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Zensur gab es ja im übertragenen Sinne sogar vom Senat:
Was war die Auslöschung und Zerstörung der Erinnerung an einen Kaiser, nach dessen Tod, anderes als eine nachträgliche Zensur, besonders für die Zukunft?!![]()
Wie gut die damnatio memoriae funktioniert hat, sieht man ja daran, dass wir über ihre Opfer trotzdem viel wissen.![]()
Wie du schon gesagt hast, scifi: Da konnten die Historiker über alles schreiben, was sie wollten.
Was unterscheidet uns von den alten Römern. Heute ist es doch genau so, wofür du ein echt gutes beispiel bist.
Nicht, dass ich, der alte Nörgler, DICH für einen Historiker halte. Du bist ja Jurist, wie ich gelesen habe. Und verdammt GUT, wenn es gilt, zu irgendeinem Thema IRGENDWAS zu sagen. Rein sachlich, versteht sich..
"Ain't tough enough" (Clint Eastwood in "Million Dollar Baby")
"Make My Day" (Clint Eastwood in "Dirty Harry")
"Aber Fraanz..." (Franz zu Sisi)
Geändert von Flavius (06.03.2009 um 22:20 Uhr)
Servus!
Bist du dir da sicher?
Über das gerade herrschende Kaiserhaus durfte man als Historiker nichts negatives schreiben, über Herrscherhäuser, die als Gegner des aktuellen Herrscherhauses geendet haben, nichts Positives, und über einzelne Herrscher, die beim gerade aktuellen Herrscherhaus positiv oder negativ angesehen waren, durfte man auch nur das Entsprechende schreiben.
Befolgte man die gerade skizzierten Regeln nicht, landete man am Schwarzen Meer oder an schlimmeren Orten...bis hin zur Unterwelt.
VG
Christian
Juvenal beklagte sich aber darüber, dass die Rhetorikschüler seiner Zeit immer und immer wieder dieselben Themen verwendeten, darunter die Rechtfertigung des Tyrannenmordes, und dabei immer und immer wieder dieselben Beispiele brachten, z. B. Harmodios und Aristogeiton oder Brutus - und das zur Zeit Domitians. Also über so etwas zur Kaiserzeit zu reden war doch sicher gefährlicher als über vergangene Herrscher zu schreiben.
Im 3. Jhdt. betrieben die Illyrer in der Adria viel Piraterie. Von Skodra aus hatte der Stamm der Labeaten ein großes Illyrerreich gebildet, das die Piraterie aktiv unterstützte. Ihre Schlagkraft verdankten die Illyrer vor allem ihren schnellen, „Liburnae“ genannten, Schiffen. Hauptopfer waren zunächst die Griechenstädte der Adria, unter anderem Epidamnos, Apollonia und die Inselstädte Issa und Pharos. Das Illyrerreich war aber insofern eher instabil, als es kein fester Staat war, sondern eine Ansammlung von Stämmen, die die Hoheit des gemeinsamen Königs anerkannten, aber auch schnell wieder abfallen konnten.
Anfangs hielten sich die Illyrer noch einigermaßen zurück, das änderte sich jedoch, als sie unter König Agron in innergriechische Angelegenheiten hineingezogen wurden. Der Aitolische Bund wollte die akarnanische Stadt Medeon zum Beitritt zwingen; da sie sich weigerte, wurde sie von einem Aitolischen Bundesheer belagert. Um die Stadt nicht in die Hände der ihm verfeindeten Aitoler fallen zu lassen, heuerte König Demetrios II. von Makedonien (239-229) die Illyrer an. Agron schickte tatsächlich 100 Schiffe mit 5.000 Kriegern, die nachts bei Medeon landeten, zur Stadt marschierten und das Lager der völlig überraschten Aitoler angriffen. Die Aitoler wehrten sich zwar tapfer, unterlagen aber und flohen. Die Illyrer plünderten das Lager und fuhren wieder heim. Agron freute sich über den Sieg so, dass er es mit dem Saufen übertrieb und vermutlich im Herbst 231 starb.
Nun übernahm seine Witwe Teuta für ihren minderjährigen Stiefsohn Pinnes die Regentschaft. Auch sie war vom Sieg über die Aitoler so beeindruckt, dass ihr Selbstvertrauen enorm stieg, daher weitete sie die Piratenaktivitäten aus. Zunächst plünderten die Piraten die Küsten von Elis und Messenien. Dann landeten sie in Epiros bei der Stadt Phoinike, um sie zu erobern. (In Epiros war kürzlich die Monarchie abgeschafft und durch eine föderative Republik ersetzt worden.) In Phoinike waren 800 galatische Söldner stationiert. Die Illyrer überredeten sie zum Überlaufen, und so konnten sie die Stadt kampflos besetzen. Als das bekannt wurde, zog ein epirotisches Heer herbei und lagerte bei der Stadt. Doch den Illyrern kam auf dem Landweg ein 5.000 Mann starkes Heer unter der Führung von Skerdilaidas, dem Bruder Agrons, zu Hilfe. Das epirotische Heer teilte sich; ein Teil zog dem Entsatzheer entgegen, um ihm einen Pass zu versperren. Als die Illyrer in der Stadt das bemerkten, griffen sie die zurückgebliebenen Epiroten an und schlugen sie vernichtend. Epiros bat jetzt den Aitolischen und den Achaiischen Bund um Hilfe, und die beiden schickten auch tatsächlich ein Heer. Das vereinigte illyrische Heer rüstete sich zur Schlacht, als ein Befehl Teutas eintraf, es habe heimzukehren, da es zuhause zur Niederschlagung eines Aufstandes benötigt werde. Skerdilaidas gab daher Phoinike und die Gefangenen gegen Lösegeld frei und zog heim. Epiros war von diesem Vorfall jedoch sehr mitgenommen und sah keine Hoffnung, sich aus eigener Kraft gegen die Illyrer zu verteidigen, sodass es sich mit den Illyrern lieber gleich verbündete, ebenso Akarnanien.
Teuta wurde durch diesen Erfolg noch selbstsicherer und schmiedete noch kühnere Pläne. Sie wurde auch durch Makedonien ermutigt, das mit den Illyrern die Aitoler und Achaier beschäftigen wollte. Zunächst schlug sie aber erst einmal den Aufstand nieder.
Während diese großen Unternehmungen von oben her direkt angeordnet wurden, agierten viele illyrische Seeräuberbanden auch auf eigene Faust, wurden aber von Teuta geduldet.
Die Römer sahen diesem Unwesen lange Zeit tatenlos zu. Da jedoch auch römische Kaufleute Opfer wurden und die verbündete griechische Stadt Issa um Hilfe bat, bequemte sich der Senat schließlich doch, zwei Gesandte, die Brüder Gaius und Lucius Coruncanius, zu Teuta zu schicken, um sie aufzufordern, etwas gegen die Piraterie zu unternehmen und die geschädigten römischen Kaufleute zu entschädigen. Sie gab ihnen eine rotzfreche Antwort: In Illyrien sei Piraterie legal. (In Wahrheit hatte sie einerseits wohl gar nicht die Macht, die Piraterie zu stoppen, andererseits kassierte sie an der Beute fleißig mit.) Lucius drohte ihr, dass die Römer dann eben ein neues Recht in Illyrien einführen würden. Als die Gesandten heimsegelten, wurden sie auf Befehl Teutas überfallen und Lucius ermordet. Die Auslieferung der Mörder wurde verweigert. Daraufhin wurde in Rom der Krieg beschlossen und eine Flotte und ein Heer gerüstet.
Teuta scherte sich nicht um die drohende Gefahr, sondern schickte im Frühjahr 229 eine Flotte nach Griechenland. Ein Teil von ihr landete bei Dyrrhachion. Unter dem Vorwand, Trinkwasser beschaffen zu wollen, wurde ein Trupp Illyrer in die Stadt gelassen. Sie hatten jedoch in ihren Krügen Schwerter versteckt, mit denen sie die Wache niedermachten und das Tor besetzten; weitere Illyrer kamen ihnen zu Hilfe. Schließlich wurden sie von der Bürgerwehr aber doch vertrieben und schlossen sich wieder der restlichen Flotte an. Diese landete auf Korkyra (Korfu) und belagerte die Stadt. Die Korkyraier baten den Aitolischen und den Achaiischen Bund um Hilfe, die auch gewährt wurde. Der Achaiische Bund hatte seine Flotte jedoch vernachlässigt und verfügte nur über zehn große Kriegsschiffe, Vierruderer, die den Liburnern in einer direkten Konfrontation aber deutlich überlegen sein würden. Diese Schiffe wurden mit einer achaiischen und aitolischen Mannschaft nach Korkyra geschickt. Die Illyrer wiederum erhielten sieben große Schiffe von ihren akarnanischen Verbündeten. Es kam zur Seeschlacht. Die Illyrer schalteten die gegnerischen Schiffe mit einem Trick aus: Sie versuchten erst gar nicht zu verhindern, dass ihre Liburner von den achaiischen Schiffen mit ihren Rammspornen aufgespießt wurden, sondern enterten dann, solange die achaiischen Schiffe noch feststeckten, diese. So konnten sie fünf Vierruderer ausschalten, die anderen fünf flohen. Korkyra kapitulierte nun und nahm eine illyrische Besatzung auf.
Eine 200 Schiffe starke römische Flotte unter dem Konsul Gnaeus Fulvius Centumalus war bereits unterwegs, kam aber zu spät. Einer der illyrischen Kommandanten auf Korkyra, Demetrios von Pharos, der Herrscher der Insel Pharos, lief zu den Römern über, sodass der Rest der Besatzung überwältigt werden konnte; die Stadt stellte sich unter römischen „Schutz“. Dann segelte Fulvius in Begleitung von Demetrios nach Apollonia weiter, das schon seit längerem mit den Römern gute Beziehungen gepflegt hatte. Dort vereinigte er sich mit dem mittlerweile übergesetzten Landheer (20.000 Mann Infanterie, 2000 Reiter) unter seinem Konsulatskollegen Lucius Postumius Albinus. Die beiden zogen nach Dyrrhachion, das gerade von den Illyrern belagert wurde. Die Illyrer zogen eilig ab, und Dyrrhachion unterwarf sich den Römern.
Die Flotte machte Jagd auf die illyrischen Schiffe, während die Landarmee die Stützpunkte zu Land zerstörte und die einzelnen illyrischen Stämme zum Abfall motivierte. Issa, das gerade von den Illyrern belagert wurde, wurde entsetzt. Illyrische Städte an der Küste wurden belagert und erobert. Teuta zog sich in die Stadt Rhizon zurück. Zu Jahresende zogen sich die Römer aber in die Nähe von Dyrrhachion zurück. Fulvius kehrte mit dem Großteil der Flotte und des Heeres nach Italien zurück, Postumius überwinterte mit 40 Schiffen und dem restlichen Heer bei Dyrrhachion. Demetrios erhielt die Herrschaft über Korkyra und die von Teuta abgefallenen Illyrer. Im Frühling 228 ergab sich Teuta schließlich und nahm das römische Friedensdiktat an. Das Reich von Skodra wurde auf sein ursprüngliches Gebiet beschränkt; es wurde tributpflichtig; außerdem durften die Illyrer keine Kriegsschiffe mehr haben und auch die zivile illyrische Schifffahrt wurde stark eingeschränkt. (Südlich von Issa durften nie mehr als zwei Schiffe zusammen fahren.) Eine unmittelbare Unterwerfung Illyriens durch Rom war aber nicht angedacht.
Demetrios von Pharos beherrschte Pharos, Korkyra und weite Teile der illyrischen Küste, sodass er allmählich selbst zum Problem wurde. Seine innere Macht festigte er, indem er die erste Frau Agrons (die Mutter von Pinnes) heiratete. Er verbündete sich mit dem makedonischen König Antigonos III. Doson (227-221) und mischte sich in innergriechische Angelegenheiten ein; u.a. war er mit 1.600 Kriegern an der Schlacht von Sellasia gegen die Spartaner beteiligt. 219 verbündete er sich mit Skerdilaidas und schickte trotz der von den Römern auferlegten Marinebeschränkungen eine Flotte von 90 Schiffen los, um mit Unterstützung des Aitolischen Bundes die zum Achaiischen Bund gehörende Stadt Pylos im Westpeloponnes zu plündern. Die Aktion scheiterte, doch die zu Skerdilaidas gehörenden Illyrer plünderten stattdessen die arkadische Stadt Kynaitha. Demetrios segelte mit seinen Schiffen in die Ägäis und plünderte die Kykladen. Erst die Flotte von Rhodos, damals eine beachtliche Seemacht, konnte ihn vertreiben.
Rom schickte als Reaktion auf den Vertragsbruch 219 eine Flotte unter dem Konsul Lucius Aemilius Paullus los, die in Illyrien landete. Demetrios ließ seine inneren Gegner hinrichten, um seine innere Macht auszubauen, und befestigte den Stützpunkt Dimale, den die Römer aber nach sieben Tagen eroberten. Er konnte sich am Festland nicht halten und zog sich auf seine Insel Pharos zurück, konnte sich aber auch dort nicht halten und floh nach Makedonien.
Die Römer kontrollierten nun die illyrische Küste, aber ins Landesinnere stießen sie nicht vor. Die griechischen Städte an der Küste und auf den Inseln blieben autonom; insbesondere Apollonia erwies sich in den folgenden Jahrzehnten als wichtiger Fuß in der Tür bei Roms Einmischung in innergriechische Angelegenheiten.
Mit dem Verfall der hellenistischen Mächte nahm die Piraterie vor allem im östlichen, aber auch im westlichen Mittelmeerraum bedrohliche Ausmaße an. Sie beeinträchtigte den Handelsverkehr massiv und wirkte sich auch auf die Getreideimporte nach Italien aus. Auch Römer wurden immer wieder auf Seereisen gefangen genommen und mussten sich dann freikaufen, sofern sie nicht ermordet wurden. Es wurde so schlimm, dass Schiffe bevorzugt im Herbst und Winter fuhren, weil sie sich vor den Stürmen dieser Jahreszeit weniger fürchteten als vor den Piraten, die da lieber zuhause blieben (aber freilich auch nicht alle). Das östliche Mittelmeer wurde von den Piraten „das goldene Meer“ genannt.
Sie hatten auch eine Schlüsselposition im Sklavenhandel inne, indem sie küstennahe Siedlungen überfielen und die Einwohner als Sklaven verschleppten. Das führte dazu, dass viele Küstensiedlungen von ihren Bewohnern, die sich ins Landesinnere zurückzogen, freiwillig verlassen wurden. Delos fungierte als Hauptumschlagplatz für die Sklaven.
Insbesondere in Kleinasien und Griechenland landeten immer wieder Piratenverbände bei Küstenstädten und zwangen sie zur Loskaufung, andernfalls erstürmten und plünderten sie sie. So bedeutende Inseln und Städte wie Samothrake, Klazomenai, Knidos, Kolophon, Samos und Issos wurden geplündert, insgesamt etwa 400 Orte. Auch küstennahe Tempel waren ein beliebtes Ziel. Manchmal drangen sie aber auch ein bis zwei Tagesmärsche ins Landesinnere vor.
Wie nervig sie waren, kann man an der Episode von Caesars Gefangennahme durch Piraten 75 erkennen. Er kaufte sich frei, ließ aber dann Jagd auf sie machen und sie hinrichten.
Die Piraten stellten auch zunehmend eine politische Macht dar. Mithridates setzte die Piraten sogar aktiv gegen die Römer ein. In den römischen Bürgerkriegen arbeiteten die Popularen immer wieder mit ihnen zusammen. Auch beim Aufstand des Spartacus spielten sie eine Rolle, indem Spartacus sie anheuerte, ihn und sein Heer nach Sizilien überzusetzen. Die Piraten nahmen die Anzahlung, kamen aber nicht.
Zentrum der Piraterie war Kilikien, ein seit dem Verfall des Seleukidenreiches faktisch herrenloses Land, das durch seine unzugängliche Topographie viel Raum für Schlupfwinkel bot und eine kriegerische Bevölkerung mit Hang zum Raubwesen hervorbrachte, allen voran die Isaurier. Nominell war Kilikien seit 102 zwar römisch, aber eben nur nominell. Später war es unter die Herrschaft von Tigranes dem Großen gekommen, der das Land aber vernachlässigte. In Kilikien unterhielten die Piraten Festungen, in denen sie ihre Familien und Schätze unterbrachten, außerdem war das Land dicht bewaldet und wurde daher zum Schiffbau genutzt. Aber auch Kreta war für die Piraten wichtig. Über seine Geschichte ist wenig bekannt, aber die dortigen Stadtstaaten kooperierten mit den Piraten. Weitere Schlupfwinkel waren die Küsten Lykiens (wo der Lykische Bund sich ihnen wohl oder übel fügen musste), Pamphyliens, Dalmatiens und Mauretaniens.
Die Piraten waren nicht mehr irgendwelche wilden Horden, sondern sie gingen organisiert vor; es gab Ansätze eines mittelmeerumspannenden „Piratenstaates“. Die Piraten hielten untereinander eng zusammen, sie leisteten einander Beistand und rächten einander. Schloss einer ihrer Anführer mit einer Nation einen Vertrag, wurde der von den anderen Anführern auch anerkannt. Sie selbst betrachteten sich auch nicht als Gesetzlose, sondern als eine Nation, die sich mit den anderen im Krieg befand.
Die Piraten waren aber nicht nur Kilikier, sondern Gescheiterte aus aller Herren Länder, auch Römer, die in den Bürgerkriegen auf der Verliererseite gestanden hatten. Die drückende Last der römischen Steuerpächter ließ auch manch verzweifelten Provinzialen sein Glück im Piratenleben suchen.
Der römischen Regierung war das Problem natürlich bewusst, jedoch unternahm sie lange Zeit nichts dagegen. Sie war auch nicht wirklich in der Lage dazu, da die römische Flotte gegen Ende des 2. Jhdts. ziemlich vernachlässigt worden war. Als „Flotte“ wurden im Notfall meist beschlagnahmte Schiffe verwendet. Gegen die Piratenüberfälle an den Küsten suchte man sich mit Strandwachen zu behelfen, die aber natürlich von den Ansässigen gestellt und finanziert werden mussten. (Ich vermute mal, dass die Piraten auch dem einen oder anderen einflussreichen Senator finanzielle Zuwendungen zukommen ließen. Wie korrupt die waren, sah man ja beim Krieg gegen Jugurtha.) Die Statthalter von Asia, aber auch viele Griechenstädte, machten selbst Geschäfte mit den Piraten.
Erst relativ spät startete Rom erste Aktivitäten. Der Prätor Marcus Antonius „Orator“ intervenierte 102 in Kilikien und eroberte die Küste, aber ohne bleibenden Erfolg; die Römer kontrollierten nicht einmal die Küste wirklich, geschweige denn das Binnenland. 86 schlugen die Piraten eine römische Flotte bei Brundisium. Sulla befahl den Statthaltern von Asia und Kilikien, eine Flotte aufzustellen, doch wurde nichts daraus.
79 wurde dann endlich erstmals ernst gemacht: Der Konsul Publius Servilius Vatia wurde mit einer Flotte nach Kilikien geschickt. Er besiegte die Piraten in einer Seeschlacht, dann zerstörte er zahlreiche ihrer Stützpunkte an der Südküste Kleinasiens. Nun zog er gegen die Isaurier. Jahrelang führte er im unwegsamen Bergland Krieg gegen sie und zerstörte ihre Hauptfestungen Isaura und Oroanda. Diese Erfolge brachten ihm den Siegernamen „Isauricus“ ein. Erst 75 wurde der Feldzug abgeschlossen. Die Piraten operierten nun hauptsächlich von Kreta aus.
74 beauftragte der Senat den Prätor Marcus Antonius mit dem Seekrieg gegen die Piraten, allerdings gab man ihm nicht genug Geld und Schiffe, sodass er beides selbst von den Untertanen eintrieb. Vor der Küste Kampaniens errang er einen kleinen Seesieg, dann segelte er nach Kreta und forderte die Kreter auf, ihre Unterstützung für die Piraten einzustellen. Als die sich weigerten, kam es zu einer Seeschlacht, die mit einem klaren Sieg der Kreter unter ihren Feldherrn Lasthenes und Panares endete. Ein römischer Quästor wurde gefangen genommen. Der Feldzug war ein völliger Fehlschlag, der Antonius den spöttisch gemeinten „Siegernamen“ „Creticus“ einbrachte. 71 starb er auf Kreta.
Durch diesen Erfolg wurden die Piraten wieder kühner, und der Senat verlor das Interesse an einer effektiven Bekämpfung, sodass sich die Piraterie wieder ausbreitete und florierte wie eh und je.
70 kamen kretische Gesandte nach Rom, um mit dem Senat über die Wiederherstellung des Friedens zu beraten, und boten die Freilassung aller Gefangenen an. Der Senat forderte aber die Auslieferung von Lasthenes und Panares, die Stellung von 400 Geiseln, die Auslieferung aller großen Schiffe und 4000 Talente. Die Gesandten erklärten, zur Annahme solcher Bedingungen nicht befugt zu sein. Daher schickte der Senat 69 den Konsul Quintus Caecilius Metellus nach Kreta, um dort entweder die Kapitulation entgegenzunehmen oder die Insel mit Gewalt zu unterwerfen. Die Kreter lehnten ab. Als Metellus mit drei Legionen bei Kydonia landete, erwartete ihn dort ein 24.000 Mann starkes kretisches Heer unter Lasthenes und Panares. Es kam zu einer harten Schlacht, die letztlich die Römer gewannen. Die Kreter zogen sich nun in ihrer Städte zurück, die von Metellus nach und nach belagert und erstürmt wurden, sofern sie nicht kapitulierten. Erst nach zwei Jahren, 67, war Kreta unterworfen, und Metellus erhielt den Siegernamen „Creticus“.
Die Piraterie ging aber weiter. Sie verfügten immer noch über etwa 1.000 Schiffe und zahlreiche Stützpunkte. 72 besiegte der Piratenführer Herakleon bei Sizilien eine Flotte und griff den Hafen von Syrakus an. 70 landete der Piratenführer Pyrganion auf Sizilien und zog plündernd durch die Insel, bis er vom Statthalter doch vertrieben wurde. 69 überfiel der Piratenführer Athenodoros Delos, plünderte die Tempel und versklavte fast die ganze Bevölkerung.
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