen Remus Rom gegründet habe.
    Auch Demagoras von Samos und Agathyllos von Arkadien schrieben die Gründung Roms einem Rhomos, Sohn des Aeneas, zu.
    Hellanikos und Damastes von Sigeion (ca. 400) berichteten, Aeneas sei mit Odysseus nach Italien gekommen und habe Rom gegründet, das er nach der Trojanerin Rhome benannt habe. Diese Rhome sei der ständigen Reisen überdrüssig gewesen und habe daher die anderen Frauen angestiftet, die Schiffe anzuzünden.
    Der Philosoph Aristoteles berichtete, einige Griechen seien bei der Heimkehr von Troja nach Latium verschlagen worden und hätten dort überwintert. Einige gefangene Trojanerinnen zündeten jedoch die Schiffe an, sodass die Griechen dort bleiben mussten.
    Kallias (um 300) schrieb, trojanische Flüchtlinge seien nach Italien gekommen. Die Trojanerin Rhome habe Latinus, den König der Aborigines, geheiratet und ihm drei Söhne, Romus, Romulus und Telegonus geboren, die Rom gründeten und nach ihrer Mutter benannten.
    Xenagoras berichtete, Odysseus und Kirke hätten miteinander drei Söhne gehabt, Romus, Ardeias und Anteias, die drei Städte gründeten und nach sich benannten: Rom, Ardea und Antium.
    Dionysios von Chalkis (vermutlich 4. Jhdt.) schrieb, dass Rom von Romus gegründet wurde, der der Sohn von Ascanius oder eines gewissen Emathion gewesen sei.
    Andere berichteten, Romus sei der Sohn von Italus und Leucaria, der Tochter des Latinus, gewesen.
    Antiochos von Syrakus (2. Hälfte 5. Jhdt.) berichtete, Rom habe sogar schon vor dem Trojanischen Krieg bestanden.

    Im Kapitel 73 geht Dionysios auf die Gründungsmythen römischer Historiker ein, nennt aber leider nicht deren Namen:
    Einige berichteten, Rom sei von Romulus und Remus gegründet worden, die Söhne des Aeneas gewesen seien.
    Andere berichteten, Romulus und Remus seien Söhne einer Tochter des Aeneas gewesen, die nach der Ankunft in Italien dem Latinus als Geiseln gestellt worden seien. Als Latinus ohne männlichen Erben starb, seien ihm Romulus und Remus in einem Teil Latiums gefolgt, wo sie Rom gegründet hätten.
    Andere berichteten, Aeneas, der die Herrschaft über die Latiner errungen habe, habe drei Söhne gehabt, Ascanius, Romulus und Remus. Nach seinem Tod hätten die drei das Reich aufgeteilt. Ascanius gründete Alba und einige andere Städte. Remus gründete die Städte Capua (benannt nach seinem Urgroßvater Capys), Anchisa (nach Anchises), Aeneia (auf dem Janiculum gelegen) und Rom, das er nach sich benannte.
    Es wurde berichtet, Rom sei zwar kurz nach dem trojanischen Krieg gegründet worden, aber wieder verödet, und wurde schließlich 15 Generationen später von Kolonisten aus Alba unter der Führung von Romulus und Remus wiederbesiedelt.

    In Kapitel 74 gibt Dionysios die Versuche, die Gründung Roms zu datieren, wieder. (Er selbst datierte sie bereits in Kapitel 71 in das erste Jahr der siebenten Olympiade, als in Athen Charops sein erstes Jahr als Archon amtierte, also 752 v. Chr.)
    Timaios (ca. 345-ca. 250) datierte sowohl die Gründung Roms als auch Karthagos in das 38. Jahr vor der 1. Olympiade (813 v. Chr.).
    Der Senator L. Cincius Alimentus (210 Praetor) datierte die Gründung Roms in das 4. Jahr der 12. Olympiade (729 v. Chr.).
    Q. Fabius Pictor datierte sie in das 1. Jahr der 8. Olympiade (748 v. Chr.).
    Cato der Ältere datierte sie auf 432 Jahre nach dem Trojanischen Krieg. (Da der Fall Trojas traditionell auf 1183 v. Chr. datiert wurde, wäre das 751 v. Chr.).

    In den Kapiteln 76-90 erzählt Dionysios dann ausführlich seine Version der Gründungsgeschichte:
    Numitor, der rechtmäßige König Albas, wurde von seinem Bruder Amulius gestürzt. Amulius ließ Numitors Sohn Aegestus ermorden und zwang Numitors Tochter Ilia (alias Rhea Silvia), Vestalin zu werden. Als Vestalin wurde sie jedoch vergewaltigt, entweder durch einen Verehrer oder durch Amulius oder durch einen Gott. Sie wurde schwanger und gebar Zwillinge. Über Ilias weiteres Schicksal gehen die Meinungen auseinander: Entweder wurde sie hingerichtet oder auf Bitten von Amulius' Tochter nur eingesperrt und später von ihren Söhnen befreit. Die Zwillinge wurden im Tiber, der über die Ufer getreten war, ausgesetzt, strandeten, als das Wasser zurückging, und wurden von einer Wölfin gesäugt. Hirten fanden sie; einer von ihnen, Faustulus, der die wahre Identität erahnte, zog sie mit seiner Frau auf; sie nannten sie Romulus und Remus. Die weitere Darstellung der Gründungsgeschichte folgt im Wesentlichen der bekannten von Livius. Einen Unterschied gibt es jedoch bzgl. des Todes von Remus: Romulus erschlug seinen Bruder nicht einfach wie bei Livius, sondern es kam zwischen den beiden zu einem Streit über den genauen Ort der Stadtgründung und die Benennung der Stadt. Numitor entschied, dass der Vogelflug entscheiden sollte; aber auch dessen Ergebnis sorgte wieder für Streit. Schließlich kam es zum bewaffneten Kampf zwischen den Anhängern der beiden Brüder, in dem Remus fiel. Faustulus hatte die Kämpfer zu trennen versucht und war dabei ebenfalls umgekommen. Als Alternativversion erwähnt Dionysios dann aber auch noch die von Livius bekannte mit dem Mauersprung.

    Im 2. Buch, Kapitel 1-29, schildert Dionysios dann ausführlichst die von Romulus geschaffenen Institutionen, dann folgt die Geschichte mit dem Raub der Sabinerinnen und sonstige Kriege. In Kapitel 56 geht es dann um seinen Tod: Entweder wurde er von Mars in den Himmel geholt oder ermordet.

  4. #34
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    Zitat Zitat von CATO Beitrag anzeigen
    I.Erwähnung findet sich bei Quintus Fabius Pictor, der im 3.Jahrhundert v.Chr. in griechischer Sprache die erste römische Geschichte schrieb. Er gibt die Gründung mit 748v.Chr. an.

    II.In der späten römischen Republik wird von den Schriftstellern 728 und 751 bevorzugt.

    III.M. Terentius Varro ging vom Jahr 753 aus- es gilt heute als sicher.

    Bemekungen: Warum kann eine so antike Zahl von modernen, wenn vorhanden, Funden gestützt werden? Alles nur quririnistische Legenden- oder nicht?
    Das Jahr 753 galt in der (späteren) Antike als sicher, heute ist man sicher, dass das nicht sicher ist. Die Ansiedlung auf dem Palatin gab wohl schon 1000 vor Christus.

    Interessant desweiteren: Der römische Astrologe Lucius Tarrutius berechnete die Gründung Roms auf den 4. Oktober 754 v. Chr. zwischen der zweiten und dritten Stunde des Tages.

    Aber das berechnete er durch das Geburtenhoroskop des Romolus. So viel zur Wissenschaftlichkeit.

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