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14.04.2011, 14:46
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#91 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| So, dass war es erstmal, ich lese das Buch aber noch fertig und wenn ich dabei noch Räuberbanden „entdecke“, schreib ich noch was zu denen. Ich freue mich dass meine Beiträge gut ankamen.
VG
Der Maxdorfer
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14.04.2011, 18:52
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#92 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Zitat:
Zitat von Scifi Zur Zeit des Septimius Severus machte ein gewisser Felix Bulla mit seiner 600 Mann starken Räuberbande zwei Jahre lang die Via Appia unsicher. Über ihn waren mannigfache Schelmengeschichten im Umlauf, deren Wahrheitsgehalt jeder selbst beurteilen möge:
- Als zwei Mitglieder seiner Bande verhaftet und zum Tierkampf in der Arena verurteilt wurden, verkleidete er sich als hochrangiger Beamter, ging als solcher zum Kerkermeister und ließ sich unter dem Vorwand, sie für angeblich von ihm zu veranstaltende Spiele verwenden zu wollen, die beiden Gefangenen mitgeben.
- Einmal versprach er als Centurio verkleidet die baldige Festnahme des Felix Bulla.
- Von einem mit seiner Verhaftung beauftragten Centurio ließ er sich als Häscher engagieren, lockte ihn in eine Falle, ließ ihm den Kopf kahl scheren und gab ihm den Tipp, die Sklavenhalter sollten ihre Sklaven besser behandeln, damit die nicht wegliefen und zu Räubern würden.
Septimius Severus beauftragte schließlich einen Tribunen mit der Festnahme Bullas, dem das auch tatsächlich gelang: Bulla wurde von seiner Geliebten verraten und in seinem Versteck, einer Höhle, im Schlaf überrascht. Er wurde in der Arena den Tieren vorgeworfen, und seine Bande zerfiel. | Ich habe noch eine weitere Anekdote zu Felix Bulla gefunden:
- Als der Präfekt Papinian ihn fragte: "Warum wurdest du Räuber?", antwortete er: "Warum wurdest du Präfekt?"
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05.12.2011, 17:45
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#93 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Bagauden im Gallien des frühen fünften nachchristlichen Jahrhunderts Zitat:
Zitat von Scifi Im 4. Jhdt. war es dann ruhig, doch im 5. Jhdt. entstanden die Bagauden von Neuem und zogen bis nach Italien. 407 musste ihnen ein römischer Feldherr sogar Tribut zahlen, damit sie ihn die Alpen ungehindert passieren ließen. Mitte des 5. Jhdts. wurden sie jedoch von den Römern und den Westgoten vernichtet. | Diese Episode möchte ich noch ein bisschen ausführlicher erläutern. In den Wirren des fünften Jahrhunderts – es ging wirtschaftlich und politisch bergab – lebte die breite Masse der gallischen Bevölkerung nach einigen germanischen und gotischen Überfällen in solcher Armut, dass selbst zum Wiederaufbau der Häuser das Geld fehlte. Schon in der Zeit der Reichskrise des dritten Jahrhunderts war aus einer solchen Notlage ein reges Räuberwesen entstanden, und diesmal geschah ähnliches. Von ihren Höfen vertriebene Bauern, Deserteure der römischen Armee, flüchtige Sklaven und Leibeigene (sogenannte Kolonen) und schließlich „professionelle“ Räuber (eben Bagauden), fanden sich zusammen und zogen gemeinsam plündernd durch die Lande. Wir wissen zum Beispiel von einem Arzt, der unter den katastrophalen Umständen die Hoffnung auf ein friedliches geregeltes Leben aufgegeben hatte und der nun als „Eudoxius“, das heißt „Mann von gutem Ruf“, einigen Einfluss auf die Bagauden – Bande hatte.
Der wilde Haufen suchte Westfrankreich, also das Gebiet von Aremorica (der heutigen Bretagne) bis zu den nördlichen Ausläufern der Pyrenäen heim, kontrollierte jedoch ganz Gallien, wie die von Scifi erwähnte Episode zeigt.
Die damals in weiten Teilen Galliens regierenden Könige der Westgoten und Alemannen sahen die entwurzelten Menschen als Aufständische, die Römer betrachteten sie als Vogelfreie, die es zu vernichten galt. Die Alanen und Sueben wurden herbeigerufen, das Land von der Heimsuchung zu befreien, was auch 448 gelang. Die Strafexpeditionen brachten jedoch nur noch größeres Leid über die Bevölkerung, sodass – vor allem in den Küstenregionen – anarchische Zustände ausbrachen, zumal auch noch fränkische Seeräuber ihr Unwesen trieben. Zu allem Unglück suchten die von den Angeln und Sachsen vertriebenen britannischen Kelten auch noch ein neues Zuhause in Gallien.
Diese Völkerwanderung, die das ganze nächste Jahrhundert dauerte, vervollständigte zusammen mit anderen Zügen zum Beispiel der Hunnen die Auslöschung der römischen Zivilisation.
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Geändert von Maxdorfer (05.12.2011 um 17:47 Uhr).
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